„Regionaliät ist für uns das neue Bio“ sagen die beiden Gründerinnen Dunja & Maike von der Smoothie Manufaktur hellogreen

Maike und Dunja von hellogreen

Zu Weihnachten haben mein Freund und ich von der Familie einen Smoothie-Mixer geschenkt bekommen. Vielleicht, weil wir uns bei der Weihnachtsfeier so zielstrebig das Buch mit den vielen Smoothie-Rezepten ausgesucht haben?

Der Mixer hat die Jahreswende nicht überstanden und ist bei der ersten Inbetriebnahme zur Herstellung eines Detox Smoothies (nach der ganzen Völlerei über die Feiertage dachten wir, wir tun uns mal was Gutes) kaputt gegangen. Wie gut, dass es mittlerweile Menschen wie Dunja Kremkus und Maike Palm gibt, die mit ihrer Smoothie Manufaktur hellogreen Smoothies herstellen! Puh! 😉

Wie die schmecken, fragt Ihr? Können diejenigen herausfinden, die am 19.1. zu unserer Geburtstagsparty kommen. Denn Dunja und Maike haben uns ein paar Flaschen spendiert. Allen anderen können die Smoothies online bestellen und sich dabei das Interview schmecken lassen!

Liebe Dunja, liebe Maike, wir haben schon einige Gründerinnen-Duos interviewt. Zum Beispiel Constanze und Lotte von Bridge&Tunnel oder Anne und Christina von DESIGNSTRAPS. Ob durch eine geteilte Stellenanzeige in den sozialen Netzwerken oder durch die Uni – es gibt unterschiedliche Wege, wie zwei Gründerinnen sich kennen lernen. Wie war es bei Euch? Wann und wie seid Ihr dann auf die Idee gekommen, Eure Smoothie Manufaktur hellogreen zu gründen?

Wir kennen uns seit etwa 9 Jahren über unsere Männer, die ebenfalls beruflich miteinander zu tun haben. Seit längerem wollten wir neben unseren damaligen Tätigkeiten als Grafikerin (Maike) und Hausfrau (Dunja, vorher Beratung Werbeagentur) etwas Neues gemeinsam aufbauen.

Es gab diverse Ideen für die Selbstständigkeit, aber schlussendlich haben wir einer fixen Idee folgend, auf Smoothies gesetzt, weil wir beide von dieser Art der gesunden Ernährung überzeugt waren und sind. Die Smoothie-Welle schwappte im Jahr unserer Firmengründung 2014 gerade aus Amerika und Australien zu uns rüber.

Widmet Ihr Euch hellogreen in Vollzeit oder handelt es sich um ein Projekt, dass Ihr nebenberuflich selbstständig verfolgt?

Noch ist hellogreen unser nebenberufliches Projekt, aber wir arbeiten daran, davon auch einmal leben zu können.

Unsere Homepage wurde nach 2 Jahren neu gestaltet und es wird nun einen richtigen Onlineshop geben, in dem auch weitere nachhaltige Produkte zu finden sind. Teils smoothie-affine, teils einfach schöne Dinge, und Produkte, die achtsam von uns ausgewählt wurden bzw. auch neue Produktideen, die von uns selbst entwickelt werden. Ihr könnt gespannt sein!

Ich habe gelesen, dass Eure Motivation zur Herstellung der Smoothies darin liegt, “bei den Kunden wieder das Bewusstsein für den eigenen Körper zu wecken”. Achtsamkeit für sich und seinen eigene Gesundheit kommt oft zu kurz – viel zu häufig auch bei uns Selbstständigen. Nicht wahr?

Ja, manchmal vergessen wir auch selbst die Achtsamkeit für uns, dann muss man direkt überlegen, wann man sich den letzten Smoothie gegönnt hat 😉 In der Regel trinken wir aber regelmäßig mindestens einen unserer Smoothies pro Tag selbst.

Eure Smoothies enthalten keinerlei Konservierungsstoffe und Zuckerzusätze. Sie sind zu 100% naturbelassen. Außerdem bezieht Ihr Eure Zutaten überwiegend aus der Region. Demnach scheint Euch das Thema “Regionalität” sehr wichtig zu sein, oder?

Regionaliät ist für uns das neue Bio, aber wir müssen auch zugeben, der Geschmack steht für uns ebenso weit oben. Deshalb können wir nicht alles regional beziehen, da Zitrusfrüchte wie z.B. Mango, Zitrone, Banane für uns wichtige Zutaten sind.

Wichtig ist uns aber, z.B. keine Pürees zu verwenden und das schmeckt man auch!

Auch die Nachhaltigkeit scheint Euch ein besonderes Anliegen. Warum und worauf achtet Ihr bei Euren Produkten besonders in Hinblick auf das Thema?

Wir verwenden – soweit möglich – die ganzen Früchte, so dass wenig Abfall entsteht. Wir bestellen nur nach Produktions-Bedarf. Unsere Glasflaschen nehmen wir zurück, die neuen Leichtflaschen, die wir für die HPP-Behandlung verwenden, ebenso. Sie werden dem Recycling-Kreislauf zugeführt.

Zur Erklärung: HPP oder Pascalisierung bedeutet, unter Druck werden Mikroorganismen und verderbliche Keime inaktiviert, Molekülstrukturen und Enzyme bleiben erhalten. Dadurch halten unsere Smoothies in der Leichtflasche nun ca. 4-6 Wochen – nachgewiesenermaßen! Dabei entsteht keine Hitze, die die Vitamine und Nährstoffe zerstören würde.

Ihr verarbeitet auch sogenannte Superfoods in Euren Smoothies. Gibt es ein Lebensmittel, dass es Euch besonders angetan hat? Wenn ja, warum?

Superfoods dürfen wir unsere Zutaten gar nicht mehr nennen, obwohl das Wort in jedermanns Verständlichkeit übergegangen ist. Um Deine Frage dennoch zu beantworten: Wir haben eigentlich keine Lieblingszutat. Vielmehr macht es Spaß, immer wieder mit neuen Zutaten zu experimentieren und herauszufinden, welche zahlreichen Geschmäcker und Einsatzmöglichkeiten die Natur bereithält. Dabei ist es interessant, auch die historische Bedeutung zu erfahren. Z. B. waren Chia-Samen bereits vor 5000 Jahren ein wichtiges Lebensmittel der Maya und Azteken.

Seit Mitte des Jahres arbeitet Ihr mit Isabel Elmenhorst von eat like eve zusammen und bietet gemeinsam mit Ihr Veranstaltungen an. Verratet uns mehr. Was erwartet die Teilnehmer?

Wir gehen sehr individuell auf die Kundenwünsche ein, erstellen im Vorwege ein Konzept und sind sehr glücklich, bei Bedarf auf das fundierte Wissen von Isabel zurückgreifen zu können.

Bei Firmenveranstaltungen steht aber auch immer viel Spaß im Vordergrund, so dass eine andere Begegnungsebene unter den Mitarbeitern geschaffen wird.

Eure Smoothies gibt es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen mit witzigen Namen wie “Grünschnabel” oder “Rotkehlchen”. Wie seid Ihr auf diese gekommen und wer hat die Rezepturen für Eure “Trinksalate” entwickelt?

Die Rezepte stammen alle von uns selbst und wurden in diversen Verkostungen bei Familie und Freunden getestet. Die Namen sind alle aus einem Guß und sollen Spaß machen, diese hat aber eine Texterin für uns entwickelt.

Nach der Rezeptur, war vor dem Verkauf. Wie wusstet, Ihr zu welchem Preis Ihr die Smoothies anzubieten habt und welchen Vertriebsweg Ihr zu nutzen habt, um Eure Produkte zu vertreiben?

Der Preis für die Smoothies richtet sich nach dem Markt bzw. auch nach unseren Kosten 😉 Eigentlich verkaufen wir die Smoothies viel zu günstig! Wer schonmal einen Smoothie selbst gemacht hat, weiß, wieviel Arbeit und Liebe drinsteckt. Unsere Vertriebswege sind ehrlicherweise noch zu optimieren! Momentan haben wir einen reinen Online-Handel!

Hattet Ihr Hilfe von außen, z. B. durch offizielle Beratungsstellen?

Wir haben uns diverse Beratungen „gegönnt“, allerdings haben wir vieles auch nach dem berühmten Bauchgefühl entschieden. Außerdem ist Erfahrung eh der beste Lehrmeister!

Würdet Ihr mit Eurem Wissen von heute, Dinge anders machen?

Dinge, die uns hochkompliziert erschienen, waren im Nachhinein sehr einfach. Kleinigkeiten entpuppten sich manchmal als unüberwindlich. Nein, ich glaube, wir würden nichts anders machen, nur würden die Dinge nun aufgrund der gesammelten Erfahrung schneller gehen! Manchmal macht man sich zuviele Gedanken! Am besten ist es, einfach mal loszulegen!

Maike, von Dir weiß ich, dass Du Mutter bist. Dunja, hast Du auch Kinder? Wie lassen sich die Selbstständigkeit und Kinder vereinbaren?

Ja, Maikes Kinder sind bereits volljährig, Dunjas Kinder sind 12 und 14, ein perfektes Alter für die Mama, sich Gedanken über andere Dinge zu machen 😉 Die Selbstständigkeit erlaubt ja auch flexible Arbeitszeiten, also perfekt, um allen gerecht zu werden.

Welche Ziele habt Ihr Euch für 2017 mit hellogreen gesetzt?

Neue Produkte erfinden, uns treu bleiben, weiterhin so gut zusammenarbeiten wie bisher, mehr Bekanntheit erlangen.

Wir drücken die Daumen!

Noch mehr lernen, könnt Ihr von weiteren selbstständigen Frauen. Viele Interviews und Stories haben wir auf Pinterest zusammengetragen. Schaut doch mal vorbei!

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