Happy mit dem eigenen Café – Friederike und Lina, Gründerinnen des Glück und Selig

Friederike Konopacka & Lina Weihe vom Glück und Selig

Gestern haben wir Euch bereits Laura von Selosoda vorgestellt, die uns für unser heutiges Frühstück auf der Social Media Week einige Flaschen ihres koffeinhaltigen Erfrischungsgetränkes zur Verfügung stellt. Für unser leibliches Wohl hingegen sorgen Friederike und Lina vom Glück und Selig. Wir dürfen uns gleich auf ihre leckeren Mini-Seelen mit unterschiedlichen Belagen freuen! Aber zuvor könnt ihr Euch schon mal unser Interview mit den beiden schmecken lassen, in dem wir sie zu der Gründung ihres Cafés befragt haben.

Auf Eurer Webseite ist zu lesen, dass Ihr bereits als Kinder davon geträumt habt, gemeinsam Euer eigenes Café aufzumachen. Dennoch habt Ihr nach der Schule erst einmal was anderes gemacht. Lina, Du hast Betriebswirtschaftslehre studiert und Du Friederike eine Ausbildung zur Assistentin für Hotelmanagement gemacht. Ein Einstieg in die Selbstständigkeit direkt nach der Schule war für Euch offenbar nicht denkbar gewesen. Warum?

Wir wollten erstmal eine Ausbildung machen und Berufserfahrung sammeln. Außerdem hat es uns beide auch noch mal für längere Aufenthalte ins Ausland verschlagen. Diese Erfahrungen waren rückblickend total wichtig für die persönliche Entwicklung. Und in all dieser Zeit hat sich der Wunsch nach einer Selbstständigkeit mit einem Café sogar noch verstärkt.

Nach mehreren Jahren im Beruf, habt Ihr Euch dann 2011, mit Anfang 30, selbstständig gemacht und das Glück und Selig eröffnet. Wie habt Ihr nach so vielen Jahren wieder zueinander gefunden? Oder standet Ihr die ganze Zeit in Kontakt? Und woher wusstet Ihr dass es auch beruflich zwischen Euch klappen würde?

Wir kennen uns seit der 1. Klasse und sind beste Freundinnen geworden. Wir standen immer im regelmäßigen Kontakt und Austausch, haben uns gegenseitig an den jeweiligen Studien- und Arbeitsorten besucht. In Lüneburg, wo wir beide aufgewachsen sind, war immer unsere Basis. Als Lina Ende 2007 beruflich nach Hamburg kam und wir 2009 auch noch mit zwei weiteren Freundinnen eine WG gründeten wurde schnell klar, dass wir den Schritt tatsächlich gehen wollen.

Wir sind glücklicherweise nicht nur als Freundinnen ein tolles Team, sondern auch noch prima Geschäftspartnerinnen. Daran hatten wir nie gezweifelt, aber dass es beruflich auch so gut mit uns klappt, stellte sich erst nach einiger Zeit mit dem Glück und Selig heraus. Wir merkten, dass wir trotz selber Ziele und Vorstellungen sehr unterschiedliche Stärken und Schwächen haben und uns daher wunderbar im geschäftlichen Kontext ergänzen.

Habt Ihr untereinander denn auch einen Gesellschaftsvertrag geschlossen?

Ja, das haben wir.

Ok, also Ihr wusstet bereits sehr früh, dass Ihr ein Café eröffnen wollt. Aber eine Idee garantiert noch lange nicht den Erfolg. Das wusstet auch Ihr und habt einen Businessplan geschrieben – mit Unterstützung der IHK. Erzählt uns bitte mehr darüber.

Das stimmt. Wir haben daher unsere Existenzgründung sehr sorgfältig vorbereitet. Nicht nur die Theorie in Form eines Businessplans und einer fundierten Finanzierung war uns wichtig, sondern auch die Praxis. Wir sind ja quasi beide Quereinsteigerinnen. Rike hat parallel zu ihrer Ausbildung und ihrem Studium immer gekellnert. Ich hatte nur für 1 Jahr als Flugbegleiterin Erfahrung im Servicebereich gesammelt. Daher kündigte ich meinen Job in einer Agentur, um Vollzeit in einem Café zu arbeiten und die Praxis zu erlernen. Wir wussten also beide, was Vollzeit-Gastronomie bedeutet und dass es vor allem körperlich harte Arbeit ist. Bei der Erstellung des Businessplans haben uns Literaturempfehlungen und Gespräche mit anderen Gastronomen/Existenzgründern geholfen, sowie Ansprechpartner der Handelskammer und unsere Familien.

5 Jahre sind seitdem Schreiben des Businessplans vergangen. Habt Ihr all Eure gesteckten Ziele erreicht?

Wir haben sie sogar zum Teil übertroffen und können das manchmal selbst nicht glauben. Dass unser Konzept so gut angenommen wird, davon wagten wir nicht zu träumen. Wir sind nach den knapp 5 Jahren sehr glücklich und zufrieden.

https://www.youtube.com/watch?v=TAMpkKLeFTE

In dem obigen Video über Euch und das Glück und Selig sagt Ihr: „Um ein Café aufzumachen, braucht man auf jeden Fall Mut und ein Stückweit Naivität vielleicht“. Was braucht Frau als Besitzerin eines Cafés Eurer Meinung nach noch?

Belastbarkeit, Kreativität, Service-Orientierung, Durchsetzungsvermögen….

Ab und zu überkommt mich der idealisierte Gedanke wie toll es doch wäre mein eigenes Frühstückscafé zu führen. Diesen Traum haben sicher viele schon einmal geträumt, ist die Vorstellung doch zu verlockend: An einem Ort der eigene Chef zu sein, an dem man sich auch noch selbst wohlfühlt. Doch das Leben als Café-Besitzer ist sicherlich alles andere als Zuckerschlecken Latte-Macchiato-Schlürfen. Bitte lasst uns teilhaben: Wie sieht ein (normaler) Arbeitstag bei Euch aus?

07:45 Uhr: Aufschliessen, Vorbereitungen in der Küche, Bar und Gastraum.

09:00 Uhr: das Café öffnet. Wir servieren Frühstück, Kaffee (auch außer Haus) und bereiten parallel den Mittagstisch vor (eine Suppe und ein weiteres Gericht z. B. Pasta oder Quiche).

12:00 Uhr: Das Frühstücksgeschäft ist vorbei und geht in den Mittag über. Mit den vielen Stammgästen hält man zwischen durch – wenn es die Zeit zulässt – natürlich immer ein Schwätzchen.

15:00 Uhr: idealerweise sind alle Mittagsgerichte aufgegessen und das Geschirr gespült. Vielleicht haben wir sogar auch eine kleine Verschnaufpause gehabt. Dann geht es weiter mit dem Nachmittags-Kaffee-Kuchen-Geschäft. In der Küche werden Bestellungen bei Lieferanten getätigt, Vorbereitungen für den nächsten Tag getroffen, Kuchen/Crumbles gebacken oder eines unserer hausgemachten Crunchy-Müslis produziert.

18:00 Uhr: das Café schliesst. Abspülen, aufräumen und putzen. Abrechnung machen.

19:00 Uhr: Feierabend 🙂

In einem Artikel im Abendblatt habe ich folgendes Zitat von Dir Lina gelesen: „Man sollte schnell lernen zu delegieren. (…) Es macht uns allen sehr viel Spaß, aber man darf sich selbst nicht dabei vergessen.“ Wie stellt Ihr beiden sicher, dass Ihr Euch selbst nicht vergesst?

Es muss auch noch Raum für das Leben neben dem Café bleiben. Wir haben mit der Zeit gelernt, dass regelmäßig ein freies Wochenende pro Monat oder auch Urlaub absolut wichtig sind. Natürlich ist das Luxus, aber unverzichtbar für die Zufriedenheit im Job.

Und wie handhabt Ihr die Führung Eurer Mitarbeiter? Was tut Ihr gezielt für die Motivation Eurer Angestellten und Aushilfen?

Grundsätzlich sind wir ein Unternehmen mit flachen Hierarchien. Außerdem versuchen wir unseren MitarbeiterInnen stets die Möglichkeit zu geben, sich selbst und ihre Ideen einzubringen. Wir sind ein junges und kleines Team, das Hand in Hand arbeitet.

Wie geht es mit dem Glück & Selig weiter? Sagen wir, Ihr müsstet jetzt einen neuen Businessplan schreiben, was würde darin stehen?

So viel würden wir gar nicht verändern wollen, schließlich scheinen die Gäste unser Konzept und unsere Räumlichkeiten zu mögen. Vielleicht könnte man über eine größere Fläche nachdenken oder einen zweiten Standort… aber da träumen wir noch 😉

Ich bin mir sicher, auch diese Ideen werdet Ihr erfolgreich umsetzen. Lieben Dank Euch beiden für das Interview und das Sponsoring für unser Frühstück auf der Social Media Week! 

Wenn Ihr noch mehr inspirierende Interviews mit Gründerinnen lesen wollt, schaut doch mal auf Pinterest vorbei!

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