Selbstständig und Mutter: 5 Frauen berichten von ihren ganz persönlichen Erfahrungen als Mompreneur

Mompreneur – Selbstständig und Mutter

Ich selbst habe (noch) keine Kinder, weshalb Euch hier auf dem Blog bisweilen Gastautorinnen mit Informationen rund um die Selbstständigkeit mit Kind versorgen.

Diese Beiträge erachte ich als besonders wertvoll – kann frau doch am besten von bereits gemachten Erfahrungen anderer profitieren. Mit diesem Artikel folgen weitere Einblicke. Susanne Johannsen, Antje Rach, Irina Rohpeter, Tonja Schumacher und Alexandra Drews erzählen von ihrem Leben als Mompreneur.

 

Susanne Johannsen

Susanne Johannsen Mein Weg in die Selbständigkeit führte über einen Schicksalsschlag, der mich und meine Familie in meiner zweiten Elternzeit ereilte. Unsere Tochter bekam zu ihrem dritten Geburtstag einen Gehirntumor, was unser Leben von einem Moment auf den anderen komplett auf den Kopf stellte. In den sieben Wochen, die wir zur Bestrahlung in Heidelberg verbringen mussten, wurde mir vieles klar. In dieser Zeit begann ich auch, mich mit mir und meinen Zielen zu beschäftigen. Was will ich eigentlich wirklich? Was ist mir wichtig und wie möchte ich mein Familienleben führen?

Die Rückkehr aus der ersten Elternzeit in meine frühere Führungsposition verlief alles andere als zufriedenstellend. Ich merkte damals, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr schwer zu erreichen ist bzw. einen hohen Preis hat. Man wird kaum einer Seite gerecht und am Ende ist man an irgendeiner Stelle unzufrieden. Ich schaffte meinen Job nicht mehr so, wie es meinen Erwartungen entsprach, gleichzeitig wollte ich meine Tochter auf keinen Fall länger in der Betreuung lassen. Durch ihre Erkrankung wurde mir das noch einmal verdeutlicht. Die gemeinsame Zeit bekam einen noch höheren Stellenwert und kein Job der Welt war es mir wert, Zeit mit meinen Kindern aufzugeben.

Für mich war daher schnell klar, dass ich nicht mehr in meinen alten Job zurückkehren würde. Stattdessen wollte ich andere Frauen unterstützen, Klarheit darüber zu finden, welches Familienleben sie wirklich führen möchten, um den Spagat zwischen Beruf und Familie dadurch besser zu meistern und den Familienalltag zu genießen.

Ich glaube, dass sich vor allem gesellschaftlich noch einiges ändern muss, damit es für Frauen leichter wird Familie und Beruf mit einander zu vereinbaren. Noch immer ist Mutter sein einfach zu wenig anerkannt und viele Frauen haben das Gefühl, sich dafür rechtfertigen zu müssen. Obwohl es uns heutzutage bereits viel besser geht, als unseren Müttern und politisch schon einiges getan wurde, müssen Frauen sich immer noch sehr verbiegen, größten organisatorischen Aufwand betreiben und sich gegen Vorurteile und Benachteiligungen wehren.

Aber! In meinen Augen haben wir Frauen auch einen erheblichen Anteil daran. Solange wir uns selbst klein machen, zurückstecken und nicht zu unserer Mutterrolle stehen, können wir kaum erwarten, dass die Gesellschaft sich verändert.

Ich habe meinen Fokus daher gerade noch einmal ein bisschen verändert. Denn in den letzten 1,5 Jahren habe ich so oft gesehen, dass Frauen extrem schlecht im Verhandeln sind. Und zwar immer dann, wenn es um ihre eigenen Belange geht. Wir müssen viel lauter und weniger bescheiden sein. Ich unterstütze die Frauen darin, die richtigen Worte zu finden, sich gerade zu machen und für ihre Bedürfnisse einzustehen. Das setzt am Selbstwert an und geht weiter zu den eigenen Werten, mit denen sie führen und letztendlich auch ein Vorbild für andere Frauen sein wollen.

Selbständigkeit ist eine gute Möglichkeit für Frauen, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Ich genieße meine Flexibilität und meine Freiheit. Es ist sehr angenehm, dass ich mich vor niemandem rechtfertigen muss, wenn ich wegen „Kind krank“ zu Hause bleibe und ich bin dankbar für all das, was ich vom Alltag meiner Kinder mitbekomme.

Aber es ist auch eine große Herausforderung! Besonders zu Beginn muss und möchte man so viel tun und hat doch nur begrenzt Zeit zur Verfügung. Am Abend ist natürlich auch noch Zeit, aber die Energie einer Mutter, die früh aufsteht, nicht jede Nacht durchschlafen kann und die Nachmittage auf Spielplatz & Co. verbringt, ist irgendwann auch erschöpft. Morgenroutinen, die aktuell ja sehr populär sind, werden regelmäßig torpediert oder man verschläft sie einfach, weil die Nacht wieder einmal viel zu kurz war.

Es ist anstrengend und herausfordernd. Ich musste mich an das allein vor mich hin tüfteln, an die fehlenden Kollegen und Sparringspartner gewöhnen und vor allem, an die fehlenden Vorgaben. Dafür habe ich sehr viel über mich selbst gelernt. Was ich tatsächlich schaffen kann, wenn ich mich damit beschäftige und nicht lockerlasse und wie sehr sich der eigene Horizont erweitert, wenn man einen neuen Weg einschlägt.

Mein Rat an Mütter, die sich selbständig machen wollen, ist: Hol Dir Unterstützung für den Businessaufbau, suche Dir Gruppen zum Austausch mit Gleichgesinnten und habe Geduld! Aber das Wichtigste ist: Sei liebevoll zu Dir selbst und mach Dir jeden Abend bewusst, was Du heute geschafft hast. Denn das ist unglaublich viel, auch wenn Du denkst, dass Du viel zu wenig machst.“

 

Tonja Schumacher

Tonja SchumacherSchwanger wurde ich, als ich in Festanstellung ein Café am Jungfernstieg geleitet habe. Ich habe die Inhaberin fairerweise bereits in der 5. Woche informiert, da sie im Begriff war, Veränderungen in der Personalstruktur vorzunehmen. Die super-empathische Reaktion von ihr – selbst Mutter: “Schön. Dann kannst du ja erstmal auf 450€-Basis bei uns bleiben”. Hätte ich so nicht erwartet. Ich bin dann recht früh ins Beschäftigungsverbot gegangen und konnte viel reflektieren.

Nach einem Jahr Elternzeit flatterte pünktlich die Kündigung rein. Was für mich völlig fein war, denn es gab für mich keine optimale Lösung für die Betreuung meiner Tochter. Zu der Zeit machte ich Orientierungsschritte in mehrere Richtungen, um auszuloten, was ich eigentlich will. Da, wo ich mich vorher blind in irgendein Arbeitsabenteuer gestürzt hätte, habe ich das Bedürfnis nach etwas “Vernünftigem” gespürt. Mit Blick auf meine Tochter denke ich, dass ich eine Vorbildfunktion erfüllen muss. Ich habe zwei Studiengänge abgebrochen, daher mache ich jetzt einen Fachwirt im Abendseminar.

Als unsere Tochter auf die Welt kam, machte es mich wahnsinnig, dass ich nicht mehr die gleichen Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt hatte, wie vorher. Jedenfalls deckte sich meine Vorstellung von einer erfüllten Arbeit nicht mit unserer Vision eines entspannten Familienlebens. Da hätte so ein Tag leider ein paar Stunden mehr bieten und ich ein paar Stunden weniger Schlafbedürfnis haben müssen. Besonders dieser innere Konflikt war es, der mich auf die Idee brachte, Familie sein und Arbeiten muss doch besser zu kombinieren sein – und gründete Work & Play.

Aus meiner Perspektive heraus halte ich das Betreuungssystem für viel zu starr. Ein gesetzlicher Anspruch auf Betreuung und Kitagutschein ist natürlich besser als in anderen Bundesländern und hilft ungemein weiter. Aber wenn bei der Kitabesichtigung nur müde über den 5-Std-Gutschein gelacht wird und ich schon während der Schwangerschaft entscheiden muss, wie das frühe Leben meines Kindes so getaktet wird, ohne seinen Charakter und den Bedürfnisverlauf zu kennen, ist das verbesserungswürdig. Ich wünsche mir einen Universalgutschein für selbstständige Eltern, der unbürokratisch bei mehreren Institutionen eingelöst werden kann, die meiner Tagesplanung und Arbeitssituation entsprechen. Unabhängig davon bin ich natürlich von dem Konzept des betreuten Coworkings überzeugt und halte das für die beste Lösung für selbstständige und angestellte Eltern, die ortsunabhängig arbeiten können.

Anfangs habe ich meine Tochter bei der Arbeit dabei gehabt und dann zum Glück eine Tagesmutter in der Nähe gefunden – da war sie 1,5 Jahre alt. Alt genug, um sich zu langweilen, wenn Mama stundenlang im Büro sitzt, aber unseres Empfindens nach zu klein, um sie für lange Zeit in eine große Einrichtung zu geben. Regelmäßig war sie bei Terminen, Gesprächen, Workshops oder Coachings dabei, die am Nachmittag stattfanden oder wenn die Tagesmutter frei hatte. Das ging meistens gut. Es gab allerdings auch zwei Vollkatastrophen, für die ich mich im Nachhinein bei meinem Kind entschuldigen musste. Nun ist sie in einer Kita, aber sie weiß, was es heißt, wenn ich sage “Ich will zur Arbeit”. Wir versuchen übrigens bewusst, in dem Zusammenhang nicht das Wort “müssen” zu benutzen.“

 

Irina Rohpeter

Irina Rohpeter „Ich war bereits sieben Jahre als Modedesignerin selbstständig als ich 2015 mit meiner Tochter schwanger wurde. Dies war bis dahin mein unternehmerisch bestes Jahr und es kam bei mir das Gefühl auf „es ist alles super, dann geht das auch noch“. Ich finde, Kinder sollten aus einem Überfluss und nicht aus einem Mangel entstehen. Meine Kundinnen haben auf meine Schwangerschaft und die daraus resultierenden Veränderungen total positiv reagiert. Ich erinnere mich an Events bei mir im Showroom, bei denen ich hochschwanger auf den Knien Hosen abgesteckt habe oder später dann mein Baby in der Trage dabei hatte. Das alles ist aber auch nur möglich, da mein Showroom und Atelier an meine Wohnung angrenzen. Dadurch entsteht sowieso ein sehr persönlicher und intensiver Kontakt zu meinen Kundinnen. Und eine totale Trennung zwischen Arbeit und Privatleben fand ich auch vorher nicht hilfreich. „Jetzt bin ich nur Mama, jetzt bin ich nur Unternehmerin – das funktioniert für mich nicht, ich bin immer beides.“

Da ich eigene Kollektionen entwickele, die ich ausschließlich in meinen Showroom verkaufe, habe ich natürlich neben Miete und weiteren laufenden Kosten erst einmal ein großes Invest für Materialien und die Produktion meiner Kleidungsstücke. Daher war mein Anspruch, dass ich keine wirkliche Elternzeit einlege, sondern schaue, dass ich auch im ersten Jahr mit Bezug des Elterngelds und meinen Einkünften mindestens meine Kosten decke. Das ist zum Glück auch gut aufgegangen, allerdings ist dies auch ein enormer Druck und nur machbar, wenn der Partner genauso für die Betreuung verantwortlich ist. Außerdem muss man seine Arbeit wirklich als Berufung ansehen und Freude daran haben. Ich erinnere mich, dass ich 6 Wochen nach der Geburt zu einer Freundin gesagt habe: „Ich habe jetzt aber keine Lust „nur“ Mama zu sein!“ Ich definiere mich über beides und finde es wichtig, dass meine Tochter lernt, dass Arbeit Spaß macht.

Seitdem meine Tochter mit 14 Monaten in die Kita gekommen ist, bin ich nach und nach zu meinen beruflichen „Alltag“ zurückgekehrt. Aber auch jetzt – sie ist mittlerweile 3,5 Jahre – ist mein Arbeitspensum nicht mehr so hoch und das ist auch gut so. Leider hat auch meine Konzentrationsfähigkeit abgenommen und ich muss mich noch besser strukturieren und zwischen wichtig und unwichtig selektieren, wenn sich zu Hause die Wäsche stapelt oder ich nur auf den Anruf aus der Kita warte.

Ob und wie viel eine Frau arbeitet ist eine sehr individuelle Geschichte und muss zur gesamten Familienkonstellation passen. Allerdings ist einiges auch politisch gesteuert. „Es lohnt sich für mich aus finanziellen Gründen nicht (mehr) zu arbeiten.“ Den Satz möchte ich nicht mehr hören. Vor allem wenn es dazu führt Kinder nicht in die Kita geben zu können, weil der Kita-Platz einen großen Teil des Verdienstes ausmacht. Wenn Frauen, die wirklich arbeiten wollen, dadurch „gefrustet“ zu Hause bleiben, ist der Familie an sich auch nicht geholfen. In Hamburg haben wir durch das Gutschein-System wirklich Glück, aber das müsste bundesweit gelten. Außerdem würde ich mir wünschen, dass selbstständige Mütter von der Gesellschaft positiver wahrgenommen werden. Wir machen täglich einen Spagat zwischen den Welten und meist immer noch den größeren Teil der unbezahlten „care-Arbeit“, dass wir das Wort „Rabenmütter“ doch bitte mal aus dem deutschen Wortschatz streichen können.

Natürlich verändert sich mit einem Kind der Blick auf die eigene Arbeit und auch auf sich selbst. Als Mutter sind auf einmal ganz andere Qualitäten von mir gefordert, die ich vorher gar nicht an mir kannte. Die Liebe und auch Verantwortung für mein Kind lassen mich viele Dinge wirklich entspannter sehen. Kinder bringen Dich ins HIER und JETZT und damit kannte ich mich vorher wirklich nicht gut aus, lach! Und das genau ist auch die größte Herausforderung. Das (Arbeits-)Leben ist durchgetaktet und meist planbar, aber der Alltag mit Kind(ern) ist es nicht. Das erfordert eine hohe Flexibilität im Kopf aber auch in deinen Handlungen. Ich muss wirklich immer noch lernen, Situationen, die ich mir anders vorgestellt habe, so hinzunehmen wie sie sind, weil meine Tochter z. B. krank ist oder gerade noch nicht schlafen möchte.“

 

Antje Rach

Antje Rach„Für meinen ersten großen Auftrag nahm sich mein Mann drei Tage Urlaub und reiste samt unseren beiden Kindern mit nach Süddeutschland an. Mein jüngerer Sohn war 13 Monate alt und ich stillte noch regelmäßig. Der Job war ein Zwei-Tages-Workshop und in den Pausen brachte mir mein Mann den Kleinen zum Stillen vorbei. Die Teilnehmenden fanden mich damals „wahnsinnig authentisch und glaubwürdig“. Kein Wunder – es war ein Workshop zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dies ist eines der Kernthemen meiner Arbeit als Trainerin und Coachin. Daher gehe ich mit dem Thema „Kinder“ auch vor Kunden recht offensiv um. Denn es geht nicht darum, die Kinder totzuschweigen und irgendwie so weg zu organisieren, damit sie unsichtbar sind und Frau für den Kunden oder Arbeitgeber „always available“ ist. Sondern darum, beide Welten möglichst gut miteinander zu kombinieren.

Ich habe mich 2014 selbständig gemacht, weil der alte Job im Marketing eines Verlagshauses nicht mehr zu mir und meinem neuen Leben mit Kindern gepasst hat. Wenn Ihr in derselben Situation seid und überlegt, Euch selbständig zu machen, gibt es in diesem Artikel ganz konkrete Tipps und Empfehlungen, worauf Ihr achten solltet.

Ich startete damals im Homeoffice, merkte allerdings bald, dass ich unbedingt eine räumliche Trennung zwischen Arbeits- und Privatwelt brauchte. Denn mit zwei Kleinkindern gab es zu Hause einfach IMMER viel zu tun. Als ich mir wieder einmal mühsam eine Schneise durch Legosteine und Brio-Eisenbahn zu meinem Schreibtisch bahnte, wurde mir klar: so geht es nicht weiter. Obwohl die Fixkosten eindeutig dagegensprachen, suchte ich mir kurzentschlossen ein Büro. Ich habe es als eine Art strategisches Investment in meine berufliche Zukunft gesehen. Und tatsächlich hat es meiner Produktivität und meinen Umsatzzahlen gutgetan.

Als Trainerin bin ich häufig unterwegs, oft auch für 2-3 Tage. Mein Mann arbeitet in Vollzeit, und gleichzeitig wollen wir, dass unsere Kinder spätestens 16.00 Uhr Kita bzw. Schule verlassen und in ihren freien Nachmittag starten können. Das ist mit viel Organisation verbunden. Das Gute an meinem Job ist, dass meine Workshop-Termine sehr lang im Voraus feststehen. So können wir meine Abwesenheit immer gut und mit doppeltem Boden planen. Ich muss aber ganz ehrlich sagen: Unser Modell würde nicht funktionieren ohne meine Schwiegermutter, Freunde und die mittlerweile etwas flexibleren Arbeitszeiten meines Mannes. Letztere waren ein hartes, konfliktreiches Stück Arbeit, hier zu Hause und auch bei ihm auf Arbeit (Wie?! Ein Mann, der flexibler arbeiten und mal früher gehen möchte? Wegen der KINDER? Wo ist denn seine Frau?). Aber ich rate allen (angehenden) Mompreneurinnen: Scheut diese Konflikte nicht. Wenn Ihr Eure Selbständigkeit verfolgen und damit erfolgreich sein möchtet, dann braucht Ihr dafür Raum und Zeit. Regelmäßig und selbstverständlich, ohne jedes Mal erneut darüber verhandeln zu müssen.

Die alten Rollenbilder sind da ein echter Hemmschuh – das gilt nicht nur für die Angestelltenwelt, sondern auch für Selbständige. Denn hier wie dort arbeiten meist die Mütter in Teilzeit, die Männer aber in Vollzeit. Mit verheerenden Folgen für die eigene die Rente und die Karriereentwicklung. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, um die Situation selbständiger Mütter zu verbessern: eine verpflichtende Aufklärung über Sozialabgaben und Rente sowie die aktuellen Rentenzahlen für Frauen, dazu ganz konkrete Möglichkeiten, wie Frau vorsorgen kann. Ein Traum wäre eine Unterstützung zur Beitragszahlung von den Auftraggebern, z.B. nach dem Modell der Künstlersozialkasse.“

 

Alexandra Drews

Alexandra Drews „Ich habe mich bereits vor der Schwangerschaft als Freelancerin selbstständig gemacht. Durchaus mit dem Wissen, dass sich Werbeagenturalltag und Familie schlecht vereinbaren lassen. Dennoch habe ich alles recht locker gesehen und bis kurz vor der Geburt gearbeitet. Das war doch stressiger, als gedacht, mein Sohn kam fast 4 Wochen zu früh.

Ich habe Mutterschaftsgeld bezogen und zwölf Monate Elternzeit genommen, in der ich nur wenige Wochenstunden gearbeitet habe. Mein Partner hatte zwei Monate Elternzeit und hat den Großteil der gemeinsamen laufenden Kosten übernommen. (Elterngeld: 10.800€)

Seit ich Mutter bin, arbeitete ich nicht mehr Vollzeit und fast ausschließlich im Homeoffice für eigene Kunden statt als Freelancerin in Werbeagenturen. Das Büro in den eigenen vier Wänden birgt zwar die Gefahr von Ablenkungen, aber wenn die Familie das Business ernst nimmt und sich gemeinsam organisiert, ist es sehr praktisch in der Nähe zu sein und sich auch zwischendurch Auszeiten nehmen zu können. Die Akquise ist und bleibt die größte Herausforderung – sich in auftragsstarken Zeiten schon um neue Jobs zu bemühen braucht viel Engagement.

Mein Sohn ist mittlerweile 12 und kommt in die 7. Klasse eines Gymnasiums. Hier gibt es zwar Mittagessen und sogar Betreuung, aber nicht so strukturiert wie an der Grundschule. Ferienbetreuung? Fehlanzeige. 6 Wochen Sommerferien sind eine Herausforderung und müssen gut durchgeplant werden! Da ist in gutes Netzwerk aus z. B. Großeltern und anderen Müttern mit gleichaltrigen Kids Gold wert.

Ich rate, nicht blauäugig in die Selbstständigkeit zu starten, sondern sich vorab über Möglichkeiten, Kosten und Pflichten zu informieren. So erspart man sich böse Überraschungen.“

1 Kommentar
  1. Sirit sagt:

    Toller Beitrag! Tolle Mischung von Frauen-Frauen! Ich bin voll und ganz bei jeder einzelnen Frau, die ihren Weg geht. Deshalb habe ich ein regionales Netzwerk für Frauen gegründet, was schon lange nicht mehr regional ist: Frau mit Bizz ist für ALLE Frauen da! Junge, alte, rothaarige, brünette, mit Hüfte – mit weniger Hüfte . Alles egal, Hauptsache Herz und Unikates! Alle sind herzlich Willkommen! LG, Sirit von Textwelle, der Textagentur und Frau mit Bizz!

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