„Ich habe das unfassbare Glück, dass ein sehr großer Teil meiner Arbeit kreativ ist. Mein inneres Kind darf also oft sogar beim Geldverdienen vergnügt auf der Schaukel sitzen.“ – Katharina Mauder, Kinderbuchautorin

Katharina Mauder

Ich lese gerne und viel. Ob das in meiner Kindheit auch schon so war, weiß ich nicht – ich kann mich leider nicht erinnern… die Erinnerungen setzen erst mit meiner Jugend ein. Da haben ich im Jahr zahlreiche Bücher verschlungen – das ist bis heute so geblieben.

Ich hoffe sehr, dass meine „zukünftigen“ Kinder Bücher genauso spannend finden wie ich – und meine heutige Interviewpartnerin Katharina Mauder, aus deren „Feder“ so manche stammen.

Liebe Katharina, Du bist freie Kinderbuchautorin, Texterin und Workshop-Leiterin. In der Meta-Description Deiner Website steht: „Jeder Mensch verdient inspirierende Inhalte! Katharina Mauder schreibt Texte und Bücher für Kinder und Erwachsene, die deren Zeit tatsächlich wert sind.“ Wann und warum hast Du entschieden dieser Arbeit Deine wertvolle Zeit zu widmen?

Die Antwort auf das Wann ist einfach: Das war 2004. Ich war die typische Studentin, die „irgendwas mit Medien“ machen wollte – und sonst echt planlos war. Gegen Ende meines Medienwissenschaftsstudiums fragte mich ein Freund: „Du bist doch immer so begeistert von coolen Bilderbüchern. Warum versuchst du denn nicht, in dem Bereich zu arbeiten?“ Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die genau davon leben. Seitdem habe ich alles getan, um das ebenfalls zu tun: zweites Studium, Anstellung als Kinderbuchlektorin und schließlich Arbeit als Kinderbuchautorin, Texterin und Workshop-Leiterin – alles im Dienste von tollen Geschichten für Jung und Alt.

Das Warum ist eine härtere Nuss, denn es gibt viele Gründe dafür. Ich liebe Sprache. Ich liebe gute Geschichten. Ich liebe es, das innere Kind in Erwachsenen wachzukitzeln. Mein eigenes inneres Kind hüpft singend im Kreis, wenn ich heutige Kinder erreiche und sie ganz fasziniert von meinen Inhalten sind. Und ich lasse jedes Stück Schokokuchen stehen, damit großartige kreative und nachhaltige Produkte jene Familien erreichen, die unbedingt davon erfahren müssen. – Na gut, das ist gelogen. Aber der Schokokuchen würde meine Kreativität für den entsprechenden Content bestimmt noch einmal extra befeuern. 😉

Du bist seit 2011 selbstständig. Die ersten Jahre im Nebenerwerb, seit 2017 in Vollzeit. Was hat Dich dazu veranlasst vor acht Jahren in die Selbstständigkeit zu gehen? Wie kam es zur „All-in“-Entscheidung?

2011 begann ich, als angestellte Kinder- und Geschenkbuchlektorin für einen Verlag zu arbeiten. Und ich hatte das große Glück, dass dieser Verlag nichts gegen meine Ambitionen einzuwenden hatte, mich nebenbei auch sofort noch als Autorin zu probieren. Im Gegenteil: Ich wurde die ganze Zeit gefördert und unterstützt, wofür ich sehr dankbar bin.

Nach knapp fünf Jahren in diesem Verlag zog es mich dann aber in die weite Welt und anschließend nach Hamburg. Ursprünglich wollte ich mir hier wieder eine Anstellung suchen. Aber ich bekam eine Absage nach der nächsten: „Eigentlich alles total spitze!“, „Bewirb dich auf jeden Fall wieder!“, „Aber diesmal haben wir uns doch für jemand anderen entschieden.“ Und während hier alles gegen mich zu laufen schien, bekam ich in puncto Selbstständigkeit fast wie von selbst tolle Rückmeldungen und Erfolgserlebnisse. Nach einem halben Jahr beschloss ich, mich dem Wink des Schicksals zu beugen. – Und das habe ich seit dem keinen Moment lang bereut!

Katharina Mauder
© hei. Hamburger ExistenzgründungsInitiative

Wie würdest Du einem Kind die Selbstständigkeit erklären – und deren Vor- und Nachteile gegenüber einer Festanstellung?

Gar nicht so einfach. Vielleicht etwa so: Manche Menschen haben eine echt tolle und wichtige Idee: eine Vision. Und um dieses große Ziel zu erreichen, brauchen sie ganz viele andere Menschen, die ihnen helfen. Diese Unterstützer können dann nicht so gut gleichzeitig eine eigene Idee verfolgen. Das ist schade. Aber stattdessen bekommen sie zum Beispiel einen festen Ort, wo sie immer hingehen und mit anderen zusammen an der Vision arbeiten können. Es ist ein schönes Gefühl, Teil einer solchen Gemeinschaft zu sein. Außerdem bekommen sie Geld, auch wenn sie krank werden oder in den Urlaub fahren. Das ist sehr praktisch und beruhigend.

Aber manchmal wächst in einem dieser Menschen selbst eine Idee heran. Ein Traum. Und der ist irgendwann so stark und wichtig, dass der Mensch nicht mehr für die Vision eines anderen arbeiten will, sondern für seine eigene. Und wenn er das dann tut, macht ihn das so richtig glücklich, und er fühlt sich meistens total frei und stark und wundervoll. Dafür nimmt er es auch in Kauf, zum Beispiel nicht mehr zu der engen Gemeinschaft dazuzugehören. Stattdessen kann er sich andere Menschen suchen, so wie sich selbst – mit großen Träumen und Visionen. Das ist dann zwar nicht ganz so eng wie die Gemeinschaft. Aber es ist sehr spannend und schön, weil die Träume und Visionen so bunt und verschieden sind wie ein riesiger Blumenstrauß. – So hat alles seine guten und schlechten Seiten. Und jeder Mensch muss entscheiden, was für ihn wichtiger ist.

Im Interview mit dem Magazin Helden von heute sagst Du: „Mein inneres Kind ist noch quicklebendig“. Wie kam Dein inneres Kind mit der Ernsthaftigkeit der Selbstständigkeit klar? Welche Herausforderung gab und gibt es?

Haha, sehr gute Frage. Zum Glück habe ich viele verschiedene Anteile in mir. Das innere Kind ist ein extrem wichtiger. Da ist aber auch ein kleiner pedantischer Logikfreak, der sehr gerne Listen schreibt und ausgesprochen gewissenhaft und zielgerichtet arbeiten kann. Und es gibt zum Beispiel auch ein fleißiges Bienchen, das vor allem unter Druck mit ziemlich beeindruckender Ausdauer Aufgaben erledigen kann.

Leider wäre es natürlich viel zu einfach, wenn immer genau der Anteil den Ton angäbe, der gerade am praktischsten wäre. Also klar fällt es mir manchmal schwer, mich von den spannenden Fortbildungen zu lösen oder das kreative Prokrastinieren einzugrenzen, obwohl der Abgabetermin an die Tür klopft. Oder ich kann mich nicht für die Buchhaltung aufraffen, obwohl das echt mal wieder dran wäre.

Aber im Großen und Ganzen funktioniert das Zusammenspiel meiner verschiedenen Seiten in der Selbstständigkeit erstaunlich gut. Ich komme meistens zu ausreichend Spaß und Erholung und schaffe es trotzdem (oder gerade deshalb?), richtig produktiv zu sein. Und dann habe ich ja auch noch das unfassbare Glück, dass ein sehr großer Teil meiner Arbeit kreativ ist. Mein inneres Kind darf also oft sogar beim Geldverdienen vergnügt auf der Schaukel sitzen.

Florian stellt Dir im Interview die Frage „Wie gut man als freie Autorin – insbesondere Kinderbuchautorin – leben kann?“. Deine Antwort: „In der Buchbranche verdient man generell sehr wenig. (…) Als kleiner Autor (…) muss man sich also eine gute Strategie austüfteln, um überleben zu können. (…) Ich selbst habe (…) mehrere Standbeine und tüftele noch an der perfekten Balance in dieser Mischkalkulation.“ Bitte erzähl uns mehr! Welche Standbeine sind das? Mit welchem verdienst Du prozentual am meisten?

Neben meinen Kinderbüchern sind das aktuell vor allem zwei Standbeine: zum einen Lesungen und Workshops im kreativen Schreiben für Kinder und zum anderen Content-Marketing-Texte für Unternehmen, also beispielsweise Blog-Artikel, Website-Texte oder Newsletter.

Im Marketing-Bereich, mit dem ich am meisten verdiene, finde ich es besonders toll, für kreative und nachhaltige Unternehmen zu schreiben. Auch coole Produkte und Services für Kinder und Familien unterstütze ich liebend gerne dabei, mehr Reichweite zu bekommen. Denn wenn ich helfen kann, dass solche tollen Unternehmen genau die passenden Kunden möglichst authentisch und emotional ansprechend erreichen. – Wow, was will ich denn mehr?!

Zu Büchern für Kinder: Meine beste Freundin hat tatsächlich eine – wie ich finde, sehr bezaubernde – Idee für ein Kinderbuch. Wie würde es jetzt weiter gehen, wäre sie Du, um am Ende ein fertiges Werk in den Händen zu halten?

Da ich seit kurzem eine Agentin habe, würde ich die Idee grob ausformulieren und an sie schicken. Die Agentin gibt mir dann hoffentlich die Rückmeldung, dass ihr die Idee extrem gut gefällt und dass ich sie zu einem Exposé ausarbeiten und eine Leseprobe schreiben soll. Vielleicht muss ich daran nochmal das eine oder andere überarbeiten. Und sobald wir uns einig sind, stellt die Agentin das Buchprojekt jenen Kinderbuchverlagen vor, zu denen es ihrer Meinung nach gut passen würde. Manchmal passiert dann leider gar nichts mehr. Aber manchmal gibt es einen oder sogar mehrere Verlage, die Interesse haben.

Das alles kann ziemlich langwierig sein. Angebote, Verhandlungen, weitere Textproben, Überarbeitungen, Überlegungen, Entscheidungen. – Die Verlagsmühlen mahlen seeehr langsam. Aber wenn schließlich ein Vertrag mit einem Verlag zustande kommt, findet meine weitere Zusammenarbeit mit der zuständigen Lektorin statt. Sie gibt mir Rückmeldung zu dem Geschriebenen, ich überarbeite und schreibe gegebenenfalls weiter. Meist gibt es eine ganze Reihe Überarbeitungsrunden, bis ein Text wirklich druckreif ist.

Irgendwann gegen Ende, wenn die Überarbeitungen nur noch winziger Natur sind, geht das Manuskript an die Illustratorin oder den Illustrator. In Zusammenarbeit mit der Lektorin entstehen dann der Reihe nach Scribbles, Skizzen und schließlich Reinzeichnungen. Zu diesen bekomme ich mit etwas Glück (und einer aufmerksamen Lektorin) hin und wieder mal ein Update. Spätestens, wenn das Buch gesetzt wird, sehe ich aber alle Illustrationen. Denn die letzte Version zeigt mir die Lektorin auf jeden Fall zur Druckfreigabe. Und dann heißt es Warten. Viele Monate Warten. Bis irgendwann per Post endlich, endlich die ersten Exemplare bei mir eintrudeln. – Einer der schönsten Momente als Autorin.

Katharina Mauder

 

Du bietest auch Lesungen sowie Schreib- und Geschichtenwerkstätten für Kinder an – Du kannst also nicht nur für sie, sondern auch mit ihnen. 😉 Wie laufen diese Veranstaltungen ab? Und: Wie unterscheidet sich die Kalkulation dieser Angebote von der Preisberechnung für ein Kinderbuch?

Ja, als Kinderbuchautorin ist es echt toll, die eigenen Bücher bei einer Lesung der direkten Zielgruppe vorzustellen. Die unmittelbare Rückmeldung ist nämlich immer wieder aufs Neue spannend, rührend, überraschend und wirklich jedes einzelne Mal anders. Und auch für die Kids ist es ein richtig aufregendes und beeindruckendes Erlebnis, mal so einen Menschen kennenzulernen, der sich solche coolen Geschichten ausdenkt. Ab einem gewissen Alter der Kinder gibt es also immer auch ein Autorengespräch, bei dem die Kinder alles fragen können, was ihnen so zu mir oder meinem Beruf einfällt.

Davor oder danach findet natürlich die eigentliche Lesung statt. Diese darf man sich aber nicht wie die typische „Wasserglaslesung“ im Erwachsenenbereich vorstellen. Zum Beispiel zeige ich immer auf irgendeine Weise die Bilder der Geschichte, und manchmal habe ich auch Requisiten dabei. Ich lese möglichst ausdrucksstark und anschaulich, mache viele Pausen, stelle den Kindern Fragen und beziehe sie so stark wie möglich mit ein. Und vielleicht veranstalten wir am Ende des Buches ein Quiz oder malen etwas gemeinsam. Es gibt viele Möglichkeiten, und ich versuche mir immer etwas zum Buch Passendes auszudenken.

Auch die Schreib-und Geschichtenwerkstätten laufen ganz unterschiedlich ab. Meistens haben wir ein bestimmtes Thema, zum Beispiel „Auch Helden fangen klein an“ oder „Schläfst du noch oder träumst du schon?“. Und zu diesem Thema gebe ich den Kindern nach und nach verschiedene Schreibanregungen. Dann dürfen sie sich beispielsweise eine Geschichte ausdenken, in der die Wörter „Schule“, „Feuerwehrfrau“ und „Radiergummi“ vorkommen. Oder sie beschreiben, welche unglaublichen Fähigkeiten ihnen ein Umhang verleiht, den sie irgendwo finden. Den jüngeren Kindern reicht es schon, sich einfach kreativ auszutoben und zu merken, wie viel Spaß das macht. Ältere Kinder möchten aber zunehmend eine Rückmeldung, wie sie noch tollere Geschichten schreiben können.

Finanziell sind die Möglichkeiten bei diesen Formaten, genau wie beim Kinderbuch, meist überschaubar. Der Markt gibt leider oft nicht her, was alles an Zeitaufwand und Wissen hineinfließt. Wir Kinderbuchautoren kämpfen da also fortwährend für faire Honorare. Davon abgesehen ist es für mich aber auch eine wertvolle Möglichkeit, so intensiv mit meiner Zielgruppe zu arbeiten. Und der Aspekt Leseförderung ist mir natürlich ebenfalls extrem wichtig. Wie schon gesagt: Es ist eben eine Mischkalkulation.

Dein drittes Standbein: Marketing-Texte. Du sagst: „Gerne unterstütze ich (…) mit maßgeschneiderten Blog-Artikeln, Website-Texten, Newslettern oder redaktionellen Inhalten (…)“. Worauf kommt es im Content Marketing an? Hast Du vielleicht ein paar Tipps für uns selbstständige Frauen und unsere Webseiten, Newsletter, Blogartikel?

Meiner Meinung nach steht und fällt beim Content Marketing – ganz egal auf welcher Plattform – alles mit der Authentizität. Und dazu zähle ich nicht nur, dass sich beispielsweise eine Solopreneurin nicht als Person verstellt und dass ein Unternehmen nicht viel hipper oder nachhaltiger tut, als es eben ist. Dazu zählt auch der unmittelbare Zweck von Texten. Wenn ein Artikel vor allem verkaufen oder Google zufriedenstellen soll, dann merken die Leser instinktiv, dass es gerade nicht wirklich um sie geht. Wenn aber der Mehrwert für die Zielgruppe die oberste Priorität hat und die Texte auch noch gut geschrieben und emotional ansprechend sind, dann sind am Ende nicht nur die Kunden glücklich, sondern ganz automatisch auch Google und du selbst.

Echtes Content Marketing darf also kein Mittel zum Zweck für schnelle Conversions sein. Es ist ein langsamer Prozess, der vor allem das Vertrauen in deine Marke stärkt. Und nur, wenn du an diesem Prozess tatsächlich Spaß hast, klappt es auch, Content Marketing gut und authentisch umzusetzen.

Wenn es um Bücher und das Erzählen von Geschichten geht, kommt frau an einem Begriff, der auch mit dem Content Marketing verknüpft ist, nicht vorbei: Storytelling – etwas, das uns unser ganzes Leben begleitet. Wie erzählen selbstständige Frauen am besten ihre Geschichte? Können wir uns an gewissen Strukturen – ähnlich der des Geschichtenerzählens – festhalten?

Auf jeden Fall! Menschen lieben Geschichten ja grundsätzlich. Und die großen, beliebten Erzählstrukturen werden genauso erfolgreich in Büchern wie in der Markenbildung eines Unternehmens oder im Personal Branding angewandt. Die bekannteste und umfassendste dieser Erzählstrukturen ist Joseph Campbells Heldenreise.

Genau wie bei jedem Roman gilt es aber natürlich, solche Methoden schlau anzuwenden. Denn um gezielt zu beeinflussen, wer unsere Story wie sehr liebt, müssen wir zum Beispiel eine reflektierte Entscheidung treffen, wer denn überhaupt der Held oder die Heldin unserer Geschichte sein soll. In den meisten Fällen ist es nämlich am vielversprechendsten, nicht die Unternehmerin, sondern die Traumkundin zur Heldin zu machen (während die Unternehmerin selbst zur Mentorin bzw. guten Fee wird).

Den Grund dafür kennen wir alle von Romanen: Identifikation ist eine der mächtigsten Komponenten bei jeder Form des Geschichtenerzählens. Dass ein 8-jähriges Mädchen einen Roman über eine 18-Jährige lesen will, die schon alles gelernt hat, was für die 8-jährige gerade erst ansteht, ist halt total unwahrscheinlich. 😉

Auf Deinem Blog hast Du Anfang des Jahres Deine neun größten Wünsche für 2019 festgehalten. Was ist davon in Erfüllung gegangen? Woran arbeitest Du noch? Wie sehen Deine Langzeitziele aus? Oder anders gefragt: Wo siehst Du Dich in fünf Jahren?

Ein paar richtig tolle neue Buchprojekte sind auf jeden Fall in der Pipeline. Und eine sehr coole Schreibwerkstatt für Kinder in Form von Ferien-Blöcken hat ebenfalls begonnen. Ich habe außerdem brandneu meinen Newsletter eingerichtet. Der wird übrigens im Herbst besonders spannend, weil ich dann nochmal meine vielen tollen Adventskalender-Bücher vorstelle und außerdem mein ultra-grandioses neues Bilderbuch „In der Weihnachtshöhle ist noch Platz“ unter den Newsletter-Abonnenten verlose. Wer also Lust hat sich anzumelden, kann das gerne hier tun.

Bei der engen Vernetzung mit gleichgesinnten Selbstständigen hier in Hamburg ist zwar noch Luft nach oben, aber es gibt schon ein paar gute Ansätze. Meiner Positionierung versuche ich ganz akut den (vorerst) letzten Schliff zu verpassen. Ebenso habe ich gerade begonnen, noch ein, zwei tolle Content-Marketing Kunden zu akquirieren. Wenn eine der Leserinnen also Unterstützung gebrauchen kann bei ihren Business-Texten: Jetzt ist die perfekte Zeit! Schreib mir gerne mal unverbindlich eine Mail.

Ob ich das Schreib-Exil noch in diesem Jahr schaffe, bin ich selbst gespannt. Vielleicht verschiebe ich das auch aufs Frühjahr. Und die ja eher generellen „spannenden neuen Aufgaben“ (wie ein Webinar übers Kinderbuchschreiben, ein Unternehmens-Bilderbuch oder ein Schreibkurs an einem ungewöhnlichen Ort) waren ohnehin Langzeitziele. In fünf Jahren habe ich die aber bestimmt alle erreicht. – Und den einen oder anderen Kinderbuch-Bestseller noch dazu. 😉

Zu guter Letzt noch ein Sprung in die Vergangenheit… in Deine Kindheit Schulzeit. Wie präsent war da für Dich das Thema Selbstständigkeit? Ging es Dir wie mir und Du hattest bis ins Erwachsenenalter nie Berührungspunkte? Wenn dem so war, findest Du Entrepreneurship und Selbstständig sein gehören auf den Stundenplan? Wie könnte es erreicht werden?

Tatsächlich hat sich meine Mutter mit einem Laden selbstständig gemacht, als ich 16 war. Allerdings war ich in der heißesten Phase der Einrichtung und Neueröffnung gerade für ein Jahr in den USA. Und danach hat es für mich gar nicht so viel Unterschied gemacht, weil sie ja weiterhin zur Arbeit ging. Ziemlich schade, dass ich damals nicht mehr von ihren Plänen, Träumen, Ängsten mitbekommen habe. Aber als 16- oder 17-Jährige ist man ja ohnehin sehr mit sich selbst beschäftigt. 😉

Ob Selbstständigkeit in den Lehrplan gehört, ist eine spannende Frage. Ich glaube tatsächlich, dass die gesamte Berufsberatung nicht gerade ideal abläuft. Denn für unsere Erfüllung im Job spielt es nicht nur eine Rolle, ob wir uns nun mit Psychologie beschäftigen oder mit Physik. Mindestens genauso wichtig ist, ob wir alleine oder im Team arbeiten. Ob diese Teams klein, groß, gleichbleibend oder wechselnd sind. Ob wir an kurzen Projekten arbeiten oder an sehr langfristigen. Ob wir eher forschen, anwenden oder lehren. Ob wir gerne reisen, präsentieren, beraten, analysieren, strukturieren, kreieren und noch so vieles mehr. Und eben auch, ob wir gerne unsere eigene Chefin sind oder lieber als Angestellte arbeiten. – Aber wie ein solcher Ansatz tatsächlich umgesetzt werden kann, da bin gerade leider im Moment noch überfragt.

Ich finde ja, es sollte ein Kinder- bzw. Jugendbuch zur Selbstständigkeit geben. Eines, dass Bezug nimmt auf Selbstbestimmung und -verwirklichung, Eigenverantwortung, finanzielle Unabhängigkeit. Wäre das nicht mal was? Am liebsten natürlich mit einer Heldin… apropos Heldin – und das ist wirklich die letzte Frage: Gibt es eine Frau, zu der Du aufschaust? Ein selbstständiges role model?

Sehr spannende Anregung! Vielleicht wäre so ein Kinderbuch ja mal was für ein Crowdfunding Projekt?! Übrigens nicht spezifisch über Selbstständigkeit, aber thematisch verwandt ist das sehr tolle und erfolgreiche Bilderbuch für Erwachsene oder ältere Kinder „Was macht man mit einer Idee?“* von Kobi Yamada.

Und puh, die letzte Frage hat es auch noch einmal in sich. Denn es gibt total viele Frauen, die ich bewundere. Zum Beispiel die Kinderbuchautorinnen Kirsten Boie und Andrea Schomburg. Und natürlich Greta! Ach eigentlich halte ich alle Frauen für Heldinnen, die selbstbewusst und zielstrebig ihren Weg gehen. Und wenn sie dann noch über Zivilcourage, Menschenliebe und Humor verfügen, dann ist ihnen mein Herz schon ziemlich sicher. 🙂

*Noch ein kleiner Hinweis: Meine Empfehlungen enthalten Affiliate-Links des Anbieters Amazon. Wenn Ihr über diese Links z. B. ein Buch kauft, erhalte ich eine kleine Provision.

1 Kommentar
  1. Saskia sagt:

    Ein ganz tolles Interview! Danke für dieses interessante Thema, in dem ich selbst zuhause bin und gefühlt noch so sehr am Anfang stehe. Katharina Maurers Newsletter habe ich dann doch gleich mal abonniert. Eine sehr inspirierende Frau.

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