[Werbung – Rezensionsexamplar erhalten]

 

Kürzlich habe ich in der Cosmopolitan – eine ältere Ausgabe aus dem April, glaube ich – einen kurzen Bericht über die Gründerin Christina Doms gelesen. Sie ist die Besitzerin des Cafés White Rabbit’s Room in München. Unter dem Beitrag wurde auch ein Buch angepriesen. Sugar Girls. “Ein Café-Führer, Deko-Fiebel und Rezeptbuch”, heißt es auf amazon.de. Es ist aber viel mehr als das – sonst hätte es das Buch auch nicht auf unseren Blog geschafft. 😉

In Sugar Girls* werden nämlich 20 Frauen portraitiert, die ihr eigenes Café eröffnet haben.

“‘Irgendwann mache ich ein Café auf’ – diesen Satz sagen Frauen gern, wenn der Büroalltag nervt oder sie mal wieder ganz anderer Meinung sind als ihr Chef. Aber dann zögern sie doch”, heißt es im Vorwort des Buches.

“Aber was passiert, wenn man sich doch traut? (…) Wir haben 20 Cafés in Deutschland, Österreich und der Schweiz besucht, die nur deswegen entstanden sind, weil ihre Besitzerinnen diesen Mut besaßen. Sie waren früher Beamtin, Managerin, Sachbearbeiterin, Lehrerin, Controllerin, Stewardess.” schreiben die Autorinnen des Buches Jana Henschel, Ulrike Schacht und Meike Werkmeister.

Um Euch einen Eindruck vom Buch zu geben, habe ich mir fünf der Gründerinnen herausgepickt und möchte Euch ihre Geschichten im Folgenden kurz vorstellen – so wie im Buch beschrieben–, dass mir übrigens auf Nachfrage vom Callwey Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde. Vielen, vielen Dank dafür! 🙂

Außerdem habe ich mich mit Jana Henschel in Hamburg auf einen Café getroffen, um sie stellvertretend für alle Autorinnen zur Entstehungsgeschichte von Sugar Girls zu befragen. Das Interview findet Ihr nach den Kurz-Portraits. Auch Dir liebe Jana vielen Dank, dass Du Deine Mittagspause für mich geopfert hast! 🙂

Jetzt aber schnell zu den Stories…

Diana Öztopark, Besitzerin des Fräulein Frieda in Neumüster

Diana arbeitete lange in einem Autohaus. “Schon bei meiner Ausbildung hatte ich gemerkt, wie sehr mir die kreative Seite fehlt. Ich wollte es auch bei der Arbeit schön um mich herum haben.” Als sie dann in den Immobilienanzeigen einen Laden in ihrer Heimatstadt Neumünster fand, war klar, dass sie ein Café eröffnet. “Es war Liebe auf den ersten Blick!”, sagt Diana. Es brauchte einen Kredit, zehn Wochen Behördengänge und sechs Wochen der Renovierung, bevor sie die Türen zu ihrem eigenen Café öffnen konnte. Aber seither: “Seit ich das Fräulein Frieda habe, erlebe ich ständig neue Glücksmomente: wenn ich morgens zum Wochenmarkt radele (…). Wenn ich neue Rezepte ausprobiere. Wenn ich Blümchen in die Tischvasen stecke.

Diana Ötzopark
Diana Ötzopark, Fräulein Frieda

Violetta Dinova, Besitzerin des kieztörtchen in Dortmund

Violetta ist gelernte Gestalterin für visuelles Marketing. Sie arbeitete laut eigener Aussage auch zufrieden in diesem Job, bis sie ihr Traum vom Café wieder einholte. Als dann ein Bekannter von ihr ein Café eröffnen wollte, war sie mit von der Partie. Den Geschäftspartner gibt es mittlerweile nicht mehr, aber ihr kieztörtchen. Violette sagt: “Für mich ist es (…) das Beste, was ich je gemacht habe”, räumt aber auch ein, “Es ist harte Arbeit für vergleichsweise wenig Geld. Wenn man die Stunden betrachtet, die ich hier reinstecke, ist das kein Job, der sich je lohnen wird”. Zumindest nicht finanziell. “Aber: Man kann davon leben, wenn es gut läuft.” Und das tut es für Violetta.

Violetta Dinova
Violetta Dinova, kieztörtchen

Elke Löscher, Besitzerin des Outdoorcafés Fein in Frankfurt am Main

Ich würde Elke als Exotin unter den Café-Besitzerin bezeichnen – und damit liege ich goldrichtig: “Manchmal, wenn ich morgens mein kleines Café aufschließe, denke ich: Ich bin im Paradies”, sagt Elke. Ein Paradies ohne Bewirtungsraum; stattdessen mit kleinem Verkaufsfenster und reiner Außenbestuhlung. Elke hat ihr Café nämlich in einem Kiosk eröffnet und damit ein “pittoreskes Outdoor-Café” geschaffen. Als sie dafür Ende 2010 kündigte, erntete sie Entsetzen, heißt es im Portrait über Elke. Schließlich gab sie ihren sicheren Job als Beamtin in der Stadtverwaltung auf.

Elke Löscher
Elke Löscher, Fein

Morlen Heinemann, Besitzerin des Cafés mmhio in Kiel

Morlen befand sich bei der Eröffnung ihres vegan-vegetarischen Cafés noch im Studium. Im Buch heißt es, dass sie sogar ihre Bachelor-Arbeit im Café geschrieben hat. Die Doppelbelastung hat sich gelohnt. “Es hat ein paar Monate gedauert, aber jetzt trägt sich das mmhio komplett selbst, sodass ich davon prima leben kann”, sagt Morlen. Übrigens ist schon ihre Mutter Gründerin. “Auch, wenn ich eher durch Zufall zu meinem Café kam, brenne ich mit jedem Tag mehr dafür”, so Morlen.

Morlen Heinemann
Morlen Heinemann, mmhio

Isabell Busse, Besitzerin des Cafés Marshalls Mum in Leipzig

Isabell ist eigentlich gelernte Friseurin. Nach ihrer Kündigung arbeitete sie mehrere Monate als Barista in einem Coffeeshop, bevor sie selbst ihr eigenes Café eröffnete. “Die Entscheidung fiel in New York. Im April 2012 saß ich mit einer Freundin wie Carrie und Miranda in ‘Sex and the city’ in der Magnolia Bakery. Wo sie gedreht haben, aßen wir Cupcakes, schauten uns um, und ich sagte zu ihr: ‘So ein Café braucht Leipzig!’” Gesagt, getan. Im Internet nahm sie mit ihrem Freund einen Privatkredit über 7.000€ auf. Zudem verkauften sie beiden ihren halben Hausstand. “Wir haben nie Urlaub, aber jeden Tag Spaß”, zieht Isabell Bilanz.

Isabelle Busse
Isabelle Busse, Marshalls Mum

Wenn auch Ihr den Traum des eigenen Cafés hegt, lege ich Euch das Buch Sugar Girls ans Herz. Die ganz unterschiedlichen Gründungsstories sind sehr inspirierend und informativ und zeigen auf, egal, welchen Background man hat oder in welcher (beruflichen) Situation man sich derzeit befindet, wenn man etwas wirklich will, nämlich ein eigenes Café, dann schafft man es auch.

Das wunderbare an diesem Buch ist, dass es diesen Prozess aber nicht idealisiert und durch die rosarote Brille zeigt. In den Portraits wird deutlich, dass der Weg steinig sein kann ist. So gesteht Kirsten Povny (Pure Living Bakery in Wien): “Meine romantische Vorstellung vom eigenen Café musste ich überhaupt etwas anpassen”. Und Café-Besitzerin Doreen Heuer (Himmelhoch in Braunschweig) sagt: “Ein Café zu führen bedeutet viel Arbeit mit wenig Ruhe und Entspannung.”

Nichtsdestotrotz hat keine der 20 portraitierten Frauen ihre Entscheidung jemals bereut. Und damit Ihr das auch nicht tut – wenn Ihr Euch einmal für die Eröffnung eines Cafés entschieden habt –, haben die drei Autorinnen noch acht Seiten Tipps und Tricks von den Gründerinnen eingesammelt. Die findet Ihr hinten im Buch, vor den köstlich ausschauenden Rezepten. Davon gibt es auch einige im Buch, ebenso wie tolle DIY-Dekorationsideen.

Ihr seht, ein Buch, das sich rundum lohnt. Mich hat aber nicht nur der Inhalt überzeugt, sondern auch die Liebe, die in der Aufbereitung der Geschichten und in den Fotos steckt. Es ist eine Weile her, seit dem ich das letzte Mal ein so liebevoll gestaltetes Buch in den Händen gehalten habe…

… und wenn man mit Jana Henschel über Sugar Girls spricht, weiß man wo diese herkommt. Sie und ihre Co-Autorinnen Ulrike Schacht und Meike Werkmeister brennen für ihr Buch – und die Gründerinnen.

Jana, wie ist die Idee zu Eurem Buch entstanden?

Ich war bei Freunden zum Abendessen eingeladen. Neben mir saß Meike. Wir kannten uns bereits; sind beide Journalistinnen für Frauenzeitschriften und unterhielten uns über Geschichten, die wir in der letzten Zeit sehr gerne für diese umgesetzt haben. Darunter waren viele Neustart-Geschichten. Die haben uns sehr begeistert.

Witziger Weise fiel uns auf, dass sehr viele Frauen den Traum vom eigenen Café träumten und sogar Leute kannten, die diesen Traum umgesetzt hatten. Und wie das dann immer so ist, fingen wir an rumzuspinnen: „Mensch, da müsste man doch eigentlich mal ein Buch zu machen – am besten gleich noch mit Rezepten!“ So entstand die Idee. Gleich am nächsten Tag haben wir losgelegt. Ganz verrückt!

Wir wussten auch sofort mit welcher Fotografin wir das machen wollen: Ulrike. Ein super Team!

Die Idee war geboren. Ich nehme an, dass Ihr dann zu einem Verlag gegangen seid und sie vorgestellt habt?

Genau. Das ging ratzfatz.

Hinterher hat uns die Verlegerin vom Callway-Verlag gesagt, dass sie sich noch nie so schnell für ein Buch entschieden hätte. Sie war von der Idee sehr angetan.

Wie habt Ihr die 20 Gründerinnen gefunden, die Ihr für das Buch porträtiert habt?

Ein paar kannten wir glücklicherweise selber. Ein paar wurden uns von Bekannten empfohlen. Außerdem haben wir uns massiv auf die Suche gemacht. Es lebe das Internet!

Gab es eine Gründerin, die es Dir besonders angetan hat?

Ja, das ist tatsächlich die Geschichte von Steffi, die das „Café Glücklich“ in Ravensburg betreibt. Steffi wollte schon sehr lange Ihr eigenes Café eröffnen, hat sich aber nicht getraut. Fünf Mal hat sie bei ihrem Chef gekündigt und wieder angefangen, bis sie letztendlich gesagt hat: „Jetzt!“ Wenn man Steffi besucht und sie fragt, wie sich ihr Glück anfühlt, fängt sie vor Rührung an zu weinen. Wenn ich darüber rede, bekomme ich eine Gänsehaut.

Aber eigentlich waren allen Geschichten toll!

Was uns an den Frauen beeindruckt hat: der Mut, diese Wahnsinns-Kreativität und dass man aus wenig Geld viel machen kann, wenn man mit Liebe ans Werk geht.

*Noch ein kleiner Hinweis: Meine Empfehlungen enthalten Affiliate-Links des Anbieters Amazon. Wenn Ihr über diese Links z. B. ein Buch kauft, erhalte ich eine kleine Provision.

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