„In der Welt zuhause & von dieser inspiriert“, das ist Jessie Fröde von BUNTERWEGS

Jessie Fröde von BUNTERwegs

„Lasst uns die Welt jeden Tag ein Stückchen bunter machen!“ fordert Jessie Fröde, Illustratorin, Screen-, Grafik Designerin und Gründerin von BUNTERwegs. Mit diesem inspirativen Interview, in dem uns Jessie von Ihrer Selbstständigkeit und Ihrem neuesten Herzensprojekt berichtet, gelingt uns das bestimmt. 😉

Auf Deinem Outdoorblog für Frauen BUNTERwegs bezeichnest Du Dich selbst als Fernwanderin und kreative Nomadin und sagst, „Ich reise mit meinem kleinen Kreativ-Büro um die Welt“. Wo auf der Welt befindest Du Dich denn gerade?

Im Moment befinde ich mich zu Hause in Hamburg, bevor es ab Oktober auf große Reise geht. Derzeit bin ich aber immer wieder mal auf kleinen Touren unterwegs – z. B. in der Schweiz, Italien und im August in Dänemark.

Wann hast Du für Dich entschieden durch die Welt zu reisen und zu arbeiten?

Wann ich das entschieden habe? Das ist eine gute Frage. Die Idee oder das Verlangen danach hatte ich schon während des Studiums. Es hat sich mit der Zeit einfach in diese Richtung entwickelt, als das es wirklich eine Entscheidung war.

Warum kam eine Festanstellung für Dich nicht in Frage?

Das mit der Festanstellung ist so ein Ding. Oft habe ich das klassische Arbeits-Dasein probiert, bin aber immer wieder gescheitert. Das funktioniert einfach nicht so richtig. Zumindest nicht im herkömmlichen Sinne.

Ich kann nicht stumpf in einem Büro sitzen und wenn gerade keine Arbeit anfällt, die Zeit einfach nur absitzen. Aber auch wenn Arbeit zu tun ist, kann ich nicht auf Kommando zwischen 9 und 18 Uhr kreativ sein – tagsüber bin ich lieber aktiv unterwegs oder erledige Alltägliches. Abends ist dann der Kopf frei und die Ideen kommen von ganz allein.

Ich fühle mich persönlich in einer Festanstellung einfach eingesperrt.

Wie verdienst Du Dein Geld und finanzierst Deine Reisen? Wie funktioniert das Arbeiten von unterwegs?

Als Kommunikationsdesignerin mit dem Schwerpunkt Screen-Design und Illustration (freaktv. Illustration & Design) war es für mich recht einfach, den Einstieg in die ortsunabhängige Arbeitswelt zu finden. D. h. ich arbeite derzeit ganz klassisch freiberuflich für Kunden, möchte zukünftig aber verstärkt eigene Projekte an den Mann bzw. eher an die Frau bringen.

Das Arbeiten von unterwegs ist manchmal eine kleine Herausforderung – gerade für mich, da ich ja nicht die klassische Reisebloggerin bin. Sich selbst zu motivieren und die eigene Disziplin aufrecht zu erhalten, ist dabei wohl die Kleinste. Die echte Herausforderung ist bei mir dann doch das Internet bzw. der Strom. Die Arbeiten selbst lassen sich im Normalfall offline vorbereiten / fertigstellen.

Hast Du noch einen festen Wohnsitz in Deutschland oder hältst Du es wie Carina und nennst die große, weite Welt Dein Zuhause?

Ich würde die Welt weniger als mein Zuhause bezeichnen – sie ist eher ein riesen-großer Spielplatz, auf dem ich jeden Tag Neues entdecken und lernen kann. Ich finde es wichtig einen oder auch zwei Orte zu haben, an die man immer wieder zurückkehren kann: In meinem Fall sind das Hamburg und Dorsten.

Auf welche Herausforderungen stößt Du als Fernwanderin und Selbstständige? Gibt es bürokratische Schwierigkeiten?

Ob ich nun zu Hause in Hamburg oder irgendwo in einer Hütte auf einem Berg sitze, ist eigentlich völlig egal – auf bürokratische Schwierigkeiten bin ich daher noch nicht gestoßen. Die einzige Herausforderung, die sich mir hin und wieder stellt, ist das liebe Internet, um Deadlines einzuhalten. Meine Kunden wissen aber in der Regel rechtzeitig, wann ich unterwegs bin und das sich Antworten dann verzögern können.

Wie sahen Deine ersten Schritte in der Selbstständigkeit aus?

Mit der Selbstständigkeit habe ich schon während des Studiums angefangen. Da geht man noch recht unbedacht und ohne große Sorgen an das ganze Thema ran. Demnach waren meine ersten Schritte ganz simpel Kunden und / oder Projekte für mich zu gewinnen. Im Studium und auch durch Praktika kann man gut erste Kontakte knüpfen.

Kehrt man wieder in eine Festanstellung zurück, ist der Wiedereinstieg in die Selbstständigkeit meiner Erfahrung nach aber um einiges schwerer. Daher mein Rat: Niemals die bereits erworbene Selbstständigkeit aufgeben!

Jessie Fröde - BUNTERwegs

Erzähle uns von Deinem neuesten Projekt. Ich habe auf Deinem Blog gesehen, dass Du eine Reise von Deutschland nach Nepal planst – auf dem Fußweg. Das hat mich beeindruckt. Wie bist Du auf die Idee gekommen? Und wie haben Deine Freunde und Familie auf Dein Vorhaben reagiert?

Ja, das hast du richtig gesehen.

Wie ich denn eigentlich auf diese Idee gekommen bin, von Deutschland nach Nepal zu wandern, werde ich oft gefragt. Um ehrlich zu sein: Ich habe keine Ahnung, wie ich auf diese Idee gekommen bin. Der Gedanken war irgendwann auf einmal da. Asien und gerade Nepal, wegen der Lage und der Landschaft, hat mich einfach schon immer fasziniert. Ich bin einfach gerne zu Fuß unterwegs, egal ob im Alltag oder eben auf Wanderungen.

Als ich meiner Familie und meinen Freunden das erste Mal von meinem Plan erzählte, bin ich auf völliges Missverständnis gestoßen. Ich ließ die Idee dann auch gut ein halbes Jahr ruhen, bevor ich erneut den Mut fasste. Da stand mein Entschluss, es durchzuziehen, aber schon fest. Mittlerweile werde ich mit Ideen und Anregungen zur Vorbereitung und Durchführung unterstützt. Das freut mich sehr!

Laut Deinen eigenen Berechnungen wirst Du über ein Jahr, eher zwei unterwegs sein. Wie soll das mit der Selbstständigkeit funktionieren?

Ich werde unterwegs auf jeden Fall mein Büro mitnehmen, dafür soll ein leichter Laptop her. Dann kann ich von unterwegs aus recht gut arbeiten – denn alles lässt sich offline produzieren – Designs erstellen, Texte schreiben, … und später verschicken / online stellen.

Ein weiterer Part wird aber hauptsächlich offline stattfinden – als Illustratorin biete ich auch Wandgestaltung / -malerei an und möchte auf der Wanderung meinen Fokus verstärkt darauf setzen!

Ich bewundere Deinen Mut und kann mir vorstellen, dass andere Frauen das auch tun und von einem Leben wie Deinem träumen. Was kannst Du diesen Frauen mit auf den Weg geben?

Auch wenn es abgedroschen klingt: Höre auf dein Herz; folge deiner Leidenschaft, sobald du sie gefunden hast (meist passiert das schon während der Schulzeit oder des Studiums) und dann mache etwas Einzigartiges daraus! Lass’ dir von niemand reinreden oder dich von gesellschaftlichen Zwängen in eine Richtung drängen!

Mach’ dein Ding, auch wenn es am Anfang schwer erscheint!

Du weißt nie, wohin deine Entscheidungen dich führen, aber nie den Versuch gewagt zu haben, den eigenen Träumen zu folgen – egal wie verrückt sie noch erscheinen mögen: Das wird dich ein Leben lang begleiten!

Noch mehr Interviews über inspirierende Frauen findet Ihr auf Pinterest.

Diese Webseite verwendet Cookies. Stimme der Verwendung von Cookies zu, wenn Du die Webseite weiter nutzt. Mehr Informationen

Für eine uneingeschränkte Nutzung der FF&-Webseite werden Cookies benötigt. Einige dieser Cookies erfordern Deine ausdrückliche Zustimmung. Bitte stimme der Verwendung von Cookies zu, um alle Funktionen der Webseite nutzen zu können. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhältst Du in unseren Datenschutzbestimmungen.

Schließen