Analysierst Du noch oder machst Du schon?
Über Weihnachten habe ich auf dem Weg zu meiner Familie viel im Zug gesessen und mir mit der vorletzten Brandeins-Ausgabe (Themenschwerpunkt: Geschwindigkeit) die Zeit vertrieben. Direkt im Editorial bin ich dabei über Folgendes gestolpert: „Erst denken, dann rennen? Im chuilicon Valley nennen sie das ‚Analyse-Lähmung’.“
„Analyse-Lähmung“ also. Ich fühlte mich direkt ertappt, weil dieses Wort so schön beschreibt, worunter offensichtlich auch ich leide… (Übrigens meine zweite Selbstdiagnose, nachdem ich in einem anderen Artikel schon mal feststellte, meine Sprunghaftigkeit käme evtl. vom Multipotentialite-Dasein.)
In meinem Fall geht es darum, mit der Selbstständigkeit einen Schritt weiter zu kommen – so wie Sandra es in ihrem Artikel zur Freelancer-Falle schon beschrieben hat:
Vom Dienstleister, der für die Träume anderer schuftet, zum Solopreneur, der für den eigenen Traum bzw. die eigene Idee arbeitet.
Die eigene Idee also… Kein Problem. In meinem Ideen-Katalog tummeln sich so allerhand davon.
Das Umsetzen hingegen ist ein Rieeesenproblem. Weil ich eben an dieser Analyse-Lähmung leide.
Das heißt: Ich definiere, recherchiere, mache Listen, schreibe auf, wäge ab, überdenke, bewerte, denke neu, stelle um, plane, rede, denke, zweifle… und stoppe, ohne den ersten richtigen, praktischen Schritt getan zu haben. Und während ich all das tue, muss ich ja mein Leben finanzieren und nehme deshalb Jobs an, die zu wenig Zeit lassen, um weiter zu tüfteln. Oder um ehrlich zu sein: Die eine gute Ausrede sind, um nicht anfangen zu müssen.
Also mache ich eine Weile diesen und jenen Job, um in der Zwischenzeit alte Ideen zu zerschlagen und mir neue Flausen in den Kopf zu setzen. Wenn ich dann mal Zeit habe, fängt alles von vorne an: definieren, recherchieren, Listen machen, aufschreiben, abwägen… Ein Teufelskreis. Eine Lähmung.
Und ich denke bzw. hoffe, dass ich damit nicht allein bin. Weil es viele gibt, die alles richtig machen und 100%ig perfekt sein wollen, wenn es um die eigene Idee geht.
Berufscoach Alexandra Reiter allerdings hat im Interview mit uns schon so weise gesagt: „Du musst nicht perfekt sein, um anzufangen. Aber du musst anfangen, um perfekt zu werden.“
Das gilt für einen selbst als auch für die eigenen Ideen. Manchmal ist es gut, einfach loszulaufen, ohne zu wissen, welche Hürden da noch warten. Macht man sich vorher schon klar, was da wohl auf einen zukommen wird, läuft man aus Angst gar nicht erst los.
Das viele Analysieren und Überdenken artet in Untätigkeit aus.
Es gibt ein Buch, dessen Titel diesen Zustand ganz gut beschreibt: Wir sind Wissensriesen, aber Realisierungszwerge* (ich habe es nicht gelesen, aber der Titel ist schon mal super gelungen).
Also mal ran an die Buletten, damit dieser Artikel nicht auch noch eine Analyse-Lähmung wird: Was also gegen die Beschwerden tun?
Ich habe ja beim letzten Mal über meine Vorsätze für das neue Jahr geschrieben – als (hoffentlich) kleine Inspiration für Euch und als Druckmittel für mich.
Außerdem kann ich Euch den gratis Super Workshop von super-work.com empfehlen. Da werdet Ihr per E-Mail etwas getriezt, die ersten Schritte in Richtung Umsetzung zu gehen. Der Workshop ist aber auch super hilfreich, wenn Ihr noch auf der Suche nach der richtigen Idee seid.
Und oben drauf hätte ich hier jetzt natürlich auch noch eine Liste à la „10 Tipps, wie Ihr Eurem Ziel näher kommt“ einfügen können. Aber mittlerweile ist man ja fast schon etwas „listen-gesättigt“ und sowieso gibt es letztendlich nur den einen großen Tipp: Ärmel hochkrempeln und endlich mal machen!
Wer auch unter Analyse-Lähmung leidet, kann hier gerne den Finger heben (aka einen Kommentar hinterlassen). Und alle anderen können gerne Tipps teilen (aka einen Kommentar hinterlassen) 😉
© Beitragsbild: condesign | pixabay.com
*Noch ein kleiner Hinweis: Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link des Anbieters Amazon. Wenn Ihr über diesen etwas kauft, erhalten wir eine kleine Provision.


*Fingerheb* Ich oute mich als Listenfetischistin, Allesüberdenkerin und Selbstzweiflerin. Gerade in der Teilselbständigkeit angekommen mit Wille mehr aufzubauen. Nur wie? Naja, erstmal eine Liste schreiben und versuchen die Ideen zu sortieren. Aber nach was und warum und was brauche ich zur Umsetzung? Und dann ist da ja noch mein Vollzeitjob…
Wie ich davon wegkomme, Listen zu schreiben und stattdessen die Ärmel hochzukrempeln, weiß ich noch nicht. Bin gespannt auf Eure Wege. Vielleicht lerne ich hier ja noch mehr dazu.
Schokoladige Grüße,
Nele
Liebe Nele. Es ist immer schön zu hören, dass man nicht allein ist
Falls du Lust und Zeit hast und zufällig in Hamburg bist, kannst du ja gerne zu unserem nächsten Frühstück am 03.01. dazukommen. Dann krempeln wir zusammen die Ärmel hoch 😉 Viele Grüße. Sophie*