„Ich wusste, ich brauche mein eigenes Baby“ – The-Wonderwomen-Circle-Gründerin, Daniela Batista dos Santos

Daniela Batista dos Santos

Vergangenen Monat habe ich etwas Neues gewagt. Ich habe an einem Circle von Daniela Batista dos Santos teilgenommen und war damit eine von sechs weiteren Wonderwomen. Zugegeben, ich war sehr skeptisch. Was würde auf mich zukommen? Eine esoterische Zeremonie? Das war meine Sorge.

Ich hätte es besser wissen müssen – schließlich habe ich Daniela vorher kennengelernt. Ich hätte wissen müssen, dass die Zeit im The Circle of Wonderwomen ganz down to earth sein würden. Verletzlich. Offen. Respektvoll. Wegweisend.

Wir haben gemeinsam meditiert uns ausgetauscht; sind gemeinsam spazieren gegangen. Haben gelacht, haben geweint. Es war eine tolle Erfahrung. Augenöffnend.

Um Daniela für ihr Engagement etwas zurückzugeben, habe ich sie zum Interview gebeten. Soll sie uns gerne mehr von ihren Circles und ihrer damit verbundenen Selbstständigkeit erzählen.

Liebe Daniela, bitte verrate uns: Was ist ein Circle? Wie geht dieser normalerweise von statten und was willst Du mit der Ausrichtung Deiner Circles erreichen?

The Circle of Wonderwomen ist ein außergewöhnlicher Workshop für Frauen, die nach etwas Bestimmten im Leben suchen. Dabei geht es darum, sich selbst ein bisschen näher zu kommen und endlich loszugehen, um das im Leben zu tun, was man wirklich will. Egal, ob dies am Ende bedeutet, dass Du Dein eigenes Business aufmachst, irgendwo am anderen Ende der Welt in einer Tarzan-Hütte im Dschungel lebst oder einfach nur mehr Leichtigkeit in Dein Leben bringen möchtest.

Weg von der von uns erwarteten Konformität, hin zu unserer ganz persönlichen und außergewöhnlichen Art zu leben. Ich möchte unglaublich gerne Frauen dabei unterstützen ihren ganz authentischen Weg zu finden und die Wonderwoman in sich zu entdecken. Wir brauchen mehr Wonderwomen auf dieser Welt! Und ich bin davon überzeugt, dass wir alle dieses Potenzial in uns tragen, es jedoch oft vergessen oder andere Menschen uns vom Gegenteil versuchen zu überzeugen. Die Frauen tauschen sich aus, motivieren bzw. inspirieren sich gegenseitig und erhalten völlig neue Perspektiven.

Jeder Circle beschäftigt sich mit einer bestimmten Themenwelt. Jede Frau hat die Möglichkeit, sich mit den anderen Frauen über ihre Gedanken, Sorgen oder Fragen auszutauschen. Die Veranstaltungen sollen dabei ganz im Zeichen von Female Empowerment, Herzlichkeit und Persönlichkeit stehen und ohne spirituellen Hintergund.

Dabei sind die Veranstaltungen auf eine Teilnehmerzahl von sieben Frauen begrenzt, um jeder Wonderwomen genug Raum und Platz zu lassen, sich vollends einzubringen. Ziel ist es nicht nur, die Möglichkeit zu haben, mit anderen seine Gedanken und Sorgen teilen zu dürfen, sondern auch aus dem Erfahrungsschatz der anderen Frauen zu profitieren.

Dabei gilt das Credo: What happens in the Circle, stays in the Circle

Um eine ganz besondere Atmosphäre zu erschaffen, finden die Circles in außergewöhnliche Orten bzw. Locations wie z. B. in einem Zirkuswagen oder Schlummerfass statt. Charme und Magie sind garantiert!

Du hast diese Form des Austausches Anfang 2016 in Bali kennengelernt. Wie kam es zu Deiner Reise nach Indonesien? Was hast Du dort gemacht?

Ich habe letztes Jahr mein Studium beendet und wollte unbedingt für eine längere Zeit Reisen. Ich habe diesen Wunsch schon so lange im Kopf und ich wusste, dass jetzt die richtige Zeit dafür war. Der Gedanke daran nach dem Studium in einem Unternehmen zu arbeiten, verursachte mir solche Bauchschmerzen, denn in den letzten Jahren waren alle Versuche in einem Angestelltenverhältnis happy zu sein fehlgeschlagen. Ich wusste, ich brauche mein eigenes „Baby“ und ich wusste, dass ich auf Bali viele Antworten auf meine Fragen finden würde. Und so kam es dann auch. Ich bin gereist, war in einem Schweigeretreat, habe von ganz vielen wunderbaren Lehrern das Meditieren gelernt und habe ganz viel geschrieben.

Bali ist ja ein Mekka für Digital Nomaden. Ist Dir das bei Deinem Aufenthalt damals aufgefallen? Was hältst Du von diesem Lebensstil – ist das etwas, das Du Dir für Dich selbst vorstellen kannst bzw. bereits lebst?

Ja, definitiv! Seid langem bin ich ein großer Fan von Conni Biesalski, die als Digitale Nomadin sehr viel auf Bali ist. Sie hat mich dazu inspiriert nach Bali zu fliegen. Ich finde diesen Lebensstil sehr faszinierend und liebe es von Digitalen Nomaden umgeben zu sein. Auf Bali habe ich sehr viele aus aller Welt getroffen und das hat mich unglaublich inspiriert und gezeigt, dass es ganz viele außergewöhnliche Lebensstile gibt, die wir für uns auswählen können. Ich liebe es von unterschiedlichen Orten aus zu arbeiten. Gerade erst war ich in Lissabon und habe die Magie dort genutzt und in meiner Arbeit einfließen lassen.

Zurück in Deutschland hast Du begonnen Deine eigenen Circles auszurichten. In Deinem eigenen Wohnzimmer. Unbezahlt. Wann kam für Dich die Wende, als Du erkanntest, damit kann und möchte ich Geld verdienen?

*Lach* Du wirst es nicht glauben, aber meine Teilnehmerinnen haben mich praktisch dazu gezwungen endlich einen Eintrittspreis zu etablieren. Sie haben meine Arbeit geschätzt und in mir etwas gesehen, dass ich dato nicht sehen konnte. Ich bin ihnen unglaublich dankbar dafür.

Im The Happy Spot Mag von der lieben Celsy Dehnert sagst Du “Ich finde es immer so crazy, wenn man für andere arbeitet. Weißt du, wenn man anderen hilft, deren Baby aufzubauen. Aber warum kreiert man nicht sein eigenes?” Woran glaubst Du liegt es, dass dennoch so viele den Weg der Festanstellung wählen?

Ich muss dazu gestehen, dass ich damals gedacht habe, dass es leichter ist sich selbstständig zu machen. Doch rückblickend weiß ich wie unfassbar schwer es ist und wie viel Mut das wirklich kostet. Ich kann alle Menschen verstehen, die Angst davor haben.

Im letzten Jahr gab es so viele emotionale Höhen und Tiefen bei mir, weil dieses Projekt mir so unfassbar wichtig ist – das bin vollkommen ich. Doch all das war so wichtig. Ich habe soviel über mich gelernt und bin unglaublich daran gewachsen. Ich kann meine Dankbarkeit für all die Menschen, die ich im letzten Jahr kennengelernt habe, mich supporten und meine Arbeit schätzen gar nicht in Worte fassen.

Ich liebe meine Arbeit aus tiefsten Herzen und deshalb, wenn Du Dir etwas wirklich wünschst liebe Leserin, dann tue es! Es wird nicht leicht, doch all die Schritte sind unfassbar wichtig… und es ist wirklich ALLES möglich. Das wurde mir in den letzten Monaten immer wieder bewiesen.

The Circle of Wonderwomen ist mittlerweile Dein Business. Wie sieht das dahinter liegende Geschäftsmodell aus? Allein von den Circles kannst Du doch nicht leben, oder?

Nein tatsächlich nicht, da ich den Preis nicht utopisch hoch ansetzen möchte, denn mir ist es sehr wichtig, dass es für so viele Frauen wie möglich erreichbar ist, auch für die, die finanziell nicht die Möglichkeiten haben normalerweise in Seminaren & Co. zu investieren.

Zu den Circles biete ich in Einzelgesprächen Mentoring an, bin Meditationslehrerin und gehe aktuell stärker in den Speakerbereich rein. Zusätzlich sind größere Seminare geplant, die mindestens 1x im Jahr stattfinden sollen.

Seit einiger Zeit kann man Dich auch hören. 😉 Du hast den “The Wonderwoman Podcast – Be your own Wonderwoman” ins Leben gerufen. Wie kam es dazu?

Ich liebe liebe liebe Podcasts! Es ist eine faszinierende Möglichkeit auf soviel Wissen von überall zugreifen zu dürfen – und das kostenlos! Das wollte ich auch unbedingt meinen Wonderwomen ermöglichen.

Worauf muss man achten, wenn man einen Podcast macht? (Technik, Inhalt…) Kannst Du uns ein paar Tipps verraten?

Gerne! Also es ist gar nicht so kompliziert wie man sich das vorstellt. Ich selbst habe bis jetzt noch kein Mikrofon dafür.

Die Technik dahinter ist sehr einfach. Ich selbst habe auf meinem Laptop bereits einen Aufnahmeprogramm integriert. Ansonsten gibt es auch dafür kostenlose Programme. Das einzige was ich dann noch benötige ist die Plattform podcaster.de. So kann man seine Folgen auf iTunes hochladen.

Aber das allerwichtigste ist einfach authentisch zu sein! Stell Dir vor, Du würdest mit Deiner besten Freundin sprechen.

Was ist Deine bislang liebste Folge?

Oh schwierig! Ich liebe die Interviews, besonders das mit Bahar Yilmaz. Ich interviewe Frauen, die mich auf meinem Weg inspiriert haben. Dazu zählen Gala Darling, Wanda Badwal und eben Bahar. Ich bin unglaublich happy darüber, dass ich diese wundervollen Frauen interviewen durfte.

Welche Podcasts hörst Du selber gerne? Gibt es vielleicht einen darunter, den Du auch anderen selbstständigen Frauen empfehlen kannst?

Ganz klar – Laura Seiler. Mein absoluter Liebling. Dann von Bahar Yilmaz, Urban Mindfulness, Christian Bischoff, Mastin Kipp und von meinen Prana up your Life – Chics.

Auf Im Gegenteil hast Du geschrieben: “Ich wünsche mir, dass andere Frauen sich in ihrem Leben nicht durch falsche Glaubenssätze in der Form selbst ausbremsen.” Glaubst Du, dass ist mit ein Grund, warum sich Frauen oft nicht trauen sich selbstständig zu machen, auch wenn sie schon lange mit dem Gedanken spielen?

DEFINITIV!! Das ist meine Mission mit The Circle of Wonderwomen, weil ich glaube, dass wir uns selbst immer im Weg stehen. Ich kenne das selbst von mir und weiß wie schwierig es ist, da mit sich Frieden zu finden. Dann kommt auch noch das Umfeld dazu, dass uns mit Ängsten, „Aber“-Fragen und Sorgen leider manchmal negativ beeinflusst.

Du selbst hast Dich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig gemacht, richtig? Wie kam es dazu und was hast Du vorher gemacht?

Ja, das stimmt! Ich habe nach dem Studium weiter freiberuflich als Autorin und im Eventbereich gearbeitet und habe meine Selbstständigkeit nebenbei aufgebaut. Doch ich habe ganz schnell gemerkt, dass ich mich für eines entscheiden muss. Für mich war es sehr schwierig nicht meine ganze Energie in mein Projekt reinstecken zu können.

Also entschied ich mich arbeitslos zu melden, auch wenn ich mich anfangs dagegen sträubte. Auch da standen mir meine Glaubenssätze im Weg. Doch ich tat es trotzdem und es war die beste Entscheidung. Ich habe glücklicherweise ein Gründungszuschuss erhalten und konnte meine Selbstständigkeit unglaublich schnell und gut voranbringen.

Du hast den Gründungszuschuss erhalten, um The Circle of Wonderwomen ins Leben zu rufen?

Genau, anfangs total witzig. Ich hatte natürlich bedenken, dass mein Wonderwoman-Projekt nicht ernst genommen bzw. es für nicht realistisch angesehen wird. Doch auch da hängt alles von Dir ab! Deine Energie, Dein Glaube und Entschlossenheit. Meine Ansprechpartner haben meine Passion dahinter gesehen und mich unterstützt.

Einen kleinen Part Deiner Circles macht auch immer eine Mediation aus. Auf Fempreneur hast Du dazu den wunderbaren Beitrag “Mit Meditation zur erfolgreichen Unternehmerin” geschrieben. Darin heißt es: “(…) weil ich gelernt habe meine Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache zu richten. Und darum geht es! Da wo deine Aufmerksamkeit ist, geht schließlich auch deine Kraft oder Energie hin.” Denkst Du, hier liegt der Schlüssel zum Erfolg für eine erfolgreiche Selbstständigkeit?

Ja, deshalb auch die Entscheidung meine Selbstständigkeit aus der Arbeitslosigkeit heraus weiter voranzutreiben. Deine Energie sollte immer in die für Dich „richtigen“ Dinge fließen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich meine vollkommene Liebe in eine Sache investieren muss, damit es erfolgreich wird. In dem ich meinen Fokus verliere, verliere ich mich selbst.

Was braucht es noch, um Deiner Meinung nach erfolgreich selbstständig zu sein?

  • Authentizität
  • Passion
  • Mindset, Mindset, Mindset! Du musst wirklich daran glauben, dass Du auch damit erfolgreich wirst. Du musst es spüren, als wäre der Erfolg schon da!
  • Das Miteinander. Die Connection zu weiteren Selbständigen. Ich finde es unheimlich schön meine Kolleginnen im Bereich zu unterstützen und Impulse zu geben. Wir sollten uns gegenseitig viel mehr helfen, anstatt Gegeneinander zu arbeiten.

Wo wird es für Dich und The Circle of Wonderwomen hingehen? Worauf können wir uns noch in diesem Jahr freuen?

  • Im September geht es erst mal nach Brandenburg. Ich bin Gast-Host beim Prana up your Life Retreat Darauf freue ich mich schon sehr.
  • Ansonsten möchte ich unheimlich gerne Ende des Jahres einen Circle in Large Version veranstalten. 🙂 In einem größeren Rahmen sollen mehr Frauen teilnehmen können, wo wir uns ein ganzen Tag lang für die Wonderwoman in uns Zeit nehmen und so noch intensiver in die Themen einsteigen können.

Wenn Ihr noch mehr inspirierende Interviews mit Gründerinnen lesen wollt, schaut doch mal auf Pinterest vorbei!

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