Mit Gründungszuschuss in die Selbstständigkeit – 4 Frauen berichten von ihren Erfahrungen

Gründungszuschuss

Mein Blogbeitrag „Finanzierung der eigenen Selbstständigkeit – Welche Wege gibt es?“ beschäftigt sich – wie der Titel bereits verrät – mit den unterschiedlichen Möglichkeiten, wie frau (finanziell gestärkt) in die Selbstständigkeit starten kann.

Eine davon, nämlich die des Gründungszuschuss, wollen wir uns heute genauer anschauen. Da meine Erfahrungen nicht über die reine Informationsbeschaffung zum Thema hinaus gehen, habe ich vier selbstständige Frauen gebeten, ihre mit uns zu teilen.

Jessica Büch, Dorit Flor, Saskia Hagendorf und Anne Hansen haben den Gründungszuschuss erfolgreich beantragt und verraten nachfolgend, wie sie das angestellt haben, welche Unterlagen es dafür braucht und welche Voraussetzungen zu erfüllen sind.

Jessica Büch

Jessica Büch„Anfang 2018 trat ich meinen neuen Job als Business Consultant für Projektmanagement in einer Unternehmensberatung an. In internen Projekten bekam ich einen Einblick in die Unternehmenskultur und meine direkte, freigeistige Art kollidierte mit dem strategische Karriereschach auf ganzer Linie. Es gab nur zwei Möglichkeiten, stillhalten und anpassen oder selbst kündigen. Schnell wurde mir klar, das war nicht der Garten in dem ich spielen wollte und wir beendeten dieses Trauerspiel einvernehmlich.

Mein erstes Gespräch bei der Agentur für Arbeit fand einige Wochen vor Eintritt meiner Arbeitslosigkeit statt. Auf das Gespräch bereitete ich mich mit Hilfe unzähliger Seiten, Blogs und Foren im Internet vor. Was mir gefehlt hat, waren Informationen zum Gründerzuschuss, wenn man schon ein nebenberufliches Gewerbe hat. Dennoch war ich für den Termin beim Amt gut vorbereitet.

Überpünktlich und wahnsinnig aufgeregt, fand ich mich im Büro meiner Beraterin ein. Durch meine Vorbereitung wusste ich, dass die Vermittelbarkeit eine wichtige Rolle spielt und der Zuschuss reine Ermessenssache ist. Erstmal gab ich meiner Beraterin Raum; ließ sie ihre Punkte vorbringen. Vorsorglich hatte ich mich auf einige Stellen beworben und legte ihr meine Bemühungen in diese Richtung vor. Nun kam der Moment, in dem ich es wagte, meine Idee der Selbstständigkeit vorzubringen. In meinem Kopf hatte ich mir schon unzählige Argumentationsketten parat gelegt und dann? Nichts.

Meine Idee wurde von ihr positiv aufgefasst und wir begannen sofort über die Voraussetzungen und Unterlagen zum Gründungszuschuss zu sprechen. Die Grundvoraussetzung, mindestens ein Tag arbeitslos gemeldet sein und einen Restanspruch auf ALG 1 von 150 Tagen haben, war bei mir geben. Sie gab mir ein paar sehr wertvolle Tipps, auch hinsichtlich der fachkundigen Stellungnahme und stellte mir die Antragsunterlagen zusammen. Auch das ich bereits nebenberuflichen selbstständig war, empfand sie als positiv. Wir schnackten noch eine Runde über Erfolg und Scheitern und dann schickte sie mich meines Weges.

Freundlichkeit, respektvoller Umgang und Vorbereitung sind, meiner Meinung nach, Schlüsselelemente für das Gespräch bei der Agentur für Arbeit.

Im Antrag selbst findet man eine Liste mit den benötigten Dokumenten. In meinem Fall waren das, der Businessplan samt einer fachkundigen Stellungnahme zur Tragfähigkeit der Geschäftsidee, Lebenslauf, Zeugnisse, Ummeldung von neben- auf hautberufliches Gewerbe und die Teilnahmebescheinigung für ein Gründungsseminar. Puh, einige zu tun.

Als erstes kümmerte ich mich um den Termin für die Gründerberatung einschließlich fachkundiger Stellungnahme bei der Lawaetz-Stiftung. Die haben wahnsinnig lange Wartezeiten – bei mir waren es gut 2 Monate (aber es lohnt sich). Nach dem ersten Beratungstermin stürzte ich mich in den Businessplan inklusive Finanzplanung. Nach einem Korrekturtermin, wurde auch schon die fachkundige Stellungnahme ausgestellt.

Doch zu wann wollte ich wirklich starten? Nach intensiven Überlegungen entschied ich, den im Businessplan angedachten Termin um einen Monat nach hinten zu verschieben. So hatte ich einen zeitlichen Puffer sollte der Bescheid negativ ausfallen. Denn dann hätte ich mein Gewerbe rechtzeitig abmelden müssen, um weiterhin mein altes ALG 1 zu beziehen. Also meldete ich mein Gewerbe auf das spätere Datum um, finalisierte die Antragsunterlagen und schickte sie an die Agentur für Arbeit.

Als dann nach gerade mal 10 Tage die positive Nachricht im Briefkasten lag, war die Freude groß. Für die nächsten 6 Monate sollte ich den Betrag in Höhe meines ALG 1s und zusätzlich 300,- Euro für die Sozialkassen erhalten, als Basis für meine Selbstständigkeit. Seitdem berate und begleite ich als Jessica Büch | Office Anker Unternehmerinnen bei den technischen und organisatorischen Herausforderungen, die ein Business so mit sich bringt.

Ob ich auch den Gründungszuschuss Phase 2 genehmigt bekomme? Wir werden sehen.“

 

Dorit Flor

Dorit Flor„Als ich mich Ende März 2017 entschied, mein letztes Anstellungsverhältnis zu Ende Mai aus persönlichen Gründen zu kündigen – die Arbeitssituation und die vielen Überstunden wirkten sich bereits negativ auf meine Gesundheit aus –, wusste ich schon, dass ich es auf jeden Fall mit der Selbstständigkeit probieren möchte. Wie es sich gehört, ging ich gleich zum Jobcenter, um mich arbeitssuchend zu melden. Der Mitarbeiter, der meine Daten aufnahm, fragte mich sogar, ob ich mir auch eine Existenzgründung vorstellen könnte. Er wies mich darauf hin, dass die Möglichkeit bestünde, von der Agentur für Arbeit Unterstützung zu erhalten, sofern alle erforderlichen Kriterien zuträfen. Ich dachte mir: Wow, das wär ja ziemlich cool!

Beim ersten Gespräch fragte ich gleich meine zuständige Sachbearbeiterin, ob das denn möglich sei. Sie schaute kurz in ihre Datenbank, um meine Vermittelbarkeit zu prüfen. Da kaum freie Stellen für Texter und Lektoren bei der Arbeitsagentur ausgeschrieben waren, überreichte sie mir daraufhin den Antrag auf Förderung einer selbstständigen Tätigkeit und erklärte mir noch, welche Fristen ich dafür einzuhalten hatte. Um Anspruch auf den Gründungszuschuss zu haben, muss zum Zeitpunkt der Gründung unbedingt noch ein Restanspruch von 150 Tagen auf Arbeitslosengeld I bestehen. Als ich erfuhr, dass die Gründung auch während der Sperrzeit erfolgen darf, war ich sehr erleichtert. Denn da ich meinen Job selbst gekündigt hatte, erhielt ich 3 Monate Sperrzeit. Das hätte ich vermeiden können, wenn mir mein Arzt vor der Kündigung bescheinigt hätte, dass mein derzeitiges Anstellungsverhältnis meiner Gesundheit schadet. Aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht.

Ein paar Sorgen machte ich mir, weil ich zuvor schon eine freiberufliche Tätigkeit angemeldet hatte, denn vor meiner letzten Festanstellung hatte ich kurzzeitig als freie Redaktionsassistentin in einem Verlag gearbeitet. Das Datum auf dem Antrag für den Gründungszuschuss muss nämlich unbedingt vor dem Gründungszeitpunkt liegen. Ein kurzer Anruf beim Finanzamt sorgte aber schnell für Erleichterung: Der freundliche Beamte am anderen Ende der Leitung verriet mir, dass ich diese Freiberuflichkeit einfach mit einem kurzen formlosen Schreiben abmelden könnte – gesagt, geschickt.

Um eine Chance zu bekommen, den Gründungszuschuss zu erhalten, musste ich nun also einen Businessplan inkl. Lebenslauf, Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplanung sowie Umsatz- und Rentabilitätsvorschau schreiben und eine Bescheinigung über die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit sowie eine Stellungnahme einer fachkundigen Stelle beifügen. Eine Gründungsberatung musste ich nicht besuchen und tat das auch nicht.

Den schriftlichen Teil des Businessplans konnte ich gut allein bewältigen. Aufbau, Inhalt und Argumentationsstruktur recherchierte ich im Internet und lud mir dazu ein paar Beispiele, u. a. vom BMWi herunter. Den Zahlen-Part fand ich da schon schwieriger, aber auch dazu gab es auf verschiedenen Gründerportalen und -websites gute Vorlagen. Ein Jurist aus meinem Freundeskreis hat mein fertiges Werk dann nochmal kontrolliert und geschaut, dass ich nichts Wichtiges vergessen hatte und keine verwaltungssprachlich unglücklichen Formulierungen drin waren.

Anschließend vereinbarte ich bei der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung einen Gesprächstermin mit Herrn Fahsel für die fachkundige Stellungnahme. Herr Fahsel war sehr freundlich und zuvorkommend und gab mir den Tipp, doch mal bei der Hamburger Existenzgründungsinitiative (hei.) vorbeizuschauen, da ich dort als Gründerin weitere Unterstützung bekommen könnte. Ich ergänzte die Angaben, die Herrn Fahsel noch fehlten, und schickte ihm dann meinen Businessplan per E-Mail. Die fachkundige Stellungnahme wurde dann direkt ans Jobcenter geschickt.

Anfang Juli meldete ich meine freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt an. Damit hatte ich alle erforderlichen Unterlagen zusammen und konnte meinen Antrag für den Gründungszuschuss bei der Arbeitsagentur abgeben. Die Mitarbeiter bei der Arbeitsagentur empfand ich insgesamt als freundlich und zuvorkommend. Nur einmal, als ich telefonisch etwas nachfragen wollte, versuchte eine Sachbearbeiterin, mich mit einem komischen Kommentar zu verunsichern. „Verlassen Sie sich lieber nicht zu sehr darauf, dass Sie den Zuschuss kriegen. Schließlich haben Sie ja nur gekündigt, um sich selbstständig zu machen.“ Ich antwortete, dass diese Behauptung gar nicht wahr und erst recht nicht hilfreich sei, und beendete das Telefonat.

Anfang September hatte ich dann den Bewilligungsbescheid im Briefkasten. Für die nächsten sechs Monate würde ich den Gründungszuschuss in Höhe des mir zustehenden Arbeitslosengeldes zzgl. 300 Euro erhalten.

Ich wollte auch gern die Weitergewährung des Gründungszuschusses für weitere neun Monate in Höhe von 300 Euro beantragen, rechnete mir aber wenig Chancen aus, da meine Auftragslage nach den ersten Monaten längst nicht ausreichte, um die Umsätze zu erzielen, die ich im Businessplan prognostiziert hatte. Gründungsberater Frederic Breiler, den ich inzwischen auf einer Netzwerkveranstaltung kennengelernt hatte, machte mir aber Mut und erklärte mir, dass solche Ergebnisse ganz normal seien. Er sagte, ich solle es auf jeden Fall versuchen und bot mir an, meinen Folgeantrag kurz unter die Lupe zu nehmen.

Das Angebot nahm ich gerne dankend an.

Vor Ablauf der sechsmonatigen Laufzeit beantragte ich also die Weitergewährung des Gründungszuschusses und bekam tatsächlich auch diese bewilligt. Meine Tipps für angehende Freiheitsheld*innen lautet daher: Probiert auf jeden Fall, den Gründungszuschuss zu bekommen, informiert Euch gründlich über alle Fristen und Kriterien, lasst Euch nicht verunsichern und scheut Euch nicht, Euch Hilfe zu holen, falls ihr allein nicht weiterkommt. Gerade in Hamburg gibt es eine Menge hilfsbereite Leute und Institutionen, die Gründer*innen gern unter die Arme greifen.“

 

Saskia Hagendorf

Saskia HagendorfWer nicht fragt, der hat bereits ein NEIN.

So bin ich zu meinem ersten Gespräch mit meinem Sachbearbeiter gegangen. Für mich stand das Ziel fest: als frischgebackene Mutter nach der Elternzeit, die gekündigt wurde, bin ich nicht auf der Suche nach einer neuen Festanstellung, sondern möchte mich selbständig machen, mit dem Hintergrund flexibler arbeiten zu können und die Aufgaben zu übernehmen, die mir wichtig sind, mich motivieren und voran treiben.

Ja, ich hatte Glück, dass ich einen verständnisvollen Sachbearbeiter hatte. Aber ich war sehr gut auf den Termin vorbereitet, denn ich hatte vorab erfahren, dass es ein Gründungsseminar bei mir in der Stadt gibt, welches durch die Agentur für Arbeit vermittelt wurde. Zusätzlich hatte ich mir bereits vor dem Termin Gedanken gemacht, was ich möchte und was nicht. Dazu gehörte, dass ich mir den Arbeitsmarkt genau angeschaut habe und die ausgeschriebenen Teilzeitstellen nicht über Werkstudenten und Aushilfsjobs hinausgehen. Mein Ziel war somit klar: ich möchte aus diesem Termin mit den Unterlagen zum Gründungszuschuss gehen und der Weiterempfehlung für das Gründungsseminar. Und ja, mein Sachbearbeiter war der gleichen Auffassung wie ich: Teilzeitstellen mit meiner Qualifikation zu finden wird eine große Herausforderung.

Die Selbständigkeit als virtuelle Projektassistenz basierte auf meinen Erfahrungen und Fähigkeiten und beinhaltet kein finanzielles Risiko. So wurde der Plan fixiert und ich startete mein Gründungsseminar. Dort lernten wir die Grundkenntnisse des Unternehmertums (von Versicherungen über Buchhaltung bis hin zu Marketing) kennen und schrieben parallel an unserem Businessplan. Der Vorteil an dieser Art des Businessplanschreibens für mich war einerseits die Vorlagen, die wir erhalten hatten und andererseits das Feedback der Dozenten, welches den Businessplan plausibel gestalten lies. Zusätzlich bekamen wir durch das Bestehen des Kurses direkt die für die Beantragung des Gründungszuschusses nötige fachkundliche Stellungnahme, welches zusätzliche Wege zu Steuerberatern o. Ä. und Kosten vermied.

Mit der Abgabe des Antrages zur Gewährung des Gründungszuschusses und dem Businessplan begann das Zittern um die Bewilligung. Finanziell war die Sorge anfangs nicht so groß, da eine der Grundbedingungen zur Beantragung des Gründungszuschusses ein Restverbleib der Arbeitslosenzeit ist, allerdings schränkt die Arbeitslosigkeit natürlich sehr im Bezug auf die Stundenanzahl und Einnahmen der selbständigen Tätigkeit ein.

Mit der Bewilligung erhielt ich dann 6 Monate einen Gründungszuschuss in Höhe meines Arbeitslosengeldes plus zusätzlichen 300 Euro um die Kranken- und Pflegeversicherung zu begleichen. Dieses Geld half mir am Anfang gelassener mit meiner Auftragslage umzugehen und mich wirklich auf meine Tätigkeiten zu konzentrieren, ohne stets daran zu denken, dass ich ja Geld verdienen muss, damit sich dies alles lohnt. Auch die Weiterbewilligung im Anschluss an die erste Phase in Höhe von 300 Euro monatlich wurde mir gewährt.

Im Nachhinein war der Weg über den Gründungszuschuss in mehreren Ebenen wichtig und lehrreich für mich. Ich kann nur jeder Gründerin empfehlen, diesen Weg zu gehen. Denn auch wenn der Gründungszuschuss nicht gewährt werden sollte, hat man sich mit dem Businessplan schon einmal intensiv mit der eigenen Geschäftsidee auseinandergesetzt und diese auch durchgerechnet. Ich bin mir sicher, dass jede, die im Zusammenhang mit dem Businessplan einen Finanzplan erstellt hat, weiß, dass 20 Euro Stundensatz in Deutschland einfach nicht umsetzbar sind. Und wer nicht nach einem Zuschuss fragt, der hat bekommt ihn auch definitiv nicht.“

 

Anne Hansen

Anne Hansen„Ich bin Gestalterin und Kreative aus Leidenschaft und bin gleich nach meiner Schulzeit den Weg in die „kreative Welt“ gegangen. Habe erst eine Ausbildung zur Schriftsetzerin gemacht (nennt sich heute Mediengestalterin), habe einige Jahre in der Druckvorstufe gearbeitet, wechselte dann in eine Hamburger Werbeagentur, studierte „nebenbei“ Kommunikationsdesign, kam wieder zurück nach Nordfriesland, machte nebenberuflich eine Aufstiegsfortbildung zur Medienfachwirtin Print und doch dachte ich immer „da ist doch noch mehr…“.

In meiner Zeit als Angestellte lernte ich einige Druckereien, Werbeagenturen und Firmen kennen, doch was mir dort immer fehlte, war eine menschliche und gute Kommunikation und Freiraum für eigene Projekte und Entscheidungen. Mir wurde auch immer mehr klar, dass die Werte in diesen Firmen nicht die meinen waren. Ich habe mich dann hier und dort beworben. Mir wurde aber immer klarer, dass mein Glück nicht im Angestelltenverhältnis liegt und ich direkt mit Menschen arbeiten wollte, die meine Werte auch teilen und die ich ganz individuell unterstützen kann.

Ich brauchte dann noch ein Schlüsselerlebnis (Mobbingversuch eines Kollegen) in meiner Festanstellung, um zu kündigen. Mir war klar, dass mich mein Weg nun in die Selbstständigkeit führen würde. Bedingt durch eine lange Kündigungsfrist, nutzte ich die letzen Monate, um mich in meiner freien Zeit auf die Selbstständigkeit vorzubereiten. Ich las viel, besuchte viele Seminare und Fortbildungen. Auch welche, die gar nicht direkt etwas mit meinem Beruf zu tun haben, sondern eher in Richtung Persönlichkeitsbildung gingen oder auch einfach nur Spaß machten.

Ich meldete mich nach meiner Kündigung sofort bei der Agentur für Arbeit und äußerte meinen Wunsch, mich selbstständig zu machen. Ich traf auf eine wunderbare Mitarbeiterin, die mich sehr unterstützte. Sicher hatte ich Glück, dass hier „auf dem platten Land“ die Stellen für meine Qualifikation recht rar gesät sind und so verließ ich das erste Beratungsgespräch mit den Unterlagen für den Antrag auf Existenzgründungszuschuss und Infos zur Anmeldung für ein 2-wöchiges Existenzgründungsseminar in der Hand.

Dann ging alles recht schnell: kurze Zeit später habe ich das Seminar besucht (kostenlos, da EU gefördert) und das war Gold wert! Unsere Dozenten waren klasse und waren und sind gestandene Experten aus der Praxis. Außerdem wurden hier die Grundlagen für mein Netzwerk an gleichgesinnten Mitgründern gelegt. Mit vielen bin ich heute noch in Kontakt. Und als Designerin gewann ich hier sogar meine ersten Kunden.

Das Beste an dem Seminar war, dass meine Business-Idee auf Herz und Nieren geprüft wurde und ich viel Unterstützung durch die Dozenten und eine anschließende Coaching-Begleitung erhielt. So war auch der Zahlenteil für den Businessplan, den ich für dien Antrag auf Existenzgründungszuschuss erhielt, keine Hürde mehr.

Mein Gründungscoach unterschrieb nach seiner Prüfung meinen Businessplan und dann gab ich ihn ganz aufgeregt und persönlich bei der Agentur für Arbeit ab. Man, war das spannend!

Ich bangte und hoffte und kurze Zeit später (zwei Wochen, glaube ich) erhielt ich einen Anruf von einer Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit. Sie fragte, ob ich mich bei meiner Kontonummer auf dem Antrag verschrieben hätte, da fehle eine Zahl. So erfuhr ich noch vor dem offiziellen Schreiben, dass mein Antrag durch war und ich ab Oktober 2016 den Existenzgründungszuschuss erhalte. Das war ein tolles Gefühl! Der Zuschuss war damals in der Höhe meines Arbeitslosengeldes plus 300 Euro für die Krankenkasse. Nach Ablauf der Förderung habe ich einen Antrag auf Verlängerung gestellt, um weitere 6 Monate 300 Euro als Zuschuss zu erhalten (der gewährt wurde). Ich kann dir nur empfehlen, diesen Antrag zu stellen, du hast ja nichts zu verlieren.

Mir hat der Gründungszuschuss auch dabei geholfen, neben der Gründung eine Weiterbildung zur Systemischen Coach zu beginnen (inzwischen abgeschlossen), die seit letztem Jahr mein Angebot noch einmal abrundet. Da ich hauptsächlich mit Gründerinnen und selbstständigen Unternehmerinnen arbeite, bringt diese Qualifikation noch einmal eine neue Qualität in meine Arbeit. Ohne den Zuschuss, hätte ich diese Weiterbildung sicher nicht begonnen. Und die war das Beste, was mir passieren konnte.

Mir war es besonders wichtig, mich von Anfang an gut zu zu vernetzen, regional und auch online. Ich fand einen einen wunderbaren Stammtisch für Existenzgründerinnnen aus der Region, bei dem ich viele tolle Frauen kennengelernt habe. Online bin ich auch gut vernetzt, inzwischen sind viele Kontakte und Freundschaften entstanden. Ich kann jeder Frau, die plant, in die Selbstständigkeit zu gehen, nur empfehlen, sich Hilfe und Unterstützung zu holen. Am besten von Gleichgesinnten, die den selben Weg gehen. Gerade wenn du allein arbeitest, kannst du dir so wertschätzenden Austausch suchen. Ich bin z. B. in einer Mastermindgruppe mit 2 tollen Frauen, mit denen ich mich regelmäßig online austausche und Herausforderungen bespreche. Außerdem treffe ich mich 2x die Woche in einer kleinen Gruppe (online), um über die kommende Woche zu sprechen und am Ende der Woche Revue passieren zu lassen. Diese Unterstützung ist unbezahlbar!“

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