„Ich freue mich jeden Tag auf mein Geschäft, meine Mitarbeiterinnen, meine Kunden“ – Birgit Basedahl, B.Sweet

Birgit Basedahl

Leute, ich sag’s Euch, auf einer Stadtführung kann man nicht nur eine City entdecken, sondern auch auf neue Interviewpartnerinnen stoßen. So mir Anfang des Jahres geschehen. 🙂

Dort habe ich auf einer kulinarisch-kulturellen Entdeckungsreise durch den Stadtteil Altona hier in Hamburg Birgit Basedahl und ihren Laden B.Sweet kennengelernt. Was sich hinter dem Pseudonym verbirgt, erfahrt Ihr direkt mit der ersten Fragen. Natürlich gibt es im Verlauf des Interviews noch viel mehr Wissenswertes zu finden.

Liebe Birgit, Du verkaufst in Deinem Laden B.Sweet „feinste Schokoladen und Süßwaren sowie wunderschöne Wäsche und Bademoden“. Wie kamst Du auf die Idee diese Waren zu kombinieren?

Weil Schokolade sehr saisonal ist, musste ich mir noch ein anderes Standbein überlegen.

Im Interview mit Kiekmo sagst Du: „Nur mit Schokolade kommt man nicht durchs Jahr, es sei denn man hat eine eigene Manufaktur“. Die war keine Option für Dich?

Nein. Zwar koche und backe ich privat sehr gerne, aber ich habe Modedesign studiert und als Moderedakteurin gearbeitet.

 

Heißt, Du kennst Dich auch mit Wäsche und Bademoden aus. Worauf kommt es an, wenn man sich entscheidet, Unterwäsche zu verkaufen? Wie trifft man die richtige Sortimentsauswahl? Woher weiß man, für welchen Preis man die einzelnen Stücke verkaufen soll?

Man sollte sich für eine Zielgruppe (Alter, Größen, Basics ja oder nein, modische Serien ja oder nein etc.) entscheiden, und schauen, in welchem Umfeld das Ladenlokal liegt. Dementsprechend wählt man Firmen aus, die einem gefallen und in das entsprechende Preissegment fallen. Ich habe mich für das mittlere bis höhere Preissegment entschieden, das ein fabelhaftes Angebot bietet, in dem das Preis/Leistungsverhältnis stimmt. Das begeistert mich. Wir verkaufen Qualität.

Unseren Kund*innen legen wir keine Marken ans Herz, sondern Passformen, Farben, die ihnen schmeicheln und die für sie funktionieren. Diese individuelle Beratung in der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Damen ist jedes Mal eine neue Herausforderung, die mir ungeheuer viel Spaß bringt. Wenn etwas nicht sitzt oder farblich nicht stimmig ist, verlässt es bei uns nicht das Geschäft. Da bin ich sehr streng 😉 Weil es die Kundin irgendwann zuhause auch feststellen wird, und das fällt dann auf uns zurück ……

Es gibt meistens Preisempfehlungen.

Und woher nimmst Du Dein Wissen um Schokolade und Süßwaren? Mich erschlägt allein schon die Vielfalt in einem einzelnen Supermarkt. Da draußen gibt es darüber hinaus noch so viel mehr. Wie behältst Du den Überblick?

Ich erhalte viele Informationen von den Firmen und Vertretern, mit denen ich zusammen arbeite. Außerdem besuche ich regelmäßig die ISM in Köln. Anfangs habe ich Seminare über Schokolade und Pralinen besucht und viel darüber gelesen… und immer wieder kosten und probieren. 🙂

Dich und Deinen Laden habe ich durch eine Eat the world-Führung kennengelernt. Wie kam es zu dieser Kooperation?

Ich habe einen Tipp von dem kleinen Altonaer Privattheater „Die 2te Heimat“ bekommen. Also habe ich bei „Eat the world“ in Berlin angerufen. Die haben sich gefreut und mir erzählt, dass ich bei ihnen bereits auf der Interessenten-Liste stehe…

Wusstest Du, dass die Idee zu Eat the world von zwei Frauen stammt? Wünschst Du Dir manchmal eine*n Gründungspartner*in gehabt zu haben oder bist Du ganz froh drüber Einzelunternehmerin zu sein?

Nein, das wusste ich nicht. Ich bin froh mein eigener Herr zu sein. So kann ich schalten und walten, wie ich möchte.

Wie gestaltete sich die Gründung Deines Ladens? Worauf musstest Du vor 11 Jahren vor der Eröffnung achten; welche Behördengänge erledigen?

Es empfiehlt sich ein Unternehmer-Gründungeseminar zu besuchen. Dort bekommt man viele Tipps. Ausserdem sollte man sich mit Menschen, denen man vertraut, austauschen.

Du hast Deinen Laden mit Mitte 40 gegründet. Die Statistiken zeigen, dass Du damals in einem Alter warst, in dem nicht viele Frauen gründen – rund 17%. Das Alter ist selbstverständlich kein Grund, welches jemals aufhalten sollte. Welche Chancen siehst Du darin mit 40, 50 oder einem höheren Alter zu gründen? Hast Du Deiner Meinung nach Vorteile gegenüber jüngeren Gründerinnen.

45 ist ein gutes Alter sich selbstständig zu machen. Viel später wird es immer schwieriger. Schon allein deswegen, einen Kredit bei der Bank aufzunehmen. Ich finde, ab 40/45 weiß man, wer man ist, was man kann, worauf man bei sich selbst vertrauen kann. Die Kinder sind aus dem Gröbsten heraus. Sprich man hat Lebenserfahrung! Und die ist absolut unbezahlbar. 🙂

Entgegen des aktuellen digitalen Trends, hast Du noch keinen Onlineshop eröffnet. Denkst Du darüber nach oder steht das Thema gar nicht zur Debatte?

Das Thema stand zu keiner Zeit für mich zur Debatte. Schokolade und Dessous sind so schöne, sinnliche Artikel, die sollte man direkt erstehen und verkaufen. Außerdem ist der direkte Austausch mit Kunden und Mitarbeiterin für mich bereichernd.

Ich habe kürzlich einen Bericht über Beate Uhse und die dazugehörigen Shops gesehen. Darin wurde gezeigt, dass vor Ort auch Workshops nach Ladenschluss stattfinden. Im ganzen Hype um Shades of Grey z. B. Bondage-Workshops. Machst Du in Deinem Laden auch Veranstaltungen – z. B. „süße Dessous Parties“? Ist das von Deinen Kund*innen überhaupt gefragt?

In meinem im Baudoir-Stil eingerichteten Geschäft kauft man feine Schokolade und feine Wäsche, aber keine Toys und anderen Schickschnack. So ist mein Konzept. Möchten Kundinnen außerhalb meiner Geschäftszeiten in kleinen Grüppchen zu B.Sweet kommen, mache ich sehr gerne einen Termin aus.

Welche Pläne hast Du für B.Sweet? Gibt es beispielsweise Bestrebungen einen zweiten Laden zu eröffnen?

Nein, kein zweiter Laden. Mein Bestreben ist nach wie vor viele zufriedene Kunden in beiden Abteilungen zu gewinnen, die Qualität zu optimieren und meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Damit habe ich alle Hände voll zu tun.

Abschließend möchte ich Dich noch um einen Rat für angehende Gründerinnen und selbstständige Frauen bitten. Was kannst Du ihnen aus Deiner langjährigen Erfahrung als Selbstständige mitgeben?

Man muss an sich und seine Stärken glauben. Sich selbst treu bleiben!!! Und man sollte Spaß an dem haben, was man den lieben langen Tag macht/machen wird. Ich freue mich jeden Tag auf mein Geschäft, meine Mitarbeiterinnen, meine Kunden. Und zwischendurch genieße ich auch gerne mal meine Freizeit.

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