Angelika und Rosemarie Jürgens sind Imkerinnen und Gründerinnen des Start-ups little bee fresh. Ihre Bienenwachstücher sind eine umweltfreundliche, nachhaltige und vor allem plastikfreie Alternative zu Frischhaltefolie. Die Rohstoffe für ihre handgemachten Tücher sind alle aus zertifiziertem Bio-Anbau und größtenteils regional.

Nachhaltigkeit ist im Trend – auch bei Start-ups. Das Bewusstsein für einen sorgsamen Umgang mit unserer Umwelt nimmt zu. Aber ein Unternehmen tatsächlich nachhaltig zu führen, bedeutet mehr als nur FSC-Papier im Büro zu nutzen. Wer gründet, kann von Anfang an die Weichen richtig stellen. Deshalb geben wir Euch 10 Tipps mit auf den Weg, wie nachhaltiges Gründen gelingen kann:

Findet eine Lösung für ein bestehendes Problem

Ihr putzt Euch jeden Tag die Zähne. Problem: Ihr wollt das Plastik vermeiden, aus dem die Zahnbürste gemacht ist. Lösung: Bambus-Zahnbürsten. So einfach ist es. Euer Produkt soll vorhandene Probleme potenzieller Kunden lösen – auf nachhaltige Art. Dafür müsst Ihr das Rad nicht unbedingt neu erfinden. Das Rezept für unsere Bienenwachstücher stammt noch aus Zeiten, als es keine Plastikfolie gab. Wir haben es angepasst und bieten damit eine Alternative zu Alu- und Frischhaltefolie an. Vermeidet im Gegenzug, unnötige Produkte zu produzieren, die am Ende unsere Müllberge wachsen lassen.

Produziert nachhaltig

Ein nachhaltiges Produkt besteht aus nachhaltigen Rohstoffen – das wiederum klingt einfacher, als es vielleicht ist. Nehmt Euch genügend Zeit, zu überlegen, welche Inhaltsstoffe Ihr vermeiden wollt und wählt Eure Lieferanten mit Sorgfalt aus. Wichtig bei Bio-Produkten: eine Zertifizierung. Damit seid Ihr auf der sicheren Seite.

Unterstützt Eure Region

Nachhaltige Rohstoffe sind im Idealfall regionale Rohstoffe. Versucht regionale Unternehmen zu unterstützen. Das vermeidet nicht nur unnötige Lieferstrecken und damit eine Menge CO2-Ausstoß, sondern unterstützt auch die lokale Wirtschaft, was Eurem Unternehmen wieder zugutekommt. Auch im Vertrieb könnt Ihr eventuell mit kleinen Läden vor Ort zusammenarbeiten.

Vermeidet Müll

In der Produktion fallen eine Menge unbrauchbarer Materialreste an, Euer Produkt ist für den Versand in Plastik verpackt und es liegen mehrere Flyer bei – so soll es nicht sein! Vermeidet Müll! Fragt bei Unternehmen in Eurer Gegend, ob dort Kartonagen anfallen, die keiner mehr braucht und die Ihr wiederverwenden könnt. Nutzt recyclingfähige Verpackungen. Wir verschicken unsere Pakte klimaneutral mit dem GoGreen Service der deutschen Post, die entstandene Treibhausgasemissionen durch die Investition in Klimaschutzprojekte ausgleicht. Seid kreativ – Eure Kunden werden es Euch danken.

Gebt anderen eine Chance

Auch Eure Personalpolitik kann nachhaltig sein. Stellt Mitarbeiter ein, die es auf dem normalen Arbeitsmarkt schwerer haben: Mütter, ältere Menschen, Personen ohne Ausbildung oder mit Migrationshintergrund. Gebt denen eine Chance, die sie brauchen, und kommt Ihnen bei den Arbeitsbedingungen entgegen. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, in den Arbeitszeiten besonders flexibel zu sein. Fühlen sich Eure Mitarbeiter wohl und wertgeschätzt, bekommt Ihr das meist doppelt zurück.

Engagiert Euch

Ein nachhaltiges Unternehmen zu gründen ist lobenswert – wünschenswert ist es, auch darüber hinaus aktiv zu werden. Engagiert Euch für Dinge, die Euch am Herzen liegen. Wir sind beispielsweise als Imkerinnen bereits seit 10 Jahren Mitglied bei Mellifera e.V., einem Verein für wesensgerechte, ökologische Bienenhaltung. Wir bekennen Flagge, für das, was uns wichtig ist und tragen den Nachhaltigkeitsgedanken in die Welt.

Legt Euren Gewinn sinnvoll an

Sobald Euer Start-up Gewinn abwirft, steht Ihr vor der Frage, wie Ihr diesen optimal anlegt. Unser Tipp: Tut auch mit Eurem Geld Gutes! Wir spenden seit Neuestem pro verkauftem Bienenwachstuch einen Quadratmeter Blumenwiese für das Projekt „BienenBlütenReich“ um das Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten zu verbessern. Wenn Ihr nicht spenden möchtet, könnt Ihr in nachhaltige Projekte investieren und so indirekt Euren Beitrag leisten.

Macht Nachhaltigkeit sexy

„Öko“ hat bei vielen Menschen noch ein schlechtes Image – setzt dem etwas entgegen! Sogar der Jutebeutel hat es mittlerweile geschafft, sexy zu sein. Seid erfinderisch, zeigt, das Öko und Design kein Widerspruch ist. Holt Euer Produkt aus der Nische und macht es für alle Konsumenten interessant – sodass die Nachhaltigkeit automatisch in die Haushalte einzieht.

Seid offensiv

Macht Werbung! Schreibt Euch die Nachhaltigkeit groß auf die Fahnen! Auch wenn sie nicht der erste Kaufgrund für Euer Produkt ist, so entscheiden sich doch immer mehr Konsumenten für eine nachhaltige Alternative. Wenn sie davon wissen. Erklärt, welche Rohstoffe Ihr bezieht, was Euch von anderen abhebt. Redet über Euer Engagement und über nachhaltige Unternehmensführung. Beantwortet Fragen, noch bevor sie gestellt werden. Verkauft Euer Unternehmen als stimmiges Gesamtpaket und erzählt Eure Geschichte.

Glaubt an Euch und bleibt flexibel

Das wichtigste zum Schluss: Glaubt an Euch! Und an Euer Produkt. Wenn Ihr hundertprozentig davon überzeugt seid, dann ist der erste Schritt in den Markt gemacht. Hinterfragt immer wieder: Ist Euer Weg noch stimmig? Habt Ihr Euer Ziel und Eure Ideale noch im Blick? Gibt es mittlerweile bessere, nachhaltigere Lösungen für Eure Arbeitsabläufe? Nachhaltige Unternehmen stehen nie still, sie streben immer danach, noch ein Stückchen besser zu werden. Viel Spaß dabei!

© Beitragsbild: Greg Bakker | Unsplash

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