2018 ist seit zwei Wochen vorüber; das neue Jahr erst wenige Tage alt. Für mich liegen aufregende Zeiten hinter mir – über meine „Reise“ werde ich an anderer Stelle mal berichten. Da habe ich mich natürlich gefragt, wie auch schon zu Beginn der Jahre 2018 und 2017, wie es anderen selbstständigen Frauen ergangen ist.

Ich habe drei meiner vergangenen Interviewpartnerinnen herausgepickt und sie gefragt, was seit unserem „Gespräch“ in ihren Leben und mit ihren Selbstständigkeiten passiert ist. Einiges.

Aber lest selbst – und lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, wie das Jahr 2018 für Euch war! 🙂

Nina Rümmele

Nina Rümmele„Als wir vor knapp 2 Jahren miteinander gesprochen haben, organisierten wir gerade gemeinsam ein „Frau, frei &“-Frühstück bei uns im Restaurant. Es gab einen tollen Austausch mit vielen interessanten Frauen und wir (meine Gründungspartnerin und ich) haben Euch mit unseren leckeren What the Food! Speisen in Frankfurt versorgt. Das Restaurant, What the Food!, gibt es leider nicht mehr und damit kommen wir auch schon zu meiner Geschichte.

Nach knapp 3,5 Jahren mussten wir schweren Herzens Insolvenz anmelden und die Läden schließen sowie verkaufen. Wir hatten unseren ersten Standort in Frankfurt immerhin 2,5 Jahre betrieben und einen weiteren Standort in Hamburg gerade eröffnet. Nur drei Tage nach der Eröffnung des 2. Standorts erlebte ich dann den schlimmsten Tag meiner bisherigen beruflichen Karriere. Hört sich dramatisch an? War es auch. Blick auf das Konto, Miete und Gehälter gerade überwiesen, traf ein was ich natürlich schon seit Monaten kommen sah, aber irgendwie nicht wahrhaben wollte – wir waren zahlungsunfähig. Das Konzept hat funktioniert, wir haben aber 2 strategische Fehler begangen.

Danach folgte dann eine… (mir fehlt dafür oft das richtige Wort) interessante Zeit mit vielen Hochs und Tiefs. Wir mussten uns entscheiden: Kopf in Sand stecken oder kämpfen und zwar mit allem was noch geht. Wir haben uns für letzteres entschieden. Nicht zuletzt, weil wir privat für einen Kredit gebürgt haben.

Ich habe sehr viel Erfahrung gesammelt, mir einiges an Wissen aufgebaut und mich selber nochmal ganz neu kennengelernt. Es ist spannend zu sehen, wie man mit existentiellem Druck umgeht und wie befreiend bzw. ermutigend es sein kann, wenn man einfach nichts mehr zu verlieren hat (um das zu verdeutlichen: wir hatten alles in die Firma gesteckt, kein Euro mehr auf dem Konto und es drohte, dass ich meine Miete nicht bezahlen konnte).

Ich halte heute Vorträge über diese Zeit, das Gelernte und wie man mit Scheitern umgeht. Das Feedback dazu ist phänomenal… jeder scheitert mal, wie man damit umgeht ist das Entscheidende. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass sich Kämpfen lohnt und man niemals aufgeben sollte. Jetzt, ein Jahr nach der Insolvenz habe ich mir ein Einzelunternehmen aufgebaut, bin in meinen gelernten Bereich zurück und habe meine Umsatzziele (endlich mal) 😉 übertroffen.

Ich dachte ich habe einen Stempel auf der Stirn und keiner will mehr mit mir arbeiten. Ich bin ja gescheitert und habe Fehler gemacht. Die Realität ist ganz anders – alte Geschäftspartner und mein Netzwerk sah den Mehrwert darin und empfingen mich mit offenen Armen. Abschließend: 2017 war echt Mist, dafür und vor allem deswegen war 2018 eines meiner besten Jahre bisher.“

 

Katharina Mayer

Katharina Mayer, kuchentratschWahnsinn, was sich alles verändert hat in der kurzen Zeit! Manchmal muss man wirklich die alten Fotos und Texte herauskramen, um sich das bewusst zu machen.

Katrin hat sich 2017 dazu entschieden, einen anderen beruflichen Weg auszuprobieren. Das war für uns beide eine Herausforderung, aber auch eine wahnsinnig lehrreiche Phase. Dafür sind viele neue Gesichter zu Kuchentratsch dazugekommen: in den letzten 3 Jahren konnten wir insgesamt 6 Vollzeitmitarbeiter*innen anstellen und so langsam wird der Büroplatz eng.

2015 waren wir ja wahnsinnig glücklich über die neue Backstube in der Landsberger Straße, die wir eben bezogen hatten. Jetzt platzt diese aus allen Nähten und wir sind auf der Suche nach einer neuen Immobilie in München. 42 Seniorinnen und Senioren sind nämlich aus den anfänglichen 7 Omas geworden. 3 davon sind Lieferopas und liefern unseren Kuchen im Stadtgebiet München aus.

Außerdem haben wir im Frühjar 2017 den Kuchenversand per Post gestartet. Jetzt kann man nicht nur in München, sondern in ganz Deutschland unseren Omakuchen probieren. Und seit 2 Jahren kann man auch seine Hochzeitstorte bei uns bestellen.

Der größte Schritt, den wir bis jetzt gegangen sind war sicherlich unser Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ im vergangenen Herbst. Mit Anna aus dem Vertriebsteam, Opa Norbert und Oma Anni haben wir uns – ziemlich aufgeregt – den Löwen gestellt. Und wahnsinnig viel positives Feedback bekommen, ich kann es selbst noch gar nicht so richtig glauben. Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl haben insgesamt 100.000€ in uns investiert, was uns nochmal einen riesen Schub verliehen hat.

Auch werde ich immer öfter auf spannende Events als Speakerin eingeladen und durfte 2018 unter anderem die Bits & Pretzels eröffnen. Dieses Jahr stehen weitere spannende Events an, auf die ich mich schon sehr freue.“

 

Romy Geßner

Romy Gessner„Was hat sich seit dem Interview 2016 so getan? Da musste ich doch erstmal nachlesen, was ich damals so berichtet habe. Einerseits waren die letzten 2 Jahre ein absoluter Live-Changer, andererseits ist vieles gleich geblieben.

Wie im Interview beschrieben, hatte ich eine Zeit lang sehr viel am Business oder eher an meiner Leidenschaft, der Fotografie, gearbeitet und mich nicht so stark ums Geldverdienen gekümmert. Keine wirklich gute Idee. Das führte mich haarscharf an der Insolvenz vorbei. Hinter mir liegt eine wirklich harte Zeit mit vielen Entbehrungen, schlaflosen Nächten, Verzweiflung und dem übergroßen Wunsch, meinen Traum leben zu können. Ich habe die Kurve gekriegt und bin immer noch selbständig. In der Zeit haben mir neben dem Rückhalt meiner Familie auch sehr die Gespräche mit den Mädels aus meiner Mastermind-Gruppe geholfen.

Heute arbeite ich immer noch in meinen beiden Berufsfeldern als Fotografin und Übersetzerin. Mal mehr in dem einen, mal mehr in dem anderen Bereich. Meine Kunden kommen inzwischen zu fast 100% über Empfehlung oder mein Netzwerk.

Die wirklich größte Veränderung hat in meinem Kopf stattgefunden. Ich habe mit Coaches und Therapeuten an meinem Mindset gearbeitet. Privat kämpf(t)e ich mit einer Essstörung und einer depressiven Störung, beruflich mit der schwierigen finanziellen Situation und der Frage nach dem Wohin mich meine Reise führen soll.

Als Übersetzerin habe ich nach über 10 Jahren meinen Weg gefunden. Als Fotografin bin ich noch immer „unterwegs“. Ich habe viele Projekte, Stile, Themen ausprobiert und bin inzwischen mehr bei mir angekommen. Ich vergleiche mich nicht mehr und folge einfach meinem Gefühl. Ich mache, worauf ich Lust habe, höre aber auch genau hin und versuche Projekte, die mir zwar Geld aber weniger Freude bringen, nicht mehr in den Fokus zu setzen. Das ist nicht leicht und erfordert viel Vertrauen in die Zukunft.

Vor Kurzen ist mein absolutes Herzensprojekt an den Start gegangen: PURE – The Project. Aus meinem eigenen Weg heraus und basierend auf der Arbeit mit vielen Frauen, ist der Wunsch entstanden, etwas zum Positiven zu verändern. Frauen zu zeigen, dass sie schön und genau richtig sind, wie sie sind. Mit allen Unperfektheiten. Ich zeige Frauen ungeschminkt und ohne Retusche in schwarz-weiß. Ich liebe dieses Projekt! Zudem gibt es seit ein paar Monaten meinen Podcast Radio Romy, in dem es um Selbstliebe geht und ich von mir berichte, aber auch spannende Interviews teile.

Diese Richtung, die meine Selbständigkeit eingeschlagen hat, ist wunderbar. Ich habe unheimlich viel über mich gelernt in den dunklen Zeiten und gehe gestärkt daraus hervor. Ich bin dankbar für diese Lektionen, so merkwürdig das klingen mag. Und nun freue ich mich auf ein ganz besonderes und aufregendes Jahr 2019.“

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