„Wir helfen mehr Energie, Gelassenheit und Leichtigkeit im Alltag zu entwickeln durch einfache Umsetzung von ayurvedischer Ernährung, Yoga und Achtsamkeitsübungen“ – Jasmin und Josephine Jeß, Prana up your life

Jasmin und Josephine Jeß von Prana up your life

Eine der beiden Schwestern, die ich Euch heute vorstelle, Jasmin Jeß (rechts im Bild), dürfte einigen von Euch bekannt vor kommen. Jasmin sprach auf der Geburtstagsfeier zum 3-Jährigen von FF& über das Thema Ayurveda und stellte dort ihr Business Prana up your life vor, dass sie gemeinsam mit ihrer Schwester Josephine Jeß (links) gegründet hat.

Heute dürft auch Ihr alle anderen da draußen die beiden kennenlernen. 🙂

Liebe Jasmin, liebe Josephine, Ihr seid die Gesichter hinter Prana up your life. Prana bedeutet im Hinduismus Leben, Lebenskraft oder Lebensenergie. Wenn ich das also richtig deute, wollt Ihr mit Eurem Business mehr Energie in die Leben anderer bringen, richtig? Erzählt uns bitte mehr – und wie Ihr auf Eure Geschäftsidee gekommen seid.

Yes – das ist genau unsere Vision. Wir möchten das Leben in allen Facetten genießen und mit unserem ganzheitlichen Ansatz so viele Menschen wie möglich inspirieren. Wir waren beide selbst mal auf unterschiedlichste Art nicht energetisch in unserem Leben und sind durch Ayurveda und Achtsamkeit wieder in unser volles Potential gekommen. Wir sind davon überzeugt, dass das nicht nur uns weiterhelfen kann, sondern auch anderen.

Bei Eurer Arbeit fokussiert Ihr Euch auf drei Bereiche: Mind, Body und Food. Warum ist Euch der ganzheitliche Ansatz wichtig? Ihr hättet Euch beispielsweise ja auch nur auf die Ernährungskomponente konzentrieren können…

Da hast du natürlich Recht, aber wir haben selbst die Erfahrung gemacht, dass sich Veränderungen nicht nur in einem Lebensbereich bemerkbar machen, sondern sich die Auswirkungen auch immer auf andere Bereiche im Leben ausbreiten. Wenn wir uns nur die Ernährung anschauen würden, bekämpfen wir meist das Symptom, aber nicht die Ursache. Da wir uns auch der Kraft der ayurvedischen Erfahrungswissenschaft bedienen, vertreten wir ebenso die Ansicht, dass wir Menschen der Natur entstammen und im Einklang mit ihr leben sollten, um wieder mehr Energie zu bekommen. Wir sind alle Teil eines großen Systems.

Apropos Ernährung: Ihr schwört auf Ayurveda. Jasmin, Du hast sogar eine Ausbildung zur Ayurvedischen Koch- und Ernährungscoachin gemacht. Warum Ayurveda?

Ayurveda ist die Wissenschaft des langen (glücklichen) Lebens und betrachtet holistisch alle Lebensbereiche. Ayurveda ist keine Ideologie oder Philosophie, sondern basiert auf Erfahrungen und Entdeckungen. Ayurveda ist individuell, ganzheitlich, logisch, komplex aber doch ganz einfach, ohne Verbote, eine Mitmachmedizin und wirkt meistens präventiv. Das erklärt schon alles, oder?

Wo kann man eine solche Ausbildung absolvieren? Wie viel kostet diese?

Jasmin: Ich hab mein (Grund-)Ausbildung bei Volker Mehl gemacht – einer der bekannten deutschen Ayurveda Köche. Die Ausbildung kostet ca. 2.250 € und ihr findet alle Informationen dazu hier. Außerdem mache ich gerade noch eine Weiterbildung zur Yogalehrerin: eine 1-jährige Online-Ausbildung zur ayurvedischen Yogalehrerin bei Dr. Janna Scharfenberg. Diese Ausbildung kann ich auch allen Yogalehrer/innen die sich im Bereich Ayurveda weiterbilden wollen empfehlen. Wir haben mit ihr auch ein wundervolles Podcastinterview geführt. Da könnt Ihr gerne hier mal reinhören.

Ihr veranstaltet regelmäßig Live Kochsessions online. Wie funktionieren diese und was brauche ich dafür, wenn ich daran teilnehmen will?

Ja, das ist immer großer Spaß für uns. Das funktioniert so, dass wir in unser Küche kochen und die Teilnehmer sich virtuell dazu schalten können, mitkochen, Fragen stellen können und durch andere Teilnehmer inspiriert werden können. Wir haben also einen Kochkurs kreiert, der örtlich und sogar zeitlich flexibel ist. Wir schicken vorher eine Einkaufsliste rum und dann kann jeder in seiner Küche kochen oder nachkochen, denn wir nehmen die Session auf und schicken den Link der Aufnahme an alle Teilnehmer. Man braucht also nur eine Küche zum Kochen, Internetzugang und die entsprechenden Lebensmittel.

Seit kurzem bietet Ihr auch ein Coaching-Programm an, dass u. a. Achtsamkeits- und Yoga-Übungen und Einkaufslisten, aber auch viele Videos enthält – und komplett digital stattfindet. Worauf muss man achten, wenn man sich wie Ihr, ein Online-Business aufbaut?

Es ist ganz wichtig eine persönliche Ebene zu schaffen. Durch die digitale Welt wird uns viel ermöglicht, aber auch einige Dinge sind verwährt. Die Coachings finden deshalb auch per Video und nicht per Telefon statt, damit wir mehrere Sinne ansprechen können. Denn darum geht es in unser Arbeit – wir möchten uns mit dem Körper verbinden und die Mind Body Connection stärken. Aber das unglaubliche: Meditationen funktionieren genauso gut über Video, wie in real.

Wie seid Ihr bei der Konzeption Eures Programms vorgegangen?

Intuitiv. Wir haben unsere Erfahrungen und unsere Learnings aus den Einzel-Coachings, Gruppen-Coachings und aus unserem ‚Mindful Eating Basics’-Online-Kurs zusammen gesammelt und somit unser PRANA-UP-Coaching-Programm entwickelt. Zum Beispiel haben wir gemerkt, dass Veränderungen nicht von heute auf morgen kommen. Um einen langfristigen und größtmöglichen Effekt generieren zu können, haben wir ein 12-Monats-Programm entwickelt. Es geht um die Kombination von Wissensvermittlung über eine Online-Plattform und der darauf aufbauenden persönlichen Betreuung und Unterstützung bei der Umsetzung.

Auf inhaltlicher Ebene haben wir uns von den Wissenschaften Ayurveda & Yoga inspirieren lassen und uns der Achtsamkeit bedient sowie unseren persönlichen Erfahrungen wie wir es geschafft haben mit Problemen umzugehen (u. a. Verdauung, Übelkeit, Hautprobleme, Unwohlsein im Körper etc.).

Auf welche Komponenten setzt Ihr? Ich habe z. B. gesehen, dass Ihr Eure Verkäufe der Live Kochsessions über Digistore24 abwickelt…

Also wir bedienen uns da mehreren Online Tools, um es uns und unserer Community so einfach wie möglich zu gestalten. Die Tools die wir benutzen sind z. B. Zoom für unsere Videocalls, Calendly für Terminvereinbarungen, Wufoo für Formulare und Fragebögen oder wie du eben sagst Digistore24 für die Buchungen der Workshops, Coachings und Events.

Für wen eignet sich Euer Coaching-Programm? Kann daran jede*r teilnehmen?

Ja, jeder der bereit ist, Veränderungen in seinem Leben zu etablieren, ist genau richtig in unserem Coaching. Wir helfen überwiegend berufstätigen Frauen (& hoffentlich bald auch Männern) dabei, mehr Energie, Gelassenheit und Leichtigkeit im Alltag zu entwickeln durch einfache Umsetzung von ayurvedischer Ernährung, Yoga und Achtsamkeitsübungen.

Ihr seid aber nicht ausschließlich online unterwegs. Kennengelernt habe ich Euch beim Kickoff Event von Neuerin. Dort habt Ihr Euch und Euer Business vorgestellt. In Persona kann man Euch auch bei Euren Workshops treffen. Wann findet der nächste statt und was kann ich als Teilnehmer*in davon erwarten?

Oh ja, wir lieben unsere Offline Events. Es gibt nichts schöneres als die Community persönlich zu treffen, sei es bei Events, unseren Workshops, Retreats oder ähnlichem. Die nächsten Events von uns kann man immer gut auf unser Website oder auf Social Media finden. Der nächste Workshop zum Beispiel ist am 24. März – der ist allerdings ausgebucht. Im Juni gibt es noch ein paar freie Plätze. Wir haben uns bewusst eine kleine gemütliche und unkonventionelle Location ausgesucht, in der ungefähr 10 Teilnehmer*innen Platz finden. Wir starten mit einer kleinen Sinnesreise und Achtsamkeitsübung und erklären dann, warum wir Ayurveda so sehr lieben. Dies ist immer schön, denn es gibt so den ein oder anderen AHA-Moment der Teilnehmer*innen, wenn sie sich in den verschiedenen Konstitutionstypen wiederfinden. Danach gibt es eine Riesen-Koch-Session und wir genießen zusammen das mit Liebe gekochte ayurvedische Essen …

Weiter ‚Offline Events’ sind unsere Retreats, das nächste Retreat findet im September auf Kreta statt. Es ist ein Yoga & Surf Retreat, welches die wundervolle Ava Carstens organisiert und wir dürfen die Teilnehmer*innen kulinarisch verwöhnen.

Das Kickoff Event von Neuerin fand damals im Mindspace statt. Wenn ich das richtig sehe, seid Ihr dort auch zum Arbeiten untergekommen. Warum habt Ihr Euch für ein Coworking Space entschieden und gegen ein klassisches Büro?

Für uns steht das Mindspace für eine wundervolle Community mit unterschiedlichen Leuten aus verschiedenen Bereichen. Wir lieben das Miteinander und die gegenseitige Inspiration, sowie das tolle Netzwerk welches wir durch das Mindspace schon bekommen durften. Wir könnten also nicht glücklicher mit unserem Arbeitsort sein, denn es unterstreicht auch unsere Flexibilität und den Spaß am Arbeiten.

Klassisch kann man wohl auch Euren beruflichen Werdegang beschreiben. Josephine, Du hast beispielsweise Wirtschaftspsychologie studiert. Wie hat Euch Eure studentische Ausbildung auf Eure jetzige Selbstständigkeit vorbereitet? Gar nicht? Oder konntet Ihr von Eurem Studium (Jasmin – ‚International Business‘ und ‚Global Management und Governance‘) gewissermaßen profitieren?

Josephine: Also bei mir war es so, dass ich theoretisch schon viel über die Selbstständigkeit gelernt habe, aber die Praxis sieht dann doch nochmal ganz anders aus. Ganz generell hab ich mich aber durch das Studium gut vorbereitet gefühlt und durch Projekte schon viel in die Arbeitswelt schnuppern dürfen.

Jasmin: Für mich waren es weniger die theoretischen Inhalte als die Art zu Arbeiten, die (Selbst-)Disziplin und die Gruppenprojekte die mich vorbereitet haben. Natürlich hilft mir das generelle ‚BWL-Verständnis‘ aus dem Studium. Denn seien wir mal ehrlich Selbständigkeit auch in dem was wir tun, hat trotzdem viel mit Zahlen, Buchhaltung, Finanzen und Strategie zutun. Am Ende kann dich aber kein Studium der Welt darauf vorbereiten was dich im Aufbau eines eigenen Business erwartet, da hilft nur ausprobieren, scheitern, aufstehen, weitermachen und jeden Tag seine Komfortzone auf ein Neues verlassen. Mittlerweile kann ich mir jedoch nichts erfüllenderes für mich persönlich vorstellen.

Ihr beide betreibt schon seit vielen Jahren Yoga – was die körperliche Komponente Eures Businesses ist. Wie wirkt sich das regelmäßige Praktizieren von Yoga aus und kann sie auch positiven Einfluss auf die Selbstständigkeit nehmen?

Für uns steht Yoga für die Wertschätzung unseres Körpers im Einklang mit uns und der Natur. Wir schaffen durch Yoga unseren Fokus zu schulen, können uns auf uns selbst besinnen, wenn wir uns mal verlaufen sollten oder zu viel wollen. Yoga hilft uns in unseren Körper zu spüren und das ist ja auch das was unsere Arbeit ausmacht: Es hilft uns persönlich für unsere eigene Weiterentwicklung, zur Reflektion, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und in seinen Körper reinzuspüren. Ganz getreu dem Motto: Practice what you preach.

Jasmin und Joesphine Jeß von Prana up your life beim Yoga
© Sören Wulf

Wer nach Coaching-Programm, Live Cooking und Workshops noch nicht genug von Euch hat ;), kann sich Euch auf die Ohren holen – oder wenn sie oder er Euch erst einmal kennen lernen mag. Euer Podcast „Prana up your life. Dein Podcast für mehr Lebensenergie“ zählt zu einer der beliebtesten auf iTunes. Warum habt Ihr Euch entschieden einen wöchentlichen Podcast rauszubringen und was erwartet Eure Hörer?

Der Podcast ist unser kleines Baby. Es ist eine Möglichkeit für uns, unser Wissen zuteilen, undogmatisch zu sein, Spaß zu haben und vor allem die Angst vor dem Thema zunehmen. Wir möchten die Komplexität rausnehmen und Alltagstips geben. Der Podcast ist ein super Medium dafür, denn man kann immer hören und sich flexibel für sich das Wissen aneignen. Und das passt auch in unsere Philosophie, dass es nicht immer kompliziert sein muss und einfach in den Alltag zu integrieren ist.

Welche Technik nutzt Ihr für die Aufnahme Eures Podcasts? Habt Ihr ein paar Tipps für angehende Podcaster*innen?

Wir nehmen mit Audacity auf und sind zufrieden mit dem Tool. Unser Tipp für jeden: Einfach machen, nicht zu viel drüber nachdenken, wiederholen und lachen (ganz wichtig!). Außerdem lernt man jedes Mal wieder aufs Neue. Entweder etwas über die eigene Thematik oder im Gespräch mit Anderen lernen wir viel und schauen gerne mal über den Tellerrand.

Puh, ich könnte Euch noch stundenlang Löcher in den Bauch fragen. 🙂 Ich befürchte aber, dass unser Interview dann niemand mehr liest. Deshalb eine letzte Frage: Habt Ihr einen Rat für angehende Gründerinnen? Etwas, das Euch in Eurer Gründung überrascht, ja vielleicht sogar unverhofft getroffen hat?

Unser Turning Point war, als wir mit Herz und Verstand vertraut haben. Wir haben die Dinge losgelassen, Leichtigkeit in unser Business integriert und uns den Glaubenssatz verinnerlicht, dass es keine Konkurrenz gibt. Ab dem Moment hat sich vieles für uns verändert und die Dinge sind einfach auf uns zugekommen. Wenn man verbissen rangeht funktioniert es nicht. Es klingt so ‚spiri‘, aber es ist dasselbe beim Thema Geld: Vertraue, lasse die Angst los und das Geld kommt – manchmal aus Ecken, aus denen man es nicht erwartet hätte.

© Beitragsbild: Andreas van Heyden

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