Selbstständig gegen die Welt – Mein Weg in die Selbsständigkeit

Weg in die Selbstständigkeit

Vor drei Jahren habe ich den Weg gewagt, den so viele vor mir gegangen sind, ich habe mich dafür entschieden, das konventionelle Leben und alle Sicherheiten hinter mir zu lassen und den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen.

Bisher habe ich auf meiner Reise mehrere Phasen durchlaufen und dabei viel erfahren, gelernt und erlebt, hatte großartige Momente und bin in tiefe Löcher gefallen, aber immer mit dem Ziel vor Augen, endlich ein kleines bisschen freier und unabhängiger zu sein!

Phase 1: Das Bedürfnis etwas zu ändern

Bevor ich die Entscheidung getroffen habe „frei“ zu sein, war ich eine ganz gewöhnliche Studentin. Studieren hat mir allerdings nie besonders große Freude gemacht. Ich bin in die Uni gegangen, hab meine Zeit dort abgesessen und war nie wirklich überzeugt davon, dass ein Bachelor-Abschluss mich zu einem glücklicheren Menschen machen würde.

Und trotzdem hat es EWIG gedauert, bis ich mich endlich trennen konnte von den Konventionen in meinem Kopf, die mir gesagt haben – eingetrichtert durch jahrelange Erziehung – dass ein Studium essenziell sei für meinen Werdegang. Nach langem hin und her und vielen kostbaren Stunden des Nachdenkens habe ich mich, dank eines guten Freundes endlich in die „richtige“ Richtung bewegt und mein Schicksal selbst in die Hand genommen.

Phase 2: Ideen entwickeln

Das Studium war vorbei und Ideen hatte ich genug im Kopf, backen war allerdings am naheliegendsten. Neben der Uni hatte ich in Konditoreien ausgeholfen, Praktika gemacht und darin meine eigentlich Passion gefunden. Mit der Selbstständigkeit war das allerdings so eine Sache, damit war ich mir auf einmal gar nicht mehr so sicher.

Geplagt von Selbstzweifeln und Unsicherheit, vielleicht einem klitzekleinen bisschen Angst und einem Haufen Respekt haben mich jede menge Fragen wach gehalten: Wie geht das eigentlich so mit der Selbstständigkeit? Was braucht man dafür? Was will ich? An wen muss ich mich wenden? Und kann ich mir den Spaß überhaupt leisten? Aber vor allem, wie soll ein Mädel wie ich jetzt einfach so ein Business aus dem Boden stampfen?

Phase 3: Optionen prüfen

Also her mit der Freiheit!? Einfacher gedacht als getan, so vollkommen planlos. Oder auch nicht, Selbstvertrauen kann man schließlich lernen und da wo ein Wille ist…na ja bekanntlich ist da ja auch irgendwo ein Weg. Ein manchmal sehr langer, steiniger und ein bisschen steiler Weg. Oder wie in meinem Fall eben auch nicht! Ich hatte auf meinem Weg ein wenig Glück und einen großartigen Kumpel, der mir tatkräftig zur Seite stand und so hatte ich recht schnell meine Küche, alle Lizenzen, Genehmigungen und das nötigste Equipment zusammen.

Phase 4: Leidenschaft zum Beruf machen

Im Frühjahr 2012 habe ich es dann endlich getan, meine Leidenschaft zum Beruf gemacht, mein Gewerbe gegründet und mich von einem Tag auf den anderen Selbstständig nennen dürfen. Was für ein Tag! Von da an ging eine aufregende Zeit los, voller Erwartungen und Hoffnungen. Ideen und Pläne wurden geschmiedet und mit jedem Tag habe ich dazugelernt, was es bedeutet selbstständig und vor allem ständig selbst zu sein!

Das kleine Gefühl von Freiheit blieb in der ersten Zeit komplett aus und stattdessen musste ich härter arbeiten denn je, um ein Business zu kreieren und mir einen Namen zu machen. Ich musste Selbstdisziplin lernen und erfahren was es bedeutet, mein eigener Boss zu sein. Aber ich habe gerne weiter gemacht, immer voller Vorfreude auf die nächste Herausforderung.

Phase 5: Gesellschaftliche Hürden erkennen und überwinden

Und als ich dann endlich soweit war, war ich stolz auf das, was ich geschaffen hatte – nur um festzustellen, dass meine Umwelt das nicht immer genauso sah. Gesellschaftlich war meine Entscheidung einfach noch nicht so angesehen, wie ich es mir gewünscht hätte. Bei dem Wort „abgebrochenes Studium“ konnte ich die mitleidigen Blicke mancher Leute förmlich spüren und für die Generation meiner Eltern war es eine mittelschwere Katastrophe – da gab es kein Fünkchen Unterstützung oder gar Freude zu spüren, darüber, dass das Kind endlich seine Passion gefunden hat.

Mich hat das damals immer wieder zurückgeworfen und manchmal auch zweifeln lassen, ob meine Entscheidung die richtige war. In einem sehr langen Prozess musste ich lernen – und bin auch heute noch dabei -, das nötige Selbstvertrauen aus mir selbst zu schöpfen und Stolz auf mich und meine Entscheidung zu sein. Nun komme was wolle, denn schließlich habe ich diesen Schritt ja aus einer Überzeugung heraus getan, an der ich noch heute festhalte.

Phase 6: …und auf einmal war es das alles wert

Bis heute sind es die kleinen Momente, die mich daran erinnern, warum ich überhaupt begonnen habe mit diesem Abenteuer Selbstständigkeit. Die ersten Briefe nach einer gelungenen Hochzeit und später zur Geburt des ersten Kindes, liebe Anrufe, E-Mails voll Bewunderung und hin und wieder auch tolle Gesichter, die mich auf der Straße wieder erkennen.

Das alles sind Momente in denen meine Zweifel komplett verfliegen. Und egal wie viel Unsicherheit ich sonst spüre, meine Welt besteht dann nur noch aus Glückseligkeit und Freude und dem tiefen Gefühl weiter machen zu wollen, immer einfach weiter, voller Überzeugung, dass ich für diesen einen Moment einfach alles richtig gemacht habe.

Meine Geschichte ist nur eine von vielen, aber ich glaube, dass jeder von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder machen wird. Selbstständigkeit ist manchmal wie eine manische Depression: an manchen Tagen ist sie das großartigste auf der Welt und an anderen das schlimmste was mir passieren kann. Aber alles in allem habe ich gelernt sie anzunehmen.

Die Entscheidung selbst habe ich nie bereut, denn sie hat mich zu dem Menschen gemacht der ich heute bin. Und auch wenn es jeden Tag mit harter Arbeit verbunden ist, meine Gedanken sich jede Sekunde um das Business drehen und ich immer das Gefühl habe noch viel mehr tun zu können, bin ich glücklich mit meinem Leben als Selbstständige. Denn es hat mir die Freiheit gegeben von der ich immer geträumt habe.

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