Entwickelt, was sie selbst vermisste: Beata Achatz über ihren „My lovely planner“ – und ihre Selbstständigkeit

Beata Anchatz, Gründerin des "My lovely planner"

Ich liebe Terminkalender. Analoge – mit digitalen kann ich absolut nichts anfangen. Ich liebe es in ihnen meine Verabredungen und To Do’s einzutragen und sobald diese vorüber oder erledigt sind wieder abzustreichen. Schön, dass ich diesmal eine Frau interviewen durfte, die genau solche Terminkalender konzipiert. Beata Achatz, die sich nebenberuflich selbstständig gemacht hat, um ihren „My lovely planner“ zu entwerfen und vertreiben.

Liebe Beata, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu einem Jahr der nebenberuflichen Selbstständigkeit! 🙂 Wie ist es Dir seit der Gründung Deines Startups im September letzten Jahres ergangen?

Vielen Dank. Das erste Jahr war ein sehr abwechslungsreiches Jahr. Am Anfang war es schon schwer. Es war natürlich alles neu. Ich musste mir überlegen, wie ich meinen Vertrieb steuere und den Planer bekannt mache. Zu Beginn habe ich hauptsächlich auf „Mund-zu-Mund-Propaganda“ gesetzt. Jetzt, bei der Erstellung der Planer für 2017 ging es dann natürlich schon besser. Es war dann schon nicht mehr neu und ich konnte auf dem letztjährigen Planer aufbauen.

Du hast einen Planer, den “My lovely planner”, entwickelt. Wie kam es dazu? Erzähl uns gerne ein bisschen über die Entstehungsgeschichte.

Die Entstehung des Planers ist ganz schnell erklärt. Ich habe für mich selbst seit mehreren Jahren einen Planer auf dem Markt vergebens gesucht. Dann habe ich die einzelnen Seiten für die eigene Verwendung selbst gestaltet. Mich haben dann nach und nach Freundinnen gefragt, was ich da hätte. Diese waren von den Seiten total begeistert und da kam mir der Gedanke, dass ich auch andere Frauen mit meinem Planer unterstützen kann.

Was unterscheidet Deinen Planer von anderen wie dem von Milena Glimbovski (“Ein guter Plan”) oder Sandro Dalla Torre (“Klarheit”)?

Ich kenne die anderen Planer sehr gut, da wir alle im gleichen Jahr gestartet sind. Mein Planer ist speziell für Frauen bestimmt. Denn neben dem normalen Terminplaner findet man auch eine Menge an Inspiration, Herausforderung und schönen Zitate. Das was jede einzelne Frau benötigt.

Beim Design und der Ausgestaltung habe ich mehr die Frauen in den Mittelpunkt gestellt. Mir ist auch die Gesundheit wichtig. Deshalb die „Wasserkontrolle“ in meinem Planer, der auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Frauen eingeht –  von ihren Wünschen, über ihre Finanzplanung bis hin zu ihren Reisezielen und vieles mehr. 😉

Sowohl Milena als auch Sandro haben ihre Planner mithilfe der Crowd, also per Crowdfunding, realisiert. Wie verlief bei Dir der Prozess von der Idee zum fertigen Produkt? Die Herstellung war doch sicher nicht gerade günstig, oder?

Wie gesagt, die Idee hatte ich schon länger und habe einzelne Teile des Planers auf einzelnen Zetteln für mich selbst genutzt. Eigentlich musste ich dann nur noch die verschiedenen Punkte etwas ausgestalten und einen Rahmen darum entwickeln.

Klar, war das eine sehr zeitaufwendige Angelegenheit. Aber wenn man dann am Ende so ein Ergebnis erzielt, wobei man auch Spaß beim Arbeiten hat, ist das kaum der Rede wert.

Die Herstellung selbst war, wie Du sagst, nicht gerade günstig. Ich wollte nicht normales Papier verwenden, sondern hochwertiges. Natürlich hab ich auch keine private Druckmöglichkeit. Da ich auch zu Beginn keine große Bestellmenge hatte, spiegelte sich das natürlich im Preis wieder. Aber das war mir nicht so wichtig. Es standen für mich der Nutzen und die Hilfe für andere im Vordergrund.

My loveley planer

Ein Planer macht ja noch kein Startup. Was steckt noch hinter “My lovely planner”? Gibt es weitere Produkte? Wo willst Du mit Deinem Unternehmen hin?

Aktuell konzentriere ich mich hauptsächlich auf die Planer. Bisher gab es den normalen Jahresplaner 2016 und eine „100-days-edition“. Die „100-days-edition“ war ein Planer für 100 Tage ohne festes Datum. So konnten auch Frauen den Planer nutzen, die nicht täglich Termine zum Eintragen haben.

Für 2017 wird es vom Planer zwei Versionen geben. Eine „daily editon“ und eine „weekly edition“. Auf diesen werde ich das Hauptaugenmerk richten. Aber darüber hinaus habe ich in meinem Shop noch kleinere Produkte zur Auswahl, die sich perfekt zum Planer kombinieren lassen.

So habe ich Kugelschreiber in diversen Farben und unterschiedlichen aufgedruckten Sprüchen. Ebenso sind in meinem Shop noch Aufgabenblöcke und Stofftaschen erhältlich. Einfach mal reinschauen… 😀

In Zukunft möchte ich noch eine Business-Version des Planers entwickeln. Aber ich möchte hier noch nicht zu viel verraten. 😉

Konntest Du von den Verkäufen Deines Planners im letzten Jahr eigentlich schon Leben? Wenn nicht, wie hast Du Dir Deinen Lebensunterhalt finanziert?

Von den Verkäufen des Planers war es mir noch nicht möglich zu Leben. Ich möchte mich nach und nach entwickeln und mein Business langsam aufbauen. Meinen Lebensunterhalt habe ich mir nach wie vor durch meine Festanstellung finanziert. Ich arbeite im Vertrieb einer großen Softwarefirma. Der Planer läuft bisher nur nebenher.

Ich habe gelesen, dass Du verheiratet bist. Welche Rolle spielt Dein Mann im Leben von Dir als Gründerin?

Mein Mann spielt eine große Rolle in meinem Leben. 😉

Er unterstützt mich sehr bei meiner Tätigkeit als Gründerin. Er hilft mir bei Problemen, kontrolliert meine Texte und macht für mich die komplette Buchhaltung inkl. Bestellabwicklung. Ich bin sehr dankbar dafür. So ist es mir möglich, mich auf die Weiterentwicklung und Neuerstellung von Produkten zu konzentrieren.

Wie stehst Du zu dem Thema “Selbstständigkeit mit Kind”? Bereitet Dir ein möglicher Kinderwunsch Sorgen, wenn Du an Deine eigene Selbstständigkeit denkst?

Kann ich Dir so direkt nicht beantworten. Da ich nach wie vor im Angestelltenverhältnis bin und den Planer aktuell nur meine Nebentätigkeit ist, habe ich mich noch nicht wirklich mit diesem Thema beschäftigt. In meiner jetzigen Situation wäre ein Kinderwunsch kein Problem. Ich könnte so sogar unter Umständen noch mehr Zeit für den Planer verwenden. So könnte ich es mir eventuell vorstellen.

Alles andere lasse ich auf mich zukommen. Und ich bin hier ja nicht allein… 😉

Die letzte Frage war sehr klischeehaft (verheiratet > Kinder), ich weiß. Sophie hat kürzlich über die Märchen der Selbstständigkeit geschrieben. Welche Klischees begegnen Dir hin und wieder und welche kannst Du nicht mehr hören?

Was ich hin und wieder gehört habe sind solche Aussagen wie, dass der Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis stehen und man sich hier durch die anfallenden Aufgaben sehr schnell in einem immer größerer werdenden Labyrinth verlaufen kann und dadurch scheitert. Durch die vielen Aufgaben leidet das Privatleben und das dies nicht förderlich wäre.

Beata, ein paar abschließende Worte?

Ich möchte mich bei allen Frauen bedanken, die an mich glauben und unterstützen und mir eine positive Rückmeldung geben. Dank Euch allen weiß ich, dass sich meine Arbeit lohnt und Sinn macht.

Diese Webseite verwendet Cookies. Stimme der Verwendung von Cookies zu, wenn Du die Webseite weiter nutzt. Mehr Informationen

Für eine uneingeschränkte Nutzung der FF&-Webseite werden Cookies benötigt. Einige dieser Cookies erfordern Deine ausdrückliche Zustimmung. Bitte stimme der Verwendung von Cookies zu, um alle Funktionen der Webseite nutzen zu können. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhältst Du in unseren Datenschutzbestimmungen.

Schließen