„Eigenanbau und Selbstversorgung ist doch eigentlich das Beste“ – Natalie Kirchbaumer und Wanda Ganders von meine ernte

Natalie & Wanda von meine ernte

Hm, es ist schon laaange her, das ich ein Magazin in meinen Händen gehalten habe – dafür blättere ich umso öfter durch die Seiten von Büchern. Anyway. Die letzte Zeitschrift, die ich las, hielt eine Überraschung für mich bereit: einen Artikel über meine heutigen Interviewpartnerinnen.

Ich kann mich nicht mal mehr an den Titel des Magazins erinnern. Dafür umso besser an die Geschichte von Natalie Kirchbaumer und Wanda Ganders, die mit meine ernte den einfachsten Weg zu einem eigenen Gemüsegarten gegründet haben.

Liebe Natalie, liebe Wanda, Ihr seid die Gründerinnen von “meine ernte”. Was hat Euch vor acht Jahren dazu veranlasst Euer Unternehmen zu gründen?

Wir, Natalie und Wanda, haben bereits gemeinsam studiert und da stand meist ein Fertiggericht oder Fast Food auf dem Speiseplan. Ein paar Jahre später kam dann die Einsicht, was eigentlich gesund ist und gut tut.

Wir haben festgestellt, dass Eigenanbau und Selbstversorgung doch eigentlich das Beste ist, als Mieter in der Großstadt jedoch fast ein Ding der Unmöglichkeit.

So haben wir dann mit ein paar Landwirten gesprochen und nach einiger Zeit war die Idee, Gemüsegärten zum Mieten in Großstädten gemeinsam mit Landwirten anzubieten, geboren.

Wie Ihr eben verraten habt, habt Ihr beide Euch während Eures Studiums kennen gelernt. Was habt Ihr studiert? Wann war Euch klar, dass Ihr Euch gemeinsam selbstständig machen wollt?

Wir haben Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Dienstleistungsmarketing studiert.

Nach dem Studium haben wir beide in größeren Unternehmen im Bereich Vertrieb, Marketing und Beratung in verschiedenen Städten gearbeitet.

Durch einen schönen Zufall sind wir dann beide aus beruflichen Gründen nach Bonn gekommen und haben uns mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt. Dass wir beide gut mit einander arbeiten können, hat sich schon während unseres Studiums in unserer WG gezeigt.

Wie hat Eure Idee Gestalt angenommen? Oder anders gefragt: Wie sahen Eure ersten Schritte aus, nachdem Ihr die Idee zu “meine ernte” hattet?

Nach unseren ersten Gesprächen mit interessierten Landwirten, mussten wir natürlich ein tragfähiges Modell entwickeln. Marketing, Finanzierung, Pressearbeit, Social Media, Vertrieb, Kooperationen, das sind alles wichtige Faktoren, die wir mit sehr viel Engagement in den ersten Jahren in kompletter Eigenleistung gestemmt haben.

Ihr seid zunächst in sechs Städten in NRW und Hessen gestartet. Mittlerweile habt Ihr, wenn ich richtig gezählt habe, 26 Standorte. Wie seid Ihr bei der Expansion vorgegangen?

Grundsätzlich ist unser Ziel natürlich flächendeckend in ganz Deutschland aktiv zu sein.

Es hat sich herausgestellt, dass der Bedarf in Ballungsgebieten, wie dem Rheinland, dem Ruhrgebiet, Hamburg oder Berlin größer ist, als in ländlichen Gegenden.

Für wen ist “meine ernte” gedacht?

meine ernte ist für jeden geeignet, der gerne an der frischen Luft ist und Lust auf knackiges, gesundes Gemüse hat.

Unsere Gärtner kommen aus allen Altersstufen und Gesellschaftsschichten. Wir haben Bürogemeinschaften, Kindergärten, Familien, soziale Projekte, aber auch den klassischen Manager dabei.

Das ist auch einfach das Schöne an meine ernte, man genießt eine entspannte Zeit, gibt sich gegenseitig Tipps und freut sich über selbstgezogenes Gemüse.

Wie komme ich als Interessierte_r an einen Eurer Gemüsegärten und was kostet eine “Parzelle”?

Das ist ganz einfach. Über unsere Homepage kann man sich für die nächste Saison vormerken lassen und ab November einen Garten buchen. Das ist auch ein tolles Weihnachtsgeschenk. Wir bieten zwei Größen an.

Der kleine Garten ist ca. 45 qm groß und kostet für die komplette Saison 199,- €. Er ist für Singles und Pärchen geeignet. Der Familiengarten ist ca. 90qm groß und kostet 369,- €

Welchen Vorteil seht Ihr gegenüber eines herkömmlichen Schrebergartens?

Unsere Gärtner schätzen die Unabhängigkeit. Mit einen Schrebergarten sind viele Verpflichtungen verbunden und natürlich auch laufende Kosten.

Neben der einmaligen Anschaffungsgebühr, die je nach Ausstattung und Lage mehrere tausend Euro kosten kann, kommen jährliche Vereinsabgaben, sowie Strom und Wasser dazu.

Bei meine ernte ist alles inklusive. Wir stellen Gartengeräte, Wasser, pflanzen vor und lassen ein Wunschbeet für Individuelles frei.

Durch Euer Interview auf mompreneurs.de weiß ich, dass Ihr beide Mütter seid. Wie alt sind Eure Kinder und wie vereinbart Ihr Eure Selbständigkeit und Familie?

Unsere Kids sind noch nicht so groß, zwischen Baby und Vorschulkind-Alter.

Ich glaube wir sprechen vielen berufstätigen Mamas aus dem Herzen, wenn wir zugeben, dass unsere Arbeitstage gut geplant und doch immer flexibel sein müssen.

Wir unterstützen uns gegenseitig und haben tolle Familien und Freunde, die uns den beruflichen Freiraum ermöglichen.

Wie sehen Eurer beider Aufgaben im Unternehmen aus? Ich habe gelesen, dass jede von Euch sich um bestimmte Tätigkeiten kümmert…

Ja, wir haben die Bereiche gut aufgeteilt.

Wanda kümmert sich um das Marketing, Personal und mit unserem Team um die Kundenbetreuung. Natalie betreut die Planung, Finanzen und hält nach neuen Landwirten Ausschau.

Gibt es etwas, auf das Ihr beide keine Lust hattet und dass Ihr (mittlerweile) ausgelagert habt?

Uns machen eigentlich alle Themen Spaß, wir stellen jedoch fest, dass es wichtig ist, als wachsendes Unternehmen, Prozesse, die nicht zu den Kernprozessen gehören, an Partner herauszugeben, wie zum Beispiel die Erstellung von Marketingmaterialien.

Für uns ist meine ernte ein absolutes Herzensprojekt und wir versuchen mit viel Leidenschaft Menschen für Natur, Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung zu begeistern.

Wie wird es für Euch und “meine ernte” weitergehen?

Wir sind in diesem Jahr, bis auf wenige Gärten, komplett ausgebucht. Die Nachfrage nach gesunder Ernährung und Entspannung in der Natur steigt täglich. Das zeigt uns, dass wir noch weitere Standorte suchen und aufbauen müssen. Zudem setzen wir uns gerade mit weiteren Themen rund um die Selbstversorgung auseinander.

Die spannende Reise geht also weiter…

Gestattet mir noch eine letzte Fragen…

Ich habe gesehen, dass Ihr im vergangenen Jahr ein Buch mit dem Titel “Das 100% Ernte-Glück-Buch”* veröffentlicht habt. Wie seid Ihr dazu gekommen Euer eigenes Buch zu veröffentlichen?

Unser Buch ist der perfekte Ratgeber durch das Gartenjahr. All unsere Erfahrungen der letzten Jahre, haben wir hier zusammengetragen. Als wir gefragt wurden, ob wir unseren Wissensschatz in einem Buch auch für andere Gärtner zugänglich machen möchten, waren wir sofort überzeugt gemeinsam mit dem BLV Verlag an dem Buch mitzuarbeiten.

*Noch ein kleiner Hinweis: Meine Empfehlungen enthalten Affiliate-Links des Anbieters Amazon. Wenn Ihr über diese Links z. B. ein Buch kauft, erhalte ich eine kleine Provision.

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