Der Siegeszug des Podcast

Selbstmarketing | 0 Kommentare

Ein Beitrag von GastautorIn

28. Februar 2021
Der Siegeszug des Podcast für Unternehmerinnen

Als Filmproduzentin war das Medium Film für mich immer das Nonplusultra. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, heißt es, und natürlich sind bewegte Bilder mit Tonspur, noch viel aussagekräftiger. Warum sollte man also nur eine Tonspur nutzen, wenn man doch Bilder und Grafiken noch gleichzeitig dazu nutzen kann?

So habe ich lange gedacht, bis ich mich dem Siegeszug des Podcasts nicht mehr widersetzen konnte und selber eine Podcast-Reihe gestartet habe. Und siehe da, eine einfache Tonspur ist viel vielschichtiger, als man es zunächst vermutet. Die Gestaltungsmöglichkeiten vielfältiger als gedacht.

Ich habe in meinem Filmstudium noch echte Filmrollen geschnitten und aneinander geklebt und dann den Ton synchron darüber gelegt. Bild vor Ton, auf einem Filmset gibt es eine klare Hierarchie, so habe ich es gelernt.

Nun lerne ich, wie befreiend es sein kann, wenn man die Bildspur einfach weglässt. Befreiend nicht nur für den Arbeitsprozess, sondern auch für den Geist. In einer Filmszene kann man nicht einfach ein Teil aus der Mitte wegschneiden, es entsteht ein sogenannter Anschlussfehler. Der Zuschauer ist irritiert, man sieht sofort, der Protagonist hat die Position auf seltsame Weise geändert. Das ist beim Ton ganz anders.

Man kann eine ganze Stunde herausschneiden und wenn man die Schnitte geschickt aneinander setzt, hört niemand heraus, dass eine ganze Stunde fehlt. Diese grenzenlose Freiheit sich alle Bilder zu dem gehörten selber ersinnen zu können. Der Geist kann zwischen den Wörtern und Geräuschen seiner eigenen Wege gehen und verpasst keine wesentlichen Details.

Es ist eine ganz logische Schlussfolgerung vieler Gegebenheiten, weshalb der Podcast, plötzlich möchte ich sagen, so erfolgreich ist.

In meiner Jugend gab es drei Fernsehprogramme, aus denen man wählen konnte, wenn man denn Fernsehen schauen durfte. Und es gab das Kino, in welches man so ca. alle ein bis zwei Monate mal gehen konnte.

Heute sind wir aber unentwegt von bewegten Bildern umgeben. Das Internet ist ein wichtiger Arbeitsort für viele geworden und kaum eine Webseite lässt sich noch öffnen, ohne das nicht sofort ein Clip anfängt, mir Informationen entgegenzuschmettern.

Das soziale Leben findet zu großen Teilen auf sozialen Netzwerken statt, die alle online sind und von bewegten Bildern nur so überquellen. Unsere Augen brauchten eine Pause und der Podcast macht es möglich.

Zudem kann ich Tonspuren (oder auch zu neudeutsch Audiofiles) seit etwa dem Millennium überall to go konsumieren. Apples iPod steht, wie kein anderes Gerät für diese Entwicklung. Der Walkman und der Discman haben es vorgemacht, aber der iPod hat uns endlich von allen Zwängen (Bandsalat) befreit. So verwundert es nicht, dass der iPod mitverantwortlich für die Namensgebung des Podcasts ist. Der zweite Teil kommt von dem Wort Broadcast, also Ausstrahlen, so entstand das Kofferwort Podcast.

Der entscheidende Schub aber kam von den Streaminganbietern (Spotify, Itunes und Co) in Kombination mit der nächsten Generation des IPods der Smartphones, welche uns immer und überall ermöglichen Podcast zu hören, was immer wir tun, wir können ständig zuhören.

 

Der Siegeszug des Podcast im Business

 

So kannst du Podcast für dich nutzen

Natürlich muss diese Entwicklung auch von uns Marketers genutzt werden. Eine neue Spielwelt, die sich vor einigen Jahren aufgetan hat und nun auch kräftig bespielt wird. Diese Entwicklung bedeutet, dass viele Unternehmen und Einzelkämpfer sich nun die Frage stellen: „Brauche ich einen Podcast?“

Als erklärter Fan des Mediums antworte ich erstmal mit einem klaren Ja und dann schauen wir mal etwas genauer hin.

Ganz grundsätzlich empfehle ich den Kunden bei der Frage, ob ein neues Medium in das Marketing Portfolio mit aufgenommen werden soll, die Ressourcen zu klären. Wenn es Zeit und Know-how (oder Zeit das Know-how zu erlernen) im Unternehmen gibt, ist schon mal eine wichtige Grundlage vorhanden. Dann kommen die nächsten Grundsatzfragen: Was interessiert die Zielgruppe und wo würde die Zielgruppe den Podcast hören? Hier muss man ganz genau hinschauen und die Zielgruppe wirklich kleinteilig definieren, dann kann man mit dem Podcast gute Ergebnisse erzielen.

Aus meiner Sicht ist der Podcast die richtige Wahl, wenn du deinen Kunden Fachinformationen und Hintergrundwissen vermitteln möchtest. Produktplatzierung und Hochglanzwerbung funktionieren rein über die Tonspur selten richtig gut, Ausnahmen bestätigen hier natürlich, wie immer die Regel.

Die gängigste Form bei den Podcasts ist das Interview-Format. Es ist leicht umsetzbar und für Zuhörer ansprechender als ein Monolog. Allerdings ist der Podcastmarkt von dieser Form auch überschwemmt. Ein aufwendig produziertes Audiospektakel, kann sich im Moment noch richtig lohnen. Überrasche deine Kunden und Zuhörer!

Der Einstieg in den Podcast ist recht einfach gemacht, wenn du an diese 4 Dinge denkst:

#1 – Aufnahmegerät
Da reicht grundsätzlich bereits das Mobilphone, die Aufnahmequalität ist recht gut. Aber die Aufnahmeumstände müssen aber perfekt sein, damit das Ergebnis gut ist. Hier könnte ein Upgrade in Form eines Mikrofon (über USB an das Mobilephone anschließen) schon viel bewirken. Nach oben gibt es natürlich keine Grenzen. Meine persönliche Empfehlung ist ein Audiointerface mit 2 – x Mikrofonen, welches an den Rechner angeschlossen wird. Diese sind mittlerweile bereits für ca. 300 € zu erwerben und mit der passenden Aufnahmesoftware (z.B. Protools) lassen sich sehr gute Ergebnisse bei der Aufnahme erzeugen.

#2  – Konzept
Gib deinem Podcast eine klare Struktur. Intro und Outro haben einen Wiedererkennungswert, der Mittelteil hat einen roten Faden, der den Zuhörern eine gute Orientierung gibt. Zu der Konzeptarbeit gehört auch eine Art Redaktionsplan, in dem Arbeitsabläufe und das Bewerben des Podcast geplant sind.

#3 – Host
Du kannst deinen Podcast auf deiner Webseite als Audiofile hinterlegen oder auf Youtube hochladen. Empfehlenswert ist es, den Podcast auf einem Host hochzuladen (bspw. Podigee, Soundcloud, etc.), denn dieser Host hinterlegt via RSS Feed deinen Podcast auch auf den Streamingdiensten (dafür jeweils einen Account als Podcastproduzent bei Spotify und Co hinterlegen). So kannst du deine Kunden sie immer und überall finden.

#4 – Streuen
Ein neuer Podcast muss den Zuhörern/Kunden erstmal vorgestellt werden. Hier brauchst du eine Strategie, wo und wie du deine Podcast überall präsentierst (Stichwort Redaktionsplan).

Mein Tipp: Als allerersten Schritt rate ich dir Podcast anzuhören und dir einen Überblick zu verschaffen, was die Podcast-Welt zu bieten hat. Finde heraus, was dir gefällt. Das erleichtert den ersten Schritt zur eigenen Produktion.

Mittlerweile ist bei uns in Deutschland das soziale Netzwerk Clubhouse angekommen, welches rein über Audio funktioniert. Ich bin sehr gespannt, was dieses Netzwerk mit unseren Hörgewohnheiten macht.

Sollte ich bei dir Interesse an dem Medium Podcast geweckt haben, wünsche ich viel Erfolg beim Produktionsstart. Melde dich gerne bei auftauchenden Fragen und Schwierigkeiten.

Viktoria Peveling ist Kommunikationsexpertin. Sie berät Ihre Kunden bei der Wahl und dem Einsatz von Kommunikationsmedien für die interne und die externe Unternehmenskommunikation. Gestartet ist sie nach ihrem Studium der Filmproduktion mit ihrer Agentur Lifetimefilms. Seit zwei Jahren berät sie Unternehmen in der Optimierung der internen Kommunikation unter dem Label ppkomm.

Viktoria Peveloing

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