Katarzyna Janik: „Ich habe meine Leidenschaft fürs Po-Training entdeckt (…). Aus diesem Grund habe ich das kleine aber starke Hilfsmittel BUTTBAND auf die Welt gebracht.“

Katarzyna Janik

Wer meinen Lebenslauf ein bisschen mitverfolgt, weiß, dass ich mich gerade zur zertifizierten Personal Trainerin mit Schwerpunkt Functional Training ausbilden lassen. Von daher könnte man meinen, dass Katarzyna Janik aka Kasia und ich uns über unsere Leidenschaft zum Training kennengelernt haben. Dem ist allerdings nicht so.

Stattdessen bin ich auf die Gründerin von BUTTBAND zum ersten Mal bei einem meiner Frühstücke für selbstständige Frauen in Hamburg getroffen – und schon ist sie als Interviewpartnerin im Magazin zu Gast…

Liebe Kasia, auf Deiner Website ist zu lesen: „Ich habe meine Leidenschaft fürs Po-Training entdeckt (…). Aus diesem Grund habe ich das kleine aber starke Hilfsmittel BUTTBAND auf die Welt gebracht.“ Heißt das, wir haben es mit einer echten Erfinderin zu tun? 😊 Erzähl uns mehr über Deine Passion und die Entstehungsgeschichte zum BUTTBAND.

Meine Leidenschaft fürs Kraft- und Functional Training entdeckte ich vor ca. vier Jahren. Damals war ich ein totaler Sportmuffel und konnte mit dem Thema nicht viel anfangen. Ich hatte dennoch das Verlangen meinen Körper zu formen. Als ich mich im Fitnessstudio angemeldet habe und die Frage aufkam, worauf ich den Fokus beim Training legen möchte, kam wie aus der Pistole geschossen „Bauch und Beine, aber vor allem möchte ich meinen Po trainieren“. So kam eins zum anderen.

Ich lernte einen sehr guten Freund kennen, der sein eigenes Personal-Trainer-Studio besaß und das Thema Po-Training als zentrale Kernkompetenz anbot. Ab dem Moment war ich Feuer und Flamme für das Thema! Ich fing an mit ähnlichen Bändern zu trainieren. Trainingsbänder sind in Amerika sehr etabliert, jedoch konnte ich auf dem deutschen Markt nur Gummi-Trainingsbänder finden, mit denen ich einfach nie zufrieden war. Trainingsbänder aus Mischgewebe ersetzen Großgeräte, man kann sie überall verwenden, sie schneiden nicht ein und es ist immer eine Steigerung möglich (z. B. durch den Zusatz von Gewichten).

Da dachte ich mir: Jede Frau sollte die Möglichkeit besitze, ihren Po in Form zu bringen und das von überall. So kam mir die Idee, die Marke BUTTBAND zum Leben zu erwecken. Sie umfasst jedoch nicht nur das kleine Trainingsgerät. Was viel wichtiger ist, ist die richtige Anwendung, denn viele schaffen sich ein Gerät an und wissen einfach nicht, wie es zu benutzen ist. Deshalb umfasst BUTTBAND auch einen Starter-Trainingsplan sowie über 40 Online-Po-Übungen, die Frau ganz einfach auf meiner Online-Plattform buttband.de aufrufen kann.

„Das Po-Trainingsband ist maximal effektiv und besteht aus widerstandsfähigen Textil-Gummi-Mischgewebe mit Anti-Rutsch-Streifen auf der Innenseite“ – Wo lässt Du Dein Band produzieren? Noch anders gefragt: Wie hast Du den passenden Produzenten für Dein Produkt gefunden?

Es hat sehr lange gedauert, bis ich einen passenden Produzenten gefunden habe. Grundsätzlich wollte ich meine Bänder in Deutschland produzieren lassen. Es kamen viele Gespräche zu Stande, jedoch konnte kein Hersteller das Band nach meinen Vorstellungen und in der gewünschten Qualität herstellen. Als gebürtige Polin habe ich anschließend versucht einen Produzenten in Polen zu finden. Leider hat auch das nicht funktioniert und so habe ich angefangen international zu suchen und bin dann in China fündig geworden. Mit dem Produzenten habe ich dann alle Details sowie die Beschaffenheit meines Bandes besprochen und vertraglich festgehalten. So konnte die Produktion starten. Die Qualitätsprüfung übernahm eine unabhängige Prüfgesellschaft, die ich zusätzlich beauftragt habe.

Das BUTTBAND kostet 29,99€. Wie hoch sind die Produktionskosten? Wie viel bleibt am Ende bei Dir hängen? Und noch eine Frage: Wie viele musst Du monatlich verkaufen, um gut über die Runden zu kommen?

Für den Preis von 29,99€ erhält Frau ein Po-Trainingspaket, bei dem sie an die Hand genommen wird. Ich möchte, dass mein Produkt für jede Frau erschwinglich ist und dennoch die Qualität eines Markenproduktes repräsentiert. Ich kann nicht genau sagen, wie viele Bänder ich verkaufen müsste, um davon leben zu können. Mein Ziel ist es eine nachhaltige Marke aufzubauen. Ich wünsche mir, dass BUTTBAND in den Köpfen der Frauen und gerne auch Männern, als eine Marke verankert wird, die das Po-Training verkörpert. Dementsprechend werden alle Einnahmen aus Verkäufen reinvestiert z. B. in Marketing und Vertrieb, die Produkt- und Plattformentwicklung usw.

Es sind weitere Produkte für die Frau geplant – befinden sich derzeit in Entwicklung…

Liefert der Produzent auch direkt aus, lagerst Du zwischen oder stapelst das Band irgendwo bei Dir zuhause, bevor Du es selbst verpackst und an die Kundin – ich nehme an Ihr habt vorwiegend Kundinnen? – versendest?

Genau, ich bekomme die Ware vom Produzenten an den gewünschten Ort geliefert. Derzeit lagere ich die Bänder, die Produktverpackungen und die gesamten Versandmaterialien zu Hause und verschicke sie ebenfalls von hier aus.

Was würde eigentlich passieren, wenn eine Charge des BUTTBANDs fehlerhaft wäre? Wer übernimmt die Haftung? Das ist doch bestimmt vertraglich geregelt… Worauf muss man bei einem Vertrag zwischen Zulieferer und Abnehmer achten?

Jede Beschaffenheit, die das Produkt aufweisen soll wird vertraglich mit dem Produzenten vereinbart. Je nachdem wer den Vertrag aufsetzt, sollte dieser anschließend auch kontrolliert werden. Ich empfehle wirklich auf jedes Detail zu achten, damit es am Ende keine bösen Überraschungen gibt. Insbesondere wenn man aus einem anderen Land bestellt. Zusätzlich gibt es Qualitätsprüfungsgesellschaften, die die Charge auf Mängel überprüfen. So kann man sich sehr gut absichern. Es kommt natürlich dennoch vor, dass das eine oder andere Band fehlerhaft ist. Diese Bänder sortiert man dann einfach aus.

Kannst Du vom Verkauf Deiner Bänder bereits leben oder gehst Du im Nebenberuf noch einer anderen Arbeit nach? Und: Wie lange bist Du schon selbstständig?

Ich kann von dem Verkauf der Po-Trainingspakete noch nicht leben. Das liegt aber daran, dass ich alle Einnahmen reinvestiere. Ich habe lange Zeit von meinem Ersparten gelebt und gehe inzwischen einer Beschäftigung nach, um meinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Solange man eine Anstellung findet, bei der man sich die Arbeitszeit flexibel einteilen kann, lässt sich das super mit der Selbstständigkeit vereinbaren. Gestartet habe ich direkt nach meinem Master-Abschluss. Zu Beginn war ich sehr mit der Ausarbeitung der Idee beschäftigt. Die Selbstständigkeit angemeldet habe ich im August 2018. Mein BUTTBAND-Po-Trainingspaket ging dann im November online.

Katarzyna Janik

 

Deine Website beinhaltet einen Onlineshop über den frau Euer Produkt erwerben kann. Aber auch andere Händler haben die Möglichkeit das BUTTBAND in ihrem Sortiment anzubieten. Wie sieht eine solche Zusammenarbeit aus? Worauf muss frau achten? Was springt für die Verkäufer raus?

Genau, die normale Endverbraucherin oder auch Endverbraucher kann das BUTTBAND-Po-Trainingspaket über den Onlineshop erwerben. Natürlich möchte ich den Vertrieb offline ausbauen und das Po-Trainingspaket klassisch im stationären Handel anbieten. Aber auch Online-Händler können das BUTTBAND-Po-Trainingspaket in ihrem Sortiment aufnehmen. Diese fungieren dann als klassische Reseller. Die Pakete werden dem Händler je nach Abnahmemenge günstiger zur Verfügung gestellt. Die verbindliche Preisempfehlung bleibt dennoch bei 29,99€. Die Konditionen mit den einzelnen Händlern werden aber individuell ausgehandelt.

Mal angenommen eine*r der Leser*innen möchte in naher Zukunft einen Onlineshop eröffnen, welche Tipps kannst Du ihr/ihm mit an die Hand geben? Auf welche Technik sollte diejenige/derjenige bauen?

Diese Frage ist tatsächlich nicht einfach zu beantworten. Meinen Master-Abschluss habe ich im Bereich E-Commerce an der FH Wedel gemacht. Demnach bin ich mit dem Thema sehr vertraut und weiß worauf man achten sollte. Es gibt unterschiedliche Lösungen, die man in Anspruch nehmen kann. Für welche Lösung man sich entscheidet, hängt meiner Meinung nach von der Komplexität oder auch dem Umfang ab, den der Onlineshop haben soll, dem Budget sowie dem eigenen Know-How.

Es gibt z. B. Mietshops, bei denen die gesamte Infrastruktur des Shops von einem Service Provider zur Verfügung gestellt wird. Weiterhin gibt es Kaufshops, die an die betrieblichen Bedürfnisse angepasst werden können, Wartung und Updates sind dann aber nicht im Preis inbegriffen und dann gibt es noch Open-Source-Lösungen. Diese können komplett an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Dafür benötigt man jedoch Programmierkenntnisse. Da ich bislang zwei Produkte anbiete und nicht viel Budget verfüge war mir wichtig, eine günstige Lösung zu finden, die ich selbst aufsetzen kann.

Neben dem Onlineshop ist auch eine Trainingsplattform integriert, auf der über 40 Übungsvideos für das Po-Training mit dem BUTTBAND zu finden sind. Wer erstellt diese Trainings inhaltlich? Du hast einen Personal Fitness Trainer der Dich dabei unterstützt, oder?

Das stimmt, ein sehr guter Freund von mir ist ausgebildeter Trainer und wie bereits zu Beginn erwähnt, hatte er sich bereits auf das Po-Training spezialisiert. Sämtliche Inhalte werden mit seiner Hilfe erstellt. Das gleiche glitt ebenso für alle Trainingspläne, die ich anbiete. Ich teste immer wieder neue Übungen und Workouts, die ich der Frauenwelt anschließend zugänglich mache. So soll der Spaß am Po Training für alle bestehen bleiben.

Katarzyna Janik mit dem BUTTBAND

 

Erfährst Du zusätzliche Unterstützung z. B. beim Erstellen von Video- und Social-Media-Inhalten oder der Suchmaschinenoptimierung? Oder bist Du was Technik und Marketing etc. angeht eine One Woman Show? Hast Du Tipps für diese Bereiche?

Ich arbeite mit keiner Agentur und auch keinen Beratern zusammen. In vielen Bereichen werde ich von Freunden unterstützt. Im Bereich Marketing und E-Commerce bin ich durch meine vorherige Laufbahn sehr gut aufgestellt. Ich interessiere mich sehr für den Bereich, wodurch ich mich ständig weiterbilde. Ich kann es sehr empfehlen, auf aktuelle Trends zu schauen, was passiert gerade am Markt in dem Bereich. Welche Unternehmen setzen z. B. Social Media Marketing gut um und was davon kann ich dann im eigenen Unternehmen umsetzen. Vieles läuft auch ganz nach dem Motto „Test & Learn“. Man merkt schnell welche Inhalte beispielsweise bei der eigenen Zielgruppe gut ankommen und welche nicht. Dafür sollte man aber definitiv wissen, wie die eigene Zielgruppe definiert ist.

Du sagst: „Ich bin ganz und gar kein Sport-Freak (…)“. Was machst Du dennoch, um fit zu bleiben? Für uns als Selbstständige ist Gesundheit enorm wichtig, schließlich sind wir selbst unser bestes Kapital – meine Meinung. Achtest Du auf eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Ruhepausen? Versuchst Du möglichst viel Stress zu vermeiden – oder ist das in Deinen Augen ein frommer Wunsch, der sich mit der Selbstständigkeit nicht vereinbaren lässt?

Ruhephasen sind für mich super wichtig. Wenn ich eine Auszeit brauche, dann nehme ich sie mir auch. Ich finde es persönlich wichtig auf sich zu achten und auch das zu tun was einem Spaß macht. Auch das soziale Leben sollte nicht zu kurz kommen. Flexibilität ist ein Luxus, den wir Selbstständige haben und diesen sollte man auch nutzen und das tue ich auch. Ich achte ebenfalls auf eine gesunde Ernährung. Die hilft mir ebenfalls dabei fit zu bleiben und mit genug Energie durch den Tag zu kommen. Diese Variablen führen zu meiner ausgewogenen Balance und nur so kann ich auf Dauer funktionieren und mit Freude und Spaß an meinen Zielen und Träumen arbeiten.

Wo siehst Du Dich und Dein Business, sagen wir, in zwei Jahren?

Mein Ziel ist, dass sich BUTTBAND als Po-Trainingsmarke in den Köpfen etabliert. Ich möchte weitere Produkte und Variationen des BUTTBAND-Po-Trainingsbandes auf dem Markt anbieten. Weiterhin wünsche ich mir, dass Fitnessstudios mit dem BUTTBAND ausgestattet sind (ähnlich wie mit dem TRX). Das ist das erste Ziel. Weiterhin möchte ich „Die“ Online-Trainingsplattform für Frauen werden und neue Märkte erschließen. 🙂

Hast Du zu guter Letzt noch einen Tipp für angehende selbstständige Frauen? Etwas von dem Du Dir wünschst, Du hättest es gewusst, bevor Du in die Selbstständigkeit gegangen bist…

Ja, ich würde zu Beginn nicht zu viel Zeit in z. B. detaillierte Businesspläne stecken und komplizierte Umsatz- und Finanzpläne erstellen. Umsätze lassen sich meiner Meinung nach zu Beginn sowieso nicht richtig planen, es sind nur vage Vermutungen. Zu Anfang habe ich sehr viel Zeit verloren und am Ende ist eh alles anders als geplant oder kalkuliert. Ich würde immer mit einem minimalen Einsatz testen, ob die Idee funktioniert und der Markt für diese offen ist. So kann man sich sehr viel Lehrgeld ersparen.

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