„Mit meiner Selbstständigkeit war ich gezwungen meine Komfortzone zu verlassen“ – Natascha Hoffner, Gründerin herCAREER

Natascha Hoffner

Am 12. und 13. Oktober wird wieder die herCAREER, die Karrieremesse für Absolventinnen, Frauen in Fach- und Führungspositionen und Existenzgründerinnen, in München stattfinden.

Frau, frei & wird in diesem Jahr als Medienpartner dabei sein – und ich in einem Karriere Meet-up am Freitagnachmittag über meine Selbstständigkeit – und das liebe Geld – sprechen.

Die Frau, die mir das möglich gemacht hat, ist messe.rocks GmbH-Gründerin Natascha Hoffner, die ich für ein Interview gewinnen konnte.

Liebe Natascha, Du wurdest in der Vergangenheit bereits des Öfteren interviewt. In allen Beiträgen kann man ausführlich nachlesen, warum es für Dich in die Selbstständigkeit ging – u. a. im Chapter One Mag: Ein Job hunderte Kilometer weit weg von Deinem Mann und Deinem ersten Kind, Veränderungen in dem Unternehmen, indem Du damals als Geschäftsführerin tätig warst, eine zweite Schwangerschaft. Was ich allerdings in keinem finden konnte, ist die Antwort auf die Frage: Wie hast Du den Aufbau Deines noch jungen Businesses mit zwei kleinen Kindern bewerkstelligt? Ich stelle mir das überaus anstrengend vor.

Ja, mit Kindern verändert sich so einiges. Und es ist in jedem Fall eine Herausforderung.

Glücklicherweise gibt es aber nicht nur eine Mutter, sondern auch einen Vater und bei uns hat mein Mann zweimal den Löwenanteil der Elternzeit übernommen.

Nachdem klar war, dass es für mich keinen Weg zurück in die Geschäftsführung bei meinem damaligen Arbeitgeber gab, wusste ich, dass es für mich nur eine Gründung sein konnte – eben in genau jenem Business, das ich von der Pike auf gelernt habe. Vor jetzt über 17 Jahren war ich schon einmal an einer Neugründung in der Messebranche beteiligt und durfte das Unternehmen mit aufbauen und mitgestalten.

Für mich persönlich stand nie zur Diskussion beruflich kürzer zu treten, das hat auch mit meinem eigenen familiären Umfeld zu tun. Schon sehr früh habe ich gelernt, wie wichtig es ist, sich nicht von Dritten abhängig zu machen.

Meine Mutter war damals allein erziehend mit 4 Kindern – das hat mich bei meiner persönlichen Entwicklung stark geprägt.

Besonders meine finanzielle Unabhängigkeit ist mir unglaublich wichtig und sicherlich auch einer meiner größten Treiber.

Das Thema “Vereinbarkeit von Familie und Beruf” ist auch auf der herCAREER mit speziellen Angeboten vertreten. Unsere Gastautorin Yvonne, die bei uns im Magazin regelmäßig darüber schreibt, lässt in ihrem aktuellsten Beitrag “Das Fruchtbarkeitsmärchen” durchblicken, dass sie sich durch die eigene Selbstständigkeit den “unhaltbaren Zuständen für Mütter auf dem Arbeitsmarkt” entzogen hat. Ich selbst habe (noch) keine Kinder. Deshalb meine Frage, ist es wirklich so krass – und kann die Selbstständigkeit die Lösung sein?

Zunächst würde ich sagen, dass die Karrierechancen für Frauen noch nie besser standen. Und ja, hier kommt den Frauen sicherlich der vorherrschende Arbeitnehmermarkt und der in vielen Branchen vorherrschende Fachkräftemangel zu Gute. Unternehmen haben sehr wohl erkannt, dass mehr Frauen die Hochschulen verlassen und dann auch noch mit besseren Abschlüssen. Sie stellen wie alle anderen auch eine Wirtschaftskraft dar, die von den Unternehmen benötigt wird und die für ein weiteres Wachstum sorgen kann.

Noch gibt es allerdings ein Dilemma – nämlich das der ständigen Verfügbarkeit. Das mag alles sehr gut funktionieren, bis Kinder und Familie ins Spiel kommen, die wiederrum mehr Flexibilität benötigen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie scheint mit dem Zeitpunkt, an dem ein Kind auf die Welt kommt, zum reinen Frauenproblem zu werden. Männer hingegen können in dem bestehenden System weiter funktionieren, als gäbe es kein Kind.

„Im Grunde wird sich erst etwas ändern, wenn sich generell eine Kultur des Teilens von Erwerbstätigkeit, Kinderbetreuung und Familienmanagement etabliert“, so die österreichische Politikwissenschaftlerin Mariam Irene Tazi-Preve.

Wir befinden uns in einem Prozess. Die Diskussionen auf der Messe können einen Beitrag dazu leisten, den Weg zu einer New-Work-Kultur zu ebnen, in dem wir Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammenbringen. Und besonders Vertreter aus dem Fachbereich HR sollen an diesem Prozess beteiligt werden und sind eingeladen, entsprechende Beispiele aus ihren Unternehmen vorzustellen.

Mit Bezug auf die Selbständigkeit war für mich von Anfang an klar, dass ich meinen Lebensunterhalt früher oder später damit bestreiten muss. Für mein Unternehmen kann ich sagen, es war zunächst ein Investment, dass sich über einen längeren Zeitraum auszahlen wird, sofern das Unternehmen weiterwächst. Wachstum ist also für mich elementar. Es fordert mich täglich. Nicht nur weil wir uns in einem gesättigten und hart umkämpften Markt bewegen, auch weil mein Tag „begrenzt“ ist. Ich werde abends zu Hause erwartet.

Das benötigt Effizienz – das Auslagern von Aufgaben und Delegieren ist dabei elementar. Seit dem ersten Tag beschäftige ich eine und zwischenzeitlich auch weitere Mitarbeiter/innen.

Dieser „Druck“ und die Höhen und Tiefen als Unternehmer/in sind, wie ich finde schon enorm. Wahrscheinlich hätte ich es auch einfacher haben können – auch finanziell – wenn ich mir eine feste Anstellung gesucht hätte – aber ich wollte es einfach wissen. Ich war unglaublich gerne Intrapreneurin und mit dem richtigen Unternehmen an deiner Seite – wäre das sicherlich auch eine Option gewesen.

Es wird sich sicherlich für Frauen wie auch für Eltern und alle weiteren Mitarbeiter/innen am Arbeitsmarkt auch in den nächsten Jahren einiges ändern. Die Digitalisierung bringt Diskussionen um New Work und flexiblere Arbeitszeiten bzw. Arbeitsmodelle hervor. Und das ist gut und wichtig und wird das Thema der ständigen Verfügbarkeit meines Erachtens auch noch aufbrechen.

Welche Vorteile siehst Du als zweifache Mutter in der Selbstständigkeit?

In einer Selbstständigkeit hat man in der Regel eine größere Flexibilität – das muss aber keinesfalls für alle Bereiche gelten und bedarf in einigen Fällen auch Mitarbeiter. Im Falle einer Selbständigkeit sind Frauen auch „gezwungen“, größer zu denken.

Ich nehme Selbständigkeit allerdings nicht zwangsläufig als den Königsweg wahr. Ich bin weit mehr als 40 Stunden für mein Unternehmen tätig, trage die Firma 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche im Kopf mit mir rum und arbeite, wenn es sein muss, auch mal bis tief in die Nacht.

Mein persönlicher Tipp: Genau abwägen, was man will und leisten kann, wie schnell man auch bereit ist zu wachsen, wenn das das Business verlangt.

Ich bin regelmäßig auf Veranstaltungen und Terminen unterwegs, darüber kann das Netzwerk erweitert werden und Kunden gewonnen werden. Ich bin auf Mitarbeiter angewiesen und eine effiziente Arbeitsweise. Gerade in der Selbstständigkeit habe ich den jetzt 2,5 Jahren sehr viele Ups and Downs erlebt und das besonders, wenn es ums Geld geht. Das ist insgesamt schon sehr kräftezehrend.

Auf Fielfalt ist zu lesen, dass Du versucht hast, das Startkapital für Dein Unternehmen von der Bank zu bekommen. Du sagst: Es “hat mich schockiert, wie schwer es war oder auch immer noch ist, an Startkapital zu kommen”. Es scheint ein grundsätzliches Problem zu sein, das Gründerinnen schwerer an Kredite kommen. Woran glaubst Du liegt das?

Ich habe erst kürzlich wieder gelesen, dass der Anteil der Gründungen die durch Banken finanziert werden marginal sind. Das hat mich schon überrascht. Schließlich möchte Deutschland sich doch als Gründerland positionieren.

Und ja, es gibt zahlreiche Förderungen und auch die Förderbanken, die das Haftungsrisiko für die Banken übernehmen oder reduzieren. Für viele Branchen greift das insbesondere in der Tech-Branche, allerdings weniger im Dienstleistungsbereich. Das war zumindest meine Erfahrung.

Als Gründer/in bringt man in der Regel schon alles in das Unternehmen ein, mit Sicherheiten sieht es dann echt schwierig aus. Ich kam auch gar nicht auf die Idee vor Investoren zu pitchen. Mit der Erfahrung, die ich mitgebracht habe, dem Eigenkapital und den weiteren Gesellschafter hätte ich allerdings erwartet, dass die Lücke durch die Bank hätte geschlossen werden können.

Nachdem nun auch einige Studien (Stanford, Harvard) völlig unabhängig voneinander aufgezeigt haben, dass Frauen deutlich schwieriger an Geld kommen, ist das Problem auch noch statistisch erwiesen.

Ich erwarte nun ehrlich gesagt Hilfe von Startup-Verbänden und der Politik, dieses Ungleichgewicht und auch dem sogenannten „Unconscious Bias“ auf die Spur zu gehen und dagegen anzugehen.

Es ist ein wichtiges Thema, das wir auch auf der herCAREER im Programm haben: „Bei der Finanzierung hört die Chancengleichheit auf!“ – zu diesem Titel diskutieren Miriam Wohlfarth, Gründerin und Geschäftsführerin, RatePAY GmbH, Ruth Schöllhammer, Vorstand, Deutscher Gründerverband e.V. und Prof. Dr. Stephanie Birkner, Juniorprofessorin, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Wie hast Du die Gründung Deines Unternehmens trotzdem finanziert?

Für die GmbH-Gründung habe ich etwas Eigenkapital mitgebracht und einen Mitgesellschafter gewinnen können – und zu einem späteren Zeitpunkt auch die Bank. Nachdem ich für Bankengespräche bis an die österreichische Grenze gefahren bin, hat sich nach Unternehmensstart der Bankberater einer Bank aus dem Kreis Ebersberg bei mir gemeldet – mit dem Kommentar, dass sie mich gern unterstützen würden. Das war dann wirklich eine Erleichterung.

Zuletzt hatte zwar die Förderbank eine Absage erteilt, aber meine Hausbank hat ihr Versprechen dennoch eingelöst.

Tatsächlich bin ja gestartet ohne Bankenzusage – ich musste irgendwann loslegen, schon alleine aus dem Grund, dass man bei einer Messe auf ein Datum hinarbeitet. Als ich loslegte, hatte ich noch genau ein halbes Jahr Vorlauf bis zur ersten Messe: Sechs Monate waren schon ziemlich knackig und sehr ambitioniert. Aber die Messe musste ein Erfolg werden – sonst hätten wir nicht ohne weiteres in die nächste Runde starten können. Nach zweieinhalb Jahren mit der dritten Veranstaltung stehen wir nun bei 200 Ausstellern und Partnern und erwarten rund 4.000 Teilnehmerinnen.

Über welche Summe Reden wir hier? Und wofür hast Du das Startkapital hauptsächlich benötigt?

Ich habe eine niedrige 6-stellige Summe benötigt, um das ganze Unternehmen ins Rollen zu bringen
. Die ersten beiden Messen waren für uns ein Investment, denn erst ab einer bestimmten Größenordnung können wir mit einer Messe auch Geld verdienen.

Dabei haben wir im Gegensatz zu großen Messegesellschaften den Vorteil, eine andere Kostenstruktur abzurufen und damit schon „kleinere“ Messen profitabel durchzuführen. Daher setzen wir bewusst – im Gegensatz zu einem Kongress bei einer Messe – auf eine möglichst geringe Eintrittsbarriere: den Eintrittspreis.

Messen können auch nicht allein realisiert werden. Ich brauchte also ein Team. Eine ehemalige Kollegin ist mir für die Messe gleich zu Beginn nach München gefolgt und hat mit mir das Projekt verkauft – in der Kaltakquise.

Wir haben täglich zwischen 30 und 60 Gespräche geführt, per Telefon, und die Idee der Messe verkauft. Das wichtigste bei einer Idee ist nicht, dass sie bis zu Schluss ausgreift ist – sondern man einfach loslegt und vor allen Dingen einfach rausgeht und sie verkauft.

Die erste Anmeldung eines Ausstellers erfolgte noch vor der offiziellen Anmeldung im Handelsregister. Wir waren mächtig stolz.

Auf Mompreneurs sagst Du “Wer aus der Messebranche kommt weiß, dass eine Messe (…) zu planen, zu verkaufen und durchzuführen eine sportliche Leistung ist”. Puh, das glaube ich. Wie geht man bei der Organisation eines so großen Events am besten vor? Worauf muss man achten?

Mit dem Messebusiness habe ich im Jahr 2000 begonnen, damals auch im Rahmen einer Neugründung. Ich war keine 4 Wochen im Unternehmen und hatte bereits erste eigene Projektverantwortung und war im Vertrieb zuhause. Ich hätte wirklich niemals gedacht, dass ich mal behaupten würde, dass ich den Vertrieb liebe und richtig gerne mache! Natürlich kostet es unglaublich viel Überwindung, die ersten Gespräche zu führen, aber man lernt mit jedem Gespräch dazu und wird sicherer.

Letztlich ist es aber die Begeisterung selbst, die uns andere Menschen von einem Projekt überzeugen lässt. Über den Vertrieb und das Netzwerk lernen wir unglaublich viele spannenden Menschen kennen, ihre Sichtweisen, ihre Geschichten. Der Vertrieb ist die Basis beim „Messemachen“ und dauert annähernd ein Jahr. Nach der Messe ist also vor der Messe.

Das Messemachen hat sich aber auch verändert, seit ich angefangen habe. Der Messebesucher ist anspruchsvoller geworden, unter anderem aufgrund eines sehr großen und umfangreichen Angebots an Messen. Für uns liegt daher die größte Herausforderung darin, ein Angebot für Aussteller wie Besucher zu schaffen, das mehr ist als eine „Job-, Existenz-, oder Weiterbildungsmesse“.

Dafür betrachten wir die Karriereplanung aus der Sicht einer Frau von ihrem Jobeinstieg, Aufstieg, Wiedereinstieg bis zur Gründung. Wir wollen nicht nur ein einmaliges Event im Jahr sein, wir möchten eine Art beruflicher Lebensbegleiter werden und Frauen Netzwerke und Wissen zugängig machen und damit Besucherinnen zur Messe bringen.

Wie findet Ihr Aussteller, Vortragsredner, Sponsoren?

Dafür gibt es kein Patentrezept, aber es hilft natürlich immer den Wettbewerb im Blick zu haben. So gehen wir auf anderen Messen akquirieren, haben Datenbanken aufgebaut – fragen uns nach den Entscheidern durch und stellen unser Angebot telefonisch vor. Und das ganze mehrere hundert beziehungsweise tausend Male. Für die jetzige Messe waren es wieder rund 3.000 Gespräche, die wir geführt haben. Ein großes Netzwerk ist da sicher von Vorteil.

Auf Mompreneurs ist zu lesen, dass Du Dir erst in Deiner Selbstständigkeit bewusst geworden bist, wie wichtig Netzwerke tatsächlich sind. Kannst Du uns an Deiner Erkenntnis teilhaben lassen und uns verraten, wie Du beim Netzwerken vorgehst?

Zunächst einmal geht es darum, die Komfortzone zu verlassen. Es muss einem klar sein, dass niemand auf dich gewartet hat. Du musst also sichtbar sein und werden.

Früher, besonders bei meinem vergangenen Arbeitgeber, habe ich mich ausschließlich und sehr stark auf die Arbeit hinter dem Schreibtisch konzentriert – nämlich auf den Fleißfaktor. Ich habe gearbeitet und geackert, damit die Zahlen stimmen. Sichtbar auf Vorstandsebene waren allerdings andere – auch wenn die Zahlen für meine Projekte sogar besser waren. Bis dahin hatte ich mir immer gesagt: „ich kann das nicht, das liegt mir nicht.“

Mit meiner Selbstständigkeit war ich gezwungen, diese Komfortzone zu verlassen. Bei meiner Gründung war ich dann überrascht, wie stark mein persönliches Netzwerk war, dass ich bis dahin aufgebaut hatte.

Ich hatte sofort einige Dienstleister, Lieferanten, Partner und Unterstützer, die ihre Mitarbeit für mein Projekt zugesagt haben – weil sie mich kannten und meine Arbeit bis dahin sehr geschätzt haben und mir damit auch einen Vertrauensvorschuss entgegenbrachten. Dafür bin ich bis heute dankbar.

Heute bin ich oft auf Netzwerkveranstaltungen unterwegs. Ich habe selbst einfach großes Interesse an den Geschichten und Werdegängen Dritter. Es ist dann eine Bereicherung, wenn wir auch Frauen aus unserem Netzwerk für Wettbewerbe nominieren können. So haben wir zum Beispiel bei „Edition F – 25 Erfinderinnen“ 16 tolle Frauen aus unserem Netzwerk nominiert, von denen dann am Ende tatsächlich auch 3 unter die Top 20 gekommen sind.

Oder beim Wettbewerb „40 führende Köpfe im Personalwesen“ vom Personal Magazin – hier haben wir die Gründerinnen von Tandemploy nominiert. Wenn sich Medien nach spannenden Frauen erkundigen, dann schlagen wir gerne Frauen vor, die wir über diese Wege kennengelernt haben.

Wir sind unglaublich stolz darauf, wenn wir dazu beitragen können, Frauen sichtbarer zu machen.

Mit den Kids und meinem familiären Umfeld ist es allerdings nicht möglich immer und überall dabei zu sein. Für mich persönlich ist es dann aber auch wichtig, neue Leute kennenzulernen und ganz bewusst jene Menschen anzusprechen, die ich noch nicht kenne und unbedingt kennenlernen möchte. Stellt euch einfach an einen Tisch, stellt euch vor und stellt Fragen.

Apropos Aussteller und Vortragsredner… warum lohnt es sich als Selbstständige die herCAREER zu besuchen? Auf welche Programmpunkte dürfen sich Gründerinnen und Unternehmerinnen besonders freuen?

Die herCAREER ist mehr als einfach nur eine Messe. Mit den zahlreichen innovativen Formaten zum Austausch kommt man wirklich leicht mit anderen in Kontakt und erweitert so sein persönliches Netzwerk um spannende Persönlichkeiten.

Was die herCAREER außerdem so besonders macht: sie unterstützt Frauen dabei weiter zu wachsen, denn die Teilnehmerinnen profitieren vom Wissen Dritter, die als Sparringspartner in die Messe eingebunden sind und ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen und von Ihren Lernkurven berichten. Dazu wird die Messe angereichert um spannende Dienstleistungen und Produkte. Der Eintrittspreis ist dabei bewusst ganz niedrig gehalten.

Außerdem ermöglicht die Messe und im Besonderen das Abendevent, dass Netzwerke über Hierarchien hinweg bis ins Topmanagement zu Vorständen, Aufsichtsrätinnen, Gründerinnen und Unternehmerinnen, Politiker/innen, Business Angels und Fachexperten/innen sowie und zahlreichen Medienvertretern wie manager magazin, Gründerszene, wired, Emotion, Cosmopolitan, myself und Handelsblatt geschlossen werden können – hier sind die Frauen selbst gefordert, sich und ihre Story zu „verkaufen“ und damit sichtbarer zu werden. Diese Chancen finde ich sollte man nicht versäumen. Zumal die Messe erst im Oktober 2018 erneut stattfindet.

Und was die Inhalte betrifft, so gibt es unglaublich viele spannende Vorträge, Diskussionen und MeetUps rund um das Thema Gründen und Selbständigkeit.

Wir haben zum Beispiel Jennifer Schäfer dabei. Sie ist Gründerin von Daily Dress und hat den Gründerwettbewerb des Bundeswirtschaftsministerium gewonnen. Sie erzählt von ihrer Konzeptentwicklung und dem Weg zum Gründerpreis, inklusive aller Stolpersteine und Herausforderungen.

Inga Höltmann, freie Journalisten, gibt in ihrem MeetUp Tipps, wie man sich als Freiberufler positioniert und seine Marke aufbaut.

Judith Gampe, Gründerin von Nova Products (sie hat einen Ohrring entwickelt, der als Headset fungiert), hält ein MeetUp zum Thema: „Was nun? Von der Produktidee zur Umsetzung – Erfahrungen einer Gründerin“. Wir gehen davon aus, dass es sehr viele Gründerinnen mit tollen Produktideen gibt, die dann aber gar nicht erst anfangen, weil sie es selbst nicht entwickeln und produzieren können. Hier setzt das MeetUp an, ganz pragmatisch zu erfahren, wie Judith es gemacht hat.

Gisela Maria Freisinger, Autorin des manager magazins, spricht in ihrem Vortrag über die Frage: „Hilfe, die Presse kommt – was nun?

Es gibt eine ganze Menge an Themen, die wir in unseren unterschiedlichen Formaten rund um das Thema Gründen haben werden – meiner Meinung kann müsste da für jeden etwas Passendes dabei sein.

Und für alle die gründen wollen, aber noch keine Idee haben, bietet sich unser Gründerpitch an: Männliche Gründer/Gründerteams, die nach einer Co-Founderin suchen, stellen ihr Start-up auf der herCAREER vor. Unser Ziel: Mehr diverse Gründerteams.

Zurück zu Dir als Unternehmerin. Du hast 14 Jahre lang bei einer privaten Messegesellschaft gearbeitet, bevor Du Dich selbstständig gemacht hast. Mal abgesehen von der inhaltlichen Nähe, die diese Arbeit zu Deiner jetzigen vorweist, was konntest Du darüber hinaus aus dieser Zeit für Dich und Deine Selbstständigkeit mitnehmen?

Alles, alles was ich in den mehr als 14 Jahren Betriebszugehörigkeit gelernt habe, habe ich mitgenommen.

Vor 17 Jahren war ich bereits an einer Neugründung beteiligt. Mit dem damaligen Gründer durfte ich in 12 Jahren ein 100-Mitabeiter-starkes Unternehmen mit rund 20 Messen jährlich aufbauen. In dieser Zeit konnte ich bereits sehr viele Erfahrungen sammeln und auch aus Fehlern lernen.

Diese Erfahrungen waren bei meiner Gründung Gold wert und ich habe auf dieses Wissen aufgebaut und das Erlernte mit in meine eigene Gründung komplett eingebracht. Diese Grundlage war es, die es mir nicht nur ermöglicht hat, mein Unternehmen zu gründen, sondern vor allem die Messe herCAREER im Gründungsjahr mit nur einem halben Jahr Vorlauf zu organisieren und durchzuführen.

Auf Chapter One Mag sagst Du “Der Vertrieb ist eine der wesentlichen Aufgaben (…).” Welche Tipps kannst Du aus Deiner langjährigen Berufserfahrung an Frauen weitergeben, für deren Business der Vertrieb eine wichtige Rolle spielt?

Meine Erfahrung zeigt: Hört auf, den Vertrieb als notwendiges Übel anzusehen. Der Vertrieb ist der Schlüssel zum Erfolg.

Eure Idee kann noch so toll sein, wenn ihr niemanden habt der sie verkauft, weiß es auch niemand. Und dieses „jemand“ würde ich noch weiter eingrenzen – entweder geht ihr selbst in den Vertrieb oder ihr sucht euch jemanden, der annähernd mit der gleichen Begeisterung euer Produkt verkauft.

Traut euch! Geht raus und riskiert es auf die Nase zu fallen, steht auf und macht weiter. Ja, es wird nicht einfach, aber macht euch klar, dass keiner auf euch und euer Produkt und eure Dienstleistung gewartet hat.

Für mich ist der Vertrieb das Herzstück zumindest unserer Organisation. So unangenehm das am Anfang sein mag, ich hatte nie einen kreativeren Job, der mich auch nach 17 Jahren immer noch so herausfordert. Ich liebe es, auch wenn man manchmal einen schlechten Tag hat.

Seid authentisch, ehrlich – wir versprechen nichts was wir nicht einhalten können – seid freundlich und vor allen Dingen sprüht vor Begeisterung – ich kann garantieren, dass es ansteckend ist.

Du sagst auch: “Ich hatte immer schon im Hinterkopf, mich irgendwann einmal selbstständig zu machen…” Warum?

Vielleicht ist es tatsächlich ein Unternehmer-Gen, das in mir schlummerte
. Vielleicht oder sehr wahrscheinlich sogar mein familiäres Umfeld – beide Großeltern und mein Vater sind im Handwerk selbstständig gewesen.

Ich habe schon auf Schullandheim-Ausflügen dieses Potential erkannt und den Wasserkasten und das Garn, das wir dabeihatten, genutzt, um auf den Trend mit farbigen Haaren und die mit Garn umwickelten Haarsträhnen zu verkaufen. Bis zum Ende haben meine Schwester und ich für das Feriencamp ein Haarstudio betrieben und es noch um ein Massagestudio erweitert. Dazu hatten wir auch etliche andere Kinder rekrutiert, die wir dann beschäftigt haben. Und da waren wir etwa 10 bis 12 Jahre als, schätze ich.

Auch im festen Job nach der Schule, habe ich mich für das Unternehmen immer so eingebracht, als wäre es mein eigenes. Ich war immer schon Intrapreneuerin, habe immer so gedacht und gehandelt, als wäre es mein Unternehmen.

Auch wenn ich mit meiner Selbstständigkeit scheitere und in eine Anstellung zurückginge, wäre das kein Problem für mich – solange ich wieder auf ein Unternehmen treffe, dass meinen Unternehmergeist und meine Bereitschaft Entscheidungen zu treffen, akzeptiert und schätzt.

Gab es vielleicht auch Vorbilder in Deiner Familie oder Deinem Umfeld?

Für mich war mein damaliger Vorgesetzter, der über die Jahre mein Mentor geworden ist (obwohl das nie jemand ausgesprochen hat) mein unternehmerisches Vorbild. Von ihm habe ich unglaublich viel gelernt und vor allen Dingen hat er mich immer wieder ermutigt, mich Aufgaben zu stellen, für die ich mich selbst vielleicht noch nicht bereit gefühlt hätte. Er hat mich stets gefordert und gleichzeitig gefördert.

Eine übliche Frage am Ende eines Interviews lautet normalerweise: Was würdest Du anderen Frauen raten, die mit dem Gedanken spielen sich selbstständig zu machen. Ich möchte, das heute einmal umkehren. Gibt es etwas, z. B. eine Grundvoraussetzung oder mentale Einstellung, bei deren Vorhandensein Du gründungsinteressierten Frauen raten würdest besser zweimal zu überlegen, ob sie sich selbstständig machen?

Wir haben schon relativ viel über Vertrieb gesprochen und ich bin der festen Meinung, dass der Vertrieb – egal was man tut – enorm wichtig ist. Egal, welche Dienstleistung oder welches Produkt du verkaufst oder anbietest, du musst dich und diese verkaufen – dessen muss man sich einfach bewusst sein, wenn man gründet. Wenn du das nicht kannst oder denkst, dass du es nicht kannst, such dir jemanden, der dich dabei unterstützt, vielleicht als Co-Gründer.

Stell dir die Frage was dein Ziel mit deiner Unternehmung ist – wenn es deine finanzielle Basis sein soll und die Basis für deine Altersvorsorge, dann ist das richtige Grundeinstellung, erwartet aber unglaublichen Einsatz mit sehr vielen Höhen und Tiefen – bist du bereit für diese Achterbahnfahrt? Einfach ist anders.

Bist du bereit deine Komfortzone zu verlassen?

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