„Es braucht keine 200-Seiten-Powerpoint-Strategie, um Gottes Willen, nein! Aber es braucht eine Strategie“ – Sabine Votteler, Next Level Consulting

Sabine Votteler
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Ich habe vor Jahren, zu Beginn dieses Blogs, die Interviewreihe #Gründerinnen50plus ins Leben gerufen – und dann bedauerlicherweise wieder einschlafen lassen. Zum Glück gibt es Frauen wie Sabine Votteler, die andere Frauen – sowie auch Männer – im „besten Alter“ in den Mittelpunkt ihrer Arbeit rücken.

Wie Sabine Menschen durch ihr Coaching und Consulting hilft, könnt Ihr im folgenden Interview nachlesen.

Liebe Sabine, Du hast Dich mit den Worten „Ich bin erst mit Ende 40 aus dem Angestelltendasein in diversen Führungsrollen ausgestiegen und habe den Schritt in die ‚Ungewissheit‘ der Selbstständigkeit gewagt. Und keine Sekunde bereut“ bei mir gemeldet. Du schriebst weiter: „Mittlerweile unterstütze ich Manager*innen und Führungskräfte 45 plus in einer ähnlichen Situation (…)“. Lass uns an dieser Stelle einsteigen und danach Deine Vita genauer aufrollen. Erzähl uns doch bitte, was Du genau machst.

Ich unterstütze Menschen, die nach vielen Jahren Karriere aus der Anstellung aussteigen wollen, dabei, ein Business-Modell zu entwickeln, das auf dem Fundament ihrer Expertise und Erfahrung aufbaut. Die Zusammenarbeit kann je nach Bedarf unterschiedliche Elemente beinhalten und an unterschiedlichen Punkten starten. Ich arbeite mit Menschen, die noch gar keine Idee haben genauso wie mit solchen, die schon weiter sind und feststecken. Im letzteren Fall schauen wir, an welchen Stellen es „klemmt“ und schaffen auch hier die Voraussetzungen, dass das Business läuft.

Du richtest Dich mit Deinem Angebot bewusst an Best Ager. Warum? Ich weiß es natürlich besser, dennoch die provokante Frage: Sollte frau sich im Alter wirklich selbstständig machen; ist das nicht nur was für junge Leute? Warum sind gerade Frauen jenseits ihrer 30iger wie für die Selbstständigkeit gemacht?

Ich sage gern: „Das Leben hat dich optimal auf den nächsten Schritt vorbereitet!“ Ältere Frauen haben es bei der Gründung häufig leichter als junge.

Sie können ihr Business auf einem großen Erfahrungsschatz aufbauen. Dabei geht es nicht nur um Fachwissen, sondern vor allem um Erfahrungen mit Herausforderungen, mit zwischenmenschlichen Situationen, mit Finanzen. Sie wissen, wie Strukturen sein müssen und Prozesse funktionieren, haben schon einige Krisen überwunden, in der Regel gute Kontakte, die bei der Gründung helfen können und häufig auch ein gewisses finanzielles Polster. Und bei fast jedem Menschen gewinnt mit den Jahren die Sinnhaftigkeit einer Arbeit an Bedeutung. Die materiellen Dinge treten immer mehr in den Hintergrund, weshalb man auch in dieser Phase oft „reif“ für die Selbstständigkeit ist. Denn du gewinnst damit ja viel mehr als ein Einkommen.

Sabine Votteler
 
Auch auf Edition F hast Du darübergeschrieben, warum Frauen mit 45plus im besten Alter für eine Existenzgründung sind. Gibt es rationale Gründe, die dagegensprechen? Ich denke z. B. an Frauen mit Kindern. Kleines Szenario: Mal angenommen ich wäre nicht schon selbstständig, würde in den nächsten Jahren Mutter werden, dann ist mein Kind im schulpflichtigen Alter, wechselt vielleicht gerade auf eine weiterführende Schule, wenn ich meinen 45. Geburtstag feiere und mich selbstständig machen will. Ein Status Quo, in dem an eine Selbstständigkeit doch gar nicht zu denken ist, schließlich habe ich Verantwortung zu tragen… Ich hoffe, Du liest mein Augenzwinkern raus. 😉 Diese Argumentation kommt mir tatsächlich immer mal wieder unter. Ist sie berechtigt oder letztendlich eine Ausrede und Zeichen von Unsicherheit?

Ich glaube, das kann man nicht pauschalisieren. Sicherlich ist es einfacher, derartige Entscheidungen zu treffen, wenn man Single ist und nur für sich selbst die Verantwortung trägt. Doch es ist immer eine Frage der Persönlichkeit und der Perspektive, wie jemand damit umgeht. Natürlich sind Kinder ein „guter Grund“ – also auch eine richtig gute Ausrede, lieber doch alles beim Alten zu lassen. Schau, ich habe z. B. eine Kundin, die sich WEGEN ihrer Kinder selbstständig gemacht hat, weil sie ihre Arbeitszeiten so besser auf die Bedürfnisse ihrer Kinder abstimmen konnte, als in der Anstellung.

Und wohl jeder hat seine Ängste, wenn es um den Ausstieg aus der vermeintlich sicheren Anstellung geht. Mit und ohne Kinder. Es gibt ja auch andere Verpflichtungen. Ich frage immer: Was ist die Alternative? Wenn dir dein Job genügend Erfüllung gibt, wunderbar. Doch wenn das nicht so ist, er wie bei vielen sogar regelrecht alle Energie aus dir heraussaugt, dann ist das in meinen Augen kein sicherer Job. Denn entweder deine Leistungen lassen nach, weil du den Job nicht gerne machst und dein Arbeitgeber spielt da irgendwann nicht mehr mit oder du läufst Gefahr, krank zu werden – von Burnout bis zu Boreout, wenn du dich zur Arbeit zwingen musst. Das Risiko finde ich viel höher.

Und oft sind die Kinder auch schon aus dem Gröbsten heraus und es gibt allmählich wieder Raum, an die eigene Zukunft zu denken.

Auf Deiner Website ist zu lesen: „Dem Burnout nahe, durch die Karriere nicht mehr motiviert und von der Aussicht auf weitere 20 vergleichbare Jahre frustriert, habe ich alles hingeworfen und neu angefangen – mit 49.“ Wie sah Dein beruflicher Werdegang bis dato aus? Was hat zu Deiner Frustration geführt?

Ich bin die Karriereleiter mühelos und mit viel Spaß emporgeklettert und hatte das große Glück, dass ich für die Unternehmensgruppe, in der ich damals gearbeitet habe, nacheinander gleich zwei Firmen aufbauen durfte. Das erste war eine Event-Agentur. Und danach kam ein Versandunternehmen, das ich innerhalb von 5 Jahren auf einen 8-stelligen Jahresumsatz entwickeln konnte.

Nach ein paar Jahren bin ich aus privaten Gründen dort weg und habe danach noch verschiedene Führungspositionen in E-Commerce-Unternehmen gehabt, bis ich dann aus Corporate ausgestiegen bin.

Der Frust entstand dadurch, dass ich das Gefühl hatte, nicht mehr richtig voranzukommen. Ich brauche Entwicklung. Ich muss sehen, dass mein Tun etwas bewirkt. Doch die Unternehmensstrukturen, in denen ich gelandet war, haben mich furchtbar eingeschränkt. Ich fühlte mich nur noch als von anderen gesteuerter Verrichtungsgehilfe, der selbst viel zu wenig steuern konnte. Ich bin eine Macherin und in dieser Situation steckte ich total fest. Das war wahnsinnig unbefriedigend. Dass ich nicht mehr das tun konnte, was mir Spaß macht und worin ich wirklich gut bin. Nämlich Dinge aufbauen.

Schließlich konnte ich irgendwann nicht mehr hinter den Strategien der Geschäftsleitung stehen, was alles noch sinnloser erscheinen ließ und die eigene Motivation immer schwieriger machte.

Und letztendlich fühlte ich mich auch nicht mehr wertgeschätzt. Von anderen, aber irgendwie auch von mir selbst. Ich konnte meine eigenen Leistungen gar nicht mehr anerkennen, weil es in meinen Augen viel zu wenig war.

So kam es dann nach meinem Ausstieg zu der Gründung einer Beratung im Bereich Persönlichkeitsentwicklung. Das beruhte auf der Idee einer Bekannten, die es nicht allein machen wollte und auf mich zukam. Sie kam aus dem Bereich Business Consulting und Wirtschaftspsychologie und brachte den fachspezifischen Background mit und ich machte Business-Modell und Marketing. Das lief bei mir dann parallel zu einer Freelancer-Tätigkeit, in der ich Unternehmen beraten habe.

Ja, und nach gut 2 Jahren Freelancertum habe ich mich dann auf das jetzige Gebiet fokussiert, nämlich Coaching und Consulting von Menschen, die in die Selbstständigkeit oder die mit ihrem Business aufs nächste Level wollen.

Das entstand einfach aus der eigenen Unzufriedenheit als Freelancer.

Bevor Du Dein Next Level Consulting Business gestartet hast, hast Du einige Zeit frei gearbeitet – und dieselben Erfahrungen gemacht wie ich. Selbstständigkeit ja, Freelancertum nein. „Ich tauschte meine Zeit gegen Geld. (…) war in gewisser Weise weisungsgebunden und inwieweit ich einen Impact hinterließ, wenn ich mich nach ein paar Monaten wieder verabschiedete, das war mir sehr unklar.“ Welche Vorteile birgt Deine jetzige Selbstständigkeit gegenüber der freien Mitarbeit von damals – und Deinem Angestelltendasein?

Ja genau, das Freelancertum war auf Dauer nichts für mich. Interessant, dass du das genauso erlebt hast! Meine jetzige Selbstständigkeit unterscheidet sich dahingehend, dass ich nicht mehr von wenigen Auftraggeber*innen mit Haut und Haaren „aufgefressen“ werde und ständig zwischen Projekten und Akquise hin- und herrenne. Jetzt läuft das viel ausgeglichener und parallel ab.

Ich bediene mehrere Kund*innen gleichzeitig, auch in Gruppen. Ich verkaufe Pakete und keine Tagessätze mehr. Und meine Akquise ist in weiten Teilen automatisiert. Außerdem muss ich nicht mehr alles selbst machen, sondern habe Teile meiner Arbeit outgesourct. Der nächste Schritt ist das „Productizing“, also Produkte aus meinem Angebot zu machen.

Ja, und ich genieße die Freiheit meiner Selbstständigkeit! Wobei mir die zeitliche und räumliche Flexibilität zwar wichtig sind, ich sie aber nicht besonders häufig nutze. Viel viel relevanter ist für mich die „Freiheit im Kopf“. Ich kann genau das tun, was ich für richtig halte und kann das ruckzuck umsetzen ohne erst noch x Abstimmungsrunden zu drehen und am Ende eine komplett abgespeckte Idee realisieren zu müssen, bei der der ursprüngliche Drive längst raus ist.

Der Weg in Dein heutiges Business führte Dich über die Auseinandersetzung mit Dir selbst. An dieser Stelle setzt Du auch bei Deinen Kund*innen an, wie Du im Interview mit Lemondays verraten hast. „Üblicherweise sucht man die Geschäftsidee im Außen. Du siehst etwas, was Dich interessiert, recherchierst vielleicht weiter und stellst fest, dass es dafür einen Markt gibt und glaubst, dass Du das könntest und es Dir Spaß machen würde. Du nimmst also die Idee und passt Dich selbst so an, dass Du dazu passt. (…) Meines Erachtens muss es andersrum laufen. Du musst herausfinden, was in Dir steckt und dazu die passende Idee entwickeln.“ Und weiter: „Wenn Du nicht weißt, warum Du etwas tust, dann glauben sie [Anm.: die Kund*innen] nicht an Dich. (…) Deshalb ist die Motivation, das Warum auch ein sehr wichtiges Element der Unternehmerinnenpersönlichkeit“. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Warum nicht immer präsent ist. Wie kann frau herausfinden, was sie antreibt? Hast Du Tipps?

Da hast du recht! Das Warum zu finden, ist meist ein Prozess, der länger andauert. Ich frage meine Kund*innen in einer manchmal (fast) unendlichen Fragenkette „Warum?“ Bei jeder Antwort immer wieder. Warum willst du das machen? – Ok und warum ist dir das wichtig? – Gut, warum… Und so weiter.

Wir erforschen durch viele Fragen, aber auch Methoden wie Meditationen, weshalb eine Kundin/ein Kunde sozusagen hier auf der Welt angetreten ist.

(Die) Frage (ist) immer erst: warum – da setzt Du mit Deinen Kund*innen im Coaching an. Wie geht es dann weiter? Wie habe ich mir eine Zusammenarbeit mit Dir vorzustellen?

Grundsätzlich arbeiten wir an 3 Bereichen bzw. in 3 Schritten.

  1. Die Unternehmerin selbst als Basis für das Geschäft. Da geht es um Dinge wie Persönlichkeit, Stärken, Schwächen, Werte, Wünsche und Ziele, etc., so dass wir diese wichtigen Punkte für das Business bestmöglich nutzen und das Geschäftsmodell zur Gründerin passt. Damit schaffen wir auch die Grundlage für eine einzigartige Positionierung.
  2. Danach entwickeln wir die Business-Idee durch Kombination der vorhandenen Bausteine und auf der Basis von Recherchen und Tests in einem iterativen Verfahren. Die beste Idee wird anhand verschiedener Kriterien ausgewählt und dafür das Business-Modell erarbeitet, mit allen relevanten Elementen, allen voran Nische und Angebot.
  3. Wenn das steht, geht es an die Vermarktung. Zunächst entwickeln wir das Branding und dann verschiedene Marketing-Maßnahmen.
     
    Wichtig sind mir dabei 3 Dinge:

    • Wir gehen so früh wie möglich mit der Idee raus und gewinnen schon die ersten Kund*innen, während wir parallel das Business weiter aufbauen.
    • Bezahlte Werbung machen wir erst, wenn wir den Proof haben, dass die Idee fliegt.
    • Und die Marketing-Maßnahmen sind individuell angepasst, denn logischerweise braucht nicht jedes Business das gleiche und immer nur auf den „Facebook-Zug“ aufzuspringen, ist meiner Meinung nach zu kurz gesprungen.

Das Ganze erfolgt in der Einzelberatung oder in Kleingruppen und in der Regel über Online Meetings und dauert mehrere Monate.

Sabine Votteler
 
Das eben beschriebene Vorgehen kann ich als Kund*in bei Deinem Programm Expert Business Explorer erwarten, richtig? Du hast ja noch ein zweites, eines das sich an bereits selbstständige Unternehmer*innen richtet – Expert Business Builder. Wie unterscheidet sich das Angebot vom ersten? Was sind Inhalt und Ziel dieses Coachings?

Der Business Explorer setzt bei den Grundlagen an und deckt den oben beschriebenen ersten Teil ab. Das Ziel ist, herauszufinden, was die Unternehmerin/den Unternehmer ausmacht, die richtigen Punkte zu extrahieren und so zu kombinieren, dass ein funktionierendes Business und eine einzigartige Positionierung daraus entstehen.

Der Business Builder setzt dann auf diesem Fundament auf. Hier bauen wir das komplette Business auf, kümmern uns um die Sichtbarkeit, die Vermarktung und die Kundengewinnung – sowohl strategisch als auch ganz operativ bis hin zur Umsetzung der Maßnahmen.

Was sind Deiner Erfahrung nach die häufigsten Fehler, die Gründer*innen sowie Unternehmer*innen machen, die sie darin hindern ein profitables Business aufzubauen?

Fehlende Strategie und fehlendes Business-Modell. Ich bin ein großer Freund von iterativen Vorgehensweisen. Ich unterstütze es sehr, dass meine Kund*innen schon nach kurzer Zeit an den Markt gehen und möglichst schnell verkaufen können. Es braucht keine 200-Seiten-Powerpoint-Strategie, um Gottes Willen, nein! Aber es braucht eine Strategie. Mit einem Business-Modell lässt sich das in der Regel effektiv und gut abbilden.

Viele greifen eine Idee auf und starten einfach drauf los. Sie haben dann z. B. schon mal eine Website, aber sie können mir nicht sagen, wer ihre Kund*innen oder ihre Mitbewerber*innen sind.

„Einfach mal machen“ ist super, doch wäre es geradezu ein Zufallstreffer, wenn du z. B. eine Website aufbauen würdest, die für dich funktioniert, wenn du vorher gar nicht weißt, wen du mit dieser Seite wie ansprechen willst und wie du selbst auftreten möchtest. Also, ein paar mehr Gedanken im Vorhinein machen Sinn, damit du nachher auf einem integrierten System aufbaust und auch deine Marketing-Maßnahmen eine realistische Chance haben.

Beide Programme führen das Wort Expert in sich. Auf Deiner Website schreibst Du, dass es im heutigen Wettbewerb unverzichtbar ist, sich als Expert*in zu positionieren, um erfolgreich zu sein. Warum bist Du dieser Überzeugung?

Ich vertrete den Standpunkt, dass sich die Business-Welt u. a. dahingehend verändert hat, dass sie immer mehr auf Vertrauen und Beziehungen basiert. Anders findet die Kundin/der Kunde sich in dieser schnelllebigen und unübersichtlichen Welt nicht zurecht. In meinen Augen basiert ein Expertenbusiness auf Expertise und persönlicher Erfahrung auf einem bestimmten Gebiet. Gerade diese persönliche Geschichte ist es, was Kund*innen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, sehr schnell Vertrauen fassen lässt. Die eigene Geschichte ist so einzigartig und prägend, dass sie die beste Basis für die Positionierung ist. Es macht heute keinen Sinn mehr, die Kund*innen mit immer noch tolleren Angeboten überzeugen zu wollen. Die Kundin/Der Kunde will keine Leistungen, er will Lösungen und er will eine persönliche Bindung.

Du führst mit all Deinen Kund*innen ein Vorabgespräch, um zu schauen, ob das Programm etwas für die- oder denjenigen ist. Ist es schon vorgekommen, dass Du am Ende des Austauschs gesagt hast, dass die Person für Dich als Kund*in nicht in Frage kommt – und das vielleicht nicht, weil Dein Angebot nicht passte, sondern die Chemie fehlte? Was rätst Du anderen in solchem Fall? Wie lehnt frau Kund*innen professionell ab?

Ja, das kam schon vor. Ich arbeite mit meinen Kund*innen in der Regel über Monate zusammen. Da muss einfach die Chemie passen, sonst wird das suboptimal. Ich bin sehr ergebnisorientiert und will wirklich dahin kommen, dass die Kund*innen am Ende ihr Business haben. Dazu müssen sie jede Menge selbst beitragen. Ich sage auch immer zu Beginn unseres Vorgespräches, dass ich dieses u. a. deshalb führe, um den persönlichen Fit zu überprüfen und erkläre, dass das meines Erachtens nach sehr wesentlich ist. Das verstehen alle. Wenn es dann zur Ablehnung kommt, sage ich einfach die Wahrheit: Ich habe das Gefühl, dass wir nicht gut zusammenpassen und dass ich denke, dass ich ihr/ihm so nicht optimal helfen kann, was für uns beide nicht gut wäre. Wenn sich das nicht so konkret ansprechen lässt, dann lasse ich eben den ersten Halbsatz weg. Und wenn möglich, dann empfehle ich jemand anderen, der meiner Meinung nach besser passt.

Neben Deinen Coachings hältst Du auch Workshops, Seminare und Vorträge. Es gibt Selbstständige unter uns, die die „große Bühne“ scheuen. Nicht weil sie schüchtern sind, sondern sich eine solche Aufgabe nicht zutrauen – fehlendes Redetalent. Woher nimmst Du Deine ‚Speakerinnen Skills‘? Ich habe gelesen, dass Du u. a. von Blair Singer gelernt hast…

Seitdem ich vor ein paar Jahren von einem Speaker mit über 100 Vortragstagen pro Jahr gehört habe, dass er kein Naturtalent war und jeden neuen Vortrag viele, viele Male übt, bin ich da wesentlich entspannter. Ich dachte nämlich immer, als Redner*in werde man geboren. Aber das lässt sich eben wie fast alles lernen. Und vor allem üben. Du musst es einfach machen. Fast jede*r noch so erfahrene Redner*in ist vor dem Auftritt nervös. Doch es wird mit jedem Mal einfacher. Mach‘ es 5 Mal und es ist schon gar nicht mehr schlimm.

Ich habe gesehen, dass Du neben Deinem Consulting Business noch einen Onlineshop für „kleine feine Produkte, die Freude machen“ hast – ilovedodo.com. Wie kam es dazu?

Ja, aber das ist wirklich ganz miniklein, weil ich leider einfach nicht dazu komme, da mehr zu machen. Ich bin eine „Produkttante“. Ich liebe es einfach, Produkte zu entdecken, zu sourcen, mit den Lieferanten zu verhandeln und der ganze Prozess eben. Und generell den E-Commerce. Das kommt wohl von meiner Vergangenheit, in der ich diese ganzen Sortimentsthemen auch verantwortete. Also, das ist sozusagen ein Hobby. 🙂

Liebe Sabine, lass uns zum Ende kommen – auch wenn ich noch so viele weitere Fragen stellen könnte… 😉 Kannst Du uns abschließend noch an Deinem Erfahrungsschatz teilhaben lassen? Gibt es etwas, dass Du (angehenden) selbstständigen Frauen mit auf den Weg geben kannst?

Oh, jede Menge! 🙂 Wichtig ist auf jeden Fall:

Warte nicht darauf, dass die einzigartige Geschäftsidee plötzlich vom Himmel fällt. Die brauchst du nicht. Du bringst alles mit, was nötig ist. Ideen sind nicht einfach da, man kann sie entwickeln.

Versuche, erst mal parallel zu starten – zumindest mit den ganzen strategischen Vorbereitungen bis zur ersten Kundin/zum ersten Kunden – solange du es in deinem Job noch aushältst. So hast du zwar weniger Zeit und die Business-Entwicklung geht vermutlich langsamer, aber du hast keinen finanziellen Druck und das hilft meistens sehr!

Fang an! Mache die ersten kleinen Schritte. Sofort jetzt. Denn der weitere Weg entsteht im Gehen. Es ist nicht möglich, das alles im Voraus zu planen.

Mach‘ nicht alles allein mit dir aus. Suche dir Verbündete, Gleichgesinnte, Berater, Coaches… Fragen ist kein Zeichen von Unzulänglichkeit, sondern sehr smart. 😉

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