Seit über 10 Jahren schreibt Yvonne Adamek als freie Autorin über Menschen, Länder, Fitness und Gefühle. Lesen kann man das in Zeitschriften für Frauen und Mütter. Seit 2012 halten sie neben der Schreiberei noch ihre beiden Söhne auf Trab und dabei scheitert Yvonne hin und wieder grandios bei dem Versuch Arbeit, Kinder und das Leben an sich unter einen Hut zu bringen.

Vermutlich habe ich schon das ein oder andere Mal erwähnt, dass es manchmal ziemlich kompliziert ist, Kinder und Selbstständigkeit unter einen Hut zu bringen. Besonders bei den Betreuungszeiten der Wald-Kita, in die unser Großer geht. Um 14 Uhr ist Schluss! Das ist leider der Preis, den man zahlen muss, wenn man seinem Kind gerne etwas Natur bieten will.

Ja ja, wir haben es nicht anders gewollt! Und da das Schreiben von Texten Gott sei Dank weder an feste Zeiten noch Orte gebunden ist, klappt es auch meistens ganz wunderbar. Wären da nicht die Geschichten, die sich nicht mal eben so vom heimischen Rechner aus recherchieren lassen.

Ab und zu muss man also raus, um Menschen persönlich zu treffen, reibungslose Fotoshootings hinzubekommen oder um vielleicht sogar zu verreisen. Es gibt also verschiedene Arbeitsvarianten, wo unsere Betreuungslösung an ihre Grenzen stößt.

Reisen nehme ich grundsätzlich nur in Absprache mit den Großeltern an. Alles andere würde einfach zu kompliziert.

Bei anderen Jobs bin ich allerdings oft weniger flexibel. Mit Grauen erinnere ich mich an einen Termin in Pinneberg. Ich sollte ein Porträt über eine Familie schreiben. Vater, Mutter und Teenager-Tochter hatten nur an einem einzigen Tag Zeit. Der lag mitten in der Woche.

Da wir auch noch Fotos machen wollten, war klar, dass ich nie und nimmer um 14 Uhr wieder zuhause sein würde.

Weil genau an diesem Tag auch sämtliche Freunde und Familie ebenfalls schwer beschäftigt waren, blieben mir genau zwei Möglichkeiten: 1. Einen sehr lukrativen Job absagen. Oder 2. Nett fragen, ob man die niedlichen Blondschöpfe nicht auch einfach mitbringen könnte.

Die stören auch bestimmt nicht. Ähm, auf gar keinen Fall…

(Seit ich Mutter bin, flunkere ich irgendwie viel öfter als früher)

Nun, ihr ahnt es vermutlich schon!

Ich habe den Job nicht abgesagt und die zwei verhielten sich natürlich alles andere als so unauffällig, wie von mir zuvor am Telefon beschrieben.

Der Große stürzte sich Sekunden nach der Begrüßung auf die kunstvoll auf den Tisch angerichteten Schokoladenmuffins, nur um sie Sekunden später angewidert wieder auszuspucken, weil da Rosinen drin waren.

(Rosinen im Schokokuchen! Wer macht denn sowas?)

Ich lächelte gequält machte einen Witz und versuchte Kind 1 ruhig, aber bestimmt auf sein Fehlverhalten hinzuweisen.

Währenddessen lag Kind 2 bereits mit einem Tobsuchtsanfall auf dem Boden, weil der Fotograf ihn partout nicht das Objektiv halten lassen wollte.

Am liebsten hätte ich mich einfach dazu geworfen und mich solange über den Laminatfußboden gerollt, bis alles vorbei gewesen wäre.

Stattdessen fragte mich die in Esklationssituationen offensichtlich hinreichend geschulte Mutter der Familie zaghaft, ob meine Kinder denn etwas im Fernsehen schauen dürften. Ich zögerte kurz zwischen pädagogisch wertvoll und praktikabel und entschied mich schließlich für einen bunten Disneyfilm, vielleicht auch zwei.

Tatsächlich hatte ich den Rest des Termins die lieben Kinder, von denen ich am Telefon so viel erzählt hatte. Und am Ende ist sogar noch eine schöne Geschichte dabei herausgekommen.

Damit es allerdings nie wieder soweit kommt, plane ich solche Ausnahmetermine mittlerweile mit militärischer Präzision.

An dieser Stelle möchte ich meine To-Do-Liste für Termine mit Kindern mit euch teilen. Als Anregung für alle Fälle!

  1. Spielrucksack gemeinsam packen

  2. Genau wie ich am Abend vor einem wichtigen Termin meine Tasche packe, fülle ich mittlerweile auch die Rucksäcke meiner Kinder, wenn sie mal wieder mit auf einen Job kommen müssen. Wichtig ist dabei aber, es nicht schnell alleine zu machen, sondern sich gemeinsam die Zeit zu nehmen. Die Kinder sollen entscheiden, was rein soll. Durch das Mitbestimmungsrecht wächst automatisch auch die Lust auf die eingepackten Spielsachen. Was bei uns nicht fehlen darf: Bücher/Comics, Ausmalblock mit Stiften, Schleichtiere und die aktuelle Lieblingsactionfigur.

  3. Früh genug aufstehen

  4. Damit keine Hektik aufkommt und die Kinder sich nicht gedrängt oder überfordert fühlen, stehe ich immer mindestens zwei Stunden, bevor es los geht, auf. So verschaffe ich mir und den Jungs die Ruhe, die wir brauchen, um entspannt in den Tag zu starten. Außerdem bleibt nicht nur ausreichend Zeit für die morgendliche Routine von Frühstück bis Zähneputzen, sondern auch zum nochmaligen Überdenken des Spielrucksackinhalts. Nichts bringt einen Tag schon am Anfang mehr ins Wanken als Hektik.

  5. Aufs Briefing kommt’s an

  6. Damit eine Geschichte gut klappt, ist ein genaues vorheriges Briefing ungeheuer wichtig. Das gilt auch für Termine mit Kindern. Deshalb erkläre ich vorher in altersangemessener Ausführlichkeit, wo es hingeht, was wir dort machen und wie man sich am besten verhalten kann. Je besser sich die Jungs die Situation vorstellen können, desto entspannter verhalten sie sich vor Ort.

  7. Süßigkeiten sind ausdrücklich erlaubt

  8. Mit Mama zur Arbeit zu fahren ist etwas ganz Besonderes. An solchen speziellen Tagen gibt es bei uns auch immer ganz besondere Süßigkeiten. Und bevor die ersten Mütter entsetzt ihre Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Ja, ich gebe meinen Kindern Zucker. Ich halte nichts von Verboten und Ausschließlichkeiten – nicht für mich und nicht für meine Kinder. Also darf sich jeder eine spezielle Lieblingssüßigkeit aussuchen, bevor es losgeht. So werden auch potentielle Buffets nicht direkt leergeräumt.

  9. Elektronik ist nicht nur Teufelszeug

  10. Auch wenn man sich noch so gut vorbereitet, kann ein Arbeitstag für Kinder manchmal sehr lang werden. Für solche Momente habe ich auf meinem Handy folgende Apps gespeichert: Fiete, Petterson und Findus und „Mein Bauernhof“ von Wonderkind.

    Alle drei Apps sind ruhig, wunderschön illustriert und fordern auch mal das Denkvermögen der Kinder heraus. Tatsächlich gibt es viele schöne Spiele-Apps für Kinder, die nicht sofort die Hirnrinde aufweichen.

    Ebenfalls sehr beliebt bei meinen Kindern ist die grandiose Toniebox, ein würfelförmiges Abspielgerät für Musik und Hörspiele, die auf kleinen Spielfiguren gespeichert werden. Bei uns stehen derzeit das Sams und Heidi ganz hoch im Kurs. Die Geschichten hören sogar Erwachsene gerne mit!

© Beitragsbild: Pixabay

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