Jessika Fichtel ist studierte Journalistin. Seit Juni 2015 arbeitet sie unter dem „Decknamen“ JF Texte als freiberufliche Autorin und Texterin. Ihre thematischen Schwerpunkte sind digitaler Lifestyle, Karriere und Outdoor. Außerdem schreibt Jessika gerade an ihrem Erstlingsroman und auf ihrem Blog Feels like Erfurt. In ihrer Freizeit sucht sie gern den Ausgleich in der Natur und im Kreis ihrer Familie.

Wenn ich meinen Gesprächspartnern erzähle, dass ich im Home Office arbeite, ernte ich dafür meist neidische Reaktionen. Es scheint nur wenige Millisekunden zu dauern, bis in den Köpfen der meisten das Bild einer Texterin im Schlafanzug und mit Wuschelfrisur erscheint.

Von „Geil, da musst Du Dich ja nicht mal anziehen!“ bis „Boah, wie schaffst Du es denn da, konzentriert zu arbeiten?“ ist meist jede Reaktion dabei. Eines gleich vorweg: Ich liebe meine Arbeit im Home Office. Ich stelle aber auch immer wieder fest, dass sie herausfordernd ist.

Da wäre zum einen die Sache mit der Konzentration und zum anderen die soziale Isolation. Nicht zuletzt beschäftigt mich aktuell auch das Thema Gesundheit stark. Denn letztendlich habe auch ich einen ganz normalen Bürojob, der ziemlich auf die Wirbelsäule gehen kann.

Wie ich diese drei Herausforderungen meistere, will ich euch in diesem Beitrag erzählen.

Herausforderung #1: (mangelnde) Konzentration

Anders als es in der Regel empfohlen wird, befindet sich mein Büro nicht in einem abgegrenzten Raum. Ich arbeite im Wohnzimmer – also mitten in meinem privaten Umfeld. Um mich herum: Eine Ablenkungsfalle nach der anderen.

Es gibt Tage, an denen mich das überhaupt nicht stört und ich trotzdem fokussiert und produktiv arbeiten kann. Dann sind da aber auch diese Momente, in denen scheinbar jeder umfallende Sack Reis interessanter ist als der Text, an dem ich gerade sitze.

Um meine Konzentration dann trotzdem wieder auf die Arbeit zu lenken, lege ich gern eine Pause ein. Klingt vielleicht widersprüchlich, wirkt aber wahre Wunder.

Denn wenn der Geist gerade rebelliert, bringt es recht wenig, ihn zu seinem Glück zu zwingen. Statt mit aller Gewalt weiterzuschreiben, öffne ich die Balkontür, trete heraus und atme zwei-, dreimal tief ein und aus.

Was mich überhaupt nicht „back to buisness“ bringt, ist ein Ausflug in die sozialen Netzwerke. Dieser hat meist nur die Folge, dass ich die Zeit vollkommen vergesse, minutenlang unproduktiv bin und sinnloses Zeug konsumiere. Hinterher geht es mir auf keinen Fall besser (eher noch schlechter).

Herausforderung #2: soziale Isolation

Ich habe erst vor kurzem mit einer befreundeten Freiberuflerin darüber gesprochen, dass Home Office einsam macht. Obwohl man in seiner gewohnten und auch geliebten Umgebung arbeitet, kann einem die soziale Isolation auf Dauer zusetzen.

Ich denke, dass dieses Problem keinesfalls unterschätzt werden sollte. Um dem Eremitentum zu entfliehen, gibt es zum Glück mehrere ziemlich einfache Tricks.

So hilft es mir beispielsweise, hin und wieder in einem Café (Stichwort #Coffice) zu arbeiten. Auch Kundentermine und Treffen mit Interview-Partner sind ein zuverlässiger Weg raus aus der sozialen Isolation.

Ab 2017 will ich außerdem mal CoWorking ausprobieren. Davon hört man ja nur Gutes 😉

Herausforderung #3: Gesundheit

Auch wenn ich nun Gefahr laufe, wie eine Mutti zu klingen: Achtet auch im Home Office immer auf Eure Gesundheit. Hier gibt es keinen Chef, der auf diverse Richtlinien verweist oder Kollegen, die Euch auf Eure krumme Haltung aufmerksam machen.

Ihr allein seid für Euch und Eure Gesundheit verantwortlich.

Da ich häufig unter Schulter-, Nacken- und Rückenschmerzen leide, beschäftigt mich das Thema Gesundheit besonders stark. Ich probiere mich gern durch verschiedene Möglichkeiten, um letztendlich die für mich perfekte Lösung zu finden.

So mache ich seit dem Sommer beispielsweise in unregelmäßigen Abständen Yoga – entweder für den ganzen Körper oder speziell für die Rückenpartie. Auf Youtube bin ich über ein paar sehr coole Videos gestolpert. Diese zeigen Übungen, die sogar im Sitzen (also am Schreibtisch) gemacht werden können – ideal für eine kleine Gesundheitspause und zur Lockerung akuter Verspannungen.

Weiterhin habe ich festgestellt, dass es mir hilft, gelegentlich im Stehen zu arbeiten. Klingt im ersten Moment vielleicht merkwürdig, ist aber absolut logisch. Der menschliche Körper ist nicht dafür gemacht, den größten Teil des Tages zu sitzen. Er will aufrecht stehen und sich bewegen. Also hoch mit euch!

Glücklicherweise ist es ziemlich einfach, seinen Schreibtisch im Home Office in einen Steharbeitsplatz zu verwandeln. Für meinen ersten Probelauf habe ich einfach eine Yogamatte (für den weichen Untergrund), einen großen Karton (für den Laptop) und einen kleinen Karton (für die Maus) genutzt.

Hat mich ganze Null Euro gekostet und war in einer Minute einsatzbereit.

Für die Zukunft wünsche ich mir trotzdem eine etwas professionellere Lösung. Meine Recherchen haben ergeben, dass es verschiedene „Aufsätze“ aus Pappe gibt, die den Arbeitsplatz erhöhen und bei Nicht-Einsatz zusammengefaltet und platzsparend verstaut werden können.

Zusatz-Tipp

Mein letzter Tipp richtet sich an all jene unter Euch, die Ihre Mittagspause gern am Schreibtisch verbringen. Nebenbei die Stulle oder den Salat runter schlingen und dabei keine Sekunde verschnaufen und abschalten ist weder produktiv noch förderlich für die Gesundheit.

Ich kann nur jeder von Euch raten, täglich mindestens eine halbe Stunde Pause zu machen – und zwar richtig! Abseits vom Schreibtisch, entspannt und losgelöst.

Wenn es das Wetter hergibt, könnt Ihr auch einen kurzen Spaziergang machen oder den Einkauf erledigen. Genießt die Freiräume, die Euch die Selbstständigkeit und das Home Office bieten und tut dabei Eurer Gesundheit einen Gefallen.

© Beitragsbild: Pexels.com

3 Kommentare
  1. Bettina Sturm sagt:

    Ups, den Zusatz-Tipp nehme ich mir für 2017 zu Herzen. Zu oft sitze ich mit dem Mittagessen vorm Laptop. Noch mal schnell Emails checken, gucken, was sich in der Facebook-Timeline getan hat… In 2017 will ich mir mittags eine Kleinigkeit kochen, dann in Ruhe essen und noch ein Kapitel in einem Buch lesen. Ja, das Abschalten ist wichtig! Und Wertschätzung für uns selbst!

  2. Lina sagt:

    Probier mal Aerial Yoga! Die Übungen sind perfekt, um mal die Perspektive zu wechseln und sich richtig zu dehnen und auszuhängen 🙂 Es ist super entspannend und auch gut für nen klaren Kopf!

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