Krank – was nun? Alle Infos zur Krankenversicherung für Selbstständige

Kranke Frau schläft im Bett

Erst als ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich zu schätzen gelernt, wie schön es war, in Studium, Ausbildung und erstem Job einfach so krankenversichert zu sein. Kaum Papierkram, keine Gedanken machen müssen und nur die Hälfte zahlen. Träumchen.

Aber Achtung, denn wer sich selbstständig macht, der verliert seine easy-peasy Versorgung. Auf einmal muss man voll selbst für Renten-, Pflege- und Krankenversicherung aufkommen.

Krankenversicherung richtig anmelden – wann, wo, wie?

Der Versicherungsschutz erlischt mit Ende des laufenden Arbeitsvertrags oder Studiums. Und es fragt auch keiner nach, solltet Ihr die Anmeldung verschwitzen.

Während es für Angestellte zwischen zwei Arbeitsverträgen eine Karenzzeit gibt, ist man ohne neuen Arbeitsvertrag umgehend unversichert.

Damit Ihr nicht plötzlich mit abgelaufener Gesundheitskarte beim Arzt steht, meldet Euch rechtzeitig noch vor Beginn Eurer Selbstständigkeit bei Eurer Kranken- und Pflegeversicherung. Dabei steht Euch frei, ob Ihr bei Eurem bisherigen Versicherer bleibt, oder wechselt.

Tarife vergleichen

Ein Tarifvergleich lohnt sich also. Nehmt aber nicht einfach den günstigsten Tarif, sondern achtet auf alle für Euch relevanten Zusatzleistungen. Ihr könnt Euch sowohl freiwillig bei der gesetzlichen Krankenkasse anmelden, als auch eine private Krankenversicherung abschließen.

Aber Achtung, wenn Ihr einmal eine private Versicherung abgeschlossen habt, kann es schwierig werden, falls Ihr später einmal in die gesetzliche Kasse zurückwechseln wollt. Außerdem kann eine private Versicherung in bestimmten Situationen nachteilig sein, zum Beispiel wenn Ihr in naher Zukunft plant, Kinder zu bekommen. Privat versicherte bekommen weniger Mutterschutzgeld (höchstens 210 € im Monat).

Tipp: Bei der Anmeldung müsst Ihr Eure voraussichtlichen Einnahmen schätzen, da davon ja Euer Beitrag abhängt. Stapelt dabei ruhig tief. Wenn Ihr mehr verdient als veranschlagt, müsst Ihr zwar nachzahlen (legt also am besten ein bisschen was als Sicherheit beiseite), wenn Ihr aber weniger einnehmt als geschätzt, wird Euch nichts zurückerstattet. Also, kein vorauseilender Gehorsam, bitte. Die Versicherung holt sich schon ihr Geld. Sorgt dafür, dass Ihr am Ende nicht draufzahlt!

Und was ist mit der KSK?

Wer einer künstlerischen selbstständigen Tätigkeit nachgeht (zum Beispiel als freischaffender Künstler, Journalist oder Grafiker), der kann sich um Aufnahme in die KSK bewerben. Diese übernimmt dann den Arbeitgeberanteil – eine Riesenerleichterung. Aber so ganz mit links geht das nicht.

Man kann sich erst am ersten Tag der Selbstständigkeit bei der KSK melden. Bis man dann alle notwendigen Belege eingereicht hat und der Bescheid eintrudelt, können gut und gerne sechs Monate ins Land gehen. Und eine Aufnahme ist nicht garantiert. Wie das mit der KSK genau funktioniert und was man dabei beachten sollte, lest Ihr hier.

Ich darf doch gar nicht krank werden!

Dicker Schädel, Kratzehals, alles tut weh – dann schnell krank melden, Decke über’n Kopf und erstmal richtig auskurieren. Ach nee, bin ja selbstständig und muss noch nen Text abgeben, sonst gibt’s morgen keine frischen Brötchen. Blöd. Mal trotz Kopfschmerzen im Home Office produktiv sein ist das Eine, schlimm wird’s, wenn man wegen schwerwigenderer Krankheit oder einem Unfall länger ausfällt.

Wenn Ihr gesetzlich krankenversichert seid, habt ihr die Möglichkeit, wahlweise einen Krankengeldanspruch mit abzuschließen. Dadurch erhöht sich Euer Beitrag etwas, dafür bekommt Ihr ab dem 43. Krankheitstag (nach ärztlicher Attestierung) das Krankengeld, einen Lohnersatz in Höhe von 70 % der regelmäßigen Bruttoeinnahmen. Privatversicherte bekommen dieses Krankengeld nicht.

Eine Krankentagegeld- oder Betriebsausfallversicherung kann darum für sie eine sinnvolle Zusatzinvestition sein. All diese Versicherungen greifen aber leider nur bei langfristiger und vollständiger Arbeitsunfähigkeit (also leider noch nicht bei der oben angeteaserten Drei-Tage-Grippe).

Übrigens: Wie Ihr diese ganzen Versicherungskosten richtig in Eure Stunden- oder Tagessätze einpreist, erfahrt Ihr hier.

© Beitragsbild: bara-art.com

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