Vanessa Beyer von hearts and habits ist Schreib-Mentorin, Texterin und Wortliebhaberin. Zusammen mit ihren Kunden konzipiert sie Konzepte und verfasst Texte für Websites, Blogs, Newsletter, eBooks und mehr. Dabei liegt es ihr besonders am Herzen, mehr Bewusstsein für die Kraft der Sprache, für persönliches Schreiben und eine gefühlvolle Selbstständigkeit zu schaffen.

Selbstbewusstsein – In unserer Selbstständigkeit werden wir tagtäglich mit diesem Gefühl konfrontiert. Meistens, weil wir es nicht oder zu wenig haben, stimmt’s?

Wir möchten selbstbewusst sein, wenn wir über unsere Arbeit und Angebote reden und wenn ein Kunde nach dem Preis fragt. Ebenso, wenn wir uns beim Netzwerken vorstellen, etwas Neues ausprobieren oder wenn uns im Alltag mal wieder alles zu viel wird.

Ob wir uns selbstbewusst fühlen, hängt von unseren Gedanken ab.

Denn es ist so: Unsere Gedanken lösen chemische Reaktionen in unserem Körper aus und durch diese Stoffe fühlen wir, was wir denken. Unsere Gefühle verstärken unsere Gedanken und so entstehen wiederum neue Gefühle.

Was Euch dabei hilft, diesen Kreislauf aus Gedanken und Gefühlen zu lenken und wie Ihr somit mehr Selbstbewusstsein gewinnt? Mit Eurer Sprache, also mit Euren Worten und Sätzen.

Unsere Sprache ist ein entscheidender Bestandteil unserer Kommunikation, ganz besonders unseres inneren Dialogs. Allerdings nehmen wir Sprache kaum noch bewusst wahr.

Ein einfaches Beispiel: Wisst Ihr noch, was Ihr vor dem Lesen dieses Blogartikels gesagt oder gedacht habt? Damit meine ich nicht nur den Inhalt, sondern den genauen Wortlaut. – Nicht wirklich, oder?

Ich möchte Euch gerne alltägliche und wertvolle Tipps vorstellen, wie Ihr Eure Worte und Sätze so wählt, dass sie Euch Leichtigkeit und Mut schenken.

5 Tipps, wie Ihr mit Eurer Sprache selbstbewusster werdet

1. Wählt Eure Worte bewusster

In unserem Alltag haben sich kleine Worte eingeschlichen, die wir verwenden, obwohl wir sie nicht meinen. Wenn wir diese Worte trotzdem denken oder sagen, können sie eine negative Wirkung auf unser Unterbewusstsein und somit auf unsere Gefühle haben.

Worte, die an unpassenden Stellen eine negative Wirkung haben:

  • müssen – erzeugt Zwang und Erwartungen
  • schnell – suggeriert Hektik und Druck
  • irgendwie/ eigentlich – wirkt unentschlossen
  • einfach/ nur – schwächt das Gesagte und die Leistung

Ein typisches Beispiel: Ich muss mich heute noch mit einer Kundin treffen. – Da Ihr auf diesem wertvollen Blog für selbstständige Frauen seid, gehe ich davon aus, dass Ihr Eure Arbeit gerne macht und frage Euch daher: Müsst Ihr Euch mit dieser Kundin treffen oder möchtet Ihr es? Hier ist das Muss für mich fehl am Platz. Bringt mit einer positiven Formulierung mehr Entspannung in Eure Terminpläne, denn das wirkt sich auch auf Euer Selbstbewusstsein aus.

Oder wie oft sagt Ihr beispielsweise über Eure Arbeit Ich habe das einfach so gemacht, obwohl Ihr viel Zeit, Kreativität und Liebe investiert habt?

Anders ist es, wenn Ihr beispielsweise sagt: Ich habe ihr schnell geschrieben und gefragt, ob bei dem Seminar morgen noch ein Platz frei ist. In diesem Satz wird durch die Schnelligkeit der Handlung der Wunsch hervorgehoben, gerne kurzfristig am Seminar teilnehmen zu wollen.

Merkt Ihr den Unterschied?

Wenn Ihr mögt, achtet gerne darauf, wie oft Ihr Worte wie müssen, schnell, eigentlich, irgendwie denkt und sagt und ob sie berechtigt sind.

Tipp: Nehmt Euch nicht alle Worte auf einmal vor, sondern wählt Euch eins aus. Seid liebevoll mit Euch, wenn Ihr Euch dabei erwischt, dass Ihr es in Gedanken oder laut gesagt habt. Denn dass es Euch bewusst geworden ist, ist das schönste Geschenk, das Ihr Euch dabei macht.

2. Vermeidet Verneinungen

Kommen Euch solche Sätze bekannt vor:

  • Ich will nicht zu spät kommen.
  • Ich brauche keine Angst haben.
  • Das ist unproblematisch.

In diesen Aussagen stecken Negationen. Obwohl wir eine positive Intention haben, denken wir mit diesen verneinten Sätzen in die falsche Richtung. Wir fokussieren uns immer noch auf zu spät kommen, Angst haben, problematisch.

Formuliert Eure Vorhaben positiv, denn wie Tony Robbins so schön sagt: „Where focus goes, energy flows.“

Auch hier gibt es natürlich Situationen, in denen eine Negation sehr wohl ihre Berechtigung hat.

Tipp: Achtet bei Euren Verneinungen besonders auf Sätze mit Ich kann nicht… (Ich kann das nicht oder Ich kann ja eh nichts daran ändern)! Denn mit solchen Formulierungen verneint Ihr Euer Können und schwächt so Euer Selbstwertgefühl.

3. Stärkt Euch mit dem Personalpronomen „ich“

Hebt Euch selber hervor, indem Ihr Euch auch in Eurer Sprache wieder mehr einbringt.

In der Alltagssprache, besonders in der schriftlichen Kommunikation, passiert es uns oft, dass wir die Personalpronomen einfach weglassen.

Mit Ich stärkt Ihr Eure Präsenz, Klarheit, Wertschätzung – und Euer Selbstbewusstsein!

Tipp: Mir hilft diese Empfehlung besonders, wenn ich meine eigene Meinung ausspreche. Wir neigen dazu, solche Aussagen mit dem Wörtchen man zu verallgemeinern. So schwäche ich meinen Standpunkt und es entstehen außerdem schnell Missverständnisse. Wenn ich jedoch sage Ich bin der Meinung…, dann verdeutliche ich gegenüber anderen meine subjektive Haltung und stärke mir selbst den Rücken.

4. Verwandelt Probleme in Lösungen

Welches Wort verwendet Ihr häufiger: Probleme oder Lösungen? – Und was von beiden habt Ihr davon tatsächlich mehr in Eurem Leben?

Wenn wir viel über Probleme, Schwierigkeiten und Herausforderungen sprechen, denken wir auch in Problemen, Schwierigkeiten und Herausforderungen.

Dieses Muster zieht sich automatisch durch unser ganzes Leben.

Auch hier mag ich Euch dazu einladen, positive Formulierungen zu verwenden.

Mit diesem sprachlichen Kniff werdet Ihr bald nicht mehr darüber nachdenken, dass Ihr beispielsweise zu wenig Geld habt, sondern Möglichkeiten und Wege finden, wie Ihr mehr Geld verdienen könnt.

Und noch ein typischer Fall aus meinem Leben: Für mich war die Parkplatzsuche lange Zeit ein Problem, ein sehr großes sogar. Schon bevor ich überhaupt losfuhr, dachte ich daran, dass ich keinen Parkplatz finden würde. Mit jedem Meter stieg meine Nervosität – und mein Selbstbewusstsein sank!

Seit ich diese Suche nicht mehr als Herausforderung, sondern als Spiel ansehe, mache ich mich mit viel mehr Leichtigkeit und Zuversicht auf den Weg.

Tipp: Kennt Ihr den Spruch „Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du am meisten Zeit verbringst“? Achtet in Eurem Umfeld darauf, ob es viele Nörgler, Kritiker und Pessimisten gibt und fragt Euch, ob sie Euch gut tun.

5. Sagt Ich bin

Die stärkende Wirkung der Sprache könnt Ihr prima durch Affirmationen in Euren Alltag integrieren.

Affirmationen sind positive Sätze, mit denen Ihr Eure Gedanken und somit Eure Gefühle bewusst erzeugt. Formuliert Eure Affirmationen am besten in der Gegenwart, denn so nimmt Euer Unterbewusstsein an, es sei schon so.

Für Euer Selbstwertgefühl sind Affirmationen besonders stark, wenn Ihr sie mit Ich bin… beginnt.

Affirmationen, die Euer Selbstbewusstsein stärken:

  • Ich bin selbstbewusst.
  • Ich bin wertvoll.
  • Ich bin stolz auf mich.
  • Ich bin voller Energie und Lebensfreude.
  • Ich bin eine erfolgreiche Mama.
  • Ich bin Unternehmerin.
  • Ich bin die Schöpferin meines Lebens.
  • Ich bin dankbar für die Wunder des Lebens.
  • Ich bin ich.

Fallen Euch weitere Affirmationen ein?

Wenn ich früher in Situationen kam, die mir Angst machten, spulte mein innerer Kritiker sofort destruktive Gedanken ab. Mittlerweile schalten sich oft schon ganz automatisch meine Affirmationen an, die mir Ruhe, Leichtigkeit, Mut und Selbstvertrauen schenken. Und ein Lächeln!

Tipp: Ich schließe regelmäßig meine Augen, sage mir meine Affirmationen auf und lade sie dabei mit inneren Bildern und schönen Gefühlen auf. So werden diese Sätze noch bedeutungsvoller!

Übrigens: Sogar im Wort Selbstbewusstsein steckt eine große Bedeutung für unser Selbstbewusstsein!

Die Bedeutung von „Selbstbewusstsein“

Unsere Sprache schenkt uns schon allein mit dem Wort „Selbstbewusstsein“ eine Hilfestellung.

Lasst uns mal genauer hinschauen: Selbst-bewusst-sein bedeutet, über sich selbst bewusst sein.

Wenn Ihr Eure eigenen Stärken, Vorlieben, Werte und Ziele kennt, bekommt Ihr ein klareres Bild von Euch und könnt auch besser für Euch einstehen.

Schreibt Euch diese Punkte am besten auf!

Schreiben ist wie ein Spaziergang für unsere Seele. Dabei verbringt Ihr eine wunderschöne Zeit mit Euch selbst, könnt Euer Herz frei sprechen lassen, kreiert neue Ideen, verbindet Euch mit Eurer inneren Wahrheit und schöpft neue Energie.

Und wenn Ihr all das in einer schwierigen Zeit vergessen haben solltet, könnt Ihr Euch mithilfe Eurer Zeilen wieder daran erinnern.

Fragen, die Euch helfen, mehr Selbst-bewusst-sein für Eure Selbstständigkeit zu erlangen:

  • Wie möchte ich meinen Alltag gestalten?
  • Welchen Wert haben meine Angebote für meine Kunden?
  • Wie möchte ich wahrgenommen werden?
  • Was sollen sich andere über mich merken?
  • Was verbindet mich und meine Interessenten, Kunden und Partner?
  • Wie fühle ich mich am wohlsten?

Mit unserer Sprache schaffen wir uns unsere Gedanken und Gefühle – und unser eigenes Leben. Das Schöne daran ist: Ihr könnt jederzeit damit beginnen, auf Eure Worte und Sätze zu achten und somit selbst-bewusster werden.

Welchen Tipp werdet Ihr als erstes anwenden?

© Beitragsbild: Eneida Hoti | Unsplash

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