„Wir machen Beton salonfähig“ – Madlen Thorwarth über ihr Startup Concrete Jungle

Madlen Thorwarth, Gründerin von Concrete Jungle

Auf Madlen Thorwarth und ihre Betonmanufaktur bin ich durch einen Beitrag auf Junge Gründer aufmerksam geworden. Schmuck, Wohnaccessoires und Sonderanfertigungen (z. B. Visitenkarten, Bucheinbände, Schilder, Awards), Möbel sowie Theken und Arbeitsplatten aus Beton – das hört sich klasse an! Es war sofort klar, dass ich U-N-B-E-D-I-N-G-T ein Interview mit Madlen führen möchte. Wie kommt man auf die Idee Beton als Fundament seiner Selbstständigkeit –ich weiß, grandioses Wortspiel– 😉 zu nehmen? Ihr erfahrt es jetzt!

Hallo Madlen, Du hast im vergangenen Jahr zusammen mit Daniel Singh das Startup Concrete Jungle gegründet. Wie habt Ihr Euch gefunden und wie seid Ihr auf die Idee gekommen eine Betonmanufaktur zu gründen?

Wir haben uns während meines Innenarchitekturstudiums über Freunde kennengelernt. Das erste Mal haben wir für meine Diplomarbeit mit Beton gearbeitet. Als wir später zusammen gezogen sind, benötigten wir einen kleinen, passgenauen Schreibtisch für eine Nische. Das haben wir dann kurzerhand umgesetzt und waren angefixt vom Material und seinen Möglichkeiten.

Den Wunsch etwas Eigenes zu gründen hatten wir schon länger. Vor allem Möbeldesign lag uns am Herzen. Das Material Beton lag dann sehr schnell nahe und wir entwickelten über 2 Jahre unsere eigenen Rezepturen und Ideen. Demnächst werden wir auch mehr Möbel vorstellen.

Welche Vorteile hat Deiner Meinung nach eine Gründung im Team?

Man kann voneinander profitieren, lernen und sich gegenseitig immer wieder motivieren. Bei einer Gründung hat man oft viele Tiefen und Höhen im Wechsel. Es tut gut dann jemanden an seiner Seite zu haben, der genauso an die Ideen glaubt, wie man selbst und einem Kraft gibt um durchzuhalten. Außerdem hat Daniel manchmal Einfälle, auf die ich nicht gekommen wäre und so auch umgekehrt. Jeder von uns hat seine Stärken und Talente in verschiedenen Bereichen, davon profitieren wir oft und ergänzen uns dementsprechend sehr gut.

Euer Sortiment ist vielfältig. Ihr fertigt alles von Schmuck über Wohnaccessoires bis hin zu Möbeln. Gibt es eine Produktgruppe, die Dir besonders am Herzen liegt?

Mir persönlich liegen die neuen Möbel am Herzen um zu zeigen, wie schön, besonders und edel Beton wirken kann. Als Innenarchitektin habe ich natürlich große Freude daran, Möbel zu entwerfen. Aber auch der Schmuck ist ein Herzensprojekt. Denn auch da machen wir Beton „salonfähig“ und verleihen ihm eine wertvolle, schon fast mystische Note.

Woher nimmst Du Deine Inspiration?

Das kann man gar nicht so direkt sagen. Ich bin ein offener, aufgeschlossener Mensch. Meine Ideen kommen durch Gespräche mit Menschen, stöbern auf Pinterest, ein offenes Auge im Alltag und einen neugierigen Geist. Ich probiere gerne neue Dinge aus, neue Materialkombinationen, neue Verfahren und Techniken. Mag es aber auch Altes neu zu gestalten. Manchmal sehe ich etwas und entwickle dann gleich im Kopf ein neues Design daraus.

Und Dein Wissen? Was hast Du vor der Gründung von Concrete Jungle gemacht?

Vor und während der Gründung von Concrete Jungle habe ich als Innenarchitektin für verschiedene Design-Büros gearbeitet. Seit Anfang des Jahres widme ich mich aber Vollzeit dem Unternehmen. Die Ideen und Konzepte von früher fließen jedoch stets in unsere Entwürfe mit ein und da ich viel mit High-End & Luxury-Interior gearbeitet habe, liegt auch bei uns der Anspruch hoch, Beton für hochwertige Design-Möbel interessant zu machen.

In einem Interview mit startuplove.de hast Du gesagt, dass Du bereits von den Einnahmen Deines Unternehmens leben kannst. Glückwunsch! ? Dahinter steckt mit Sicherheit ein ausgeklügelter Businessplan, oder?

Ehrlich gesagt, arbeite ich erst jetzt gerade an einem Business-Plan, da wir nun an dem Punkt angelangt sind, wo wir größere Summen benötigen um zu wachsen. Wir benötigen größere Räume und Lagerflächen, möchten uns mit modernen Maschinen unabhängiger und flexibler in den Gestaltungsmöglichkeiten machen, neue aufwendige Möbel/Produkte herausbringen und unser Marketing, sowie die Vertriebskanäle noch weiter ausbauen. Bisher haben wir alles aus eigener Kraft geschafft, nun brauchen wir etwas finanzielle Unterstützung um größer zu werden.

Wie findet Ihr Eure Kunden?

Völlig verschieden. Vor allem Mundpropaganda, aber auch durch Designmärkte, Social-Media-Kanäle & stink normale Akquise. Es ist aber oft viel mehr so, dass die Kunden uns finden. 🙂

Im Interview mit startuplove.de verrätst Du auch, dass Ihr Euer Business eigenfinanziert, also ganz ohne Investoren. Fremdkapital war nie eine Option für Euch?

Doch. Jetzt! 🙂

Wie gestaltete sich eigentlich der Start Eures Unternehmens? Wie viel Startkapital habt Ihr benötigt und welche Schritte musstet Ihr von der Idee zum Startup machen?

Ich denke, jeder der schon mal gegründet hat, weiß, wie viel Kraft und Energie es einen kostet, wie viel es einem davon aber auch zurückgibt. Da wir neben dem Job gegründet haben, war der anstrengendste Teil eigentlich der, zeitlich alles unter einen Hut zu kriegen. Wir haben all unsere Ersparnisse und freie Zeit ins Unternehmen gesteckt und noch bevor wir letztes Jahr Anfang Dezember online gegangen sind, eine Bandbreite an Produkten und Rezepturen entwickelt. Im Prinzip liegen 2 Jahre vor öffentlichem Firmen-Auftritt an Arbeit voraus.

Wir haben Kurse und Seminare besucht, uns viel Wissen über Formenbau angeeignet, viele Probegüsse mit verschiedenen Beton-Sorten gemacht, neue Techniken versucht und alle Produkte entwickelt. Nicht zu vergessen, standen dann der Webseiten-Auftritt und die CI-Entwicklung an, sowie erste Marketing-Strategien. Das alles haben wir hauptsächlich selbst übernommen um Geld zu sparen.

Wie viel wir letztlich investiert haben, kann ich nicht mehr genau sagen. Es war nicht wenig und alles was rein kam, wurde sofort wieder investiert. So ist es aber auch heute noch.

Und wie seid Ihr auf den Namen Concrete Jungle gekommen?

Das ist ein kleiner Insider zwischen uns. Das Lied „New York“ von Jay-Z und Alicia Keys hat uns zu den Anfängen begleitet. Dort heißt es in einer Zeile: „Concrete jungle where dreams are made of. There’s nothin‘ you can’t do. These streets will make you feel brand new. Big lights will inspire you.”

Wir fanden das Wortspiel Concrete = Beton außerdem sehr cool. Sinnhaft übersetzt heißt es sowas wie Großstadt-Dschungel. Frankfurt ist in dem Fall unser New York, unsere Inspirationsquelle. Wörtlich übersetzt heißt es Beton-Dschungel. Beton ist unser Material und das Thema Dschungel fanden wir schon vorher als Gestaltungselement für unsere CI toll, weil man damit verspielter und abwechslungsreicher arbeiten kann.

Wie sieht die Zukunft für Euer Business aus? Was habt Ihr in der Pipeline?

Wir arbeiten gerade an unterschiedlichen neuen Produkten, Techniken, Projekten und wollen weiterhin mit dem Material überraschen. Außerdem sind wir, wie gesagt, am Wachsen und wollen auch hier viel an unserem Auftritt arbeiten. Sei es die Gestaltung der Räumlichkeiten, der zukünftigen Verpackungen oder der Unterschiedlichkeit der Projekte.

Es stehen außerdem Kooperationen an und wir wollen das Thema Nachhaltigkeit noch mehr fokussieren, in dem wir alte Möbel mit Beton neu aufleben lassen. Unsere Ideen reichen noch weit und unser Portfolio soll das auch widerspiegeln.

Die Zukunft gehört Euch, da bin ich mir sicher! Ich freue mich, Eure Entwicklung weiter zu verfolgen. Ich sage nur: Weltherrschaft! Yeah! 🙂

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