Einige von Euch haben es vielleicht mitbekommen: Frau, frei & feiert zweiten Geburtstag! Im Januar 2015 als Blog – auf dem wir unsere Gedanken zur und Erfahrungen mit der Selbstständigkeit teilen –von uns gestartet, ist FF& mittlerweile viel mehr als das.

Informationsquelle. Ideengeber. Mutmacher. Freund.

Aber nach wie vor ist es unser wichtigstes Anliegen selbstständige Frauen sichtbar zu machen. In den letzten zwei Jahren haben wir neben 85 Blogbeiträgen zu den unterschiedlichsten Themen, auch über 60 selbstständige Frauen interviewt. Das erste Interview haben wir am 12.1. mit Digital Nomadin Carina Herrmann geführt veröffentlicht. Seither ist viel Zeit ins Land gegangen…

Ich habe mich gefragt, was ist aus meiner Interviewpartnerin geworden? Und aus all den anderen? Was haben sie in der Zeit nach unserem Interview erlebt? Wie ist ihre Selbstständigkeit verlaufen?

Deshalb bin ich losgezogen und habe 7 unserer Interviewpartnerinnen gefragt, wie es ihnen nach unserem Interview ergangen ist.

Carina Hermann

Carina Hermann„Ich musste mir ehrlich gesagt eben unser erstes Interview noch ein mal hervorkramen und war positiv überrascht, wie vieles immer noch genauso zutrifft. Mein Verhältnis zu den Begriffen Arbeit, Urlaub und Reisen haben sich in den zwei Jahren, die seitdem vergangen sind, nicht verändert. Genauso wenig wie die Vor- und Nachteile des Digitalen Nomadentums.

Würde ich alles heute noch genauso unterschreiben. Außer vielleicht die Menge der Zeit, die ich hinter dem Laptop verbringe. Ich hatte es im letzten Sommer schon heruntergeschraubt auf 2-3 Tage pro Woche, bis ich im September meinen digitalen Coworking-Space „Femininjas“ gegründet habe und seitdem einfach viel zu gerne Zeit in unserem Haufen an Powerfrauen verbringe. Nun sind es wieder 3-4 Tage, wenn ich die Stunden gebündelt sehen würde. In der Realität sind es eher täglich 1-6 Stunden. Je nach Lust und Laune.

Was hat sich also seit unserem letzten Interview einschlägig verändert?

Ich würde sagen, mein Mindset. Wieder ein mal. Das tut es scheinbar konstant und ich wäre auch entsetzt, wenn es das irgendwann mal einstellt. Ich bin mittlerweile über 3 Jahre Dauerreisende und ortsunabhängige Selbständige; kenne die Schatten- und Sonnenseiten davon nun wie meine Westentasche und seitdem sich mein Online-Business stabilisiert hat, habe ich mehr Zeit und Muße, an dem beliebten Punkt der Persönlichkeits-Entwicklung zu arbeiten.

Ich wachse dabei nicht nur in Reichweite, sondern auch mit mir selbst. Den Anstoß hat sicherlich mein Verlagsbuch „Meerblick statt Frühschicht“ gebracht, bei dem ich mich zum ersten Mal wirklich intensiv mit meiner Zeit vor der Selbständigkeit beschäftigen musste. Danach hatte ich Blut geleckt an Themen, die mich selbst hinterfragen, die unsere Entwicklung in der Gesellschaft und in der Welt hinterfragen und habe für mich beschlossen: Da geht noch was.

An diesem Punkt stehe ich also gerade. Der Erkenntnis, da geht noch was. Und das gilt doch irgendwie für jede Einzelne von uns…“

Mareice Kaiser

Mareice Kaiser

»Vor allem meine behinderte Tochter hat mich gelehrt, dass es gar nicht so viel Sinn macht, allzu viele Pläne zu schmieden. Daher probiere ich, einfach das Heute zu genießen und nicht so viel an Morgen zu denken.«

„Das waren meine letzten Sätze im Interview aus dem Mai 2015 bei Frau, Frei &. Und ja, dass Pläne schmieden zwar schön und gut, aber auch sinnlos ist, das weiß ich nun nochmal mehr.

Kurz nach dem Interview habe ich das Angebot bekommen, ein Buch zu schreiben. Über Inklusion, Feminismus, Vereinbarkeit unter besonderen Bedingungen und das Leben mit meiner behinderten Tochter. Kurz nachdem das Manuskript fertig war, ist meine Tochter überraschend gestorben. Ich habe viele Wochen für die Entscheidung gebraucht, mein Buch tatsächlich zu veröffentlichen.

Nun ist es da – am 24. November 2016 ist »Alles inklusive« im S. Fischer Verlag erschienen. In diesem Jahr freue ich mich auf die Lesungen zum Buch. Dabei ist die Begegnung mit LeserInnen für mich immer wieder bewegend.

Das Thema Inklusion begleitet mich weiterhin, als Journalistin und als Mensch. Auf meinem Blog Kaiserinnenreich erzählen in der Rubrik Mutterfragebogen, Special Needs Edition Mütter behinderter Kinder aus ihrem Alltag.

Ich halte Vorträge und spreche bei Podiumsdiskussionen – oft zu Inklusion, aber auch zu feministischen Themen, Vereinbarkeit, Digitalisierung, Chancengleichheit. Dabei bin ich dankbar für das Privileg, zu Themen arbeiten zu dürfen, für die ich brenne.

Das wünsche ich mir auch für die Zukunft. Und vielleicht noch ein zweites Buch. Aber, was ich wirklich weiß: Das Heute genießen und schätzen ist eh besser als der große Plan. Den macht das Leben schon selbst.“

Jessie Fröde

Jessie Fröde

„Erstmal: Dass das schon so lange her ist? Verrückt und herzlichen Glückwunsch!

Seit dem Interview ist auf jeden Fall einiges passiert. Ich habe meine Fernwanderung von Deutschland nach Nepal gestartet und arbeite nun von unterwegs aus.

Die Auftragslage war am Anfang nicht immer rosig, aber so geht es jedem in den (Wieder)Anfängen, denke ich. Mittlerweile habe ich regelmäßige Aufträge, die meine Kosten decken und meine Wanderung am Leben halten!“

 

Lisa Altmeier & Steffi Fetz

Lisa Altmeier und Steffi Fetz

„Seitdem wir von euch interviewt wurden, ist eine Menge passiert: Zuerst sind wir nach Japan gereist und haben dort im Sperrgebiet von Fukushima recherchiert, wie es den Menschen geht, die 2011 nach dem Reaktorunglück evakuiert wurden. Das war für uns natürlich spannend, weil wir Fukushima nur aus dem Fernsehen kannten und die Eindrücke vor Ort ganz anders waren.

In der Zone wird immer noch verseuchte Erde abgetragen und es gibt alte Menschen wie die Rentnerin Setsuko, die wir kennenlernen durften, die seit Jahren in einer winzigen Notunterkunft leben muss, weil ihr Heimatdorf so verstrahlt ist.

Während wir in Japan waren, fanden dort außerdem große Demonstrationen statt: Studenten brachten Hunderttausende dazu, gegen die Regierung zu demonstrieren. Und das, obwohl es in Japan überhaupt nicht normal ist, auf der Straße seine Meinung herauszubrüllen. Wir wollten wissen, wie diese Entwicklungen zustande gekommen sind und haben darüber eine Doku gedreht, die wir auf Youtube hochgeladen haben.

Nach dieser Japan-Recherche wollten wir eigentlich gleich wieder los in die große weite Welt, aber dann kam etwas dazwischen: Die Stimmung in Deutschland. Während wir in Japan gewesen waren, hatte sich hierzulande so viel verändert (Flüchtlingzustrom, AfD etc. …), dass wir uns gesagt haben: Wir werden als Journalistinnen in Deutschland gerade dringender gebraucht als im Ausland.

Also haben wir Geld für eine politische Recherche mit dem Motto „Was ist eigentlich los mit dir, Deutschland?“ gesammelt. Vier Woche später hatten wir mehr als 11.000 Euro zusammen. Das ist jetzt auch schon wieder mehr als ein halbes Jahr her.

Inzwischen recherchieren wir die Themen, die unsere User uns für diese Recherche vorgeschlagen haben. Darunter sind härtere Themen wie „Waffenexporte“, aber auch Nachdenklicheres wie das Verhältnis vom Staat zu Religion(en) wie dem Islam oder dem Christentum.

Aus der Recherche entstehen gerade 10 zehnminütige Videos, die hoffentlich bald fertig sind. Und dann wartet natürlich schon wieder die nächste Crowdspondent-Reise. Noch wissen wir aber nicht, wo es uns hinverschlagen wird oder ob wir aufgrund der Bundestagswahl erst mal an den Politik-Themen dranbleiben. Wenn die Leser von Frau, frei & dazu Vorschläge haben, freuen wir uns natürlich!“

 

Maxi Knust

Maxi Knust
„Nachdem ich 2015 das digitale Magazin Fempreneur gegründet habe, bin ich 2016 einen Schritt weiter gegangen, und habe den ersten Fempreneur Summit veranstaltet. Es kamen über 200 Teilnehmerinnen ins historische Babylon Kino in Berlin Mitte. Inspirierende Speaker teilten ihre Stories und abends wurde ausgelassen in einer Rooftop-Bar mit Blick über die Stadt gefeiert. Das war wirklich ein eindrucksvoller Tag für mich und definitiv eines der vielen Highlights 2016.

Weitere Highlights waren mein TEDx Talk über ein positives Mindset, weitere Speaker-Erfahrungen auf der Langen Nacht der Startups sowie am einzigen Female-Entrepreneurship-Lehrstuhl in Deutschland an der Universität Oldenburg sammeln zu können, meinem Entrepreneurship-Vorbild Richard Branson auf der Bits&Pretzels eine Frage stellen zu können sowie ein Besuch in Portugal auf dem diesjährigen Web Summit.

Aber mein größtes Highlight war definitiv die Arbeit, zusammen mit Val Racheeva von der WeFound Community, an unserem wundervollen Buchprojekt Female Founders Book, in dem wir 30 erfolgreiche Gründerinnen interviewed haben. Hierfür sind wir nach Hamburg, München, Wien und Zürich gereist, zusammen mit unserem Fotografen, der tolle Portraitfotografien gemacht hat. Und auch in Berlin haben wir natürlich viele großartige Gründerinnen getroffen, im Office und zu Hause. Alle Fragen stellen zu können, die uns und damit sicherlich auch die LeserInnen interessieren, war besonders spannend und für diese einmaligen Möglichkeiten bin ich sehr dankbar.

Wir arbeiten mit Begeisterung an diesem Buch, wovon wir schon seit Monaten ganz genaue Vorstellungen haben. Zu sehen wie es Stück für Stück entsteht und in wenigen Monaten dann veröffentlicht wird, ist eine unglaublich tolle Erfahrung. Und ich freue mich schon so sehr auf dieses Jahr und die Möglichkeit weitere Ideen, die ich habe, umsetzen zu können.“

New Year‘s Surprise: Bis 31.01.2017 erhaltet ihr bei der Vorbestellung des Female Founder Buchs ein GRATIS Mantra Success Poster dazu.

 

Annika Schulz

Annika Schulz
Innerhalb von einem Jahr kann wirklich sehr viel passieren: Zum Beispiel kann sich aus einer Festanstellung mit nebenberuflicher Selbstständigkeit (Schmuckdesign) eine komplette Vollzeit-Selbstständigkeit im Bereich Content Creation entwickeln. 🙂

Egal, in welchem Irrgarten man sich manchmal jobtechnisch befindet, es ist immer nur ein Puzzle-Teil das sich mal mehr oder weniger schnell zu einem Gesamtbild formt. Die detailgetreue Fertigung von individuellem Schmuck liebe ich immer noch, aber es ist mittlerweile ein schönes Hobby das ich mit Herz ausübe. Doch die Inszenierung von Produkten hat mich nicht mehr losgelassen.

In Praktika und anderen Jobs habe ich im Bereich Social Media Management und Fotografie sehr viele Prozesse mitbekommen, die ich nun zu einer Geschäftsidee geschnürt habe.

Mit einem großen Netzwerk aus kreativen Köpfen und starken Frauen an meiner Seite kann ich nun nach einem Jahr AUF und ABs, mit einem Lachen in die Zukunft blicken und für Lifestyle, Fashion sowie Beauty Brands, Produkte maßgeschneidert inszenieren.

Frau, Frei und… ist ein Blog, eine Community und manchmal auch eine starke Schulter an die man sich anlehnen kann. Und: Die liebevollen Frühstückstreffen der FF&-Community sind für mich mehr als nur Kaffeeklatsch.“

Das ist doch ein schönes Schlusswort! 😀

Fast. Denn wenn Ihr noch mehr inspirierende Interviews mit selbstständigen Frauen lesen möchtet, schaut auch mal auf Pinterest vorbei.

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