Erfrischend gut, erfrischend anders: Lena, Sina und Katrin von Pausenkicker im Interview

Lena, Sina und Kathrin von Pausenkicker

Drei Mädels und eine Leidenschaft: Ganzheitliche Fitness. Deshalb haben sich Lena, Sina und Katrin (v. l.) Anfang 2014 zusammengetan und Pausenkicker gegründet. Welche Geschäftsidee hinter Ihrem Business steckt und welche Erfahrungen Sie in über einem Jahr Selbstständigkeit gesammelt haben, verraten Sie uns im nachfolgenden Interview selbst. 

Erzählt uns doch wie Ihr Euch kennengelernt habt, bevor Ihr Euch regelmäßig in einem der schönsten Cafés Hamburgs, der Pauline, zum Pläneschmieden getroffen habt?

Lena und Katrin waren schon länger befreundet bevor die Überlegung aufkam, zusammen ein Konzept aus Gedächtnis- und Stimmtraining zu stricken. Sina und Lena waren dagegen Trainerkollegen. Als Sina von ihrer Idee berichtete, ein vitalisierendes Yogatraining zur Mittagszeit anzubieten kam schnell der Impuls, sich mal zu dritt zusammenzusetzen. Nach einem Treffen war klar, gemeinsame Wege gehen zu wollen und ganzheitlich gesundheitsfördernde Trainings und Events mit Unterhaltungsfaktor anzubieten. „Pausenkicker – GesundheitsEntertainment für Körper, Kopf und Stimme“ war geboren.

Was habt Ihr drei beruflich gemacht, bevor Ihr gemeinsam mit Pausenkicker gestartet seid?

Sina ist gelernte Werbekauffrau und Schauspielerin und war neben ihrer Trainertätigkeit jahrelang für einen großen Designmöbelanbieter im Marketing- und Online-Bereich tätig. Lena ist studierte Medienfachwirtin und hat für zahlreiche Unternehmen als Freelancerin im Bereich Akquise, Lizensierung und Distribution von Online Videos / Filmen gearbeitet. Daneben war und ist sie Pilates- und Fitnesstrainerin. Katrin ist professionelle Soul- und Popsängerin, war mit Künstlern wie Udo Lindenberg oder Xavier auf Tour und sang europaweit bei Corporate Events. Zudem war und ist sie Songwriterin und Texterin.
Dank der sich ergänzenden beruflichen Backgrounds und der gleichen Leidenschaft für ganzheitliche Fitness sind wir ein starkes autarkes Team und waren mit unserer Kombi aus Officeyoga, Stimm- und Gedächtnistraining schnell am Markt.

Habt Ihre Eure anderen Jobs inzwischen aufgegeben oder geht Ihr weiterhin diesen Beschäftigungen nach?

Wir sind alle drei mittlerweile Freelancer. Pausenkicker nimmt einen immer größer werdenden Teil unserer beruflichen Tätigkeit ein und gibt uns die Möglichkeit unsere Talente und Vorlieben in einem Projekt zu bündeln, nach wie vor sind wir aber auch in unseren bisherigen Bereichen aktiv.

Lena, Du warst bereits vor Pausenkicker Jahre lang frei unterwegs. Inwiefern unterscheiden sich diese beiden Formen der Selbstständigkeit? Ist vielleicht eine schwerer als die andere?

Lena: Die Zusammenarbeit mit den Mädels ist ein riesiges Geschenk. Für mich ist die „Gründerin Selbständigkeit“ im Gegensatz zur „Freelancerin – Auftraggeber Selbständigkeit“ ein riesiger Unterschied: Wir teilen und feiern gemeinsam Erfolge und freuen uns zusammen über jeden kleineren und größeren Meilenstein. Unsere unterschiedlichen Talente bereichern uns untereinander enorm und auch persönlich lernen wir immer wieder neu, wenn es darum geht eigene Vorschläge, Wünsche zu hinterfragen und im Konsens Entscheidungen zu fällen.
Und der „Herzblut Faktor“ ist um ein vielfaches höher in der „Gründerin Selbständigkeit“. Ich möchte keinen Tag missen, mit der eigenen Unternehmung, der eigenen Idee Erfolge zu erleben ist mit nichts zu vergleichen und schwer zu toppen! In der „Freelancerin Auftraggeber Selbständigkeit“ gibt es wenig Unvorhergesehenes; man weiß, was man alleine schafft und um die eigene Disziplin und Beharrlichkeit. Im Trio heißt es auch immer Rücksicht zu nehmen und auch auf die anderen zu vertrauen, eine schöne Erfahrung zu erleben wie gut das zusammen funktioniert.

Kat: Als langjährige Selbstständige kenne ich die saisonalen Auf und Abs und das Prinzip von Selbstmotivation. Während ich früher „nur“ auf der Bühne stand und andere das Marketing übernommen haben, bin ich mit meiner ersten CD Produktion langsam zur Allrounderin geworden. Das kommt mir jetzt zugute. Von der Arbeitsweise und den Erfahrungen der beiden anderen lerne ich jeden Tag. Toll ist, dass wir wirklich ein Team sind und Erfolge wie Niederlagen zusammen durchleben. Da war ich früher eher Einzelkämpferin.

Sina: Als langjährige Festangestellte merkte ich immer mehr, dass mein eigenes Ideenpotential so hoch ist, dass ich daraus gerne was eigenes machen möchte. So habe ich meine Arbeitszeit in Festanstellung immer mehr verkürzt, um eigene Projekte zu verwirklichen. Und als ich dann auf Lena und Katrin traf, war mir sehr schnell klar, dass diese Reise zu dritt weitergeht. Menschlich wie fachlich ergänzen wir uns wunderbar, so dass wir uns intern mit „Arbeitstitel“ auch spaßeshalber „Trio Paradiso“ nennen. Ob es nun Zufall oder Schicksal war, dass wir uns gefunden haben, auf jeden Fall ist es ein Segen in diesem Rahmen unsere Ideen zu kommunizieren, zu diskutieren und zu verwirklichen!

Pausenkicker Team Lena, Sina und Katrin

Die Idee Pausenkicker war geboren. Aber wie seit Ihr weiter vorgegangen. Was waren Eure Next Steps?

Als Name und Logo erst mal standen, ging alles sehr schnell. Wir haben uns rasch erste öffentliche Trainingstermine gesetzt um unsere Idee auszuprobieren und auf uns aufmerksam zu machen, haben Website und Facebook-Seite aufgebaut, die Presse akquiriert, systematisch einen Verteiler aufgebaut, unsere Kontakte in einen Topf geschmissen und akribisch jede Gelegenheit beim Schopfe gepackt um uns und unser Trainingskonzept vorzustellen. Nicht zuletzt haben wir einen Gbr Vertrag geschlossen, der alle Formalitäten regelt.

Der intensive Austausch über Auftritt, Strategie und gemeinsame Ziele grad am Anfang war wichtig und wertvoll. Schnell haben sich auch unsere präferierten Arbeitsbereiche herauskristallisiert, auch wenn wir weiterhin nach dem Prinzip verfahren „alle machen alles“. Seitdem feilen wir täglich an unserem Geschäftsauftritt und entwickeln unsere Module weiter.

Habt Ihr gemeinsam einen Businessplan geschrieben? Wenn ja, könnt Ihr uns ein paar Tipps geben?

Wir haben einfach losgelegt, nach dem Prinzip „einfach machen“. Oder nach Goethes Mundart: Erfolg hat drei Buchstaben: TUN.

Wie lange hat es eigentlich von der Idee bis zur Umsetzung von Pausenkicker gedauert?

Zwischen dem ersten gemeinsamen Treffen und dem ersten öffentlichen Training lagen gerade mal drei Monate, wir waren von Anfang an sehr dynamisch und wendig. Mittlerweile sind wir gut ein Jahr auf dem Markt und sind stolz auf das was wir in der kurzen Zeit geschaffen haben.

Habt ihr finanzielle Unterstützung -vielleicht vom Staat- erhalten? Oder habt Ihr Euer Business ganz allein aus eigener Kraft und finanziellen Mitteln ins Leben gerufen?

Dadurch dass sich unsere beruflichen Backgrounds so gut ergänzt haben, sind wir ohne externe Hilfen ausgekommen und haben hauptsächlich unsere eigene Zeit und Arbeitskraft investiert. Die Wege sind kurz und wir dadurch als Start-up sehr wendig.

Welche Herausforderungen hattet Ihr zu meistern? Oder lief von Beginn an alles reibungslos?

Dadurch dass unser Konzept wirklich neu und bislang einmalig ist, ist es auch erklärungswürdig. Da haben es allgemein bekannte Dienstleistungen vielleicht manchmal leichter. Generell ist unsere Lernkurve steil: Schnell haben wir unseren Fokus von öffentlichen Trainings auf interne Firmentrainings umgelegt. Entgegen kommt uns der wachsende Markt des betrieblichen Gesundheitsmanagements und das größer werdende Bewusstsein für die Zusammenhänge von geistiger und körperlicher Fitness.
Als Team lief es quasi reibungslos und wenn es mal unterschiedliche Meinung gab, haben wir alsbald einen gemeinsamen Nenner gefunden.

Ihr bietet eine einmalige Kombination aus Officeyoga, Stimm- und Gedächtnistraining für Unternehmen an. Wie findet Ihr Eure Kunden?

Teils durch bestehende Kontakte aus unseren früheren oder parallel laufenden Berufstätigkeiten, teils durch aktive Pressearbeit, Kaltakquise, Kooperationen oder Auftritten bei themenspezifischen Messen. Mehr und mehr Kunden kommen nun auch durch Weiterempfehlung auf uns zu.

Wie seit Ihr bei der Entwicklung Eurer einzelnen Produkte (Trainings, Events…) vorgegangen?

Wir sind gewachsen mit den Herausforderungen, das meiste hat sich ganz organisch ergeben durch neue Anfragen, eigene Wünsche und offene Augen für die aktuelle Marktsituation.

Wie gestaltete sich Eure Preiskalkulation? Woher wusstet Ihr wie viel Ihr für Eure einzelnen Trainings und Events nehmen müsst?

Teils haben wir bei potentiellen Konkurrenzanbietern gelukt, teils unsere eigene Werteinschätzung als Basis für die Preiskalkulation genommen. Ob unsere Preise hoch oder niedrig sind, das ist, so erleben wir es immer wieder, abhängig vom Auge des Betrachters. Einen Unterschied macht natürlich, dass wir quasi immer zu dritt auftreten, Körper, Kopf und Stimme gehört einfach zusammen, da wundert sich manche Firma, die sonst „nur“ mit einem Rückentrainer arbeiten.

Läuft Euer Business mittlerweile eigentlich so gut, dass Ihr davon leben könnt?

Wir freuen uns über ständig wachsenden Umsatz und eine wachsende Anzahl von Kunden, wir schätzen dass wir nächstes Jahr alle davon leben können.

Im Juni war ich auf der Gründerinnenkonferenz Entre.Fem in Berlin und habe dort die Podiumsdiskussion „Let the Gründerinnen talk!“ besucht. Dort war u. a. Pia Poppenreiter zu Gast, die von Ihren Erfahrungen als Gründerin sprach. Sie erzählte von Ihrem ersten Start-up Peppr und Ihrem Exit. Offensichtlich gab es Krach und die Gründer sind nicht im Guten auseinander gegangen. Sie riet Gründungsteams sich vertraglich abzusichern. Wie handhabt Ihr das? Gibt es einen Vertrag zwischen Euch dreien? Wenn ja, verratet Ihr was darin steht? Wenn nicht, warum habt Ihr keinen?

Vertrag kommt von Vertragen. Von diesem Spruch halten wir viel und haben es auch so gehandhabt. Direkt am Anfang haben wir einen Gbr Vertrag geschlossen, der alles regelt. Zudem haben wir eine berufliche Haftpflichtversicherung abgeschlossen.

Wie haben eigentlich Eure Familien und Freunde auf Eure Selbstständigkeit mit Pausenkicker reagiert? Haben sie Euch von Anbeginn unterstützt?

Generell haben sowohl unsere Familien als auch unsere Freunde sehr positiv auf die Idee und die Umsetzung reagiert. Selbst anfangs Skeptische sind nun begeistert von unserem Elan und der Entwicklung. Eine gewisse „Unsicherheit“ als Selbstständige hatten Lena und Katrin ja bereits vorher, von daher war diese Diskussion obsolet.

Habt ihr eigentlich Kinder? Wenn ja, wie meistert Ihr das Thema Selbstständigkeit und Kinder für Euch?

Wir drei sind kinderlos glücklich. Zugebenermaßen wäre so ein Start-up Aufbau mit Kind ganz schön herausfordernd, manches wäre wohl nicht so schnell gegangen.

Zum Abschluss möchte ich gerne noch von jeder von Euch Ihre persönlichen Learnings aus einem Jahr als Gründerin erfahren? Was möchtet Ihr Frauen, die gründen wollen, unbedingt mitgeben?

Katrin: Sucht euch Menschen, denen ihr vertraut, die anders genug sind um euch menschlich wie fachlich zu ergänzen und so ähnlich um in vielen Bereichen auf der gleichen Wellenlänge zu schwimmen. Und ansonsten Durchhaltevermögen, Leidenschaft und viel Kaffee.

Lena: Viele Tipps in Sachen Selbständigkeit, Gründung, neue Ideen umzusetzen, hören sich oftmals so banal oder abgeschmackt an… letzten Endes geht es aber immer nur um Eines: „Dinge einfach zu tun und anzupacken“ – und sofern man nicht riesige Summen investiert – was soll oder kann denn im schlimmsten Fall passieren??
Was würde man tun, wenn man keine „Angst“ hätte?
Und ich hab keine Lust später zu sagen „ach, ich wollte ja auch mal…“ und „ich hatte ja auch mal die Idee, dass…ABER“…
Mehr als schief gehen kann es nicht und dann hat man es wenigstens probiert!
Wichtig ist, dass „das Feuer brennt“ – wenn wir eine Idee, einen Wunsch mit zwei verlässlichen Partnerinnen verwirklichen können und dürfen, so ist das größte Glück. „Arbeitszeit ist Lebenszeit“ – ein großes Glück und Geschenk die Zeit, Brot und Miete mit dem zu bestreiten, wofür das Herz und Talent schlägt – diese Erfahrung sollte man nicht missen, wenn man eine Leidenschaft / eine Idee hat!
Letzten Endes bedarf es Power, Mut, Disziplin, Beharrlichkeit, Motivation, Reflexion, Spaß, Freude und Vertrauen – alles Dinge, die wir auch bei fast allen anderen Dingen im Leben oder vielmehr DEM LEBEN benötigen!

Sina: Träume können tatsächlich wahr werden, wenn man sie nur anpackt! Klar, es ist gut, ein Vorhaben vor der Umsetzung zu kalkulieren, wenn der Kapitalbedarf hoch ist. Das beste Konzept ersetzt allerdings das „Machen“ nicht. Dazu braucht es Mut und Geduld, denn das Scheitern und Niederlagen auf dem Weg gehören genauso dazu und sind wichtig für die Entwicklung neuer Konzepte, wie die Erfolgserlebnisse. Ich habe viel ausprobiert und am Ende gemerkt, dass ich gute Partner brauche, um wirklich eine Unternehmung zu gründen, in die ich meine Vorstellungen und Ideen einbringen kann. Die Power, die wir zu dritt haben, begeistert mich jeden Tag! Ich habe gelernt, dass nichts selbstverständlich ist und deswegen ist Dankbarkeit für das, was ist, für mich ein sehr wichtiges Gefühl auf dem Weg der Selbständigkeit geworden.

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