Infografik: Sollte ich kündigen?
Unten findet Ihr die Grafik in groß!

Der Jobfrust ist bei vielen groß. Aber kündigen? Im derzeitigen Wirtschaftsklima? Diese Frage beantworten viele im Endeffekt mit „Nein“, häufig aus Unsicherheit: Was kommt dann? Finde ich einen neuen Job? Werde ich als Selbstständige erfolgreich sein? Kann ich mir das leisten? Leider gibt es keine Garantie, dass nach einer Kündigung alles besser wird. Aber unsere Infografik kann Euch helfen, Euch darüber sicherer zu werden, ob eine Kündigung trotz aller Unsicherheit die richtige Entscheidung ist.

Eine Frage der Prioritäten

Fragt Eure Freunde um Rat, aber seid Euch bewusst, dass andere Menschen auch andere Prioritäten haben. Dem einen ist es vielleicht besonders wichtig, berufliche Ziele zu erreichen, egal wie viel Arbeitszeit investiert werden muss. Andere wollen viel Zeit für Familie oder Hobbies haben. Während einige auf ein hohes Einkommen angewiesen sind, ist das Gehalt für andere weniger wichtig als zum Beispiel inhaltliche Erfüllung oder nette Kollegen. Was für Eure Entscheidung ausschlaggebend ist, wisst Ihr selbst am besten. Beim Sortieren der Gedanken hilft eine Prioritätenliste. Welche Fragen Ihr Euch dabei stellen solltet, erfahrt Ihr in unserer Infografik. Mehr Infos zu den vier Fragen auf dem Weg zur richtigen Entscheidung findet Ihr auch in dem Artikel „How to build a meaningful career“ der Harvard Business Review.

Was bedeutet „bedeutsam“ eigentlich?

„Bedeutsamkeit“ ist der heilige Gral der Berufsfindung. Studien belegen, dass Menschen produktiver arbeiten, wenn sie ihren Job bedeutsam finden. Bedeutsamkeit hat daher einen größeren positiven Einfluss auf unsere Produktivität und unsere Zufriedenheit als gezahltes Gehalt. Die TED-Talks von Dan Ariely (“What makes us feel good about our work”) und Dan Pink (“The puzzle of motivation”) zu diesem Thema sind übrigend sehr empfehlenswert. Findet also heraus, was genau „Bedeutsamkeit“ für Euch bedeutet – anderen helfen, seine Kreativität ausleben, ein neues Produkt erfinden, etc. – und dann überlegt Euch, ob Euer derzeitiger Job Euch das bieten kann.

Ein Sprung in eiskaltes Wasser?

Die Schnauze voll haben und einfach das Handtuch schmeißen? Das ist natürlich nicht immer ratsam. Ich hab das so gemacht und Glück gehabt, dass ich durch mein Netzwerk gleich tolle Aufträge als Freie bekommen habe. Aber ich hätte mich ehrlich gesagt auch nicht getraut, wenn meine Eltern mir nicht den Rücken gestärkt hätten. Die Aussicht, dass sie mir im schlimmsten Notfall meine Miete vorstrecken könnten, bis ich doch wieder einen Job gefunden hätte, gab mir das Fallnetz, das ich brauchte, um den Schritt zu wagen. Das Glück hat natürlich nicht jeder, das ist mir klar. Aber ganz so radikal wie ich muss man seinen Job auch nicht hinschmeißen. Hier ein paar Tipps, wie man sich peu à peu an den Entschluss herantasten kann:

  1. Versucht, aus Eurem derzeitigen Job Euren Traumjob zu machen:

    Wenn Euch Euer Job eigentlich Spaß macht und nur die Umstände an Eurer Unzufriedenheit Schuld sind, versucht diese zu ändern. Probleme mit einem Kollegen? Sucht ein klärendes Gespräch. Zu wenig Gehalt? Fragt nach einer Gehaltserhöhung (und erklärt, warum Ihr diese unbedingt verdient habt). Ihr fühlt Euch unterfordert? Fragt nach neuen Aufgaben und schlagt proaktiv Projekte vor, die Ihr umsetzen könntet. Wenn sich dennoch nichts bessert oder Euer Job einfach nicht der richtige ist, macht weiter bei Punkt 2.

  2. Fahrt kleine Testprojekte:

    Ihr habt Lust Euch selbstständig zu machen, seid aber noch nicht sicher, ob Ihr damit Erfolg hättet? Probiert es einfach aus. Nick Campbell hat zum Beispiel neben seinem Job mit einen Fotoblog und einem iStock-Account erste Erfahrungen gesammelt, nebenbei etwas Geld verdient, seinen Marktwert getestet und Aufmerksamkeit generiert. Startet zum Beispiel einen Blog oder übernehmt kleine Aufträge als Freelancer. So könnt Ihr sehen, ob Ihr es schafft, Euch selbst zu motivieren und ob Ihr Kunden findet.

  3. Verschafft Euch einen Überblick über Eure Finanzen:

    Meistens kann man gar nicht richtig abschätzen, welche Investitionen auf einen zukommen und wie lange man sich über Wasser halten könnte, auch wenn man nicht gleich einen neuen Job findet oder die Selbstständigkeit nicht gleich Früchte trägt. Erstellt Euch einen Businessplan. Überlegt ganz genau, ob ihr Investitionen leisten müsst und wie viel Ihr einnehmen müsstet, um Eure Ausgaben zu decken. Erkundigt Euch bei anderen Freelancern aus der gleichen Branche, wie hoch deren Stunden- oder Tagessätze sind, um Euren Marktwert einzuschätzen. Bringt auch in Erfahrung, ob Ihr für bestimmte Fördergelder oder einen Gründungszuschuss in Frage kommt.

Ihr werdet sehen, schon ist das Wasser nicht mehr ganz so frostig sondern eher erfrischend. Wenn’s im Job zu heiß wird, kann sich der Sprung also wirklich lohnen. Vielleicht kann Euch auch der Artikel von meiner lieben Mitbloggerin Sandra (Mut zur Kündigung – Toleriere nicht die Mittelmäßigkeit!) etwas die Angst nehmen. Die hat auch gekündigt und ist mehr oder weniger „ausversehen“ in die Selbstständigkeit gerutscht. Jetzt sagt sie, etwas besseres hätte ihr gar nicht passieren können.

Infografik: Sollte ich kündigen?

2 Kommentare
  1. Linda sagt:

    Super, die Infografik gefällt mir 🙂
    Vor allem kommt sie nicht mit dem erhobenen Zeigefinger her, sondern ist humorvoll.
    Das macht es sicherlich einigen Menschen leichter, sich mit ihrer jetzigen Situation zu befassen. Das ist immerhin ein Anfang 🙂

    Viele Grüße
    Linda

    • Judith sagt:

      Hallo Linda, vielen Dank für Deinen lieben Kommentar!! Da hat sich das nächtliche Hin- und Her-Geschiebe ja gelohnt 🙂

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