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Vor einigen Wochen erreichte mich mitten in meiner beruflichen Auszeit, die ich mir genommen habe, weil ich an der inhaltliche Ausrichtung meiner Selbstständigkeit zweifelte – nicht an der Selbstständigkeit an sich – ein Buch mit dem Titel “Ohne Zweifel selbstständig”*. Welche Ironie.

Es kam von dem Online-Redakteur und Journalisten Daniel Held, der darin nicht nur seine eigene “Heldenreise zum erfüllten und erfolgreichen Freiberufler” aufzeigt [1. Kapitel], sondern auch sein ganz persönliches Erfolgsgeheimnis verrät [2. Kapitel]. “Ich möchte (…) dir erzählen, welche Zutaten meiner Meinung nach für meinen Erfolg hilfreich waren”. (S. 65)

"Ohne Zweifel selbstständig" von Daniel Held

Diese “sechs Bausteine”, wie er sie nennt, möchte ich an dieser Stelle nicht 1:1 wiedergeben – Ihr könnt sie durch die Lektüre des Buches selbst herausfinden. Stattdessen möchte ich mit Euch meinen ganz eigenen “sechs Bausteine” teilen. Persönliche Eigenschaften von denen ich glaube, dass sie unabdingbar für eine erfolgreiche Selbstständigkeit sind – und die sich anhand von Daniels Buch und darin enthaltenen Beispielen und Textpassagen wunderbar belegen lassen. Einige werden Euch bekannt vorkommen, andere werden Euch vielleicht überraschen. Gut so.

Konzentrieren werde ich mich dabei auf das “selbst” in “selbst und ständig” – über die zeitliche Komponente einer Selbstständigkeit hat Sophie bereits vor drei Jahren geschrieben. Daniel dazu: “Ich finde es entlarvend und es sollte uns zu denken geben, dass wir das ‘selbst’ als etwas besonders Aufreibendes für unser (Arbeits-)Leben auffassen. Wer sonst, wenn nicht wir Erwachsenen selbst, sollte sich denn bitte schön ständig für uns verantwortlich fühlen?” (S. 64) Wo wir direkt beim ersten Punkt wären…

Selbstverantwortung

… der auch in “Ohne Zweifel selbstständig” immer wieder zum Vorschein kommt. Zum Beispiel als es um Daniels berufliche Perspektive geht. Viele Jahre lang hat er in einer Internetagentur in Köln gearbeitet. Als sich die Arbeitsbedingungen ändern, wird ihm klar, dass er diese nicht hinnehmen würde und zieht seine Konsequenzen. “Den Sinn, den ich mir in meiner Arbeit wünsche, finde ich hier nicht mehr wieder. Außerdem fühle ich mich in meiner Selbstbestimmung und Flexibilität einschränkt [sic!]”. (S. 13) Erst verändert er sein Arbeitspensum; dann – in 2014 – seine Arbeitsform. Er macht sich selbstständig.

Selbstverantwortung bedeutet, laut Wikipedia, “die Bereitschaft und die Pflicht, für das eigene Handeln und Unterlassen Verantwortung zu übernehmen”. Heißt, Daniel hätte auch weiterhin fest angestellt arbeiten können, hätte dann aber mit seiner Unzufriedenheit im Job leben müssen. Gleiches gilt für mich. Ich hätte die vergangenen Monate weiterhin als freie Social Media und Content Marketing Managerin arbeiten können und mich nicht hinterfragen müssen, ob es wirklich das ist, was mich glücklich macht. Doch die Frustration war zu groß. Deshalb die Auszeit – die in der Konsequenz finanzielle Einbußen bedeutete.

“Nimm dir Auszeiten und hören auf deinen Körper”, sagt auch Daniel. “Hör in dich hinein (…). Nimm die Signale deines Körpers wahr und nimm sie ernst. Handle frühzeitig. (…). Du benötigst Auszeiten.” (S. 95) Denn: “Ohne Gesundheit und Wohlbefinden scheitert auf lange Sicht gesehen der beste Unternehmer”! (S. 97) Das vergessen wir Selbstständigen leider zu häufig – aber auch das gehört zu selbstverantwortlichem Handeln dazu.

Selbstvertrauen

Was auch zu oft vergessen wird, ist das Vertrauen in die eigenen Kräfte und Fähigkeiten. Wir werden von Zweifeln ganz unterschiedlicher Natur geplagt. “Ich bin zu dick, um mich auf die Bühne zu stellen”. “Mein Preis ist zu hoch; mein Angebot nicht gut genug”.

Daniel hingegen, vertraut in sich selbst. “Ich mache alles richtig, ich brauche nur Geduld. Ich weiß, was ich kann und die Rückmeldungen sind positiv (…). Ich kann das. Ich schaff das.” (S. 37) Und der Erfolg gibt ihm Recht.

Auch mich überkommt regelmäßig Unsicherheit. Erst kürzlich, als es darum ging, unterschiedliche Möglichkeiten für meine berufliche Zukunft zu sondieren. Ich habe mich mit dem Thema Coaching beschäftigt und war mir sicher, dass ich das nicht kann. Nach einer eingehenderen Recherche stellte ich schnell fest, das viele Fähigkeiten, die ein Coach für seine tägliche Arbeit braucht, bereits in mir angelegt sind. Das einzige was mir fehlt, ist die Übung.

Sollte der Zweifel auch an Euch hin und wieder nagen, lege ich Euch den Gastartikel “Wie Ihr mit Eurer täglichen Sprache Euer Selbstbewusstsein stärkt” von Vanessa Beyer von hearts and habits ans Herz. Tolle Tipps, die sich einfach umsetzen lassen.

Selbstwert

Im vorherigen Absatz ist dieser Punkt schon aufgetaucht: der eigene Preis. Viel diskutiert unter Selbstständigen – und auch hier auf dem Blog. Wobei es ein Thema sein sollte, das keine Diskussionen zulässt. Daniel ist ein gutes Vorbild: “Eines mache ich jedoch ganz bewusst nicht: mich unter Wert verkaufen. Wenn Anfragen kommen, bei denen die Bezahlung unter meiner Schmerzgrenze liegt, lehne ich ab. Kategorisch.” (S. 37) Das mache ich mittlerweile auch, allerdings war es bis dato ein langer Weg – die Erkenntnis kam spät.

Bedauerlicherweise ist es meist so, wie Daniel beschreibt: “Sehr oft erlebe ich es, dass Selbstständige sich einfach damit abfinden, dass sie schlecht bezahlt werden und stattdessen möglichst viele Aufträge suchen, um über die Masse an Aufträgen an ein erträgliches Gesamthonorar zu gelangen”. (S. 73) Dem Irrglauben saß ich auch lange auf. Mein Selbstwert war nicht besonders hoch. Ich schätze meine Arbeit zwar zu jeder Zeit von guter Qualität ein; entsprechend entlohnt werden, ließ ich mich trotzdem nicht.

“Nein, Kleinvieh macht nicht Mist. Kleinvieh ist Mist.”

Und ich machte einen weiteren Fehler. Ich habe mich lange nicht auf Augenhöhe mit meinen Auftraggebern gesehen. Stattdessen habe ich mich klein gemacht; nach Vorgaben anderer gearbeitet. Gleichberechtigte Partnerin waren ich nur selten, weil ich mich selbst nicht als solche gesehen habe. Selbstwert = Null. “Setze (…) Grenzen und steuere deinen Kunden, wenn er glaubt, über dich bestimmen zu können. Du musst dir nicht alles gefallen lassen, auch nicht als Dienstleister”. (S. 85) Richtig, Daniel.

Selbstbesinnung

“Du willst dich selbstständig machen? Ist das nicht riskant?” Oder: “Du weißt ja: selbst und ständig. Das ist dir schon klar…?” (S. 6) – so beginnt nicht nur Daniels Buch und damit seine eigene Geschichte in die Selbstständigkeit, sondern vermutlich auch viele andere. Zweifler und Kritiker scheinen irgendwie dazuzugehören. Umso wichtiger ist es, sich auf das eigene Handeln und Denken zu besinnen.

Hierzu fällt mir eine Fabel ein, die ich Anfang des Jahres gehört habe – nachzulesen auf Zeitzuleben:

„Eines Tages entschieden die Frösche, einen Wettlauf zu veranstalten. Um es besonders schwierig zu machen, legten sie als Ziel fest, auf den höchsten Punkt eines großen Turms zu gelangen. Am Tag des Wettlaufs versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen. Dann endlich – der Wettlauf begann.

Nun war es so, dass keiner der zuschauenden Frösche wirklich glaubte, dass auch nur ein einziger der teilnehmenden Frösche tatsächlich das Ziel erreichen könne. Statt die Läufer anzufeuern, riefen sie also “Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!” oder “Das ist einfach unmöglich!” oder “Das schafft Ihr nie!”

Und wirklich schien es, als sollte das Publikum recht behalten, denn nach und nach gaben immer mehr Frösche auf. Das Publikum schrie weiter: “Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!” Und wirklich gaben bald alle Frösche auf – alle, bis auf einen einzigen, der unverdrossen an dem steilen Turm hinaufkletterte – und als einziger das Ziel erreichte. Die Zuschauerfrösche waren vollkommen verdattert und alle wollten von ihm wissen, wie das möglich war.

Einer der anderen Teilnehmerfrösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hätte, den Wettlauf zu gewinnen. Und da merkten sie erst, dass dieser Frosch taub war!“

Selbstreflexion

Nummer fünf. Haltet es wie Daniel: “Sehr oft setze ich mich in Ruhe hin und denke nach, um auf eine neue Erkenntnis zu stoßen, die ich weiterspinnen kann”. (S. 18) Gebt Euch zu keiner Zeit mit dem Status Quo Eurer Selbstständigkeit zufrieden. Damit meine ich nicht den Hang zum Perfektionismus, im Gegenteil: “Gehe wohlwollend mit dir um und sei nachsichtig.” (S. 95) Aber seid bestrebt Euch stets weiterzuentwickeln. “Erschließe neue Zielgruppen und Märkte, überarbeite regelmäßig deine Angebotspalette und richte sie auf veränderte oder erweiterte Kundenbedürfnisse aus. Streiche Angebote und nimm neue auf. Hier gilt: Stillstand ist der Tod.” (S. 87)

Wo wir beim letzten “Baustein” wären…

Selbstinitiative

“Und schließlich treibt mich die Vorstellung an, immer mehr zur besten Version meiner selbst zu werden und aus eigener Kraft etwas Großes aufzubauen”. Deshalb: “Arbeite an deinen Stärken und Schwächen!” (S. 101) Bildet Euch weiter; übernehmt Verantwortung für den Ausbau Eures Wissens und Eurer Fähigkeiten. Auch wenn die Teilnahme an einer kostenpflichtigen Weiterbildung in der Konsequenz nicht nur eine finanzielle Belastung bedeutet, sondern gleichzeitig auch einen Verdienstausfall.” Wobei es ja heutzutage sehr viele gute kostenfreie Angebote gibt – wie z. B. (m)ein Blog. 😉

Akquiriert neue Kunden. Tummelt Euch auf Netzwerkveranstaltungen. Tauscht Euch mit Kollegen aus.

Oder aber lest Bücher, wie Daniels “Ohne Zweifel selbstständig”*, der kein “allgemeiner und trockener Schritt-für-Schritt-Ratgeber (…)” (S.9) ist, sondern ein “bodenständiger Begleiter mit wertvollen Tipps auch für erfahrene Freiberufler, um motiviert nach eigenen Werten zu leben und schrittweise erfolgreich(er) zu werden”, wie es auf dem Einband heißt.

"Ohne Zweifel selbstständig" von Daniel Held

*Noch ein kleiner Hinweis: Meine Empfehlungen enthalten Affiliate-Links des Anbieters Amazon. Wenn Ihr über diese Links z. B. ein Buch kauft, erhalte ich eine kleine Provision.

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