Seit über 10 Jahren schreibt Yvonne Adamek als freie Autorin über Menschen, Länder, Fitness und Gefühle. Lesen kann man das in Zeitschriften für Frauen und Mütter. Seit 2012 halten sie neben der Schreiberei noch ihre beiden Söhne auf Trab und dabei scheitert Yvonne hin und wieder grandios bei dem Versuch Arbeit, Kinder und das Leben an sich unter einen Hut zu bringen.

Als Mutter selbstständig im Homeoffice zu arbeiten bietet einem unzählige Vorteile. Aber wenn man nicht aufpasst, kann daraus schnell ein übersichtliches Knäuel aus Arbeit und Familie werden. Mit diesen Tipps behaltet Ihr Eure Work-Life-Balance im Blick und schafft es, die Zeit am heimatlichen Schreibtisch wirklich effektiv zu nutzen.

Manchmal frage ich mich, wie all die anderen Mütter das machen, die jeden Tag pünktlich an ihrem Arbeitsplatz sein müssen. Vor allem, wenn sie Teilzeit arbeiten und sich neben einem reibungslosen Arbeitsablauf auch noch darum kümmern müssen, dass die Kinder pünktlich abgeholt und zu ihren Hobbys oder Freunden gekarrt werden. Für mich ist das eine logistische Meisterleistung, die viel zu selten gewürdigt wird. An dieser Stelle ziehe ich also meinen imaginären Hut und sage: Großartig, wie Ihr das hinbekommt!

Ich selbst kann mir meinen Arbeitsalltag ohne Homeoffice gar nicht mehr vorstellen. Ich kann mich praktisch in Schlafanzughose an den Rechner setzen und loslegen. Kein Fahrweg, keine Klamottenfrage und vor allem: freie Zeiteinteilung.

Trotzdem: Richtig erfolgreich bin ich nur dann, wenn ich jede Minute, die mir am Tag zusteht, effektiv und konzentriert nutze. Damit das gelingt und ich nicht unnötig Zeit vertrödele oder Arbeit mit in die Kinderzeit rüber nehme, habe ich mir in meiner fast zehnjährigen Selbstständigkeit folgende goldene Regeln zurechtgelegt:

  1. Klare Grenzen ziehen

    Mal schnell auf dem Spielplatz eine Mail beantworten? Beim Wäsche aufhängen eine wichtiges Telefonat führen. Geht theoretisch alles und ist manchmal nicht zu vermeiden. Das ist auch OK. Doch grundsätzlich gilt im Homeoffice: Arbeitszeit und Privatleben strikt von einander trennen! Man nimmt ja den Wäschekorb auch nicht mit ins Büro, um dort schnell noch die Handtücher zu falten.

    Dafür kommuniziert man dem Kunden am besten von Anfang an klare Geschäftszeiten. Hat man eine Homepage, kann man diese vielleicht sogar direkt dort aufführen. Emails müssen übrigens auch nicht immer sofort beantwortet werden. Machen übrigens die meisten Menschen nicht. Nur so lassen sich Hektik, Stress und vor allem Ungeduld mit den Kindern vermeiden.

  2. Struktur, Struktur, Struktur

    Nur, weil man in Schlabberklamotten vor dem Rechner sitzen kann, bedeutet das nicht, dass auch der Arbeitstag zu einem unförmigen Durcheinander verkommen muss. Um wirklich etwas zu schaffen, braucht man für das Homeoffice feste zeitliche Strukturen. Meine Wochentage folgen daher einem strengen Ablauf. Fast so, als würde ich irgendwo in ein Büro fahren. So vermeide ich unnötige Hektik und habe den Kopf frei, sobald ich die Kinder von der Kita abhole.

    Natürlich scheint es manchmal verlockend einfach länger im Bett liegen zu bleiben. Allerdings verfolgen mich dann den Rest des Tages all die nicht geschafften Aufgaben, was sich wiederum negativ auf meine Zeit mit den Kindern auswirkt. Das ist es wirklich nicht wert.

  3. Hilfe organisieren

    Ganz ehrlich: Ohne Hilfe geht es nicht. Deshalb habe ich mir in den letzten Jahren ein Netzwerk aus Großeltern, Freunden und Babysittern aufgebaut, auf das ich zurückgreifen kann, wenn einmal Not am Mann ist. Wer als Mutter auch weiterhin beruflich erfolgreich sein will, sollte sich von dem Gedanken befreien, alles selbst machen zu müssen. Eigentlich gilt das für alle Mütter. Perfektion ist einfach Quatsch!

    Und ein schlechtes Gewissen braucht man auch nicht zu haben, wenn die Kinder nach der Kita mal wo anders sind und fremd betreut werden. Meine Jungs lieben diese Abwechslung und freuen sich immer, wenn sie nicht nur meine Nase zu Gesicht bekommen. Wichtig ist, dass man Menschen findet, denen man vertraut. Dieses Vertrauen überträgt sich auch auf die eigenen Kinder und sie sind dementsprechend entspannt.

  4. Auszeiten einplanen

    Wenn ich am Arbeitsplatz zuhause unruhig oder unkonzentriert werde, gehe ich mit dem Hund spazieren. Oder treibe eine Stunde Sport. Purer Luxus, ich weiß! Ich finde übrigens, alle Arbeitgeber sollten ihren Angestellten derartige Pausen zugestehen. Wie oft habe ich früher stundenlang mit leerem Kopf im Büro vor mich hingestarrt, weil mir die Abwechslung fehlte. Meistens arbeite ich nach solchen Pausen derart effektiv, dass ich den Zeitverlust locker wieder reinhole.

    Ganz wichtig ist außerdem: eine feste Mittagspause einrechnen! Die muss sein, um sich zu erholen. Auch wenn es aufwändig ist: Ich koche mir jeweils etwas. Das hilft mir dabei, wirklich abzuschalten.

  5. Nachtschichten einlegen

    Seit ich selbstständig bin, arbeite ich nicht selten auch nachts, wenn die Kinder im Bett sind. Natürlich nicht immer. Das wäre zu anstrengend. Aber je nach Arbeitsaufkommen ist mein Feierabend in manchen Monaten erst um Mitternacht. Mittlerweile hat es sich so eingependelt, dass ich zwei bis dreimal die Woche auch spät arbeite. Damit es nicht zu anstrengend wird, versuche ich spätestens um 22 Uhr Schluss zu machen. Das zehrt manchmal natürlich trotzdem extrem an den Kräften, dafür kann ich mich dann aber den ganzen Nachmittag mit meinen Kindern verbringen und verfalle nicht in Panik, wenn mal jemand krank zuhause bleiben muss. So geht sich am Ende alles wieder aus.

© Beitragsbild: Alexander Dummer | Unsplash

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