„Bei uns kommen alle Geschmäcker an einen Tisch“ – Veronika Stojan, süß+salzig

Veronika Stojan

In anderthalb Wochen startet die Buchmesse in Leipzig. Auch ich werde dort sein – hoffentlich leidet mein Geldbeutel nicht zu sehr. 😉 Wenn ich schon mal in der Stadt bin, dachte ich, ich könnte mal wieder zu einem Frühstück einladen.

Nachdem wir im letzten Jahr bei Maike Steuer im HomeLE waren, empfängt uns dieses Mal Veronika Stojan im süß+salzig. Hier könnt Ihr sie schon mal kennen lernen.

Liebe Veronika, Du hast 2012 gemeinsam mit Deinem Freund Felix Hanneberger das süß + salzig in Leipzig eröffnet. Wie kam es dazu?

Ein Traum wurde einfach in die Tat umgesetzt.

Hat es lange gedauert, bis Ihr Eure Location in der Merseburger Straße gefunden habt?

Nein, wir sind zufällig vorbeigefahren und haben das Zu-vermieten-Schild gesehen, uns in den Laden verguckt und zack.

Worauf muss man bei der Auswahl von Räumlichkeiten für einen gastronomischen Betrieb unbedingt achten? Gibt es etwas, dass Euch an Eurer Lokalität stört?

Achten: Auf eine ausreichend große Küche. Wir mussten nachträglich nochmal umbauen.
Stört: Nicht barrierefrei.

Ihr nennt Euch selbst Kuchenmanufaktur. Warum? Ist Euer süß + salzig nicht viel mehr als das?

Weil wir den Kuchen selbst backen ist die Kuchenmanufaktur auch ein Teil von uns. Den Rest beschreibt unser Name ganz gut 😉

Auf Eurer Speisekarte sind – dem Namen nach – sowohl süße, als auch salzige Speisen zu finden. Was besonders auffällt ist, dass Ihr auch ein veganes und vegetarisches Angebot habt. Warum war Euch wichtig, auch auf diese Ernährungsweisen einzugehen?

Wir wollten ja auf die Wünsche der Gäste eingehen können und haben in Plagwitz/Lindenau den veganen Trend gespürt. So kommen bei uns alle „Geschmäcker“ an einen Tisch, ganz ohne zu belehren.

Woher kommen die Rezepte für Eure Kuchen, Aufläufe und Flammkuchen? Denkt Ihr Euch die alle selber aus? Oder anders gefragt: Braucht es eine Ausbildung als Köchin oder Konditorin, um diese zu entwickeln?

Bei den Kuchen ist ein altes Familienrezept dabei. Ansonsten habe ich mir alle Rezepte von den Kuchen, Aufläufen bis zu den Flammkuchen selbst überlegt. Ich bin keine gelernte Köchin, habe aber vorher 8 Jahre in der Gastro gearbeitet.

Was habt Ihr eigentlich beruflich vor der Eröffnung Eurer Kuchenmanufaktur gemacht? Etwas völlig anderes oder war der Wunsch schon immer da ein Café zu eröffnen und Euer Werdegang war darauf ausgerichtet?

Ich bin gelernte Landschaftsgärtnerin, habe danach studiert und habe nebenbei einen typischen Gastro-Job gemacht, in dem ich dann „kleben“ geblieben bin, weil es mir unglaublich viel Spaß gemacht hat.

Bei urbanite habe ich (heraus)gelesen, dass Du „kurz“ nach der Eröffnung Eures süß + salzig eine Tochter bekommen hast. Wie habt Ihr Euch mit Deiner Schwangerschaft und der Elternzeit organisiert? Hast Du Dir eine längere Auszeit genommen und Felix den Laden geschmissen?

Ich habe bis zum Tag vor der Geburt im Laden gearbeitet. Danach hat Felix natürlich viel auffangen müssen. Danach haben wir uns gut eingeteilt. Auch wenn er mir die Kleine mal zum Stillen vorbei gebracht hat.

Wie gestaltet sich Dein Alltag als Mompreneur mittlerweile?

Der Alltag ist hart, weil er nie so ganz planbar ist und immer etwas dazwischenkommt. Natürlich haben wir auch ein super Team vor Ort.

In dem Bericht auf urbanite über Euch und das süß + salzig fiel der Begriff „Zweitladen“. Ende 2015, zur Zeit als der Artikel entstand, war die Erweiterung Eures Geschäfts um einen zweiten Laden noch kein Thema. Wie sieht es jetzt aus?

Wir sind wohl nicht die richtigen „Unternehmer“. Uns reicht ein Laden. Bei zwei Läden kümmert man sich nur noch im Hintergrund, das ist nicht so meins.

Das süß+salzig

Auf Eurer Facebook-Seite konnte ich bis Anfang des letzten Jahres regelmäßig Veranstaltungen wie Konzerte und Lesungen finden, die Ihr in Eurer Location veranstaltet habt. Finden diese noch statt oder habt Ihr damit aufgehört? Wenn ja, was war der Grund?

Am Anfang war es als Zugpferd gedacht um viele Gäste zu erreichen. Mittlerweile bringen zumindest Konzerte den täglichen Betrieb zu stark durcheinander. Auch ist der Organisationsaufwand (GEMA, Künstlersozialkasse etc.) nicht zu unterschätzen. Mal eben so ein Konzert ist so kaum möglich. Lesungen zur Buchmesse machen wir aber nach wie vor.

Leipzig wird ja gerne mal als Hochburg für (studentische) Start-ups betitelt. Ist das wirklich so? Wie nimmst Du die Gründerszene in Deiner Stadt wahr?

Ich nehme von dieser ehrlich gesagt recht wenig war, da ich grad mit 2 kleinen Kids ganz gut beschäftigt bin. Aber natürlich gibt es an jeder Ecke immer wieder neues zu Entdecken.

Wie sieht es mit der Vernetzung mit anderen selbstständigen Frauen aus? Welche Möglichkeiten gibt es in Leipzig sich mit anderen z. B. Mompreneuren auszutauschen?

Konkrete Netwerke für Frauen sind mir nicht bekannt. Ich tausche mich mit denen aus, die ich kenne und kennen lerne.

Eine abschließende Frage: Was machst Du, um Dich selbst weiterzubilden? Liest Du viel (wenn ja, welche Bücher?), nimmst an Workshops teil…?

Ich lerne aus Erfahrungen, vom Leben, von meinen Mitarbeitern und Kindern
.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Webseite verwendet Cookies. Stimme der Verwendung von Cookies zu, wenn Du die Webseite weiter nutzt. Mehr Informationen

Für eine uneingeschränkte Nutzung der FF&-Webseite werden Cookies benötigt. Einige dieser Cookies erfordern Deine ausdrückliche Zustimmung. Bitte stimme der Verwendung von Cookies zu, um alle Funktionen der Webseite nutzen zu können. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhältst Du in unseren Datenschutzbestimmungen.

Schließen