„Alle Aufträge kommen durch die Sichtbarkeit im Netz, ich muss glücklicherweise gar nicht auf Kundenakquise gehen“ – Diana Meier-Soriat

Diana Meier Soriat

Die Geschichte wie Diana Meier-Soriat und ich für das Interview zusammengefunden haben, beginnt mit einer Anfrage meinerseits. So weit, so gewöhnlich. Es handelte sich dabei aber nicht um eine E-Mail, in der ich sie gebeten habe, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Stattdessen habe ich sie gefragt, ob sie nicht einen Workshop für einen Junggesellinnenabschied ausrichten kann. Da Handlettering (der Inhalt des Workshops) nicht Dianas Spezialgebiet ist, sondern Sketchnotes, hat sie abgesagt – aber mir im gleichen Atemzug jemand anderes empfohlen. Auch bei der Locationsuche für die Ausrichtung des Workshops war sie mir behilflich.

Aus Dankbarkeit über so viel Hilfsbereitschaft wollte ich sie unbedingt interviewen – zumal ich schon oft ihre Arbeit in den sozialen Medien bewundert habe.

Liebe Diana, das erste was man auf der “Über-mich”-Seite auf Deiner Webseite lesen kann ist, dass Du Dich im “beruflichen Leben hauptsächlich im Bereich Social Media” bewegst. Was meinst Du damit?

Ich habe mich vor zwei Jahren selbständig gemacht. Was mit einer kleinen Idee begann, hat sich mittlerweile zu einem echten Business ausgeweitet. Ich arbeite (nach wie vor) als Social Media Managerin in einem Unternehmen. Vielleicht sollte ich mal wieder meine Über-mich Seite überarbeiten! 🙂

Bekannt bist Du allerdings – mir zumindest – für Deine Arbeit mit “Sketchnotes”. Wie verbindest Du diese beiden Tätigkeiten und welche macht am Ende des Tages Monats den größeren Anteil der Einnahmen auf Deinem Bankkonto aus?

Zunächst einmal hat mir die Social-Media-Erfahrung sehr geholfen mit meiner Arbeit als „Sketchnotes by Diana“ sichtbar zu werden. Alle Aufträge kommen durch die Sichtbarkeit im Netz, ich muss glücklicherweise gar nicht auf Kundenaquise gehen.

Mittlerweile macht die Arbeit mit den Sketchnotes einen wesentlich höheren Anteil aus. Hinzu kommt, dass ich durch meinen Blog mein Netzwerk erweitert habe. Und da Blogger Relations in meiner Arbeit als Social Media Managerin einen großen Anteil ausmacht, kann ich hier zusätzlich Fäden spinnen und beides miteinander verbinden.

Was hast Du vorher beruflich gemacht?
Social Media ! (Im Weinbereich übrigens). Und ganz lange davor hatte ich viel mit Tourismus zu tun.

Du hast Dich Ende 2014 mit dem “Sketchnotes-Virus” infiziert. Witzigerweise ist eine Freundin von mir daran Schuld, wie ich lesen konnte. 😉 Was fasziniert Dich so an Sketchnotes?

Mich fasziniert die Art und Weise der Darstellung. Wir sind alle visuelle Menschen. Bilder erzeugen Gefühle. Ohne Gefühle kann man nicht lernen, denken und verstehen. Umgekehrt sind Gefühle an Bilder geknüpft. Insofern ist es ein besonderes Tool, um Menschen Dinge begreiflich zu machen, Prozesse darzustellen und das Wesentliche auf einen Bild zu reduzieren.

Wann hast Du dann für Dich entschieden, dass Du damit Geld verdienen willst? Wie bist Du weiter vorgegangen, um Dein Business aufzubauen und erste Kunden zu finden?

Also das habe ich gar nicht entschieden, es wurde immer mehr und ist einfach so passiert.

Woher wusstest Du, wie Du Deine Leistungen bepreisen solltest?

Ich habe zum Beispiel bei der „Achtung Designer“-Challenge von Gudrun Wegener mitgemacht. Um ein Gefühl zu bekommen, was in der Kreativwirtschaft genommen wird. Um abzuschätzen, was muss man verdienen, um im Grunde genommen davon leben zu können.

Und irgendwann habe ich auch einfach Leute gefragt, die das gleiche oder ähnliches wie ich machen.

Nutzt Du Sketchnotes auch für Deine Arbeit als Social Media Managerin?

Ja, wie bereits oben beschrieben fließt alles irgendwie ineinander, vor allem wenn es um Blogger Relations geht. Am Ende des Tages stehen hinter jeder Aktivität Menschen. Und mit guten und freundschaftlichen Beziehungen kann man viele tolle Ideen umsetzen.

Meinst Du auch andere Selbstständige können Sketchnotes für ihre Selbstständigkeit nutzen? Wenn ja, wie?

Nun, bei mir ist es ja das Hauptthema. Aber ich bin mir sicher, dass die Art und Weise der Darstellung Kunden anzieht. Einmal, weil es ungewöhnlich und irgendwie auch „trendy“ ist und man sich von der breiten Masse abhebt.

Wenn ein Mensch etwas kaufen will, oder sich für etwas engagieren will, möchte er es am liebsten „anfassen“. Geht aber natürlich bei vielen Dienstleistungen nicht. Durch Zeichnungen und visuellen Bildern macht man Prozesse oder aber Angebote „begreifbar“ und das hat dann ja wieder etwas mit „greifen und anfassen“ zu tun.

Auf Deiner Webseite schreibst Du “Bilder erzeugen Gefühle. (…) Umgekehrt sind Gefühle immer an Bilder geknüpft”. Welche Gefühle hast Du, wenn Du an Deine Selbstständigkeit denkst und wie sieht das dazugehörige Bild aus?

Meine Selbständigkeit gibt mir ein Gefühl der Freiheit. Sicherlich ist es auch so, dass man theoretisch nie Feierabend hat, denn es ist eben kein 9-to-5-Job, wo man einfach die Tür hinter sich zuzieht. Aber gerade im Bezug auf das Familienleben ist man in der Lage, die Dinge dann zu machen, wenn es rein passt und auch so viel zu machen wie man eben schaffen „kann“.

Welches Bild dazu? Ich glaube eine Möwe. Das sind so schöne Tiere, wenn sie fliegen…

In einem Bild, daß Dein Privatleben zeigt, ist ganz bestimmt Deine Familie zu sehen. Du bist Mutter von vier Kindern. Wie organisierst Du Dich selbst – ich kann mir vorstellen, dass es nicht immer leicht ist, als Vierfach-Mama Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen?

Mein Mann arbeitet sehr viel, doch wir haben Unterstützung von extern. Außerdem helfen uns die Großeltern. Es gibt ein gutes Netzwerk. Und natürlich klappt nicht alles immer 100%-ig, aber wo tut es das schon?

Wenn ich mal zwei Tage verreist bin, dann spreche ich mich mit meinem Mann ab, damit wir nicht gleichzeitig weg sind. Und – sehr wichtig – ich habe auch ein Netzwerk aus Müttern, man kann nicht immer alles alleine schaffen und ich finde Mütter sollten sich da viel mehr gegenseitig unterstützen!

In einem Interview konnte ich lesen, dass Du Deine Inspiration aus den sozialen Medien ziehst. Welche Rolle spielen die sozialen Netzwerke, neben der als Inspirationsquelle, für Dich als Selbstständige?

Sie spielen eine sehr große Rolle, da ich mit vielen Kreativen vernetzt bin. Wir tauschen uns aus und inspirieren uns gegenseitig. Über die Qualität von Papier, Stiften, über Ideen und wir befragen uns in Netzwerkgruppen auch mal zu Umsetzungsproblemen (z. B. für eine komplizierte Visualisierung).

In demselben Interview sagtest Du, dass eine Botschaft durch Sketchnotes viel besser ankommt, weil wir visuelle Wesen sind. Wenn Du sinnbildlich eine Botschaft an andere – oder angehende – Selbstständige malen solltest, welche wäre das?

Das wäre (eins meiner Lieblingssymbole) ein geschwungener Weg und am Ende geht die Sonne auf.

Und wie sieht das Bild aus, wenn Du an Deine Zukunft denkst? Wie wird es in den nächsten Monaten für Dich weitergehen? Stehen z. B. größere Projekte an?

Oh ja, ich habe ohnehin ständig was zu tun und es steht auch ein Projekt an, aber darüber kann ich jetzt leider nicht sprechen. Und ehrlich gesagt, wäre das hier genau das gleiche Symbol !

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