Lissy backt – Interview mit Cakedesignerin Lissy Feindt

Cakedesignerin Lissy Feindt von Lissy backt

Heute kommt Ihr in den Genuss eines „zuckersüßen“ Interviews mit der Cakedesignerin Lissy von Lissy backt. Kurz zu unserer Geschichte: Lissy habe ich vor einigen Monaten kennengelernt, nachdem Kathleen nach Berlin gegangen war und OTTO eine neue Fee für süßes Catering brauchte. Ich fand sie über eine Empfehlung aus meiner Community – mal wieder der Beweis, dass ein gutes Netzwerk entscheidend sein kann. Lissy bestach durch Herzlichkeit und Können. Von erst genanntem könnt Ihr Euch sofort überzeugen. Letzteres solltet Ihr schnellstmöglich nachholen.

Liebe Lissy, eigentlich müsste Dich ja Kathleen, die Frau vom Fach interviewen, aber ich habe so viele Fragen an Dich, da möchte ich mir das Interview nicht aus der Hand nehmen lassen… 😉 Wie bist Du auf die Idee gekommen, Dich als Cakedesignerin selbstständig zu machen?

Ich habe ja Ökotrophologie studiert und neben meinem Studium immer gern gebacken. Es war ein perfekter Ausgleich und eine tolle Belohnung neben dem Lernen. Zunächst habe ich mich wirklich nur mit dem Backen und gar nicht so mit dem Dekorieren auseinandergesetzt. 🙂 Ich fande es toll neue Rezepte und unterschiedliche Backformen auszuprobieren.
Dann kam irgendwann die Phase, wo ich zu Geburtstagen von Freunden und Familienmitglieder Kuchen gebacken habe und so fing ich an mich auch mit dem Dekorieren zu beschäftigen. Es machte immer mehr Spaß und ich besuchte Kurse bei der lieben Kirsten von Kuchen-Fashion oder auch in dem KD Tortenladen in den Colonnaden. Das Cakedesign machte mich so glücklich und ich dachte, warum soll ich meine Leidenschaft nicht zum Beruf machen?

Von Kathleen weiß ich, dass ihr Start nicht einfach war und sogar Leute vom Gesundheitsamt vorbei geschaut haben. Wie sahen Deine ersten Schritte in die Selbstständigkeit aus?

Genau. Die lieben Menschen vom Gesundheitsamt kommen heute auch noch regelmäßig in mein Atelier.
Dazu habe ich ein Gesundheitszeugnis und habe bei der Handelskammer an einem Workshop für Hygiene mitgemacht. Viele Inhalte sind mir aber auch vom Studium bekannt.

Du musstest sicher ein Gewerbe anmelden, oder? Wie funktioniert das? Was für Dokumente und Unterlagen benötigt man da? Und an wen wendet man sich?

Ganz am Anfang habe ich einen Kurs „Existenzgründung“ an der VHS mitgemacht. Danach habe ich die Gewerbeanmeldung beim Bezirksamt beantragt. Danach sollte man zum Finanzamt um eine Steuernummer zu erhalten. Notwendige Unterlagen sind auf jeden Fall der Ausweis, Meldebescheinigung und wenn das Gesundheitsamt vorbeischaut sollte stets ein aktuelles Gesundheitszeugnis vorliegen. Zudem habe ich regelmäßig bei Fragen die Handelskammer besucht. Die eine Mitarbeiterin kannte mich schon 🙂 und hat mir bei Fragen immer sehr ausführlich geholfen. Da habe ich dann auch den Workshop für Hygiene mitgemacht.

Hast Du Dir in Deinem privaten Umfeld Hilfe gesucht oder Beratungsangebote vom Staat in Anspruch genommen? Oder hast Du alles alleine gewuppt?

Also ganz alleine ist das alles gar nicht zu bewältigen. Da müsste man Experte auf jedem Gebiet sein: Versicherung, Steuern, PR/Werbung/Internetauftritt, Einkauf, Verkauf usw. Ich würde sagen eine verlässliche Person sollte man mindestens an seiner Seite haben. Sehr viel geholfen hat mir meine Familie. Meine Schwester scherzt schon immer, dass mein Unternehmen eher ein „Familienunternehmen“ ist. Jeder hat so seine Aufgabenbereiche, 😉 obwohl es nach außen aussieht als ob ich alles alleine mache.

Welche Herausforderungen musstest Du meistern?

Torten zu kreieren bedeutet auch ganz schön viel Verantwortung. Natürlich ist das nicht mit einem Arzt zu vergleichen, der Leben rettet. 🙂 Aber z.B. eine Hochzeitstorte ist schon das Highlight einer Feier und wenn die nicht gut aussieht oder beim Transport etwas schief geht, ist die Braut, die sowieso meistens schon sehr nervös ist, unendlich traurig. Also könnte ich mir vorstellen. 🙂 Passiert ist mir sowas zum Glück noch nie!

Die zweite Herausforderung war oder ist heute auch noch:
Nicht zu jedem Preis eine Torte zu zaubern. Zu Beginn habe ich noch „jeden“ Auftrag mitgenommen um bekannter zu werden oder auch um Erfahrung zu sammeln. Aber schöne Torten brauchen nun einmal Zeit und Muße. Heute lächle ich manchmal über Kunden und ihre Vorstellungen einer Torten und dazugehörigen Preise.

Wie hast Du Deine ersten Kunden gefunden?

Meine ersten Kunden waren ehrlich gesagt Freunde, die sehr darauf Wert gelegt haben mit mir „echte“ Preise auszumachen und keine Freundschaftspreise.

Hast Du je ans Aufgeben gedacht?

Nein. Das Cakedesign wird immer Bestandteil meines Lebens sein.
Aber ich habe schon mal darüber nachgedacht als ich noch nicht mein Cafe im Herbst/Winter hatte ob ich noch nebenbei in einem Café als Backhilfe arbeite.
Ich mag den Trubel und bei meiner selbstständigen Arbeit fehlen mir manchmal nette Arbeitskollegen.

Wie läuft Dein Geschäft heute?

Ich bin sehr zufrieden, wie wunderbar sich mein Business entwickelt und wie viele schöne Torten und Cupcakes ich schon zaubern durfte.
Besonders stolz bin ich, dass ich für „Notruf Hafenkante“ und auch für Otto zahlreiche Torten machen durfte. Hochzeitstorten sind immer noch meine liebste Leidenschaft. Erfreulicherweise werden die Aufträge auf diesem Gebiet auch stetig mehr.

Auf Lissy’s Instagram-Account findet Ihr noch mehr tolle Bilder!

Was machst Du heute um von Auftraggebern gefunden zu werden? Ich weiß, dass Du eine Internet-, eine Facebook- und eine Instagram-Seite hast. Machst Du darüber hinaus viel Eigenwerbung – z. B. auf Messen?

Die beste Werbung ist und bleibt die Mundpropaganda. Facebook hilft mir auch sehr, aber es kommen letztendlich immer Leute auf mich zu, die über Freunde von mir erfahren haben oder von Hochzeitspaaren, die bei mir ihre Torte bestellt haben. Und was mir ganz viel Werbung bringt ist meine „Cafe-Zeit“ im Herbst/Winter in der Schanze.

Wie unterscheidest Du Dich von anderen süßen Caterern?

Ich denke jeder süße Caterer hat so seine eigene Handschrift. Das zumindest hat mir meine Kursleiterin früher erzählt. Und da stimme ich ihr zu.
Mein Wiedererkennungswert sind mittlerweile meine kleinen Figuren geworden.
Die sind einfach sehr beliebt und zaubern etwas Individuelles auf jede Torte, wie z.B. bei einer Familienaufstellung.

Ich kann mir vorstellen, dass sich die Hochphase Deiner Arbeit auf die Sommermonate beschränkt. Liege ich da richtig? Was machst Du in der kalten Jahreszeit? Du hast mir erzählt, dass Du Dir einen Laden mit einem Eisverkäufer teilst.

Ich würde es eher andersherum sehen. 😉
Im Sommer konzentriere ich mich ganz auf die individuellen Torten und arbeite nur nach Aufträgen.
Im Herbst/Winter betreibe ich ja ein Pop-Up-Cafe in der Schanze. Wie du schon gesagt hast: Es ist ein Eisladen, der im Winter leer stehen würde. Daher miete ich die Räume und das Inventar. 🙂 Das ist schön und stressig zu gleich, weil ich täglich 10 bis 12 unterschiedliche Kuchen/Torten, 2 vegane Kuchen und verschiedene Cupcakes anbiete. Nebenbei nehme ich noch Aufträge für individuelle Motivtorten an. Da muss ich jeden Tag ganz genau planen und immer darauf gefasst sein, dass spontan noch ein Tortenauftrag reinkommen könnte.
Zudem gibt es da noch die Buchhaltung, das Einkaufen und auch Besprechungen mit Brautpaaren.

Wie soll es mit Deinem Business weitergehen? Denkst Du an einen eigenen Laden, die Ausweitung Deines Sortiments oder eigene Backkurse?

Der eigene kleine Laden schwirrt schon ewig in meinem Kopf rum. Ich halte die Augen immer offen, bin aber auch wählerisch, was die Räumlichkeiten und Lage angeht. Wenn ich ein Cafe aufmache, möchte ich es ganz fantastisch gestalten und auch darin investieren. Es soll dann schon etwas Dauerhaftes sein und deshalb warte ich bis meine Zeit bzw. meine Traumlocation kommt. 🙂
Backkurse kann ich mir derzeit noch nicht vorstellen. Ich glaube, dass ich anderen gar nicht so gut erklären könnte, wie etwas gemacht wird.

Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Torten?

Meine Torten sind meistens etwas verspielt oder mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Ich lasse mich viel durch das Internet inspirieren. Amerika und England haben tolle Cakedesign-Seiten. Auch Videos auf Youtube zum Thema Cakes oder Cupcakes schaue ich mir gern an.

Wie bleibst Du up to date und informierst Dich über die neuesten Trends in Sachen Tortenkunst?

Auch hier nutze ich das Internet. Manchmal kommen Kunden auf mich zu und möchten Torten, die ich noch gar nicht so gesehen habe. Ich liebe es auch Kurse zu besuchen und Neues zu lernen.

Ist Dir eigentlich schon mal eine Torte so missglückt, dass Du einen Auftrag nicht erfüllen konntest? Wenn ja, wie bist Du mit diesem Faux pax umgegangen?

Oh, das ist mir zum Glück noch nie passiert. Bei einer Winnie the Pooh Torte hatte ich einmal so Angst, dass Winnie der Schwerkraft nachgibt. Er schwebte nämlich in der Luft und sollte von Ferkel und I-Aah auf einem Blatt aufgefangen werden. Hat zum Glück alles gehalten. 🙂

Backen macht mir selbst auch viel Spaß. Du sagst von Dir selber, dass Du Cakedesignerin aus Leidenschaft bist. Man schmeckt’s! 😉 Ich finde aber, dass Backen auch sehr langwierig und manchmal auch schwierig sein kann. Was tust Du zum Ausgleich? Oder stehst Du 24/7 in Deiner Backstube?

Oh, nein. Es kommt auch schon mal vor, dass man zwei Wochen keine Aufträge hat. In der Zeit treffe ich mich sehr gern mit meinen Freunden. Wir gehen frühstücken, probieren neue Cafes aus oder fahren zum Strand. Zum Ausgleich gehe ich auch viel zum Sport.

Zum Abschluss noch einen Tipp von Dir an Frauen, die jetzt nach dem Interview auch Lust auf ein eigenes süßes Business bekommen haben.

So viel Spaß das Backen und Dekorieren auch macht: Es ist etwas anderes, wenn man es als Hobby macht und dann zum Beruf. Man braucht Ausdauer und Geduld. Dennoch mache ich nichts lieber als schöne Torten zu gestalten.

Alles andere wäre in meinen Augen auch eine Verschwendung von Talent. Ihr müsst Lissy’s süße Kunstwerke unbedingt probieren – auch wenn sie zum Essen fast zu schade sind! Danke Lissy für das Interview!

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