Selbstständig in der Kreativbranche – Interview mit Set Designerin Elena

Elena Mora

Ich habe Elena mal bei einem Fotoshooting getroffen, bei dem sie als Set Designerin gebucht war. Diesen Beruf kannte ich vorher ehrlich gesagt überhaupt nicht, war aber sofort fasziniert davon, wie Elena Landkarten, Kompass, Federn, Porzellantassen und andere kleine Objekte, die sie vorher besorgt hatte, detailverliebt und kreativ arrangierte, um damit das zu shootende Bild zu komponieren.

„Traut euch einfach! Wenn das Ziel klar ist, gibt es auch einen Weg dorthin.“

Set Design für Macarons
Ein Bild von dem Shooting, bei dem ich Elena & ihre Arbeit kennenlernte

In diesem Moment wollte ich auch Set Designern werden und biss mir in den Hintern, dass ich erst jetzt von diesem Job erfuhr… Ja ja, ich weiß, eigentlich ist es ja nie zu spät 😉 Aber das diskutieren wir vielleicht mal an anderer Stelle. Hier gibt es erstmal zu lesen, was Elena auf meine neugierigen Fragen geantwortet hat.*

Ursprünglich kommt sie übrigens aus Mailand, wo sie auch studiert hat. Seit vier Jahren lebt sie nun in Hamburg.

Elena, für all die, die noch nie vom Beruf des Set Designers gehört haben: Kannst Du kurz beschreiben, was genau Du machst?

Im Prinzip ist es ein wenig wie Geschichten erzählen. Ich muss die passenden Gegenstände, Farben und Formen wählen, um die richtige Botschaft in den Bildern, die beim Shooting entstehen, zu vermitteln. Dabei ist jedes Briefing eine neue Herausforderung, sodass es nie langweilig für mich wird. Das schätze ich sehr.

Set Design für einen Schuh
Elena fürs Maxi Magazine

Wie wichtig war das Studium für Deinen beruflichen Weg?

Obwohl man den Großteil seiner Erfahrungen ja in der tatsächlichen Arbeitswelt sammelt, war das Studium sehr wichtig für meine Entwicklung, weil ich sehr beeindruckende und intelligente Leute kennenlernen durfte, die mich unglaublich inspiriert haben.

Was bedeutet es Dir, selbstständig zu sein?

Ich mag es total, als Freelancer zu arbeiten. Natürlich gehören dazu auch die Monate, in denen es nicht so viele Aufträge gibt.  Man muss lernen, dann einfach ruhig zu bleiben und die Zeit, die man zur Verfügung hat, sinnvoll zu nutzen – für eigene Projekte, Recherche und Weiterbildung.

Was schätzt Du am meisten an der Selbstständigkeit?

Die Freiheit, meine Zeit selbst einteilen zu können, all die neuen Herausforderungen und die vielen verschiedenen Teams, mit denen ich arbeiten kann.

Was nervt Dich?

Es ist schwierig, Urlaub und Wochenenden zu planen, weil man nie weiß, wann der nächste Job um die Ecke kommt und wann eben nicht.

War ein 9-to-5 Job jemals eine Option für Dich?

Ich war auch schon festangestellt, habe aber schnell gemerkt, dass das nicht die Art und Weise ist, wie ich arbeiten möchte. Ehrlicherweise arbeite ich jetzt mehr als damals, als ich fest angestellt war. Aber jetzt tue ich es für mich und diese Verantwortung pusht mich.

Hatten Deine Familie und Freunde je Zweifel? Viele halten die Selbstständigkeit ja für viel unsicherer als einen festen Job…

Ja klar. Aber sie haben mich natürlich auch unterstützt. Hinzu kam ja, dass ich hier in Deutschland als Freelancerin angefangen habe – in einem Land also, in dem ich niemanden kannte und demzufolge kein Netzwerk hatte. In Mailand wäre das sicher einfacher gewesen, aber ich habe die Herausforderung angenommen und glücklicherweise tolle und loyale Auftraggeber getroffen.

Wie sieht es in Deinem Freundeskreis aus? Sind dort viele selbstständig?

Meine Freunde in Italien sind alle angestellt. Hier in Deutschland ist es eher gemixt.

Zu Deinen Kunden gehören Adidas, Ikea & Volkswagen. Was hast Du gedacht, als sie bei dir anfragten? War das nicht so ein „Jetzt hab ich’s geschafft“-Gefühl?

Na klar freue ich mich, wenn mich solche Kunden kontaktieren. Aber ein „Ja, ich hab’s geschafft“-Gedanke kam nicht auf, weil ich noch so viel lernen kann und es noch einige Traum-Kunden gibt, die noch nicht bei mir angeklopft haben.

Set Design, Shooting für den Stern
Elena für den Stern

Was tust Du, um die Aufmerksamkeit potentieller Kunden auf Dich zu ziehen?

Ich mache viele freie Produktionen, um mein Portfolio auf den neuesten Stand zu bringen. Mit Social Media und ähnlichen Dingen bin ich nicht so gut, aber ich versuche mein Pinterest-Profil so gut wie möglich zu pflegen.

Wie reagierst Du, wenn ein Kunde nicht genug zahlen möchte?

Ich versuche einen Kompromiss zu finden. Dabei kommt es immer darauf an, wie gerne ich für diesen Kunden arbeiten möchte. Außerdem ist es wichtig, den Respekt vor den üblichen Markpreisen und auch vor mir selbst nicht zu verlieren, wenn es ums Geld geht.

Ein wichtiger Rat, den Du Leuten gibst, die auch gerne selbstständig arbeiten wollen, aber noch nicht den Mut haben?

Traut euch einfach! Wenn das Ziel klar ist, gibt es auch einen Weg dorthin.

Gibt es etwas, das Du unbedingt noch erreichen möchtest?

Ich möchte gerne mehr im Ausland arbeiten. Ich arbeite zwar parallel an Projekten in Mailand, aber die Welt ist ja noch ein Stück größer.

 

Liebe Elena, vielen Dank für deine Antworten & auf das es bald in die weite Welt für dich geht & die übrigen Traum-Kunden endlich anklopfen 🙂

Mehr über Elena und ihre Arbeit gibt es auf ihrer Homepage.

*Wir haben das Interview auf Englisch geführt. Ich habe anschließend frei übersetzt.

 

Stundensatz-Rechner für selbstständige Frauen und Freiberufler

Du willst schnell & einfach dein Honorar berechnen?

Keine Sorge, mit diesem Stundensatz-Rechner ist das ist einfacher, als Du denkst!

Cool! Her damit

Diese Webseite verwendet Cookies. Stimme der Verwendung von Cookies zu, wenn Du die Webseite weiter nutzt. Mehr Informationen

Für eine uneingeschränkte Nutzung der FF&-Webseite werden Cookies benötigt. Einige dieser Cookies erfordern Deine ausdrückliche Zustimmung. Bitte stimme der Verwendung von Cookies zu, um alle Funktionen der Webseite nutzen zu können. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhältst Du in unseren Datenschutzbestimmungen.

Schließen