Vom Suchen und Finden des Heiligen Gral – Die Sinnkrise in der Selbständigkeit

Sinnkrise Selbstständigkeit

Anja Buntz ist Coach für mentale Gesundheit. Sie begleitet Privatpersonen und Organisationen auf ihrem Weg, den Wert ihrer Gesundheit zu erkennen und zu schützen. Dies macht sie besonders gern in der Natur, um die natürliche, wahre Identität ihrer Klientinnen spürbar hervorzurufen und damit eine gesunde Einstellung zu prägen. Sich selbst beschreibt sie als „herzlichoffenkreativ“.

Ich bin zutiefst überzeugt, dass der gesamte Wissens- und Erfahrungsschatz auf dieser Webseite seinesgleichen sucht. Jedes einzelne Talent, jede Kompetenz und jede Emotion, die jede von Euch hier einbringt und teilt, bringen uns alle im Bestreben, unser bestmöglichstes Business entstehen zu lassen, weiter. Wir suchen in den Kategorien nach Informationen und tummeln uns inmitten der Interviews. Wir finden Antworten und versuchen, daraus Lösungen zu generieren.

Und was uns – selbständige Frauen – dabei alle vereint, ist die Suche nach dem Heiligen Gral, die Suche nach der Essenz unseres Daseins. Das Sein im Leben. Das Sein im Privaten. Das Sein in der Partnerschaft. Das Sein in der Ehe und als Mutter. Das Sein im Beruf. Das Sein im Business. Im Grunde ist es die Suche nach dem Pfad, der uns im Leben führt und leitet. Dieser Pfad ist gleichzusetzen mit dem Weg, dem Gang oder auch der Reise, von welchen Herr Duden spricht, wenn er die Herkunft des Wortes SINN erläutert.

Demnach sind wir also zielstrebig, meisterlich vorbereitet und gleichzeitig besonnen auf unserem Weg. Alle hier – und so auch ich – als Selbständige im Herzensbusiness. Wobei das Thema auch alle darüber hinaus ansprechen darf.

Wir schlagen uns tapfer. Wir kämpfen jeden Tag mit jeder neuen Herausforderung, die uns auf unserer Reise begegnet.

 

Die Fragen nach dem Sinn

Wo am Anfang noch allgemeine Themen am Wegesrand auftauchen, wie bspw. die Entscheidung für die geeignete Versicherung, die Auswahl eines kompetenten Mediapartners oder die plötzliche Klarheit, dass nun wirklich Selbstbestimmung gefragt ist. So erscheinen mit der wachsenden Erfahrung und der voranschreitenden Zeit erste Fragen und Erkenntnisse rund ums Kerngeschäft:

  • Ist es wirklich das, was ich machen möchte?
  • Soll ich mich noch weiter spezialisieren?
  • Brauche ich noch mehr Fortbildung?
  • Bin ich am richtigen Ort? In der richtigen Bürogemeinschaft?
  • Habe ich das beste Preismodell? Oder verkaufe ich mich wirklich zu günstig?

Das nur als Auszug aus dieser ganzen Thematik. (Ich schätze es sind 5% vom Ganzen) 😀

Jede einzelne Frage wirft viele weitere auf und lässt mich persönlich eher unruhig als gelassen sein. Und weil es damit nicht genug sein darf, tauchen mit der Zeit natürlich noch die persönlichen Themen auf, welche mit Glaubenssatz-Dialogen, Ego-Fights und Ahnen-Chören extra laut werden:

  • Wer bin ich als Mensch in all diesem Wirrwarr?
  • Bin ich überhaupt dazu fähig, mein Business auszuüben, voranzutreiben und es fachlich durchzuziehen?
  • Wer und wie bin ich unter allen anderen?
  • Welche Interessen passen noch zu mir?
  • Was kann längst weg?
  • Vielleicht sollte ich noch was ganz anders machen?
  • Vielleicht sollte ich einfach ans andere Ende der Welt ziehen?
  • MACHT DAS ALLES ÜBERHAUPT NOCH SINN?

Ich sage Euch, diese Stimmen können unangenehm laut werden. Autsch!

Nun ja, er ist da, der Zeitpunkt der ersten, ernsthaften Sinnkrise im Business. Und eine weitere Ernsthaftigkeitsprobe im Gesamten.

 

Sinnkrise im Business

Dass sie kommt war mir bewusst. Dass sie so ernsthaft und unausweichlich erscheint, war mir nicht klar. Meine derzeitige Sinnkrise begleitet mich einige Monate. Ich wälze in meine Gedanken das komplette ABC durch. Ich habe eine Apokalypsen-Vorrat an Taschentücher-Boxen. Ich habe einen ununterbrochenen Schokoladenhunger und es würde mich nicht wundern, wenn meine Nachbarn denken, dass in meiner Wohnung eine okkulte Gemeinschaft eingezogen ist, weil ich so viel Räucherreinigung betreibe. Auch wenn ich die Natur brauche und liebe, gerne über Felder und Wiesen schlendere und die Berge hochkraxle – in dieser Phase ist es mir eher nach Rückzug, dreifach verbarrikadieren und die Decke bis zur Nase hochziehen (damit ich auf alle Fälle noch Netflix sehe).

Dieser Kampf fordert mich sehr und es existiert ausnahmsweise noch kein geschichtsträchtiges Bild einer Vision. Im Moment gilt es das einfach nur auszuhalten und das Wohlbefinden so gut es geht aufrecht zu erhalten. Denn auch das ist eine große Herausforderung auf meinem Weg nach der Gründung und das Wachsen mit dem eigenen Unternehmen. Es ist die Herausforderung und auch Forderung meiner Seele, dass ich hier gut durchkomme und als Mensch nicht auf der Strecke bleibe. Es geht darum, meine Gesundheit zu schützen und das Wesentliche meines Lebens im Auge zu behalten.

Was tu‘ ich also inmitten dieses Durcheinanders aus Fragen, Zurufen aus dem Unterbewusstsein und stillem Zurückgebrülle meinerseits?

Ich tue Folgendes: ich arbeite hart! Damit meine ich nicht 24-Stunden-Schichten, sieben Tage die Woche voller Akquise, Netzwerktreffen und Büroarbeit. Nein, damit meine ich die wirklich harte Arbeit mit meinem ICH – Seelenarbeit. Wer bin ich, wo komme ich her, wohin will ich? Will ich mit oder ohne oder mit Teilen meines Business leben?

Wie das konkret aussieht, gestaltet glaube ich jede Frau auf Ihre ganz eigene Weise. Was ich aus meiner Erfahrung jedoch berichten kann ist:

  • Immer wieder hinterfragen: „Ist es das, was ich machen möchte?“. Lautet die Antwort „Ja“, dann go for it!
  • Immer wieder Wertearbeit betreiben. Es verändert sich so viel und so schnell, dass auch die Werte mitwandern.
  • Immer wieder reflektieren, welche Menschen gut tun und welche nur Ressourcenfresser sind, ggf. entsprechend „ausmisten“.
  • Immer wieder Druck rausnehmen und Gelassenheit praktizieren.
  • Und vor allem: Immer auf das Herz hören!

 

Seelenführerinnen

Unbedingt gehören dazu aber auch folgende Anregungen, die Euch das Arbeiten auf Eurem Seelenpfad erleichtern können:

Seelenführerin 1 – Ruhe

Sucht und findet eine Möglichkeit, dass der Kopf zur Ruhe kommen kann. Was auch immer Euch dabei hilft, die Gedanken lautlos zu stellen, tut dies. Und tut dies oft. In dieser Phase sind der Kopf und das Gehirn so sehr beansprucht, dass diese Körperregion als Ausgleich viel Ruhe und auch Stille benötigt. Sucht die Stille im Außen, wie im Innen. Wenn Euch nichts einfällt, der Fokus auf dem Atem hilft immer!

Seelenführerin 2 – Energie

Sucht und findet Wege, um Euren Energiehaushalt in Balance zu halten. Sei es mit entsprechender Ernährung, Wellnessanwendungen, Yoga, Auszeiten & Co. Die Geistes- und Seelenarbeit verbraucht so viel Energie, dass Ihr hier unbedingt gut drauf achten und regelmäßig „nachlegen“ solltet. Sorgt für mehr positiven Stress und minimiert den negativen Stress so gut es geht – auch mit Schokolade!

Seelenführerin 3 – Kommunikation

Sucht und findet Ansprechpartner, die Euch in allen Ebenen verstehen könnt. Das heißt: rational, intellektuell, emotional, spirituell und seelisch. Aber auch naiv und verrückt genug. Eine Sparringpartnerin, die Euch ähnlich ist, aus der gleichen Richtung kommt, in der gleichen Situation steckt. Sprecht mit Eurer Vertrauensfrau über Eure größten Sorgen, Ängste und dunkelsten Gedanken. Lasst all die Schwere aus Euren Köpfen heraus!

Seelenführerin 4 – Erfüllung

Sucht und findet Orte, Menschen, Dinge und Aktionen, die Euer Herz erfüllen und Euch emotional stärken. Was ist es, was Euch ein Gefühl von absoluter Geborgenheit, Herzenswärme und Seelenfrieden schenkt? Wohin müsst Ihr dafür gehen? Was genau müsst Ihr tun? Habt Ihr die Quelle vor entdeckt, sucht sie so oft wie möglich auf!

Seelenführerin 5 – Leichtigkeit

Sucht und findet Möglichkeiten, um Euch in allen Lebensbereichen zu erleichtern und alten Ballast loszuwerden. Räumt auf, mistet aus, verschenkt alte Klamotten, verkauft gut erhaltene Dinge, nehmt einen Wohnortwechsel vor, verabschiedet Euch (direkt oder indirekt) von Menschen, die Euch Energie rauben. Wie auch immer Ihr es anstellen wollt, sorgt für Leichtigkeit in Eurem Rucksack! Euer Körper wird es Euch danken.
Merke auch: Schwere Gedanken, schwerer Rucksack, verspannte Schultern, gebückte Haltung, gedrückte Stimmung, schwer Gedanken…

Seelenführerin 6 – Rettungsanker

Hier könnt Ihr Euch bewusst machen, welche eine Sache hilft, wenn absolut gar nichts mehr geht. Was ist der letzte Grashalm, an dem Ihr Euch festhalten könnt? Auch hier kann Schokolade helfen 😉

Und am Ende des Tages stellt Euch vor den Spiegel und fragt Euch: Wer außer mir selbst möchte ich wirklich aus tiefstem Herzen sein? Welches Leben möchte ich anstelle von meinem führen? So macht Ihr Euch nochmal mehr bewusst, dass Ihr keinen anderen Weg gehen wollt – trotz allem!

Sicherlich gibt es viele weitere Möglichkeiten, gut durch diese Täler hindurchzuwandern. Und am Ende muss sowieso jede für sich die passende Strategie finden. Aber vielleicht könnt Ihr eine meiner Seelenführerinnen gebrauchen und in Eure Strategie einbauen. 😊

 

Das Ende der Sinnkrise

Dabei möchte ich Euch noch ausdrücklich ans Herz legen: Honoriert die Seelenarbeit mindestens genau so sehr, wie die Arbeit in Eurer Kernkompetenz, sowie deren Administration. Seelenarbeit ist mit das härteste, was Ihr leisten müsst. Bewegt Euch in dem Bewusstsein, dass jedes Durchleben einer solchen Krise mindestens genauso viel Energie erfordert, wie ein Akquise-Marathon oder ein Tag voller Kundentermine. Erkennt diese Leistung unbedingt an! Unbedingt!

Im Übrigen bedeutet das Wort Krise auch „entscheidende Wendung“. Ist es womöglich dann sogar der bessere (sinnvollere) Weg, wenn er eine entscheidende Wendung nimmt? Klar, auch dieser Weg ist vorab kritisch zu beäugen und unbedingt auf Plausibilität hin zu überprüfen. Aber was, wenn nach sorgfältiger Prüfung und Akkreditierung, die Sinnkrise in der Selbständigkeit für die alles entscheidende Wendung sorgt? Was wenn diese Wendung Euch direkt zu Eurem Heiligen Gral führt? Wie wäre dann Eure Sinnkrise zu bewerten?

Tja und ich bin inzwischen auch wieder auf dem Weg, mit meinem persönlichen Kraftgedanken von Konfuzius:

„Wohin ich auch gehe, gehe ich mit ganzem Herzen!“.

Auch wenn es tausend Umwege, tausend Täler und tausend Berge sind: Ich probier‘ mich aus, suche und finde meine Pfade, scheitere und gewinne, renne und schlendere, behalte und lasse los. Denn genau das ist meine Bestimmung – mein Sinn. Dafür bin ich hier. Dafür schlage ich jetzt und hier die eine Welle, die am anderen Ende der Welt jemandem das rettende Boot an Land spült.

© Beitragsbild: Elisabetta Foco

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