Hurra Mama, wir haben Ferien!


Nächste Woche ist es wieder soweit: Hamburg hat Schulferien. Für die Kinder ist das eine großartige Sache, zugegeben. Aber für uns Eltern sieht das schon ganz anders aus. Vor allem, wenn eine Elternteil Vollzeit arbeitet und der zweite Elternteil selbstständig ist. Wer von beiden beißt in den sauren Apfel und organisiert die Ferienbetreuung?

Es ist ja nicht so, dass man es den eigenen Kindern nicht gönnt. Ganz im Gegenteil. Dazu hat man die eigenen Ferien noch viel zu gut in Erinnerung…
Nur hat man als Kind nie mitbekommen, was für ein riesiger Aufwand für die Eltern hinter dieser tollen freien Zeit steckt.

Fakten, Fakten, Fakten

Ein Schüler in Hamburg hat etwa zwei Wochen zu Ostern, eine Woche zu Pfingsten, sechs Wochen im Sommer, zwei Wochen im Herbst und zwei Wochen zu Weihnachten und dazu noch ein paar frei beweglichen Ferientage, Weiterbildungstage und ähnliches. Das macht zusammen 13-14 Wochen Schulferien. Jedes Jahr!

Nun ist es aber so, dass die meisten Angestellten rund 30 Tagen Urlaub im Jahr haben. Selbst wenn beide Elternteile ihren Urlaub getrennt voneinander nehmen, ist so eine lange Freizeit kaum abzudecken. Ganz zu schweigen davon, dass man natürlich auch gerne einen gemeinsamen Familienurlaub machen möchte.

Bei Selbstständigen wird es noch komplizierter. Klar kann man sich einfach freinehmen. Schließlich ist man ja sein eigener Chef. In der Realität ist das aber völlig illusorisch. Hast du schon mal versucht deinen Kunden zu erklären, dass du jetzt die nächsten sechs Wochen nicht erreichbar bist? Ganz zu schweigen davon, dass man sich so eine lange Freizeit natürlich auch leisten können muss.

Erste Hilfe für die Ferien

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man aus diesem Dilemma herauskommt. Der große Vorteil für Freiberufler mit Kind ist ja, dass man sich die Zeit flexibel einteilen kann. Kreativität ist hier auch in der Bewältigung des Alltags gefragt!

Hier kommen nun sechs Tipps, für die nächsten Ferien. Wobei ich jetzt schon sagen kann, dass ich für alle weiteren Tipps und Hinweise sehr dankbar bin. 😉

  • #1 Die offizielle Ferienbetreuung
    Die Schulen und Kindergärten bieten in der Regel eine Ferienbetreuung an. Diese findet in der Einrichtung direkt oder über entsprechende öffentliche Träger statt. Vor allem bei kleinen Schulen kann es auch gut sein, dass sich mehrere Schulen zusammenschließen und die Ferienbetreuung gemeinsam übernehmen. Das ist der offiziell vorgesehene Weg das Problem zu lösen.Die Krux ist nur, dass nicht jedes Kind Lust dazu hat, seine Freien in der Schule zu verbringen. Sie wollen ausschlafen, spielen, sich mit Freunden verabreden. Schließlich sind ja Ferien. Kann man ja auch verstehen.
  • #2 Die Familie muss ran
    Ein riesiges Glück haben diejenigen, die ihre Familie in der Nähe haben. Dann kann man sich mit der Betreuung abwechseln oder die lieben Kleinen für eine ganze Woche bei Oma und Opa Ferien machen lassen.Leider ist das viel zu selten der Fall. Man hat ja nach der Schule seine Chancen genutzt und ist für das Studium oder die Ausbildung in die große weite Welt hinausgezogen. Jetzt wohnen die Familien oft quer durch das ganze Land verstreut. Oder die Großeltern können die Kinder nicht betreuen, weil sie entweder selbst noch voll arbeiten oder schon zu alt sind, um mit den kleinen Rackern eine ganze Woche lang alleine gelassen zu werden.
  • #3 Schicksalsgemeinschaften bilden
    Das Problem mit den vielen Ferien hat man ja nicht nur alleine. Es gibt immer ein paar Eltern, denen es genauso geht. Da hilft es sehr, wenn man Schicksalsgemeinschaften bildet. Vorausgesetzt die Eltern und Kinder sind sich sympathisch.
    Dann kann das Prinzip „Heute nehme ich die Kinder und morgen nimmst du sie“ eine große Erleichterung für alle Seiten sein.
  • #4 Nachtschicht – Der beste Freund von Freiberuflern
    Auf die Dauer ungeliebt, manchmal ungemütlich und trotzdem im Dauereinsatz für Selbstständige ist die Nachtschicht. Kaum sind die Kinder im Bett, geht der Rechner an und man versucht alle die Dinge nachzuarbeiten, zu denen man im Laufe des Tages nicht gekommen ist.Das funktioniert gut, vor allem für Freiberufler, die ja oft nur einen Laptop brauchen, um zu arbeiten und nicht auf ein großes Equipment angewiesen sind. Wenn man einen Laden betreibt, dann sieht das schon ganz anders aus. Wichtig ist aber, dass man die eigenen Kraftreserven gut im Auge behält. Niemand kann unendlich lange jede Nacht arbeiten und trotzdem frühmorgens fit für die Kinder da sein.
  • #5 Zusammen durch den Tag
    Bis zu einem bestimmten Punkt, kann man die eigenen Kinder auch mit ins Boot holen. Klare Absprachen sind da sinnvoll: Vormittags muss Mama Zuhause arbeiten (und du lässt mich bitte auch arbeiten!) und am Nachmittag unternehmen wir zusammen etwas Schönes, auf das du Lust hast.Das klappt vor allem bei Arbeiten, die ständig wiederkehrende Unterbrechungen („Mama, wo ist mein Buch?“) vertragen, ohne allzu sehr darunter zu leiden.
    Ob das eine passende Lösung ist, hängt auch sehr vom Charakter der Kinder ab.
  • #6 Ferienlager, Reiterferien und Co.
    Meine Kinder sind noch zu klein, um schon alleine in die Reiterferien oder ins Ferienlager zu fahren. Aber der Gedanke hat etwas sehr reizvolles…Wer hier mehr Erfahrung hat, kann sie gerne in den Kommentaren mit uns teilen!

Ansonsten wünsche ich allen Eltern und ihren Kindern tolle Herbstferien nächste Woche. Kopf hoch Mamas und Paps – wir schaffen das!

Kategorien

+ Keine Kommentare Kommentar hinzufügen