5 facts to freedom – Vorteile der Selbstständigkeit
…oder 5 Dinge, die ich während meiner Arbeit im Büro an der Selbstständigkeit zu schätzen gelernt habe!
Neben meinem süßen Catering habe ich aus Interesse auch immer mal wieder kleinere und größere Jobs in der Online Branche gemacht, so wie auch im letzten Jahr. Ich war in einer Agentur tätig und habe es als Ausgleich mal sehr genossen, gewisse Sicherheiten und einen festen Tagesablauf zu haben und vor allem auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Denn so schön es in der Agentur auch war, habe ich relativ schnell gemerkt, wie privilegiert ich doch all die Jahre zuvor als Selbstständige war.
Hier sind meine Top 5 der Dinge, die ich während meiner Zeit im Büro an der Selbstständigkeit zu schätzen gelernt habe:
1. Flexibilität
Ich will mich keinesfalls beschweren, denn wahrscheinlich hatte ich in meinem letzten Agentur-Job die beinahe großartigsten Arbeitszeiten überhaupt. Aber das meine ich gar nicht damit, wenn ich sage, dass Flexibilität wichtig für eine gute Arbeitsleistung ist – eher geht es mir nämlich darum, zu welcher Zeit man arbeitet.
Ich zum Beispiel bin definitiv der Abend-Mensch. Denn obwohl ich jeden Tag super früh aufstehe, bin ich – was die Arbeit angeht – abends einfach am produktivsten. Sobald es draußen dunkel wird, sprudeln die guten Ideen einfach nur so aus mir heraus und die E-Mails beantworten sich quasi von selbst. An manchen Tagen im Büro – und das kennt sicher jeder – war irgendwann auch mal die Luft raus. Die Motivation hat dann nachgelassen oder es war einfach mal gerade nicht so super viel zu tun. Und trotzdem musste die Zeit „abgesessen“ werden. Oft habe ich mir an solchen Tagen gedacht: „Jetzt einfach den Computer runterfahren, draußen noch ein bisschen Energie tanken und wenn sich mein Hirn entspannt hat und die guten Ideen wieder kommen, ab zurück an den Schreibtisch. Das wäre genau das Richtige!“
Oh ja, ich kann Euch sagen, das ist super! Ich bin nach wie vor kein Fan von festen Arbeitszeiten und glaube, dass jeder Mensch einen individuellen Rhythmus hat und sich auch danach richten sollte. Als Selbstständiger arbeitet man meistens sowieso mehr als 9 Stunden am Tag. Da sollte man die Arbeitszeit sinnvoll nutzen.
2. Kreativität
Was für ein Glück, endlich wieder im Home Office zu sein und all die Notizen, die ich den Tag über auf meinen Notizblock gekritzelt habe, in die Tat umsetzen zu können. Jeden Tag im Büro, am Schreibtisch oder beim Surfen im Internet sind mir die Ideen nur so zugeflogen. Irgendwas hat mich immer inspiriert und auch wenn mir der Job mega viel Spaß gemacht hat, meine Selbstständigkeit, die zu Hause auf mich wartete, konnte ich einfach an keinem Tag vergessen. Wie oft habe ich mir gedacht: “Wenn ich jetzt zu Hause wäre, dann könnte ich der produktivste Mensch der Welt sein.” Jeden Tag wurde ich aufs Neue daran erinnert, wie schön es doch ist, alles was einem so durch den Kopf geht, auch bedingungslos in die Tat umsetzen zu können.
3. Spontanität
Eine weitere Sache, die ich im Büroalltag in Agenturen gelernt habe, ist Geduld - und zwar jede Menge davon. Jeglicher Content musste mehrfach abgesprochen werden, was natürlich Sinn macht, da es bei einem Kunden weit größere Folgen haben kann, wenn etwas schief geht, als bei einem kleinen Business wie meinem. Manchmal war das aber doch ganz schön frustrierend. Auf aktuelle Themen reagieren oder einfach mal eine Nachricht beantworten, ein Bild posten oder etwas kommentieren, alles Dinge, die für mich schnell gehen müssen und an denen ich mich selbst nicht zu lange aufhalte. In der Agentur waren die Abstimmungsschleifen aber manchmal so lang, dass die Story schon wieder alt oder die Frage von jemand anderem beantwortet wurde.
4. Authentizität
Sich und seiner eigenen Meinung treu bleiben zu können, ist eine großartige Sache. Im Büro fiel das bisher meistens flach. Wenn es um Projekte ging, war die eigene Meinung oft nicht wirklich gefragt. Oft hat man es aber auch mit Kunden zu tun, deren Produkte man selbst vielleicht nie konsumieren würde, wie zum Beispiel Zigaretten oder Alkohol, oder deren Online-Sprache man selber nicht spricht, weil sie zu hochgestochen oder altmodisch klingt. So mussten manchmal Dinge getan werden, hinter denen ich einfach nicht stehen konnte, und Gedanken gedacht werden, die mir sonst nicht in den Sinn gekommen wären.
Eine Sache über die ich mir in der Selbstständigkeit selten Gedanken gemacht habe.
5. Respekt
Hierarchien gibt es bei uns nicht. Bei Königlich Süß, meinem süßen Catering, sind wir zu zweit. Der eine macht das, der andere das, jeder hat andere Kompetenzen und Fähigkeiten. Klar gibt es auch mal Streitigkeiten oder man ist sich anderer Meinung, aber das Bedürfnis nach einem gesunden und menschlichen Umgang und Respekt, das haben wir beide.
Mir fällt allein das Wort „mein Chef“ schon schwer. Was bedeutet das? Nicht falsch verstehen, ich bin kein Mensch, der sich nicht gerne Neues beibringen oder erklären lässt, ganz im Gegenteil. Ich lerne sehr gerne dazu, aber unterwerfen, das fällt mir schwer.
Für mich ist der „Chef“ oder „Vorgesetzte“ äquivalent mit einem Mentor. Jemand, der einem den Einstieg ermöglicht und ein gutes Vorbild für die Mitarbeiter darstellt. Ein Leader quasi, der das Team anführt, aber um Gottes Willen kein Diktator, der Angst und Schrecken verbreitet und seine Postion etwas überschätzt.
In einem Arbeitsverhältnis sind für mich Vertrauen, Kommunikation, Respekt und Toleranz essentiell für einen gesunden Umgang. Wer es schafft sich daran zu halten, wird meiner Meinung nach das Zepter zu Hause lassen können.
Manchmal habe ich mir einfach gewünscht, für einen Tag „Chef“ spielen zu können, um den Laden ein klein wenig aufzupolieren, denn ich bin davon überzeugt, dass sich einige Unternehmen ein Beispiel an den Vorteilen der Selbstständigkeit nehmen könnten, um ihre eigenen Strukturen zu optimieren. Freiere Arbeitszeiten, die Möglichkeit sich seine To Do´s frei einteilen oder sogar vom Home Office arbeiten zu können sind nur einige davon.
Und auch wenn es jetzt vielleicht nicht so klingen mag, aber im Büro zu arbeiten kann super sein, denn auch hier gibt es Dinge, auf die man sonst in der Selbständigkeit verzichten muss, gemeinsame Mittagessen mit tollen Kollegen oder einen wohlverdienten Feierabend zum Beispiel 😉 Dennoch bin ich wohl eher fürs „frei“ sein gemacht.
: Ryan McGuire | gratisography
