Mona, Gründerin vom Vintage Onlineshop Oma Klara, im Interview

Mona, Gründerin von Vintage Onlineshop Oma Klara

Vor knapp zwei Monaten wohnte ich der Redaktionskonferenz einer meiner Auftraggeber bei. Wir besprachen, welche Inhalte demnächst auf einem der Unternehmens-Blogs veröffentlicht werden sollten. „Wir werden bald einen Beitrag zu Oma Klara online stellen“, hieß es. Oma Klara? Wer ist denn Oma Klara?

Die Antwort folgte auf dem Fuße: Oma Klara ist ein Onlineshop für liebevoll ausgewählte Vintage-Kleidung direkt aus Omas Kleiderschrank. Schöne Sache(n), befand ich und fragte nach: „Wer hatte denn die Idee zum Vintage Onlineshop?“ Mona Schütt war die Antwort. Meine Augen leuchteten auf. Eine Gründerin – toll! Ich wollte mehr wissen. Mehr über Oma Klara, mehr über Mona und natürlich vor allem mehr über Monas Selbstständigkeit. Hier sind meine Fragen und Ihre Antworten.

Liebe Mona, in Deinem Vintage Onlineshop Oma Klara verkaufst Du Kleidungsstücke aus Omas Kleiderschrank, die eine Geschichte zu erzählen haben. Bitte erzähl uns Deine!

Hmmm, da fange ich gleich zu grübeln an… wo fängt man an seine Geschichte zu erzählen? Ich starte einfach mal mit meinem 30. Lebensjahr, denn da habe ich meinem Leben eine kleine Wende gegeben; ich habe meinen Job gekündigt und bin zu einer kleinen „Weltreise“ aufgebrochen. Hier hat quasi eine neue Geschichte begonnen. Letztes Jahr, nach meiner Reise, habe ich dann Oma Klara gegründet.

Wann hast Du Deine Liebe zu Vintage-Kleidung entdeckt und den Entschluss gefasst diese online zu verkaufen?

Ich habe mich eigentlich schon immer für Mode begeistert und war schon immer auf der Suche nach besonderen Kleidungstücken. Unbewusst habe ich meist Klamotten getragen, die nach alten Mustern gefertigt wurden. Als mein kleiner Bruder anfing meinen Modestil als Oma Style zu bezeichnen, was mich anfangs eher schockierte, wurde mir meine Vorliebe eigentlich erst so richtig klar. Auf einer Familienfeier sah ich dann, dass meine Oma total dem aktuellen Modetrend folgte, während ich zu diesem Zeitpunkt oft in Secondhandläden und auf Flohmärkten auf der Suche nach originaler Vintage-Kleidung war. Ich habe mich gefragt, ob sie ihre alten Kleiderschätze selbst noch trägt. Aus diesem Gedanken und dem Wunsch etwas Neues zu machen, ist später die Idee zu Oma Klara entstanden.

Wie haben Deine Freunde und Familie reagiert, als sie hörten, dass Du dich selbstständig machen willst?

Unterschiedlich. Einige fanden es toll, andere konnten mit „Oma Klara“ und der Idee „Kleidung aus Omas Kleiderschrank“ zu verkaufen (zuerst) nichts anfangen und haben es nicht ganz so ernst genommen.

Und Arbeitskollegen? Du warst vorher viele Jahre Veraltungswirtin beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg, Referat Datenschutz.

Ja, richtig. Ich war Beamtin und das hat natürlich verstärkt zu Unverständnis geführt. Für mich persönlich hat es aber keinen großen Unterschied gemacht. Ich hatte mir meinen Schritt gut überlegt (er hat sich quasi über einen langen Zeitraum entwickelt) und ich habe es daher nie eine Sekunde bereut.

Du sagst, dass Du „glücklich in deinem Beruf gewesen bist, aber der Punkt kam an dem Dich Deine Arbeit einfach nicht mehr erfüllte“ und „es sich anfühlte als würdest Du aus dem Fenster einer Gefängniszelle schauen und an den verrosteten Gittern rütteln„. Gab es einen Schlüsselmoment, der Dich in Deinem Vorhaben, Kleider aus Omas Kleiderschrank zu verkaufen, bestärkte?

Ja, ich war viele Jahre glücklich in meinen Beruf und das Gefühl an Gittern zu rütteln, hatte ich auch nur in Bezug auf meine Urkunde für die Lebzeitverbeamtung und auch erst nachdem ich von mehreren Kollegen Sätze wie: „Jetzt ist dein Leben besiegelt“, „Das ist die wichtigste Urkunde deines Lebens“ usw. zu hören bekam. Das war es eben nicht! Man hat immer die Möglichkeit seine Wünsche und Ziele zu verfolgen und einen neuen Weg einzuschlagen! Einen Schlüsselmoment gab es nicht. Es war einfach eine Sache die sich über einen längeren Zeitraum entwickelte. Das Gefühl, dass ich mehr in meinem Leben erreichen möchte, etwas Eigenes aufbauen möchte, das voll und ganz mit mir und meinen Fähigkeiten verbunden ist. Das führte zu der Frage nach Alternativen. Ich weiß nicht mehr wie viele Urlaube ich mit der Frage beschäftigt war: „Was will ich in meinem Leben machen?“. Wann immer ich Abstand von meiner Arbeit hatte, wurde der Prozess quasi automatisch angestoßen. Ich hätte es mir später nicht verziehen, wenn ich diesem Drang nicht gefolgt wäre und nur aus Angst und Zweifeln alles beim Alten belassen hätte.

Wie wir gerade erfahren haben, hat auch Dich die Frage „Was will ich mit meinem Leben eigentlich machen?“ umgetrieben, bevor Du Dein Ein-Frau-Unternehmen Oma Klara gegründet hast. Wie so viele. In der Zeit last du viele Bücher über berufliche und persönliche Selbstverwirklichung. Kannst Du uns an dieser Stelle ein paar empfehlen?

Ich denke es gibt sehr viele gute Bücher zu dem Thema. Bücher die ich u. a. gelesen habe waren „Willenskraft“* von Christian Bischoff und „Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg“* von Stephen R. Covey.

Von der Idee zur konkreten Umsetzung ist es ein weiter Weg. Auch bei Dir führte er nicht an einem Businessplan vorbei. Bitte lass uns an Deinen Erfahrungen teilhaben! Welche Höhen und Tiefen hast Du bei der Erstellung Deines Businessplans erlebt? Any tips?

Also beim Textteil und in anderen Bereichen habe ich erst einmal drauf losgeschrieben und dann immer wieder nachgefeilt. Beim Finanzplan hatte ich Unterstützung von meinem Freund, der selbst gegründet hat. Das ist auch der Teil, an dem ich mir Unterstützung holen würde, von einem Freund, Bekannten oder irgendjemanden der sich mit Finanzplanung auskennt oder selbst gegründet hat. Im Internet findet man aber auch jede Menge Hilfestellungen zur Erstellung eines Businessplans.

Ich nehme an, dass Du noch nicht von Deinen Einnahmen, die Du mit Oma Klara erzielst, leben kannst. Wie kommst Du derzeit über die Runden?

Bislang arbeite ich nebenher als Texterin.

Deine Entscheidung bereuen tust Du vermutlich (dennoch) nicht, oder?

Nein, auf keinen Fall.

In einem Artikel den ich über Dich gelesen habe wirst Du wie folgt zitiert: „Ich musste meine Idee in die Tat umsetzen, sonst schaue ich irgendwann zurück und bereue, dass ich nichts gewagt habe“. Welchen Rat gibst Du Frauen, die sich mit dem Gedanken tragen sich selbstständig zu machen aber zögern, diese zu verwirklichen?

Witzig, ich glaube ich habe oben gerade wieder genau dasselbe gesagt. Ich kann nur aus meinen Erfahrungen sprechen und würde sagen: Nimm dir auf jeden Fall Zeit, lese Bücher und mache dir Gedanken über dich und dein Leben. Schreibe auf was du dir von deiner Zukunft erwartest. Was sind deine Träume und Ziele? Fange an, dich in deiner neuen Rolle zu sehen und dann ist es wichtig, dass du den ersten Schritt machst, wie auch immer der aussehen mag: Teilzeit und nebenher gründen, Job kündigen und neu anfangen usw. Ich glaube irgendwann ist der Drang so groß, dann zögert man nicht länger!

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