Facebook-Werbung für Selbstständige

Frau bearbeitet Facebook am Laptop

Werbung auf Facebook ist günstig und überraschend effektiv. Ihr wollt es auch mal ausprobieren? Unser Guide für Facebook-Ads führt Euch Schritt für Schritt durch Eure erste Anzeigenschaltung.

Man darf privat von Facebook halten, was man will – als Unternehmen (auch als Freelancer) kommt man kaum um eine Präsenz auf der Plattform mit dem blauen Daumen herum. Doch bei einer bloßen Präsenz muss man es ja nicht belassen. Facebook bietet tolle Möglichkeiten für Anzeigenschaltungen. So kann man seine Facebook-Präsenz bekannter machen, aber auch Facebook-Nutzer in seinen Shop oder auf die eigene Website lotsen. Und das Beste daran: Dank seiner eigentlich schon gruseligen Datenkrakeneigenschaften bietet Facebook beeindruckende Möglichkeiten der ganz gezielten Aussteuerung bei relativ geringen Preisen. So erreicht Ihr genau die User, die sich für Euer Produkt oder Eure Dienstleistung interessieren. Gerade für Selbstständige mit geringen Budgets sind Facebook-Ads daher eine gute Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu generieren. Und so geht’s:

1. Facebook-Werbung schaltet man im „Werbeanzeigenmanager“:

Facebook Ads AnleitungDen erreicht Ihr über das „Settings“-Dropdown-Menü (siehe Screenshot rechts). Wenn Ihr noch nie eine Werbeanzeige auf Facebook geschaltet habt, werdet Ihr zunächst Euer Werbekonto einrichten müssen. Hierfür meldet Ihr Euch als Werbetreibende an und hinterlegt ein Zahlungsmittel (Kreditkarte oder Paypal). Dann könnt Ihr loslegen und Eure ersten Facebook-Ads designen und schalten. Dafür stehen Euch unterschiedliche Anzeigen-Typen zur Auswahl.

2. Marketingziel auswählen und Kampagne anlegen:

Facebook Ads AnleitungFacebook bietet Euch verschiedene Ziele an. So könnt Ihr ein Video bewerben, um mehr Views zu generieren, oder einen bereits veröffentlichten Post hervorheben, um mehr Likes und Kommentare zu bekommen. Je nachdem, für welches Werbeziel Ihr Euch entscheidet, spielt Facebook die Anzeige Personen aus, von denen es zu wissen glaubt, dass sie zum Beispiel gerne Videos ansehen oder Apps herunterladen. Wenn Ihr Euch für ein Marketingziel entschieden habt, gebt Ihr der Kampagne am besten einen einzigartigen Namen. Gerade, wenn Ihr mehrere Anzeigen schalten wollt, findet Ihr so die verschiedenen Kampagnen besser wieder. Bei einer großen Anzahl von Facebook-Ads kann sich auch das Benennen anhand von Zeitspannen (zum Beispiel Januar 2017, Q1 2017 etc.) lohnen. Für die Veranschaulichung dieses Guides habe ich mal eine Anzeige zur Generierung von neuen Fans für unsere Fanpage geschaltet.

3. Zielgruppe definieren:

Facebook Ads AnleitungSolltet Ihr mehr als eine Fanpage betreuen, müsst Ihr zunächst auswählen, für welche Fanpage die Anzeige geschaltet werden soll. Anschließend gibt Facebook Euch die Möglichkeit, Eure Zielgruppe auszuwählen. Für meine Kampagne habe ich ganz Deutschland ausgewählt. Man kann die Kampagne aber auch auf Bundesländer, Städte, Postleitzahlenbereiche oder Umkreise (ab 1 km) um eine bestimmte Adresse herum targeten. Wenn Ihr also zum Beispiel eine lokale Dienstleistung anbietet, könnt Ihr so Kunden in Eurer direkten Umgebung ansprechen. Genauso lassen sich diese Gebiete aus dem Targeting ausschließen. Außerdem lassen sich Alter und Geschlecht einschränken. Wie Ihr seht, möchte ich meine Anzeige Frauen jeden Alters anzeigen lassen. Wir freuen uns natürlich auch über unsere männlichen Leser. Aber zur Veranschaulichung wollte ich zumindest eine Einschränkung an dieser Stelle vornehmen 😉

4. Interessen-Targeting:

Facebook Ads AnleitungDoch mit den oberflächlichen demographischen Angaben sind wir natürlich noch nicht am Ende unserer Zielgruppenauswahl angelangt. Das Besondere an Facebook-Werbung ist, wie granular man die zu erreichenden Personen auswählen kann. So könnt Ihr Facebook-User mit bestimmten Interessen targeten oder auch Personen, die bestimmte Angaben zu Beruf oder Umfeld gemacht haben. Beispielsweise kann ich gezielt Eltern von jungen Kindern ansprechen, BMW-Fahrer oder Personen, die innerhalb der nächsten sechs Monate Geburtstag haben. (Wenn Euch das ein bisschen unheimlich ist, kann ich das gut verstehen. Privat solltet Ihr Euch gut überlegen, welche Informationen Ihr auf Facebook preisgeben wollt. Nicht nur durch offizielle Einstellungen wie die Eingabe Eures Geburtstags, auch durch Seiten die Ihr Liked u.ä. zieht Facebook Rückschlüsse auf Euch als Person und Werbeziel). Für unser Beispiel habe ich Freelancer und Selbstständige als Zielgruppe ausgewählt sowie all die Personen, die sich für diese Themen interessieren. Am besten Tippt Ihr einen Begriff, von dem Ihr glaubt, dass er als Targeting-Option funktionieren könnte (ich habe mit „Selbstständigkeit“ angefangen) ins Eingabefeld. Facebook schlägt Euch dann alle ähnlichen Begriffe vor und zeigt sogar themenverwandte Auswahlmöglichkeiten auf.

Außerdem habt Ihr an dieser Stelle die Möglichkeit, Verbindungen zu Euch ein- oder auszuschließen. Für unsere Kampagne habe ich natürlich alle Personen ausgeschlossen, denen unsere Seite bereits gefällt. Ihr könnt hier aber zum Beispiel auch auswählen, dass Facebook die Freunde Eurer bestehenden Fans mit der Anzeige ansprechen soll. Durch den Social Proof („Ach, meinem Freund gefällt das ja schon!“) kann Eure Werbung so an Effektivität gewinnen.

5. Platzierung der Facebook-Werbung:

Facebook Ads AnleitungIhr könnt Euch aussuchen, wo Eure Anzeigen geschaltet werden sollen. Da es sich bei der von mir geschalteten Facebook-Werbung um eine Kampagne für mehr Fanpage-Likes handelt, ist die Platzierung auf Instagram automatisch deaktiviert (siehe rechts). Ansonsten könnt Ihr hier aber auswählen, ob Eure Anzeige auch auf Instagram geschaltet werden soll oder nicht. Des Weiteren steht es Euch frei, Eure Anzeige auf einen Gerätetyp (Desktop oder Mobile) zu beschränken sowie die Platzierung auf Facebook einzuschränken. Ich persönlich deaktiviere zum Beispiel immer die Schaltung in der rechten Spalte. Anzeigen im Newsfeed wirken ansprechender und organischer. Aber am Besten probiert Ihr selbst aus, was für Euch funktioniert.

6. Budget und Zeitplan

Facebook Ads AnleitungDie Kosten halten sich bei Facebook-Werbung tatsächlich im Rahmen. Für unseren neuen Fan haben wir 90 Cent bezahlt. Post-Engagements und Website-Klicks kann man bei guten Inhalten schon für unter 10 Cent bekommen. Ob es Euch das Wert ist, müsst Ihr natürlich selbst wissen. Generell lassen sich zwei Budget-Arten unterscheiden: Laufzeitbudgets und Tagesbudgets. Bei Laufzeitbudgets legt Ihr eine bestimmte Summe fest und Facebook schaltet so lange Anzeigen, bis dieses Budget aufgebraucht ist. Dabei richtet sich der Algorithmus nach Eurer angegebenen Laufzeit, es kann aber sein, dass Ihr an einem Tag mehr oder weniger bezahlt als an einem anderen. Beim Tagesbudget gibt Facebook jeden Tag den festgelegten Betrag aus. Hierbei empfehle ich daher ganz dringend, die Anzeige nicht (wie von Facebook voreingestellt) fortlaufend zu schalten, sondern ein Enddatum festzulegen. Verlängern könnt Ihr bei Interesse immer noch. Aber so lauft Ihr nicht Gefahr, das Abschalten zu vergessen und unerwartete Kosten zu verursachen.

Außerdem könnt Ihr an dieser Stelle wählen, ob Euer Budget nach Impressionen abgerechnet werden soll (wie ein klassischer TKP) oder ob Ihr bei Eintreten Eures Marketingziels bezahlen wollt. Und – noch eine spannende Option – Ihr könnt einstellen, ob Eure Anzeige nur zu bestimmten Zeiten ausgespielt werden soll. So könntet Ihr zum Beispiel Eure Anzeige parallel zu einer Fernsehsendung schalten. Oder Personen gezielt in der Mittagspause ansprechen. Genauso lassen sich so natürlich für Euch uninteressante Zeiten ausschalten.

7. Werbeanzeige für ein gutes Reporting benennen:

Facebook Ads AnleitungDa Ihr innerhalb einer Kampagne mehrere Anzeigen schalten könnt, empfehle ich Euch, Eurer Werbung auch hier noch einmal einen einzigartigen Namen zu geben, der sie von anderen Anzeigen unterscheidet und Euch auf den ersten Blick wissen lässt, um welche es sich handelt. Zum Beispiel empfiehlt sich das schalten der gleichen Anzeige auf unterschiedliche Zielgruppen, um zu testen, welche am besten auf die Werbung reagiert. In einem solchen Fall sollten die verschiedenen Zielgruppen hier unterscheidbar benannt werden.

8. Werbeanzeige gestalten:

Facebook Ads AnleitungErst jetzt beginnt Ihr den Look Eurer Anzeige zu bearbeiten. Facebook bietet hierfür unterschiedliche Formate: neben der Darstellung eines einfachen Bildes zum Beispiel auch eine Slideshow mit bis zu zehn Bildern. Bewerbt Ihr einen bestehenden Beitrag, kann die etwaige Grafik verschiedene Maße haben. Bei anderen Anzeigen-Formaten wählt Facebook automatisch die Darstellung im Querformat (empfohlen sind 1.200 x 628 Pixel). Achtung ist geboten, wenn Ihr Text im Bild verwenden wollt. Handelt es sich um ein Abbild eines Gegenstands, der Text enthält, zum Beispiel eines Buchs oder einer Verpackung, ist das kein Problem. Wird jedoch werbender Text zusätzlich eingefügt (Logo, Slogan, Preis etc.) so darf dieser nicht mehr als 20% der Bildfläche einnehmen. Sonst behält Facebook sich vor, die Anzeige nur eingeschränkt oder sogar überhaupt nicht zu schalten. Vermutet Facebook zu viel Text im Bild, erscheint eine Warnung im Bild (siehe Screenshot rechts). Der Screenshot unserer Website fällt zum Beispiel unter die Ausnahmeregelung von Facebook und konnte daher als Anzeigenmotiv genutzt werden.

9. Anzeigentext bearbeiten:

Facebook Ads AnleitungBei unserer Fan-Werbung kann lediglich der Anzeigentext geändert werden. Aber bei den anderen Anzeigenformaten lassen sich durch Klick auf „Erweiterte Optionen anzeigen“ auch andere Textinhalte der Facebook-Werbung verändern. Außerdem kann man zum Beispiel bei Anzeigen, die das Marketingziel „Webseitenklicks“ haben, den Button verändern. So kann hier „Mehr dazu“, „Jetzt kaufen“ etc. ausgewählt werden.

10. Anzeigen-Performance beobachten:

Facebook Ads AnleitungNatürlich solltet Ihr Eure Anzeigen immer im Blick behalten. Besonders, wenn Ihr ein A/B-Testing macht (also die Performance ähnlicher Anzeigen gegeneinander teste), solltet Ihr genau beobachten, welche Werbung bessere Ergebnisse erzielt. Wenn Ihr häufiger Facebook-Ads schaltet, werdet Ihr sehen, dass Ihr schnell erkennt, ob eine Anzeige gut performt oder nicht. Wenn eine bestimmte „Webseitenklick“-Anzeige überdurchschnittlich teuer ist, solltet Ihr sofort reagieren und sie anpassen oder ganz ausschalten.

Bei unserer Anzeige haben wir zum Beispiel innerhalb von zwei Stunden einen neuen Fan generiert. Im Werbeanzeigenmanager kann ich außerdem sehen, dass meine Anzeige insgesamt 9 Personen angezeigt wurde, von denen eine das Marketingziel erfüllt und unsere Seite geliked hat. Kein Ahnung, was mit den anderen acht Ladies nicht stimmt 😉 Dieser Like hat uns 90 Cent gekostet. Ich habe hier außerdem die Möglichkeit, mir Informationen zur Demografie der erreichten User anzeigen zu lassen sowie zu Performance der verschiedenen Platzierungen. In meinem Fall war die stärkste Altersgruppe zum Beispiel die 25-34 Jährigen (weil 100% unseres neuen Likes in dieser Gruppe liegen). Außerdem kamen alle neuen Likes (also der eine) von einem Mobilgerät. In diesem Fall sind das natürlich wenig aussagekräftige Zahlen. Aber hätte ich eine größere Datenmenge, könnte ich diese Informationen nutzen, um mein Targeting zu verfeinern und meine Anzeige zum Beispiel nur noch Frauen zwischen 25 und 34 auszuspielen. Seht Euch die Ergebnisse also unbedingt auch an, um Learnings für Eure zukünftigen Kampagnen daraus zu ziehen.

Noch Fragen? Hier findet Ihr mehr Informationen auf Facebook. Oder postet uns Eure Anliegen in die Kommentare, dann helfen wir auch gerne spontan weiter.

Wir wünschen Euch viel Spaß und Erfolg 🙂

© Beitragsbild: kaboompics

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