.kuchentratsch – Die Gründerinnen Katrin & Katharina im Interview

Katrin & Katharina von .kuchentratsch

Vor einigen Wochen habe ich Startnext, die größte Crowdfunding-Community für kreative Projekte in Deutschland und Österreich, einen Besuch abgestattet. Das mache ich regelmäßig, weil es dort immer wieder was zu entdecken gibt: Innovative Ideen, spannende Projekte, tolle Persönlichkeiten. So auch dieses Mal wieder: .kuchentratsch – eine innovative Backstube für alle SeniorInnen die Freude am Backen haben. Meine Neugier war geweckt. Ich als Schleckermäulchen, musste natürlich erfahren, was – und vor allem wer – hinter dem Projekt steckt. Es sind Katharina Mayer und Katrin Bleschke, zwei Studentinnen aus dem Süden Deutschlands, die sich bereitwillig meinen Fragen gestellt haben.

Ihr habt Euch mit einer Backstube und leckeren und mit Liebe gemachten Kuchen selbstständig gemacht. Wie seid Ihr auf diese süße Geschäftsidee gekommen?

Diese Frage frägt uns jeder und wir können es gar nicht so wirklich konkret beantworten. Katharina war viel auf Reisen und auf ihrer Brasilienreise hat sie auf einer Insel einen kleinen Stand entdeckt bei dem brasilianische Süßigkeiten verkauft wurden. Dort hat sie dann erfahren, dass diese von der älteren Generation zu Hause vorbereitet wurden. Dieser Gedanke gefiel ihr und sie konnte sich vorstellen, einen solchen Stand in München zu etablieren. Da sie überzeugt davon ist, dass es auch in Deutschland hervorragende Süßwaren gibt, insbesondere von der älteren Generation. So kam sie zurück mit der Idee einer eignen Backstube, bei der die SeniorInnen zusammen kommen können, sich austauschen können und ihren leckeren Oma-Kuchen backen können.

Euer Konzept ist innovativ. Bei Euch backen keine gelernten Bäcker, sondern RentnerInnen. Warum? Und wie findet Ihr Eure backbegeisterten SeniorInnen?

Die Frage ist ganz einfach zu beantworten – Omas Kuchen ist einfach der Beste!! Die SeniorInnen finden uns 🙂 Wir hatten in letzter Zeit viel Pressearbeit. Die SeniorInnen haben es in der Zeitung gelesen, haben angerufen und backen jetzt bei uns. Ansonsten versuchen wir konkret mit bereits bestehenden Angeboten für SeniorInnen zusammenzuarbeiten.

Wie entlohnt Ihr Eure fleißigen HelferInnen?

Die SeniorInnen sind auf 450 € Basis bei uns eingestellt und bekommen 8,50€ pro Stunde. Dabei ist allen selbst überlassen wie oft und wie regelmäßig sie zu uns kommen.

Und Ihr? Könnt Ihr von dem bisherigen Kuchenverkauf leben?

Im Moment leider noch nicht, aber mit dem Einzug in die neue Backstube und nun mehr als einem Backtag, werden auch wir uns ab nächstem Monat ein Gehalt ausbezahlen können.

Katrin und Katharina in der Backstube Seniorinnen in der .kuchentratsch-Küche

Ich stell mir Euren Start gar nicht so leicht vor, zumal der Bäckerberuf ein eingetragener Handwerksberuf ist. Welche Hürden müsstet Ihr meistern, bevor Ihr in der Backstube so richtig loslegen konntet?

Das größte Problem war tatsächlich die Eintragung in die Handwerksrolle und die dazu benötigte Prüfung. Daneben, war es nicht einfach die passende Immobilie zu finden. Aber das hat sich jetzt ja zum Glück erledigt. 🙂

Nun, da sich Euer Geschäftsmodell bewährt hat, wagt Ihr den nächsten Schritt: Die gemietete Backstube, soll einer eigenen weichen. Auch neue Backutensilien müssen her. Dafür habt Ihr eine Finanzierungsrunde per Crowdfunding über Startnext ins Leben gerufen. Wie kam es zu dieser Idee?

Wir haben ewig hin und her überlegt, welche Finanzierungsmöglichkeit wohl die geeignetste für uns wäre und haben uns schlussendlich für eine Crowdfunding-Kampagne bei Startnext entschieden.

Was sollte man beachten und unbedingt tun, bevor man ein eigenes Crowdfunding-Projekt startet?

Man sollte die Zeit und den Aufwand nicht unterschätzen!! So eine Crowdfunding-Kampagne läuft nicht mal einfach so neben her. Wir haben hierfür extra noch jemanden eingestellt.

Euer Crowdfunding läuft seit Mitte Februar. Welche Learnings habt Ihr bislang gewonnen? Würdet Ihr mit Euren Erfahrungen aus den letzten anderthalb Monaten, etwas anders machen, wenn Ihr könntet?

Vielleicht würden wir das Funding-Ziel gleich von Beginn etwas niedriger ansetzen, aber auf der anderen Seite ist eine Crowdfunding-Kampagne auch richtig viel Arbeit, und für unsere Traumküche benötigen wir eben diesen Betrag. Wahrscheinlich würden wir noch etwas mehr Vorarbeit machen und früher mit der Pressearbeit beginnen.

Bislang habt Ihr knapp die Hälfte Eures Funding-Ziels erreicht. Was macht Ihr, wenn die von Euch angestrebte Summe von 23.000 Euro nicht zusammen kommt? Habt Ihr einen Plan B? Wie werdet Ihr Eure eigenen Backstube dann finanzieren?

Wenn wir es trotz aller Bemühungen nicht schaffen sollten, werden wir die Küche Schritt für Schritt professionalisieren und anfangs etwas improvisieren müssen.

Wo soll es mit .kuchentratsch hingehen?

Unser Ziel, wenn man ganz groß träumt, ist es eine Backstube in jeder größeren Stadt in Deutschland/Österreich/Schweiz zu haben. Aber ansonsten möchten wir unsere Backstube in München fest etablieren.

Hättet Ihr Euch eigentlich auch selbstständig gemacht, wenn es die jeweils andere nicht gegeben hätte?

Katharina auf jeden Fall! Wenn das mit .kuchentratsch nicht geklappt hätte, dann hätte sie mit ihrer Bierbrauidee selbstständig gemacht und die Biertradition in München etwas über den Haufen geworfen.

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