Nicole Brehm, Content-Marketing-Spezialistin: „Content Marketing ist so ein mächtiges Tool, authentische Kundenbeziehungen aufzubauen und sich als Personal Brand zu präsentieren“

Nicole Brehm

Wie einige von Euch vielleicht wissen, verdiene ich mein Geld seit 2014 als freie Social Media und Content Marketing Managerin. Noch – über meinen persönlichen Werdegang, könnt Ihr hier mehr lesen. In Vorstellungsrunden werde ich, nachdem ich meine Profession genannt habe, oft gefragt, welche Aufgaben diese mit sich bringt. Soviel vorweg: Weit mehr, als die Betreuung von Facebook, Instagram und Co.

Welchen Aufgaben genau sich eine Content-Marketing-Spezialistin widmet, lasse ich Euch heute von einer Frau erklären, die für ihre Arbeit brennt: Nicole Brehm. Sie ist seit einem Jahr in diesem Bereich selbstständig; hat sich in der kurzen Zeit einen beachtlichen Kund*innen-Stamm aufgebaut. Wie? Auch das verrät Nicole im Interview.

Liebe Nicole, Du hast Dich im vergangenen Jahr selbstständig gemacht. Womit? Beschreibe uns doch bitte mit Deinen eigenen Worten was Du machst.

Liebe Sandra, das tue ich sehr gerne: Ich arbeite als Content-Marketing-Spezialistin und unterstütze Life- und Business Coaches sowie spirituelle Unternehmer*innen dabei, ihre Botschaft in die Welt zu tragen. Für meine Kund*innen entwickle ich Content-Marketing-Strategien und -Ideen, unterstütze sie bei ihren Projekten und der Kommunikation in Social Media, Newsletter und Blog. Außerdem übernehme ich das Management von Inhalten und Online-Kursen und stehe bei technischen Herausforderungen zur Seite.

Wie kam es dazu, dass Du 2018 in die Selbstständigkeit gestartet bist? Gab es einen konkreten Auslöser oder war Dich selbstständig zu machen schon immer Dein Ziel?

Ich habe Ende 2016 nach sieben Jahren Festanstellung in einem Verlag gekündigt und bin erstmal sehr lange gereist, um Abstand zu gewinnen. Wie es danach weiter gehen soll, war gar kein Thema für mich. Ich wollte nur den Moment genießen. Während meiner Reise habe ich immer stärker gemerkt, was mir im Leben wichtig ist und wie wertvoll Freiheit und Flexibilität für mich sind, sodass mir schnell klar war, dass für mich nur noch die Selbständigkeit in Frage kommt. Ich wollte endlich die Möglichkeit haben, meine eigenen kreativen Ideen umzusetzen und an meinen eigenen Projekten zu arbeiten.

Wie Du eben erwähntest, bist Du vor Deiner Selbstständigkeit ein Jahr durch die Welt gereist. Ein Zitat sagt: je weiter frau reist, umso näher kommt frau an sich selbst heran. Was hast Du auf Deiner Weltreise über Dich gelernt? Konntest Du gar was für Deine heutige Arbeit mitnehmen?

Da stimme ich dir absolut zu! Je länger ich unterwegs war, desto mehr habe ich das, was vorher Alltag und Normalität war, aus einer ganz neuen Perspektive gesehen. Durch die räumliche Distanz, unerwartete Herausforderungen beim Reisen und die vielen neuen Erfahrungen mit Menschen und Situationen habe ich mich selbst ganz anders kennengelernt. Ich bin viel entspannter geworden und kann mehr mit dem Flow gehen als jemals vorher. Und das ist für meine Selbständigkeit absolut hilfreich.

Gerade im ersten Jahr der Selbständigkeit ist ja jeder Tag neu, aufregend und unvorhersehbar. Mir hilft es da sehr, mit einer entspannten Haltung an die Dinge heranzugehen: durchatmen, akzeptieren und weitermachen. Und das habe ich bei meinen Reisen ziemlich gut trainiert.

Auch die Selbstständigkeit ist eine Reise – auf der frau mal besser, mal weniger gut voran kommt. Welche Ups und Downs hast Du bislang erlebt?

Ich bin in meiner Selbständigkeit sehr generalistisch gestartet. Mit dem Ansatz, bei so ziemlich den meisten Marketing- und Kommunikations-Belangen unterstützen zu können. Das war ehrlicherweise nicht sehr clever. Dadurch konnte ich mich nicht gut positionieren, meine Stärken nicht ausreichend einbringen und keine klare Zielgruppe ansprechen. Glücklicherweise habe ich das recht schnell verstanden und mich schon nach wenigen Monaten an die Umpositionierung gemacht. Als die Umpositionierung dann stand, war es sehr viel einfacher für mich, Kund*innen zu vermitteln, wie ich sie unterstützen kann und wieso ausgerechnet ich am besten helfen kann.

Du hast mal gesagt: „Ich liebe Struktur, Strategie und Analyse“. Was mich zu der Frage bringt: Wie strukturierst Du Dich selbst? Gibt es Deinerseits Tipps wie auch wir, andere selbstständige Frauen, uns besser organisieren können?

Am besten helfen mir bei der Strukturierung tatsächlich Zettel und Stift: Am Anfang der Woche und an jedem Morgen plane ich kurz, was ansteht. Dabei gibt es pro Tag maximal drei Aufgaben. Denn ich habe festgestellt, dass ich selten mehr schaffe und Dinge, die ich nicht abhaken kann, sich nur unnötig ansammeln und mich frustrieren.

Meine Aufgaben plane ich als Termine bei Google Calendar ein. Mit der Zeit, die ich dafür ungefähr benötige, inklusive Telefonaten und Pausen. Das hilft mir gut, meinen Tag zu strukturieren.

Wunderlist nutze ich für alle Ideen oder Gedanken, die mir zwischendurch kommen. Hier sammle ich erstmal unstrukturiert und bearbeite diese später, wenn es an die Wochenplanung geht.

Wenn ich mich in neue Themen einarbeite oder Gedanken strukturiert festhalten will, tue ich das auf Trello-Boards. Diese kann ich nach Kategorien strukturieren und dort alle Infos, Materialien und Links sammeln.

Du leistest Deinen Kund*innen Hilfestellung bei ihren Online-Präsenzen. Wie sollten diese „aussehen“, um damit langfristig erfolgreich zu sein?

Die Online-Präsenz ist nur die Spitze des Eisberges, das was nach außen sichtbar wird. Vor der Online-Präsenz steht für mich etwas noch viel Wichtigeres: Die Personal Brand, also die Personenmarke. Ich empfehlen meinen Kund*innen immer, sich vor der Ausarbeitung ihrer Webseite, Social-Media-Präsenz, Newsletter, Texte etc. mit ihrer eigenen Marke zu beschäftigen und ihre Ziele sowie die Zielgruppe, die sie ansprechen wollen, klar zu definieren. Erst wenn das alles klar ist und die Strategie steht, sollten im nächsten Schritt die passenden Maßnahmen entwickelt werden. Und die sehen tatsächlich für jede*n individuell anders aus.

Apropos Erfolg: Was braucht es, z. B. an technischer Infrastruktur oder persönlichen Eigenschaften, um ein nachhaltiges Online Business aufzubauen?

Ich glaube immer noch sehr an die eigene Webseite. Auch wenn Social Media enorm wichtig ist und zumindest ein Social-Media-Kanal auch fürs Business genutzt werden sollte, entsteht dadurch immer eine Abhängigkeit von Plattformen. Mit eigener Webseite und Mailing-Liste dagegen kann ich meine Inhalte und die Gestaltung selbst bestimmen, bin von Algorithmus-Änderung oder Problemen mit meinem Account unabhängig und verfüge jederzeit über meine Kunden*innen-Daten.

Um ein nachhaltiges Online Business aufzubauen hilft es enorm, flexibel und wissbegierig zu bleiben und sich gut zu vernetzen. Nichts ist so hilfreich wie ein Netzwerk aus anderen Selbständigen, mit denen man sich austauschen und gegenseitig unterstützen kann.

Um seine Kund*innen online zu erreichen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten – z. B. Social Media oder E-Mail-Marketing. Welcher Weg ist Deiner Meinung nach der vielversprechendste? Warum?

Immer der, der dir am meisten Spaß macht! Denn wenn ich langfristig ein erfolgreiches Business aufbauen will, muss ich Spaß am Austausch mit meiner Zielgruppe haben. Nur so bleibe ich am Ball. Dazu darf ich mich durch alle Spielarten probieren und herausfinden, was mir am besten liegt.

Rein technisch betrachtet sind sowohl Social Media als auch E-Mail-Marketing wichtig. Und auch hier gilt: Es kommt immer auf die Strategie und Kommunikationsbereitschaft des Einzelnen an. Habe ich beispielsweise Lust, oft zu kommunizieren und Text, Bild, Ton und Video zu nutzen, ist Social Media der einfachste, schnellste Kanal. Ich kann sofort mit meiner Zielgruppe in Kontakt treten, unkompliziert Feedback erhalten und über Direkt-Nachrichten sehr eng kommunizieren. Bei Social Media ist die Regelmäßigkeit meiner Aktivität wichtig. Poste ich nur alle paar Wochen mal, gehen meine Beiträge schnell in der Masse der Informationen unter. Da hilft es enorm, einen Redaktions- und Posting-Plan zu erstellen und Tools zur Automatisierung einzusetzen.

E-Mail-Marketing bietet den großen Vorteil, dass ich meine Kundendaten immer zur Verfügung habe und sicher gehen kann, dass jeder meiner Kontakte meine E-Mail im Posteingang sieht. Ich kann selbst bestimmen, wie mein Newsletter gestaltet ist und wie ich meine Informationen verpacken möchte und mich dadurch von anderen abheben. Schreibe ich beispielsweise einen persönlichen und individuellen Newsletter, der für meine Leser fast schon ein Liebesbrief ist, hebe ich mich sofort von allen anderen Newslettern ab und sorge über diesen Mehrwert dafür, dass meine Leser gerne und regelmäßig meine Newsletter öffnen.

Ich würde gerne noch eine Frage zum E-Mail-Marketing anschließen – weil ich davon ehrlicherweise keine Ahnung habe. 😉 Welche Anbieter kannst Du empfehlen? Worauf gilt es grundsätzlich zu achten? Was sollte man beim Versand eines Newsletters tunlichst vermeiden?

Das kommt ganz auf deine Anforderungen an. Für den Einstieg eignet sich Mailchimp gut, da es intuitiv und einfach zu bedienen ist. Bei höherem Automatisierungs-Bedarf bietet sich beispielsweise ActiveCampaign an.

Damit mein Newsletter auch wirklich gelesen wird, sollte dieser den Lesern Mehrwert bieten und gute, wertvolle Inhalte liefern, die es sonst auf meinen Kanälen nicht gibt. Idealerweise einfach verpackt und schön zu lesen. Solche Inhalte können private Einblicke oder Einblicke in mein Business sein, ein besonderes Video oder Webinar, zu dem meine Leser als Erste Zugang bekommen oder auch eine Umfrage, mit der ich direkte Rückmeldung zu den Wünschen meiner Zielgruppe bekomme und zeige, wie wichtig mir deren Meinung ist.

Es hilft auch, auf die Metriken nach dem Mail-Versand und deren Entwicklung über längere Zeit zu schauen: Wann werden meine Newsletter geöffnet, wie häufig werden die Links geklickt, welche Rückmeldungen erhalte ich. Dabei ist Experimentierfreudigkeit gut. Und gleichzeitig die Konsequenz, die gewählte Strategie für einen bestimmten Zeitraum zu verfolgen, sodass erstmal Daten vorliegen, auf deren Basis ich anschließend entscheiden kann, wie es weitergehen soll.

Und was sollte ich vermeiden? Ich denke, alles, was ich selbst in Newslettern nicht mag: wenn ich die gleichen Inhalte wie auf allen anderen Kanälen der Person bekomme, Mails erhalte, die nur verkaufen sollen und unpersönliche, steife Texte ohne Mehrwert lesen soll. Das geht besser!

Folgenden Satz kann ich nicht mehr hören: Selbstständigkeit bedeutet „selbst“ UND „ständig“; glaube aber, dass besonders Selbstständige mit Online Business aufpassen müssen, dass er nicht zur Realität wird. Sensibilisierst Du dafür auch Deine Kund*innen? Wenn ja, was rätst Du ihnen, damit sie sich nicht 24/7 verfügbar sind? Was tust Du selbst, um eine vernünftige Balance zwischen Arbeit und Quality Time nur für Dich zu schaffen?

Das kann ich auch nicht mehr hören, Sandra! Aber ich erwische mich selbst viel zu oft dabei, dass ich selbst und ständig an meinem Business arbeite. Grade wenn ich „mal schnell“ auf dem Handy noch das ein oder andere machen kann, tu ich es viel zu oft. In Gesprächen mit meinen Kund*innen ist das auch öfter Thema und wir lernen da voneinander. Jede*r hat mit der Zeit eine eigene Strategie entwickelt, um auch mal Pause zu machen.

Ich habe dieses Jahr einige Herausforderungen mit dem „selbst und ständig“ gehabt und musste für mich sehr klare Ruhepausen und Regeln festlegen, um nicht immerzu mit dem Kopf bei der Arbeit zu sein. Ich gehe so oft es geht nachmittags im Park spazieren und schalte meinen Rechner am Wochenende und abends konsequent aus. Auf meinem Handy habe ich die wichtigsten Apps auf dem Homescreen, aber Social Media Apps und andere Zeitfresser auf dem zweiten oder dritten Screen. Wenn ich effizient arbeiten will, lege ich mein Handy in ein anderes Zimmer oder stelle es auf Flugmodus. Das hilft mir tatsächlich am besten. Und bei Treffen mit Familien oder Freunden bleibt das Handy immer in der Tasche.

Um Abstand von der Arbeit zu bekommen mache ich außerdem viel Yoga und meditiere. Und gehe gerne wandern, am liebsten tagelang. Dabei bekomme ich den Kopf so richtig frei.

Was ist Dir bei einer Zusammenarbeit wichtig? Oder anders gefragt: Wann kommt eine Kundin/ein Kunde für Dich nicht in Frage? Und, was kann frau von Dir erwarten?

Mir ist es wichtig, dass es zwischen mir und meinen Kund*innen klickt. Die Zusammenarbeit macht viel mehr Spaß und auch die Ergebnisse sind besser, wenn die Wellenlänge stimmt, wir die gleiche Sprache sprechen, offen miteinander kommunizieren können und die gleichen Ziele verfolgen. Ich mag es, wenn meine Kund*innen bereit sind, Dinge auszuprobieren, für meine Empfehlungen offen sind und wir als Team arbeiten.

In der Zusammenarbeit mit mir kann frau sich über eine ehrliche und klare Kommunikation und individuelle Empfehlungen freuen. Für jede Kund*in gibt es eine individuelle Strategie und Zusammenarbeit mit dem Ziel, das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

Erwartungen… haben sich Deine Erwartungen an die Selbstständigkeit erfüllt; wurden sie gar übertroffen oder wurdest Du an irgendeiner Stelle auch enttäuscht?

Ich liebe die Freiheit, die mir die Selbständigkeit bietet, sehr. Und genauso die Möglichkeit, meine Themen und Projekte selbst zu wählen, jeden Tag Neues zu lernen und mit vielen Menschen im Austausch zu sein. Einfach mal zwischendurch auf eine Netzwerk-Treffen zu gehen und dabei spannende Menschen kennen zu lernen, ist für mich das Beste.

Da ich eher ungeduldig bin, was meine eigenen Projekte betrifft, könnte die Entwicklung meines Business für meinen Geschmack noch schneller gehen. Da darf ich noch viel netter und geduldiger mit mir sein. Aber man lernt ja auf dem Weg, nicht wahr 😊

Wie wird es für Dich und Deine Selbstständigkeit weitergehen? Was sind Deine Ziele für die zweite Jahreshälfte?

Content Marketing ist so ein mächtiges Tool, authentische Kundenbeziehungen aufzubauen und sich als Personal Brand zu präsentieren. Meine Kund*innen dabei zu unterstützen macht mir riesig Spaß. Daher bleibt Content Marketing für mich weiterhin im Fokus. Aber ich wünsche mir auch einen Ausgleich zu der ständigen Arbeit am PC und möchte mich gerne abseits von Netzwerkveranstaltungen mit anderen Frauen austauschen. Ich arbeite daher grade an einem Projekt, bei dem es um die Verbindung untereinander und den Austausch miteinander gehen soll. Mehr dazu gibt es bald bei mir auf Facebook und Instagram. Es lohnt sich also, da mal vorbei zu schauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Webseite verwendet Cookies. Stimme der Verwendung von Cookies zu, wenn Du die Webseite weiter nutzt. Mehr Informationen

Für eine uneingeschränkte Nutzung der FF&-Webseite werden Cookies benötigt. Einige dieser Cookies erfordern Deine ausdrückliche Zustimmung. Bitte stimme der Verwendung von Cookies zu, um alle Funktionen der Webseite nutzen zu können. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhältst Du in unseren Datenschutzbestimmungen.

Schließen