Britta Hake ist Coach und Wegbereiter für Mütter und berufstätige Eltern. Ihr ist es ein großes Anliegen die Mütter in all ihren Rollen zu stärken und selbstbewusster zu machen. Hierzu gehört auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu hinterfragen und nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Wie aufreibend die Doppelbelastung sein kann, hat Britta selber viele Jahre erlebt.

„Dein zweites Leben beginnt dann, wenn du realisierst, dass du nur ein Leben hast.“

Dieser Spruch hat mich irgendwie berührt und dennoch ist es nur eine der vielen Weisheiten, die man so tagtäglich in den Social-Media-Kanälen im Vorbeirauschen aufschnappt.

Ich war bis vor kurzem immer sehr kreativ im Schönreden meiner beruflichen Situation: habe eigentlich ein glückliches Leben, tolle Familie, super Freunde und einen Teilzeitjob, der sich mit meinem Familienleben vereinbaren lässt… montags frei – wie toll ist das denn bitteschön? … arbeiten von 11 bis 16 Uhr. Allerdings wunderte mich immer wieder, welchen negativen Einfluss der Job auf mein Leben hat. Zwischenmenschliche Spannungen und eine Aufgabe, die zwar „ok“ ist, mich jedoch nicht erfüllt, haben meinen Alltag ganz schön dominiert.

Als es immer schlimmer wurde, ging ich zu einem Coaching und hatte bereits nach einer Stunde die unglaubliche Erkenntnis, dass ich nicht alles aushalten muss, sondern es doch selbst entscheiden kann diesen Job weiterzumachen oder einfach zu kündigen. Dies hatte ich mit meinem großen Bedürfnis nach Sicherheit noch gar nicht in Erwägung gezogen, sondern stur daran festgehalten, es irgendwie auszuhalten und auf Besserung zu hoffen… wo immer die auch herkommen sollte!

Dies war der Wendepunkt in meinem Berufsleben: ich war ab jetzt auf der Suche nach meiner Berufung! Wenn nicht jetzt, wann dann? Schließlich liegen noch ungefähr 20 Arbeitsjahre vor mir. Meine Erfahrungen, die ich damit gemacht habe, möchte ich hier nun mit Euch teilen und Euch animieren Euer Ding zu machen und den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

 

Nehmt Euch Zeit herauszufinden, was Euch wirklich wichtig ist im Leben

Liebe Mütter, wenn es Euch ähnlich geht wie mir, gebt Euch nicht zufrieden mit einem „OK“-Teilzeitjob. Lasst Euer Wissen und die vielen Fähigkeiten, die Ihr habt, nicht einfach brach liegen. Hört auf dankbar dafür zu sein, dass Euch überhaupt jemand als Mutter beschäftigt. Geht auf die Suche und findet Eure Berufung. Macht Euch selbständig damit und tut das, was Ihr liebt, das setzt so viele Energien frei und hat positive Auswirkungen auf Euer gesamtes Leben.

Ja aber… wir kritisieren meistens schon, bevor eine gute Idee überhaupt entstehen kann. Deshalb: geht das ganze strukturiert an. Plant im ersten Step einen festen Termin pro Woche ein, an dem Ihr Euch mit Eurer beruflichen Situation auseinandersetzt und darum kümmert Eure Berufung zu finden. Je mehr Ihr Euch darauf fokussiert, desto eher wird dies auch gelingen. Plant realistisch machbare Zeiten, damit das Unterfangen nicht gleich am Anfang scheitert.

 

Fangt an zu träumen

Je älter wir werden, desto schwerer fällt uns das Träumen. Als Kind funktioniert das noch sehr gut, wir können alles werden und alles machen. Über die Jahre schleicht sich immer schneller unser innerer Kritiker mit seinem „ja aber“ in unsere Träume ein.

Fangt wieder an zu träumen, nehmt Euch Zeit dafür. Alles ist erlaubt, alles ist möglich! Malt Euch Eure Zukunft in allen Facetten aus – so, wie Ihr es gern hättet – ohne Wenn und Aber. Genießt mit all Euren Sinnen das Bild, das vor Eurem inneren Auge entsteht und schmückt es immer weiter aus. Stellt Euch dabei auch folgende Fragen:

  • Wie lebt Ihr und welche Menschen sind Euch wichtig?
  • Wie sieht Euer Arbeitsplatz und wie Eure Arbeit aus?
  • Wie erfüllt sie Eure Werte und Bedürfnisse?
  • Was sind Eure Aufgaben?
  • Mit wem arbeitet Ihr zusammen?
  • Wie seht Ihr Euch selbst?
  • Was möchtet Ihr zur Gesellschaft beitragen?
  • Wenn Ihr am Ende Eures Arbeitslebens steht: was möchtet Ihr dann von Euch sagen können?

Träumt am besten jeden Abend nur wenige Minuten vor dem Einschlafen. Euer Gehirn fokussiert sich dann immer mehr auf die positiven Gedanken und Ihr kommt der Realisierung Eures Traums jeden Tag ein Stückchen näher.

Plant nun die ersten Schritte zur Umsetzung Eures Traums und gebt Eurem wohlwollenden inneren Kritiker Gehör, aber nicht die alleinige Entscheidungsmacht.

 

Verlasst Eure Komfortzone und ermöglicht damit Veränderungen

Probiert Dinge aus, bildet Euch weiter, seid offen für Neues – nur wer seine Komfortzone verlässt hat die Chance auf Veränderungen. Wenn Ihr überlegt Euch selbständig zu machen und nicht allein für das Familieneinkommen verantwortlich seid, probiert es einfach aus. Einen „OK“-Teilzeitjob findet Ihr immer wieder, sollte Euer Vorhaben nicht aufgehen.

Wenn Ihr überzeugt seid von Eurer Idee, fokussiert Euch nicht darauf, OB Ihr es umsetzen könnt, sondern WIE Ihr es umsetzen könnt. Streicht das OB aus Eurem Gedächtnis. Schaut auf das, was Ihr bereits geschafft habt und klopft Euch dafür gern einmal selber auf die Schulter, auch bei vermeintlich kleinen Erfolgen. Das hat große Auswirkungen auf Euer Denken und Handeln und führt Euch immer ein Stückchen näher zu Eurem Ziel.

Mein zweites Leben hat jetzt begonnen und ich bin unglaublich dankbar dafür, dass ich es geschafft habe mich selbständig zu machen und das zu tun, was mir am Herzen liegt. Ich werde alles dafür tun, dass es so bleibt!

© Beitragsbild: Unsplash | Nathan Dumlao

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