„Zwischen Idee und Launch von ArtNight vergingen nur 8 Wochen“ – Gründerin Aimie-Sarah Henze

Aimie-Sarah Henze

Meine heutige Interviewpartnerin Aimie-Sarah Henze wird vielen unter Euch ein Name sein. Schließlich ist sie Gründerin von Fielfalt, einer branchenübergreifende Community mit gleichnamigem Blogazine für Female Empowerment.

In ihrem Magazin habe ich übrigens in der Jahreswende 2015/2016 einige Beiträge verfasst. Sie tragen Titel wie “In einem Kopf voller Ängste ist kein Platz für Träume”, “Warum Du Dir Ziele setzen solltest” und “So sabotierst Du erfolgreich Deine Selbstständigkeit”.

Um Fielfalt soll es heute aber nur am Rande gehen. Stattdessen wollen wir uns ganz auf ihr neues Start-up ArtNight und ihre damit verbundene Vollzeit-Selbstständigkeit konzentrieren.

Liebe Aimie, Du hast im vergangenen Herbst gemeinsam mit David Neisinger ArtNight gegründet. Ihr “veranstaltet kreative Erlebnisse, die von einem lokalen Künstler angeleitet werden und als offenes Format in Bars und Restaurants stattfinden”, heißt es auf Eurer Website. Verrate uns mehr über Euer Konzept.

Stell Dir vor Du hast einen ganz normalen, langen Arbeitstag hinter Dich gebracht. Was sind die Optionen? Beim Sport warst Du gestern, die Couch ist langweilig, die Freunde sind beschäftigt… Alleine ins Kino? Keine Chance! Du hättest Lust, etwas Kreatives zu machen – etwas das Spaß bringt und Dich mit neuen Leuten vernetzt? Hier kommt die ArtNight ins Spiel!

ArtNight ist ein kreatives Veranstaltungskonzept: Ein lokaler Künstler leitet Dich an, Dein eigenes Kunstwerk zu kreieren, Du genießt einen Drink und lernst nicht nur viel über Kunst- sondern auch Deine Staffelei-Nachbarn links, rechts und gegenüber kennen. Ein fröhlicher, unbeschwerter Feierabend, der Dir garantiert mehr Energie für die Woche beschert, als der Filmabend zuhause.

Ich habe gelesen, dass David bei einem Date in den USA eine Social Painting Party besucht hat, von denen Eure Idee abgeleitet ist. “Zurück in Deutschland hat er mir von „Social Painting Parties“ erzählt und ich war begeistert”, berichtest Du bei Donna. Wie habt ihr beiden Euch eigentlich kennengelernt?

Wir wurden von einer Freundin miteinander vernetzt, da wir beide ursprünglich ein Start-up im Bereich Hochzeiten gründen wollten. Das Thema war aber schnell vom Tisch, als David mir von dem Konzept “Social Painting” erzählt hat. Dann haben wir direkt losgelegt und ich hab meinen Job gekündigt.

Aimie-Sarah Henze und David Neisinger
Aimie und David

Habt Ihr Euch die Arbeitsbereiche im Unternehmen aufgeteilt oder arbeitet Ihr gemeinsam die Sachen ab, die anfallen?

Wir haben uns Bereiche im Team aufgeteilt, die sich aber auch überschneiden. An strategischen Themen arbeiten wir natürlich zusammen.

Welche Vorteile hat es Deiner Meinung nach ein Unternehmen mit einer weiteren Person zu gründen? Bei der Gründung von Fielfalt in 2015 hast Du auch schon auf eine Mitgründerin gesetzt.

FIELFALT hatte ich im Ursprung alleine gegründet und wir sind bei FIELFALT gerade in einer Umbruchphase, seid also gespannt ;).

Aber zurück zur Frage.

Ich hab nie bewusst die Entscheidung getroffen alleine oder mit einem Partner zu gründen, sondern die wichtigste Frage, die ich mir gestellt habe war, mit welchem Team das Geschäftsmodell am erfolgreichsten wird. Deshalb “setze ich nicht auf einen Mitgründer”, sondern habe die Chance ergriffen mit Menschen, mit denen ich mich sehr gut ergänze, zusammenzuarbeiten.

Damals haben Kira Siefert und Du Euch für die Gründung einer UG entschieden. Jetzt setzt Du mit David bei ArtNight auf eine GmbH. Welche Vor- und Nachteile siehst Du in der jeweiligen Unternehmensform?

Eine UG ist eine Mini-GmbH und unterscheidet sich ausschließlich in der Höhe des Stammkapitals, deshalb gibt es keine Vor- und Nachteile zwischen beiden. Für beide Unternehmen war eine Kapitalgesellschaft die richtige Entscheidung. Welche Unternehmensform man bei einer Gründung wählen sollte ist komplexer, um es in einem Satz zu beschreiben.

Habt Ihr beide Male ein Gesellschaftsvertrag aufgesetzt? Wenn ja, warum ist das wichtig?

Ja, man kann keine UG oder eine GmbH ohne einen Gesellschaftsvertrag gründen. Wie detailliert dieser ist, muss jeder Gründer allerdings selbst entscheiden. Wenn man mit mehreren Personen gründet, sind klare Regelungen für potenziell auftretende Fälle (z. B. wenn ein Mitgründer früher ausscheidet) in den Verträgen wichtig, um Konflikte zu vermeiden.

Zurück zu ArtNight. David kam nach seinem Besuch in Amerika mit einer Idee um die Ecke von der Ihr beide begeistert wart. Wie ging es dann für Euch weiter? Ich meine, eine Idee ist ja noch kein Unternehmen.

Einen Tag nachdem David mir von der Idee erzählt hat, haben wir angefangen an ArtNight zu arbeiten. Unter einem anderen Namen haben wir einige Testevents durchgeführt. Als diese sehr positiv verliefen, haben wir einen Namen gesucht, die Webseite aufgebaut, Künstler rekrutiert, unsere Jobs gekündigt und ArtNight gegründet. Wir sind beide sehr stark in der Umsetzung, weshalb zwischen der Idee und dem Launch von ArtNight nur 8 Wochen vergingen.

In einem Interview mit David – ich weiß leider nicht mehr wo genau – habe ich gelesen, dass Ihr ArtNight mit Euren Ersparnissen aufgebaut habt. Auf Investorszene steht, dass Ihr mittlerweile von Business Angels unterstützt werdet. Wie habt Ihr diese gefunden?

Netzwerken, anschreiben und aktiv werden. Wir haben gezielt nach Angels gesucht, die uns aufgrund ihres Know-Hows sehr gut unterstützen unsere Vision umzusetzen.

Das abendliche Malen in Gemeinschaft ist nur ein Anfang. Auf Eurer Website ist zu lesen, dass es sich dabei um eine erste Veranstaltungsreihe handelt und es Euer Ziel ist, die “größte Plattform für kreative Erlebnisse in Europa” zu werden. Daraus ergeben sich für mich zwei Fragen:

Worauf dürfen wir uns neben dem Malen noch freuen?

In den nächsten Monaten steht Malen definitiv im Vordergrund und bietet unglaublich viele Varianten der Umsetzung und Gestaltung. Wir haben sehr viele Ideen, was als nächstes kommen wird, da wollen wir aber noch nicht zu viel verraten ;).

Und: Wie wollt Ihr Euer Ziel erreichen?

Mit viel Leidenschaft, Disziplin, Visionen, harter Arbeit und einem hervorragendem Team!

Ich stell mir das sehr schwierig vor. Gibt es mit Jochen Schweizer und MyDays große Konkurrenz im Erlebnisgeschenke-Bereich. Was macht Euch besonders? Oder anders gefragt: Was ist Euer USP?

Jochen Schweizer und MyDays sind reine Vermittlungs- und Vermarktungsplattformen und für ArtNight, deshalb keine Konkurrenz.

ArtNight ist eine exklusive Plattform für kreative Erlebnisse, die wir selbst ausrichten. ArtNight konzipiert die Workshop-Formate in Zusammenarbeit mit den jeweiligen durchführenden Künstlern und verbindet Kreativität, in einer tollen Atmosphäre mit einem einzigartigen Erlebnis. Das macht uns einzigartig.

Jetzt mal noch eine persönlich(er)e Frage: Wie fühlt es sich an seine eigene Chefin zu sein? Du hast in Deinem früheren Job als Projektleiterin bei einer digitalen Berufsorientierungsplattform für Schüler bereits Führungserfahrung sammeln können. Aber wie ist es diese nun für sein eigenes Business anwenden zu können?

Meine bisherige beruflichen Erfahrungen die ich gesammelt habe, helfen mir selbstverständlich weiter ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Dennoch ist jedes Geschäftsmodell und jedes Team ein anderes, weshalb man Erfahrungen nutzen kann, aber immer wieder neu dazulernen muss und das auch aktiv will.

Apropos Führung: 2015 bist Du bei PANDA, dem Karriere-Contest für weibliche Führungstalente in Deutschland – dessen Gründerin Isabelle Hoyer wir auch schon interviewt haben –, als “Young Leader” ausgezeichnet worden. Was macht für Dich eine gute Führungskraft aus?

Es gibt für mich nicht pauschal eine “perfekte Führungskraft”. Für mich sind die wichtigsten Eigenschaften: Flexibilität, Authentizität, visionäres Denken und sehr gute Kommunikationsfähigkeit.

Welche Eigenschaften sollte eine Gründerin darüber hinaus mitbringen?

Risikobereitschaft, Kritikfähigkeit und Enthusiasmus (auch wenn´s mal nicht so gut läuft).

Gibt es sonst noch etwas, dass Du Frauen mitgeben möchtest, die mit dem Gedanken spielen zu gründen oder gerade frisch in die Selbstständigkeit gestartet haben?

Durchzuhalten und offen zu sein für Feedback, auch für kritisches. Ich empfehle es immer wieder, seine Ideen nicht unter Verschluss zu halten, sondern mit vielen Menschen darüber zu sprechen, auch mit potenziellen Kunden, um ehrliches Feedback zu erhalten und die Idee/das Geschäftsmodell optimal weiterzuentwickeln.

Abschließend noch eine Frage von mir zu Fielfalt: Was wird aus Eurer Community und Eurem Blogazine, jetzt, wo sich Du und Kira beide eigene Unternehmen aufbauen? Müssen wir in der Zukunft auf Female Empowerment durch Euch verzichten?

Wir werden auf FIELFALT im August eine Antwort auf diese Frage geben. Es geht auf jeden Fall weiter und bleibt spannend. Dennoch wird sich FIELFALT verändern bzw. weiterentwickeln, da wir uns auch weiterentwickelt haben.

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