„Wir wollen ein Chips-Erlebnis kreieren“ – Ebru Kaynak, Gründerin myCHIPSBOX

Ebru Kaynak von myCHIPSBOX

Was wäre eine Geburtstagsparty ohne Knabberkram? Haben wir uns auch gedacht und uns auf die Suche nach einem Sponsor gemacht, der uns diesen zur Verfügung stellt. Sofort kam uns da Ebru Kaynak in den Sinn, die zusammen mit ihrem Mann myCHIPSBOX gegründet hat.

Die beiden waren sofort bereit uns ein paar Ihrer Boxen für den Abend unseres FF&-Geburtstages zur Verfügung zu stellen. Ebru hat sich darüber hinaus noch die Zeit genommen uns ein paar Fragen zu beantworten. 😀

Liebe Ebru, vielen sind Du, Dein Mann und Euer Business myCHIPSBOX aus der letzten Staffel “Die Höhle der Löwen” bekannt. Wie kam es zu Eurer Teilnahme an der Show?

Wir wurden von Scouts der Produktionsfirma auf einer Messe angesprochen und haben entschieden, am Bewerbungsprozess teilzunehmen. Danach durchläuft man mehrere Phasen bis dann der Anruf kam, dass wir dabei sind.

Wir hatten das Glück, drei weitere Gründerinnen zu interviewen, die auch an der vergangenen Staffel teilgenommen haben – Susi Leyck von Gesund & Mutter, Meike Awe von intueat und Sibilla Kawalla von LIMBERRY. Nur Letztere hat ein Investment bekommen. Da habt Ihr etwas gemeinsam. 🙂 Wie haben Du und Dein Mann von dem Investment durch Ralf Dümmel und DS Produkte profitiert und wie habt Ihr die 200.000 Euro eingesetzt?

Wir haben mit dem Investment von Ralf Dümmel bzw. DS nicht nur Kapital, sondern vor allem auch Netzwerk und Vertriebspower gewonnen. Das hat uns ermöglicht, mit Ausstrahlung die Marke my CHIPSBOX sehr breitflächig bekannt zu machen. Das Geld haben wir vor allem für Working Capital eingesetzt und haben auch unser Marketing-Team aufgestockt.

Wie habt Ihr Euch auf Euren Auftritt vor den Löwen vorbereitet? Gibt es Deinerseits Tipps, wie man sich richtig vor Investoren präsentiert?

Wir haben unseren Auftritt schon gründlich vorbereitet, haben aber jetzt bspw. nicht großartig alte Folgen oder Auftritte von anderen Teilnehmern angeschaut. Wir wollten uns nicht verrückt machen lassen und so authentisch wie möglich bleiben.

Dabei hatten wir allerdings den Vorteil, dass wir uns schon vor Höhle der Löwen sehr gut entwickelt haben und daher auch sehr von unserem Produkt überzeugt waren, das hilft natürlich bei einem solchen Auftritt. Das wäre auch mein Tipp für zukünftige Teilnehmer. Ruhe bewahren, authentisch bleiben und jederzeit Überzeugung und Leidenschaft für das Produkt ausstrahlen.

Was sollte man tunlichst vermeiden, wenn man mit potenziellen Investoren verhandelt?

Man sollte in jedem Fall immer einen eigenen Anwalt, der Erfahrung in Beteiligungsverträgen hat, engagieren. Das bedeutet zwar Kosten, ist aber zwingend erforderlich. Die Gefahr besteht nämlich, dass man vor lauter Nettigkeit und Euphorie Zugeständnisse macht oder wichtige Punkte nicht rein nimmt, die später einmal relevant werden könnten. Auf der anderen Seite sollte man immer fair und sachlich bleiben, denn man wird ja zukünftig mit dem Partner eng und hoffentlich sehr lange zusammenarbeiten.

Du und Dein Mann haben myCHIPSBOX im Nebenberuf gegründet. 2015 seid Ihr beide Vollzeit eingestiegen. Was hast Du vor Deiner Zeit als Gründerin beruflich gemacht?

Ich bin staatlich geprüfte Lebensmitteltechnikerin, habe danach mein Ökotrophologie-Studium beendet und hab vor der Gründung von my CHIPSBOX zuletzt bei Nestlé in Frankfurt gearbeitet.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen eine Kartoffelchips-Manufaktur zu gründen?

Wir standen eines Tages vor dem Chips-Regal im Supermarkt und wussten nicht, welches Produkt wir kaufen sollten, obwohl wir richtig Lust auf Chips hatten. Keine wirkliche Innovation, Zutatenlisten vollgepackt mit künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern, keine natürlichen Zutaten, kein Bio.

Faktisch werden wichtige Trends seitens der Verbraucher wie der Fokus auf bewusste Ernährung, biologische und hochwertigen Zutaten und der Wunsch nach Exklusivität kaum bis gar nicht berücksichtigt. Unzufrieden darüber, haben wir unsere eigene Kartoffelchips-Manufaktur gegründet.

Was macht Eure Produkte besonders und hebt sie von anderen Anbietern am Markt ab?

Wir haben eine komplett neue Produktkategorie bei Chips erfunden. Unsere Bio-Chips-Duette: Knusprige Bio-Kartoffelchips, verfeinert mit echtem luftgetrocknetem Gemüse und Frucht. Immer in Kombination, dazu noch in der edlen Box-Verpackung, die für die Wertigkeit des Produktes steht und auch funktional ist.

Wir verzichten komplett auf künstliche Aromen und auch Geschmacksverstärker wie Hefeextrakt und setzen stattdessen auf das Gemüse als prägende Geschmackskomponente. Mit diesem Produkt sind wir weltweit einzigartig auf dem Markt. Der Testsieg in der Süddeutschen Zeitung untermauert die hohe Qualität unserer Produkte.

Ihr vertreibt Eure myCHIPSBOX’en sowohl über den Einzelhandel, als auch über einen eigenen Onlineshop. Welcher Vertriebsweg ist derzeit der Erfolgreichste für Euch und welche Vor-und Nachteile hat ein jeder?

Wir haben zwar einen sehr guten Online-Umsatz und sind auch sehr bemüht, diesen weiter auszubauen. Allerdings liegt der Hauptfokus im Vertrieb auf Wiederverkäufer, sprich dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Wir sind teils schon gelistet, teils befinden wir uns in Listungsprozessen mit großen Kunden wie u.a. REWE, EDEKA oder real.

Der Vorteil des Onlineshops ist der direkte Kundenkontakt, der sehr wichtig ist für unsere zukünftige (Produkt-)Entwicklung und die höhere Marge, beim LEH ist es natürlich die größere Reichweite und Markenbekanntmachung. Nachteil hier ist, dass der Handel natürlich auch Margenerwartungen hat und mit zukünftigem Wachstum auch immer mehr Konditionen abfragt.

Da ich selbst aus dem Bereich Online Marketing komme, weiß ich wie wichtig ein gut konzipierter Onlineshop ist – Stichwort Conversion-Optimierung. Wie seid Ihr bei der Konzeption Eurer Website vorgegangen? Hattet Ihr Hilfe? Gibt es Tipps, die Du uns und unseren LeserInnen mitgeben kannst?

Hier haben sowohl eigene Erfahrungen gesammelt als auch uns auf die Tipps und Tricks unserer Webagentur verlassen. Allerdings ist das schon insgesamt ein sehr großes und anspruchsvolles Gebiet, wo wir uns auch noch zukünftig deutlich verbessern müssen.

Derzeit vertreibt Ihr ausschließlich fertige Mischungen. Ich habe gelesen – weiß aber leider nicht mehr wo –, dass Ihr Kunden bald auch anbieten wollt, dass sie Ihre eigenen Mischungen zusammenstellen können. Ist das nach wie vor der Plan?

Wir sind ganz am Anfang mit einer Customization-„light“-Variante gestartet, die wir aktuell aufgrund der großen Produktionsausweitung und mit Blick auf die Komplexität in der Supply Chain nicht anbieten können.

Wir arbeiten aber bereits daran, bald unseren Kunden auch die Möglichkeit zu geben, sich seine individuelle Mischung selbst zusammenstellen zu können. Das passt natürlich 100% zu unserer Intention, ein Chips-Erlebnis zu kreieren.

In einem Interview mit basicthinking konnte man bereits lesen, was einige Eurer nächsten Schritte sein werden. Gehört eine Sortimentserweiterung in 2017 dazu?

Aktuell haben wir 6 Sorten auf dem Markt. Die neueste Sorte ist aktuell Curry & Ananas und kommt hervorragend an. Natürlich planen wir auch für 2017 neue Sorten, so werden wir auf der größten internationalen Süßwarenmesse im Februar bereits eine neue Sorte präsentieren.

Wie und wo produziert Ihr Eure Chips eigentlich? Anfänglich habt Ihr selbst in der heimischen Küche herumexperimentiert, richtig?

Die ersten Chips haben wir in der eigenen Küche gemacht und das Ergebnis war schrecklich. Da haben wir dann sehr schnell gemerkt, wie anspruchsvoll und komplex der gesamte Prozess ist. Wir haben uns dann eine kleine Manufaktur angemietet und aufgebaut und unendliche Stunden geschält, geschnitten, frittiert und gewürzt, bis wir die perfekten Chips hergestellt hatten.

Aktuell würden wir den Bedarf durch eigene Produktion nicht selber schaffen, so dass wir jetzt mit größeren Produktionspartnern zusammenarbeiten.

Heim(isch)… gutes Stichwort. Du hast gemeinsam mit Deinem Ehemann gegründet. In einem Interview mit WiWo Gründer konnte man folgendes Zitat dazu lesen: “Wo Licht ist, ist auch immer Schatten”. Was ist damit gemeint?

Es ist schon etwas Besonderes, nicht nur verheiratet zu sein, sondern gemeinsam etwas aufzubauen und tagtäglich zusammenzuarbeiten. Das schweißt schon noch mehr zusammen. Auf der anderen Seite haben wir natürlich auch viele stressige und intensive Zeiten und auch Rückschläge zu verkraften.

Aber insgesamt sind wir sehr happy mit der Konstellation und hätten dieses Venture sonst auch gar nicht gemacht, weil wir nur zusammen die erforderlichen Skills haben.

Eine oft gestellte Frage am Ende eines Interviews, ist die nach Tipps für angehende Gründer – auch bei uns. 🙂 Diese habt Ihr aber bereits Startup Valley News verraten. Deshalb lautet unsere abschließende Frage heute: Gibt es Literatur, die Euch in der Gründungsphase geholfen hat und die Du weiterempfehlen kannst? 2017 hat gerade erst begonnen. Bleibt noch viel Zeit für die Lektüre von hilfreichen Büchern!

Kopf schlägt Kapital* von Günter Faltin ist echt zu empfehlen, The Lean Startup* von Eric Ries ist hilfreich für die Entwicklung und die Biografie von Elon Musk* finde ich sehr inspirierend.

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