„In TaTeeTaTa steckt unglaublich viel Herzblut und viel von uns“ – Christine Paschen, Gründerin des Tee-Onlineshops

Christine Paschen, Gründerin TaTeeTaTa

Damit meine geladenen Gästinnen zur „Cake & Delight“-Party in zwei Tagen nicht auf dem Trockenen sitzen, habe ich Christine Paschen von TaTeeTaTa angeschrieben und um Unterstützung gebeten – zum Kuchen gehört doch eine Tasse, richtig, Tee. 😉

Christine stellt aber nicht nur köstlichen Tee zur Verfügung, sondern auch Antworten auf meine Interviewfragen. Lehrreich, inspirierend, Mutmachend.

Liebe Christine, vor anderthalb Jahren hast Du Deinen Tee-Onlineshop TaTeeTaTa gegründet. Bitte verrate meinen Leser*innen und mir, was der Osterhase damit zu tun hat! 🙂

Es begann im Frühjahr 2013 tatsächlich alles mit der Suche nach einem Ostergeschenk für Familie und Freunde. Ich hatte es satt, wieder Süßigkeiten und bunte Eier zu verschenken. Stattdessen sollte es in diesem Jahr etwas Besonderes sein. Also überlegte ich, recherchierte und suchte nach irgendeiner Idee oder Inspiration. Nach anstrengenden Tagen mache ich es mir gerne mit einer guten Tasse Tee auf der Couch gemütlich. Und an so einem Abend traf es mich dann plötzlich wie der Blitz: selbstgemischter und liebevoll verpackter Tee, das ist es!

Schon am nächsten Morgen besorgte ich alle Zutaten und kreierte meinen eigenen Ostertee. Beim Gestalten individueller Etiketten für die Cellophan-Tütchen half mir mein Mann Thomas, der Grafiker ist. Der Osterhase hoppelte also durch Bayern und lieferte meinen selbstgemischten Ostertee. Und der kam sehr, sehr gut an. Er schmeckte den Beschenkten ganz wunderbar und auch die Verpackung begeisterte. Einigen gefiel sie so gut, dass sie sie aufhoben.

Von der Idee zum fertigen Onlineshop hat es drei Jahre gedauert. Im Interview auf profit.de ist zu lesen, dass Ihr Euch ganz bewusst diese Zeit genommen habt. Warum? Heißt es aus dem Start-up-Umfeld nicht immer, man solle sein Produkt möglichst schnell an den Markt bringen und es dann „on the go“ weiterentwickeln?

Das kommt vermutlich daher, weil mein Mann und ich ausgeprägte Perfektionisten sind. Und es gab einfach auch unglaublich viel zu tun. Alleine die Namensfindung inklusive des Markenprozesses hat mehr als 9 Monate in Anspruch genommen. Der Name sollte deutsch sein, einprägsam, zu uns passen, die Webdomains mussten verfügbar sein und dann wollten wir das ganze noch als eigene Marke eintragen lassen. Wir wollten von Anfang an alles so gut und perfekt wie möglich ausarbeiten. Jeder einzelne Prozess sollte skalierbar sein – also auch im späteren Geschäftsbetrieb funktionieren. Und zwar mit 5 Bestellungen am Tag genauso wie mit 50. Bei den meisten Dingen ist uns das auch gelungen. Dennoch gab es natürlich Bereiche, in denen wir im Laufe der Zeit nachbessern mussten.

Ich habe hunderte Stunden nach den richtigen Partnern gesucht, unzählige Tees gekostet um den richtigen Lieferanten zu finden und Firmen recherchiert, die unser Packaging-Konzept umsetzen konnten. Was die Suche zusätzlich ein bisschen aufwendiger gestaltet hat, ist die Tatsache, dass wir ausschließlich mit Lieferanten und Partnern aus Deutschland oder Österreich arbeiten wollten. TaTeeTaTa ist sehr nachhaltig. Das sollte sich auch bei der Auswahl unserer Zulieferer wiederspiegeln.

Dann mussten meine Ideen ja auch noch umgesetzt werden. Auch das geht nicht von heute auf morgen. Und schließlich stand noch ein Umzug ins Haus. Wir brauchten Lagerräume, ein etwas größeres Büro, alles musste auch den Vorschriften des Gesundheitsamtes sowie den Vorgaben der BIO Kontrollstelle entsprechen. Und zu guter Letzt sollte Wohnen und Arbeiten so eng wie möglich verbunden sein, damit unsere Tochter nicht zu kurz kommt. Ganz schön viele Punkte. Aber irgendwie haben wir es tatsächlich geschafft all das hinzubekommen.

„Nach einer Kinderpause wollte meine Frau wieder beruflich einsteigen, mit etwas, das ihr liegt und sie gerne machen würde“, sagt Dein Mann im Interview mit printmate. Wolltest Du nicht in Deinen alten Job zurück oder war es mit Kind einfach nicht möglich zurückzukehren?

Beides. Ich war Filialleitung in einer Parfümerie und ich konnte mir tatsächlich nur schwer vorstellen diese Tätigkeit wiederaufzunehmen. Zum anderen war mein Mann ja schon selbständig. Irgendwann lag einfach der Gedanke sehr nahe, in Zukunft auch für mich selber zu arbeiten und nicht mehr für jemand anderen.

Ich beobachte immer häufiger, dass sich Frauen nach der Babypause in die Selbstständigkeit begeben – in meinem unmittelbaren Umfeld gibt es ein konkretes Beispiel. Ist das Deiner Meinung nach eine Veränderung, die die Mutterschaft mit sich bringt oder ein Umstand, der durch unsere Gesellschaft und die Rolle der Frau darin bedingt wird?

Puh, ganz ehrlich? Ich wollte einfach eine Tätigkeit die mich wirklich ausfüllt. Die mir jeden Tag Freude bereitet. Bei der ich nicht wie früher jeden Tag fast 2 Stunden Arbeitsweg habe, sondern zeitlich flexibel bin und bei der ich so viel wie möglich Zeit mit meiner Familie verbringen kann. Das war mit einer erneuten Anstellung nicht umsetzbar. Und dann kam irgendwann die Idee mit dem Tee …

Welche Vorteile hat die Selbstständigkeit für Dich als Mutter?

Ich kann mir meine Zeit einteilen wie es für mich am besten ist. Und wie es den Bedürfnissen meiner Tochter am ehesten entspricht. Zur Not kann ich auch mal abends arbeiten, wenn sie schon im Bett ist und schläft. Die Hauptsache ist, dass alles pünktlich verschickt wird. Ein kleines bisschen hilft natürlich die Tatsache, dass mein Mann eh im Büro ist und auch mal Telefonate entgegennimmt und/oder mich bei administrativen Sachen unterstützt.

Dein Mann arbeitet mittlerweile auch für TaTeeTaTa – im Marketing und Vertrieb. Wie wichtig ist Euch eine klare Aufteilung der Aufgaben? Und eine zweite Frage: Welche Vorteile bringt es mit sich, das eigene Unternehmen gemeinsam mit dem Mann zu führen?

Wir haben keine klare Rollenverteilung. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und gemeinsam getragen. Aufgeteilt sind lediglich die Tätigkeiten selber. Da mein Mann Grafiker ist, kümmert er sich um die technische Umsetzung meiner Ideen. Das schafft kurze Wege und ein hohes Maß an Flexibilität. Ich habe praktisch meine Werbeagentur im Haus 🙂 Das wiederum spart Zeit (und natürlich auch Geld), bringt aber auf der anderen Seite auch wieder ganz eigene Herausforderungen mit sich was die Partnerschaft betrifft. Aber bis dato kriegen wir das ganz gut hin und mögen uns auch noch 🙂

Lass uns auf Deinen Tee zurückkommen… das Startsortiment Deines Shops umfasste 50 Tees. Soweit, so gewöhnlich. Was unterscheidet TaTeeTaTa von anderen Onlineshops?

Das Besondere an TaTeeTaTa war und ist die Tatsache, dass man als Kunde selber auswählen kann in welcher Teedose der neue Lieblingstee geliefert werden soll. Es stehen mittlerweile insgesamt 7 verschiedene Designs zur Verfügung. Das gibt es sonst in keinem anderen Tee-Onlineshop. Da wir nie wissen welche Kombination aus Tee und Dose bestellt wird, gibt es auch keine Lagerware. Jede Bestellung wird frisch für den Kunden abgefüllt. Neben den Dosen gibt es dann noch drei Tütengrößen. Eine Probierpackung mit 15 – 20g, die normale Tüte mit 50 – 70g und einen Refill für die Teedose.

Was uns weiter von anderen Onlineshops unterscheidet, ist unser extrem aufwendiges Packaging. Jedes Paket wird wie ein Geschenk verpackt und verschickt. Wir nutzen von Anfang an unsere eigenen Versandkartons in zwei Größen. Ich versuche wirklich jede einzelne Bestellung so fertig zu machen als würde ich ein Geschenk einpacken. Aufgrund vieler Bewertungen und Kommentaren weiß ich, dass das bei unseren Kunden sehr gut ankommt.

TaTeeTaTa Tee

TaTeeTaTa Tee

Was mir Dein Unternehmen so sympathisch macht ist, dass Du auf Nachhaltigkeit setzt und beispielsweise kein Plastik in Deinen Verpackungen verwendest oder die Lieferung klimaschonend erfolgt. Das Thema scheint Dir ein besonderes Anliegen. Warum?

Wir haben nur diese eine Erde. Und wenn jeder irgendwie versucht in seinem eigenen kleinen Einflussbereich sein Möglichstes tut um Plastik zu vermeiden, kommt in Summe einiges zusammen. Ich wollte mit diesem Konzept meinen Beitrag dazu leisten. Daher rege ich die Kunden auch dazu an die Teedosen nicht nur einmal zu verwenden. Entweder man füllt sie mit den Refills wieder mit Tee oder verwendet sie anderweitig weiter. Ich verwende sie im Bad für Q-tips und Wattepads, meine Tochter für Stifte, die Katzenleckerlis werden in der Katzendose aufbewahrt und mein Mann hat auch eine auf dem Schreibtisch stehen. Wie gesagt, es ist ein kleiner Beitrag. Aber doch ein Beitrag.

Die gesamte Website besticht durch ein modernes, liebevolles Design. Warum ist Dir der richtige Look & Feel so wichtig? Und, wie sehr ist dort Dein Mann involviert? 😉

Es soll einfach alles zusammen passen. Die Idee zu TaTeeTaTa ist der Suche nach einem Geschenk entsprungen. Ein Geschenk ist immer mit Liebe verbunden. Und diesen liebevollen Charakter, den Gedanken des Schenkens wollte ich auch auf der Website und in allem was wir tun transportieren. Daher der liebevolle Aufbau der Website, daher das aufwendige Packaging, daher die Bildsprache bei der wir auch viel Wert auf Details legen. In TaTeeTaTa steckt unglaublich viel Herzblut und viel von uns. Und das wollen wir auch über die Website transportieren.

Mein Mann hatte am Anfang ein anderes Bild von TaTeeTaTa 🙂 Etwas stylischer, ein bisschen cleaner, reduzierter. Da gab es einige Diskussionen. Aber ich konnte ihn von meinem Konzept überzeugen und mittlerweile ist er vermutlich der größte Fan von TaTeeTaTa 🙂 Wir haben unser grafisches Konzept sowie unsere Bildsprache gefunden und ziehen mittlerweile komplett am selben Strang. Macht Spaß!

Apropos Mann. Dein Mann hat im Interview mit printmate gesagt, dass ihr von Anfang an Lösungen gesucht habt, die skalierbar sind. So habt Ihr auf Komponenten gesetzt, wie z. B. bei Eurem Shopsystem auf WooCommerce. Das klingt mir ganz nach einem Smart Business Concept. Ist es auch das was Du anstrebst oder willst Du TaTeeTaTa ganz traditionell zu einem Unternehmen mit weiteren Angestellten aufbauen?

Die Lösung über WooCommerce ist einer der Punkte in denen wir nachbessern mussten. Wir arbeiten von Anfang an mit einer Warenwirtschaft von JTL Software. Der Vorteil ist, dass unglaublich viele Abläuft automatisierbar sind. Wenn eine Bestellung eingeht ist alles was man tun muss die Entnahme von vier ausgedruckten Blättern aus dem Drucker (Lieferschein, Rechnung, Packliste und DHL Versandetikett). Der Kunde bekommt automatisch eine Email mit der Rechnung und eine zweite mit der Trackinginformation von DHL. Das spart uns unendlich viel Zeit. Diese Komponente war also gesetzt. Leider hat sich im Laufe der Zeit gezeigt, dass die Warenwirtschaft und der WooCommerce-Shop nicht perfekt kompatibel sind. Es mussten viele Arbeitsschritte erst in der Artikelverwaltung der Warenwirtschaft und dann im Onlineshop noch einmal gemacht werden. Das ist natürlich weder zeiteffizient noch sinnvoll. Zusätzlich ist das natürlich auch eine Fehlerquelle.

Daher hat mein Mann im Herbst 2017 auch auf einen Shop von JTL Software umgestellt. Jetzt passen die Komponenten perfekt zusammen und die Arbeit mit dem Shop geht um Klassen schneller und einfacher. Alles was wir in der Warenwirtschaft ändern, wird ohne jede Nacharbeit exakt so im Onlineshop dargestellt.

So wie wir aktuell personell aufgestellt sind, können wir schon noch ziemlich wachsen bevor wir zusätzliches Personal einstellen müssen. Wenn es dann erforderlich sein sollte, werden wir uns natürlich verstärken.

Nach 18 Monaten mit dem eigenen Onlineshop, kannst Du uns sicherlich zahlreiche Tipps geben, wie man z. B. mittels WooCommerce seine Produkte erfolgreich verkauft. Magst Du ein paar verraten?

Tja, das mit WooCommerce hat sich bei uns ja erledigt 🙂

Generell kann man jedoch sagen, dass es im Onlinegeschäft wichtig ist, sich so hochwertig wie möglich zu präsentieren da ja viele Sinneseindrücke wegfallen. Ich kann nichts anfassen, nichts riechen. Alles was noch da ist, ist die Optik. Daher habe ich von Anfang an bei den Produktbildern Wert auf höchste Qualität gelegt. Die Investition in einen tollen Fotografen oder in unserem Fall eine Fotografin, ist gut angelegt.

Ebenso wichtig sind stimmige Produktbeschreibungen und Texte. Auch hier habe ich mir Hilfe geholt. Man kann nicht alles selber können. Muss man ja auch nicht. Jeden Tag werden neue Shops eröffnet, jeden Tag gehen neue Blogs online. Wenn man aus dieser unglaublichen Vielfalt herausstechen möchte, ist es notwendig sich abzuheben.

Im Interview mit Trusted Shops sagst Du, dass Ihr im Marketing auf „einen Mix aus klassischer PR und Medienarbeit, Social-Media-Marketing, SEO und Online-Werbung“ setzt. Damit seid Ihr vielen Unternehmen voraus. Kann man es sich heutzutage überhaupt noch erlauben, nicht auf Online Marketing zu setzen?

Ich denke nicht. Hier hat sich in den letzten Jahren unglaublich viel verändert. Mittlerweile sind die meisten Menschen immer und überall online. Alles wird sofort online recherchiert und erledigt. Der Anteil der Internetnutzung von mobilen Geräten liegt mittlerweile bei mehr als 50%. Das sagt an sich schon sehr viel.

Wir versuchen hier tatsächlich eine schöne Mischung umzusetzen. Wir versenden regelmäßig Pressenewsletter an Print- und Onlineredaktionen. Dadurch konnten wir schon schöne Platzierungen in diversen Zeitschriften generieren. Dann versuchen wir regelmäßig mit Facebook und Instagram zu arbeiten. Ziel ist es jeden Tag einen schönen Post zu veröffentlichen. Und dann soll natürlich auch der Shop immer weiter ausgebaut werden. Den integrierten Blog wollen wir ganz besonders ausbauen.

Welche Ziele verfolgt Ihr 2018 im Bereich Online Marketing? Werdet Ihr zum Beispiel verstärkt in die sozialen Netzwerke Pinterest und Instagram investieren? Auf Facebook seid Ihr ja gemessen an der Fananzahl schon ganz gut aufgestellt…

Facebook wird aufgrund des neuen Algorithmus für Unternehmen immer schwieriger. Muss aber natürlich dennoch weiter bedient werden. Trotzdem werden andere Medien dadurch wichtiger. Wir wollen daher die Reichweite auf Instagram und Pinterest erhöhen. Was dadurch automatisch noch mehr an Bedeutung gewinnt ist die Suchmaschinenarbeit.

Und generell, was kommt für Dich und TaTeeTaTa in diesem Jahr?

Weiter mit Herzblut neue Ideen umsetzen und Produkte entwickeln. Weiter mit viel Liebe die Pakete packen und verschicken. Jeden Tag Freude an der Arbeit finden und weiterwachsen.

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