“Fake it until you make it?” – Müssen wir Erfolg auf Social Media vorgaukeln?

Erfolg auf Social Media

Sonja Gründemann vereint bei ihrer Tätigkeit als Trainerin, Coach, Schauspielerin, Sängerin und Speakerin ihre beiden Herzhälften: Das BWL-er Herz und das Bühnenherz. Deshalb hat sie es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, Menschen auf dem Weg auf ihre Bühne zu unterstützen. Diese kann eine Präsentation, ein Vortrag, eine Gesprächssituation oder, in Zeiten von Blended Learning und Social Media, ein Video sein. Denn die meisten Menschen haben Angst davor, öffentlich zu sprechen.

Ihr Motto: Perfekt muss nicht sein. Echt ist schöner. .

1,4 Millionen Follower alleine bei Instagram, sogar 14 Millionen Likes auf ihrer Facebook-Seite. Eine der erfolgreichsten Frauen in unserem Land ist eine Puppe und kein realer Mensch. Vom wen ich spreche: Von Barbie.

 

Was Barbie mit unserem Selbstbild im Business zu tun hat

Abgesehen davon, dass ich gar nicht definieren möchte, was vermeintlicher Erfolg bedeutet, finde ich es doch erschreckend, welche Maßstäbe teilweise angesetzt werden – gerade im Bereich Social Media.

Heißt das nun für unser Business, dass wir uns an einer Puppe orientieren sollen? Sind wir nur dann erfolgreich und sichtbar, wenn wir ebenso hohe Klickzahlen erreichen? Und was, wenn nicht – sind wir dann erfolgslos oder im Business gescheitert? Müssen wir mit Promis, Stars und Sternchen oder sogar Plastikpuppen konkurrieren?

 

Social Media frustriert viele Nicht-Digital-Natives

Kürzlich berichtete mir eine frustrierte Klientin, sie hätte einen Anruf von einer Dame erhalten, die an einer Kooperation mit ihr interessiert wäre. Scheinbar sei die Dame gerade sehr aktiv und baue ein Online Business auf, hieß es weiter.

Zur Person: Meine Klientin ist offline sehr erfolgreich, hat tolle Kunden und aktuell keine Zeit und kein Interesse, sich eine „Social-Media-Karriere“ aufzubauen. Denn ihre Zielkunden sind dort einfach nicht aktiv. Und nur, um viele Klicks und Follower zu haben, will sie kein Geld investieren. Kurz: Es lohnt sich nicht für sie. Die Frage die während des Gesprächs mitschwang war:

„Bist Du überhaupt erfolgreich in dem was Du tust? Denn Deine Klicks sagen etwas Anderes.“

Während des Telefonats bewertete die potentielle Kooperationspartnerin meine Klientin dennoch nur anhand ihrer wenigen YouTube-Klicks. Meine Klientin war verunsichert und stellte sich tatsächlich in Frage. Erst als ich hinterfragte, wo man sich denn kennengelernt hätte, ging das Stimmungstief vorüber. Denn der Kontakt war via Social Media entstanden. Und via Social Media kann ja bekanntlich jeder Klicks & Follower einkaufen.

 

Social Media Falle: Wollen wir geblendet werden?

Beruflicher Erfolg ist nicht mit Klicks & Follower gleichzusetzen. Sind die virtuellen Abdrücke immer ein Zeichen ihres Erfolgs? Oder lohnt sich doch ein Blick hinter die Kulissen, um den Menschen, der da steht zu betrachten und zu schauen, ob er im geschäftlichen Kontext zu mir passt?

Bis zu einem gewissen Anteil sicherlich schon. 2015 wurde übrigens eine „Curvy Barbie“ herausgebracht. Dies wurde zwar in den Medien gefeiert, dennoch erlebte Matel danach den größten Umsatzeinbruch der Geschichte. Nach einem finanzellen und unternehmerischen Erfolg sieht das nicht aus. Aber zum Glück suggerieren die Klicks etwas anderes!

Und das ist ein wichtiger Punkt. Viele Social-Media-Profile suggerieren, dass es ganz einfach ist, berühmt zu werden. Hohe Klickraten & Likes werden mit beruflichem Erfolg gleichgesetzt. Aber Erfolg aufzubauen und zu halten ist und bleibt einfach viel Arbeit, gepaart mit einem Quentchen Glück zum richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Ich bleibe daher bei meinem Business-Motto:

„Perfekt muss nicht sein. Echt ist schöner.“

© Beitragsbild: Georgia de Lotz | Unsplash

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