Katrin Mathis ist freiberufliche Service Designerin und User-Experience-Konzepterin in Freiburg im Breisgau. Sie begleitet Organisationen bei der digitalen Transformation und hilft ihnen, Digitales und Bewährtes zum Nutzen der Kunden zu verbinden.

Gerade als ich den Test entsorgen will, fällt mein Blick noch einmal auf das Testfenster. Bildet sich da tatsächlich – kaum sichtbar – eine zweite Linie? Das darf doch nicht sein!

Eigentlich sollte ich mich in diesem Moment unbändig freuen. Doch stattdessen macht sich ein leichtes Gefühl der Panik in mir breit. Nicht, dass es kein absolutes Wunschkind wäre. Aber es soll doch auf keinen Fall 2018 geboren werden, sondern frühestens 2019. Dafür ist es zwei Monate zu früh.

Ist das so wichtig?

Ja, leider! Es geht um Geld. Denn ich bin selbstständig. 2017, mit Abstand mein schlechtestes Geschäftsjahr, wird nun zur Bemessungsgrundlage für das Elterngeld. Im Vergleich zu einem guten Geschäftsjahr geht es dabei um bis zu 12.000€.

Vor fast 7 Jahren habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Als Freiberuflerin habe ich, wie etwa die Hälfte der rund 4 Millionen Selbstständigen in Deutschland, keine Mitarbeiter; mein Einkommen ist unmittelbar an meine Arbeitskraft gebunden. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung verdiene ich, wie der Durchschnitt der Solo-Selbstständigen, eher weniger als in einer Festanstellung. Gerade Frauen bewerten ihre Lage laut einer aktuellen Studie des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. (VGSD) zu alarmierenden 46,7% als mäßig, schlecht oder existenzbedrohend. Wir haben keine starke Lobby, sondern arbeiten als Einzelkämpfer Tag für Tag daran, unseren Lebensunterhalt zu verdienen.

Wie Ihr seht, ist unsere finanzielle Ausgangslage für eine Familiengründung alles andere als rosig.

Ich kann mir vorstellen, dass es einigen von Euch auch so geht. Deshalb will ich andere Frauen und Paare, die vor der gleichen Entscheidung stehen, informieren und ihnen Mut machen. Und ich will Aufmerksamkeit für unsere Situation schaffen, eine Diskussion anregen und fordern, dass Ungerechtigkeiten beseitigt werden.

 

Mutterschutz

Bis letztes Jahr mussten selbstständige werdende Mütter bis zum Einsetzen der Wehen arbeiten. Außer natürlich sie hatten ein finanzielles Polster angespart, um sich mehrere Wochen Urlaub mit entsprechendem Verdienstausfall leisten zu können.

Krankentagegeld

Als Selbstständige*r schließt man in der Regel eine Krankentagegeldversicherung ab, um im Falle eines längerfristigen krankheitsbedingten Ausfalls finanziell abgesichert zu sein. Doch eine Schwangerschaft an sich zählt nicht als Krankheit. Die Krankentagegeldversicherung zahlte nur im Falle einer Arbeitsunfähigkeit und speiste schwangere Frauen sonst mit einer Einmalzahlung in Höhe des x-fachen Tagessatzes ab. Bei meiner Versicherung wären das beispielsweise sieben Tagessätze, insgesamt 560€ gewesen.

Die gute Nachricht ist, dass diese Ungleichbehandlung gegenüber Arbeitnehmerinnen mit einer Gesetzesänderung im April 2017 aufgehoben wurde. Mit dem „Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung“ sind Versicherungen verpflichtet, Krankentagegeld auch während der gesetzlichen Mutterschutzfristen auszuzahlen!

Da dieses Gesetz noch recht neu ist, findet man noch sehr wenige Informationen dazu. Die entsprechende Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) meiner Versicherung habe ich im letzten Jahr säuberlich weggeheftet, wie so oft, ohne sie im Detail durchzulesen. So bin ich bei Recherchen erst spät per Zufall darauf gestoßen. Meine Versicherung hält sich dazu sehr bedeckt. Als ich angerufen habe, um das Krankentagegeld zu beantragen, wurde ich drei Mal weitergeleitet. Von allen drei Gesprächspartnern bekam ich die Auskunft, dass in Schwangerschaft und Mutterschutz ja kein Krankentagegeld ausgezahlt wird. Und jedes Mal habe ich der Versicherung zunehmend genervt aus ihren eigenen AGB vorgelesen, bis ihnen auf einmal einfiel, wovon ich spreche und wer dafür zuständig ist.

Viele Wochen habe ich gebraucht, um herauszufinden, ob ich während der Mutterschutzfrist trotzdem noch ein wenig arbeiten darf, wenn ich mich gut fühle. Normalerweise unterscheidet die Versicherung nur zwischen arbeitsfähig und voll arbeitsunfähig. Der Fall, dass man beispielsweise mit einem gebrochenen Bein noch gewisse Tätigkeiten ausführen kann und nur der teilweise Verdienstausfall ausgeglichen wird, findet keine Berücksichtigung.

Im Falle der Mutterschutzfristen heißt es in den AGB meiner Versicherung „Versicherungsfall ist auch der Verdienstausfall der weiblichen Versicherten, der während der Schutzfristen nach § 3 Abs. 2 und § 6 Abs. 1 des Mutterschutzgesetzes sowie am Entbindungstag entsteht, wenn die Versicherte in diesem Zeitraum nicht oder nur eingeschränkt beruflich tätig ist.“ Knackpunkt ist das kleine Wörtchen „eingeschränkt.“ Und bin ich bereits beruflich tätig, wenn ich eine E-Mail beantworte oder erst wenn ich einem Kunden Leistungen in Rechnung stelle?

Telefonisch habe ich schließlich die Auskunft bekommen, dass Einnahmen während der Mutterschutzfristen von dem ausgezahlten Krankentagegeld abgezogen werden. Dabei gilt der Leistungszeitraum, d. h. wenn ein Kunde eine Rechnung, die ich vor meinem Mutterschutz im September gestellt habe, erst während der Mutterschutzfrist zahlt, werden diese Einnahmen nicht angerechnet.

Das finde ich eine faire Regelung!

 

Elterngeld

Mit dem Elterngeld hat die Politik 2007 eine wichtige finanzielle Stütze für Eltern geschaffen. Auch Selbstständige erhalten die Entgeltersatzleistung von monatlich 300–1.800€.

Doch Selbstständige müssen von dem gleichen Elterngeld höhere Ausgaben bestreiten. Einen großen Posten machen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung aus. Ob gesetzlich oder privat versichert, spielt dabei keine Rolle. In der gesetzlichen Versicherung werden ohne die Zusatzbeiträge der Krankenkassen zwischen rund 160€ und 760€ pro Monat fällig, bei privaten Versicherungen ist die Spanne größer. Immerhin wurde der Mindestbeitrag für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung mit dem 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Versicherungsentlastungsgesetz annähernd halbiert.

Dazu kommen höhere Rücklagen zur Altersvorsorge. Diese könnte man zwar pausieren. Aber in der Situation scheint das wenig sinnvoll, denn gerade mit Familie ist eine gute finanzielle Absicherung doch so wichtig. Und nicht alle geschäftlichen Fixkosten kann man pausieren oder reduzieren. Wer ein Büro hat und dieses behalten möchte, zahlt weiter Miete. Für Versicherungen, wie eine Vermögensschadenshaftpflicht, werden weiter Beiträge fällig. Und das Finanzamt verlangt weiter regelmäßige Steuererklärungen und der Steuerberater damit Honorar für seine Leistungen.

Ich erhalte voraussichtlich etwa 800€ Basis-Elterngeld. Nach Abzug der genannten Kosten bleibt mir kein Cent für Miete und Lebensmittel, geschweige denn für Kleidung und Freizeitaktivitäten. Scheinbar wird immer noch davon ausgegangen, dass Männer als Hauptverdiener den Verdienstausfall mittragen können. Dabei wächst der Anteil der Frauen als Hauptverdiener langsam aber stetig.

Meine Fixkosten habe ich schon soweit möglich eingestampft, meine Beteiligung in unserem Gemeinschaftsbüro dank entgegenkommender Kollegen auf ein Minimum reduziert und BahnCard und Software-Abos vorübergehend gekündigt. Selbst mit dem Höchstsatz von 1.800€ könnte ich meine monatlichen Kosten gerade so decken. So fehlen mir jeden Monat mindestens 1.000€, die ich aus eigenen Rücklagen bestreiten muss.

Bemessungszeitraum

Als weitere Ungerechtigkeit empfinde ich den Bemessungszeitraum. Bei Angestellten werden die letzten zwölf Monate vor Geburt des Kindes für die Berechnung herangezogen, bei Selbstständigen hingegen das letzte Kalenderjahr. Was es für die Verwaltung erleichtert, benachteiligt Selbstständige. Erfährt man nach Ablauf eines Kalenderjahres von der bevorstehenden Geburt, kann man die Höhe des Elterngeldes, anders als Angestellte, nicht mehr beeinflussen.

Schwankende Einnahmen sind einer der größten Nachteile der Selbstständigkeit. In guten Jahren kann man Rücklagen bilden, in schlechten Jahren ist man auf genau diese Rücklagen angewiesen, um die Existenz zu sichern. Fairer fände ich daher – wann immer möglich oder zumindest auf Antrag – einen längeren Zeitraum von beispielsweise drei oder fünf Jahren als Grundlage für die Elterngeldberechnung.

Positiv hingegen ist der Gestaltungsspielraum, den man bei der Auszahlung des Elterngelds anscheinend hat. Monat für Monat kann man sich für oder gegen eine Auszahlung des Elterngelds entscheiden. Bei der Anrechnung von Einnahmen gilt das Zuflussprinzip, also wann der Kunde die Rechnung bezahlt, nicht wann die Leistung erfolgt ist.

Gängige Praxis scheint zu sein, Rechnungen aufzuschieben, so dass die Zahlung möglich in einem Zeitraum eingeht, für den man kein Elterngeld bezieht. Mit diesem legalen Kniff kann man möglichst viele Einnahmen ohne Abzüge beim Elterngeld behalten. Geschickt genutzt bleibt Selbstständigen wenigstens damit ein Instrument, das ausgezahlte Elterngeld zu maximieren. Doch wirklich fair ist das nicht!

 

Ankündigung und Planung

Fast immer ernte ich überraschte und skeptische Blicke, wenn ich die Frage, wie lange ich nach der Geburt Auszeit nehmen werde, mit „8 Wochen“ beantworte. Kein Wunder, nur 8% der Mütter mit Kindern unter einem Jahr sind in Deutschland überhaupt erwerbstätig. Es gibt sie, die Frauen, die wenige Wochen nach der Geburt wieder arbeiten oder die mit Kind auf dem Arm Konferenzen organisieren und moderieren. Aber Vorbilder wie sie, sind äußerst rar!

Mich stört es nicht, keine längere Auszeit nehmen zu können. Die aus meiner Sicht bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiger Grund, warum die Selbstständigkeit immer ein Ziel von mir war. Leider gibt es in Deutschland trotz vieler Lippenbekenntnisse immer noch zu selten die Möglichkeit, in Teilzeit und im Home Office zu arbeiten. Auch als Freiberuflerin lebe ich die Flexibilität selten aus, habe viele feste Termine, bin oft unterwegs und meine Kunden erwarten, dass ich während der üblichen Geschäftszeiten erreichbar bin. Aber vieles kann ich auch aus dem Home Office und auch mal am Abend oder am Wochenende erledigen. Es bleibt meine Entscheidung, wann und wo ich arbeite und unpassende Projekte abzulehnen.

Klar, manches Mal beneide ich Angestellte. Aber für mich fühlte es sich natürlicher an, mich in der Mutterschutzzeit vor der Geburt nach und nach aus Projekten zurückzuziehen, es langsamer angehen zu lassen und mir mehr Pausen zu gönnen, statt von einem Tag auf den anderen von 100 auf 0 zurückzuschalten. Die ersten E-Mails habe ich bereits wieder am Tag der Geburt beantwortet. Nur so konnte ich nach dem Mutterschutz laufende Projekte weiterführen und neue Projekte akquirieren.

Jetzt, 10 Wochen nach der Geburt, arbeite ich wieder 8–16 Stunden pro Woche und will mein Pensum nach und nach steigern. Wenn ich nicht mehr voll stille, hoffen wir, dass auch mein Partner etwas kürzer treten und ich dafür wieder stärker in Projekte einsteigen kann. Wenn beide Partner in Teilzeit arbeiten und beiden gleichzeitig Zeit für das Kind bleibt, finde ich das für alle Beteiligten schöner, als wenn einer von beiden voll arbeitet und der andere ganz zuhause bleibt. Ich glaube, dass ich dadurch zufriedener und eine bessere Mutter und Partnerin bin.

Kunden und Partnern von der Schwangerschaft zu erzählen, fiel mir nicht leicht. Ich habe lange überlegt, wie und wann ich damit herausrücke. Meine Sorgen waren fast immer unbegründet. Ich bin positiv überrascht, wie viel Verständnis und Freude ich erlebe. Für alle laufenden Projekte habe ich mir Lösungen überlegt, beispielsweise mit Kollegen, die mich vertreten. Dass ich mir Gedanken gemacht habe, wurde geschätzt und meine Vorschläge fast immer akzeptiert. Aber ich habe auch gemerkt, wie schnell sich die Schwangerschaft rum spricht. Kaum jemand hat den Termin richtig im Kopf und viele rechnen schon Monate vorher nicht mehr mit meiner Einsatzfähigkeit. Ich werde wohl nie erfahren, wie viele Anfragen ich deshalb verpasst habe.

Am Ende konnte ich der Geburt doch noch entspannt entgegensehen. Eine gewisse Angst vor der neuen Situation bleibt und ist wahrscheinlich ganz normal. Aber ich habe Glück gehabt!

Nach einer längeren Durststrecke lief es bei mir auf einmal wieder rund. Der hohe Arbeitseinsatz mit einer 60-Stunden Woche nach der anderen haben mich mit schwindenden Kräften in der fortschreitenden Schwangerschaft und der ungewöhnlichen Hitzewelle in diesem Sommer viel Kraft gekostet. Doch so habe ich mir innerhalb weniger Monate tatsächlich wieder ein kleines finanzielles Polster schaffen können.

Mein Kontostand erlaubt es mir – falls nötig – einige Monate ohne zusätzliche Einnahmen zum Elterngeld zu überbrücken, bis meine Rücklagen aufgebraucht sind. Gleichzeitig ist der Ausblick auf anstehende Projekte sehr positiv. Dieser Umstand und das Krankentagegeld haben mir sehr geholfen, mich in den ersten Wochen voll auf meine Tochter zu konzentrieren.

 

Meine Wünsche und Forderungen für Selbstständige

Ich finde es traurig, dass hoch qualifizierte Frauen, die immer gearbeitet haben, nur durch eine Schwangerschaft drohen, in Hartz IV zu rutschen. Existenzangst ist ein denkbar schlechtes Gefühl, gerade wenn man ein Kind erwartet. Von der Politik fordere ich, dass sie die spezifische Situation selbstständiger Frauen besser berücksichtigt und Ungleichbehandlungen gegenüber Angestellten weiter reduziert. Eine faire Absicherung könnte wesentlich zu dem Ziel beitragen, die Geburtenrate gerade von Akademikerinnen zu steigern.

Die Gesetzesänderung zum Krankentagegeld im Mutterschutz hat bereits eine wichtige finanzielle Absicherung und einen Schutz für Frauen gebracht. Nachbesserungsbedarf sehe ich vor allem beim Elterngeld. Ein längerer Zeitraum als Grundlage für die Elterngeldberechnung könnte typische schwankende Einnahmen ausgleichen und die finanzielle Familienplanung damit kalkulierbarer machen. Bei der Höhe des Elterngelds muss berücksichtigt werden, dass Selbstständige davon höhere Kosten, insbesondere für Kranken- und Pflegeversicherung und Altersvorsorge, bestreiten müssen. Entsprechend höhere Zahlungen an Selbstständige, höhere Zuverdienstgrenzen oder die Übernahme zumindest eines Teils der Kosten wären ein wertvolles Signal.

Aber ich appelliere auch an die Eigenverantwortung von uns Selbstständigen. Es liegt auch an uns Frauen, unsere Leistungen selbstbewusst zu verkaufen, höhere Stundensätze auszuhandeln und finanzielle Rücklagen zu schaffen. In der Schwangerschaft findet man fast immer nur Informationen für Angestellte, Selbstständige finden sich höchstens als Randnotiz. Auch wenn es etwas aufwändiger ist: Informiert Euch gut über Eure Rechte und setzt diese durch. Traut Euch, eine Familie zu gründen, bevor es zu spät ist. Und wenn Ihr es gewagt habt, sprecht darüber und werdet zum Vorbild für andere Frauen!

Welche Erfahrungen habt Ihr als selbstständige (werdende) Eltern gemacht?

© Beitragsbild: Rawpixel | Unsplash

7 Kommentare
  1. Laura sagt:

    ToOller Artikel, vielen herzlichen Dank dafür. Sehr hilfreich für die weitere Planung als Selbstständige. Was bei allen kreativen Berufen zu erwähnen ist, also bei allen kreativen Selbstständigen, die über die KSK versichert sind, ist, das die KSK im Mutterschutz einspringt.

    Ich frage mich nur, was wir als selbstständige Frauen (noch mehr) tun können, damit sich da etwas tut in Richtung höherer Verdienstgrenzen und anderer Elterngeldberechnung… Da bin ich etwas planlos ehrlich gesagt…

  2. Nicole sagt:

    Ich stand vor dem selben Problem – mein Kind ist zwei Wochen zu spät und damit im „falschen “ Jahr geboren. Allerdings bekam ich den Hinweis, dass, wenn es gute Gründe gibt, der Bemessungszeitraum um ein Jahr vorverlegt werden kann. Und Mutterschutz oder sehr niedrige Einnahmen im Vergleich zu anderen Jahren sind so ein Grund. Evtl. noch mal nachfragen? Mein Elterngeld wurde außerdem zu niedrig angesetzt (weil der Steuerbescheid noch ausstand), sodass ich jetzt noch eine kräftige Nachzahlung bekommen habe.
    Im Nachhinein fand ich die staatl. Unterstützung sehr gut und die Bearbeitung und Bewilligung unkompliziert.
    Es bedarf aber schon eines guten Polsters oder Partners, der bereit ist, sich einzubringen, um als Selbstständige diese finanzielle Unsicherheit aushalten zu können. Ich habe auch Kunden verloren, die eh nicht damit gerechnet haben, dass ich wie vereinbart nach 6 Monaten wieder voll einsteige. Aber ganz ehrlich: auf die kann ich verzichten … und die Flexibilität als Selbstständige ist unbezahlbar – nachmittags auf den Spielplatz und abends noch an den Rechner. Kunden, die Anwesenheit zu üblichen Zeiten erwarten, sollten ihr Bild von Vereinbarkeit noch mal überdenken.

    • Katrin Mathis sagt:

      Der Bemessungszeitraum kann nur verschoben werden, wenn Elterngeld für ein älteres Kind bezogen wurde, Mutterschaftsleistungen bezogen wurden oder wenn man schwangerschaftsbedingte Erkrankungen mit Einkommenseinbußen nachweisen kann.

      Da ich in dem Bemessungszeitraum, dem Kalenderjahr vor der Geburt, noch nicht schwanger war, habe ich da leider keine Chance.

  3. Susann sagt:

    Ein so wichtiges Thema! Leider ist die Gruppe der selbstständigen Frauen, die Kinder bekommen, wohl zu klein, als dass sie eine große Lobby bekommen. LEIDER! Und es finden sich im Netz oft nur Beispiele von Freiberuflerinnen, die Frauen mit einem Laden wie mich oft zweifeln lassen, ob das funktionieren kann! Denn fa lassen sich Aufträge, sprich Verkäufe, ja schlecht steuern! Und wenn das Kind dann noch in der verkaufsstärksten Jahreszeit geboren wird – ganz schlecht! Aber wir werden es sehen, ab Juni ist es hier so weit! Trotzdem bin ich unglaublich dankbar für eine Familie, die mich finanziell unterstützen kann, wenn es eng wird! So brauche ich mir wenigstens da keine Gedanken zu machen!

  4. Silke sagt:

    Bei der Mitgliedschaft in der KSK springt diese nicht nur im Mutterschutz ein, sondern für die Dauer der Elternzeit ruht die Beitragspflicht, die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse bleibt jedoch erhalten – und das beitragsfrei! Auch ein kurzzeitige Unterbrechung, wenn man zb ein Projekt doch abrechnen muss und nicht die Rechnung aufschieben kann, ist möglich. Dh bei KSK und L-Bank wird gemeldet, dass man unterbricht: bei Elterngeld nach Lebensmoant und Zuflusspronzip, bei KSK geht das ebenso taggenau.

  5. Mia sagt:

    Hey,
    auch für mich ein hochaktuelles Thema, da ich bald in Mutterschutz gehen werde.
    Meine Hauptgedanken:
    1. Hast du darüber nachgedacht, bezüglich dieses Themas mal den VGSD zu kontaktieren? Die setzen sich wirklich für uns Selbstständige ein und haben bereits einiges erreichen können. Ich denke, das wäre ein super Thema für den Verband, der durch seine Mitglieder auch eine gewisse Reichweite und „Macht“ (ok, Verhandlungsposition) hat.
    2. Hast du das bombenfest mit deiner Krankenkasse besprochen, in welcher Höhe du Beitragszahlungen leisten musst? Arbeitet man gar nicht während des Elterngeldbezugs, zahlt man auch keine Versicherungsbeiträge. Du jedoch hast geschrieben, dass du wieder arbeitest – dazu habe ich gelesen, dass man über die Höhe des Beitrags verhandeln kann. Hast du diesbezüglich schonmal Kontakt zur Krankenkasse aufgenommen und das geklärt? Mein Wissen bezieht sich hier jedoch nur auf die gesetzlichen Krankenversicherungen.
    3. Für mich persönlich ist das Elterngeld ein sehr angstbesetztes Thema, weil ich schon so viel Schlechtes gehört habe. Ich habe große Sorge, es nicht rechtzeitig zu handeln oder Opfer bürokratischer Fallstricke zu werden. Mein Bemessungszeitraum ist zum Glück gut ausgefallen, dennoch habe ich große Sorge, dass sich die gesamte Beantragung ewig in die Länge ziehen wird seitens der Behörde. Erschwerend dazu kommt, dass auch mein Partner Freiberufler ist, das macht die Ermittlung der korrekten Elterngeldbeträge natürlich nicht einfacher …
    Ich wünsche dir alles Gute!

    • Katrin Mathis sagt:

      Der Kontakt zum VGSD und zu Bundestagsabgeordneten steht noch auf meiner To Do Liste.

      Wenn man freiwillig gesetzlich versichert ist, muss man auch während der Elternzeit weiter Beiträge zahlen, außer man kann in die Familienversicherung des Ehepartners wechseln und verdient in der Zeit nichts oder nur sehr wenig! Da ich privat versichert bin, habe ich nicht versucht, über die Beiträge zu verhandeln. In der gesetzlichen Krankenversicherung wird der Beitrag auf Grundlage des jüngsten Einkommensteuerbescheids für ein Jahr vorläufig festgelegt. Seit 2018 müssen bei Abweichungen Beiträge nachgezahlt werden bzw. bekommt man zu viel bezahlte Beiträge erstattet. Von daher sehe ich auch da wenig Spielraum für Verhandlungen, außer vielleicht aus Liquiditätsgründen einen niedrigeren monatlichen Beitrag rauszuhandeln und Nachzahlungen in Kauf zu nehmen.

      Dir ebenfalls alles Gute!

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