Is it save enough to try? – So profitiert dein Business von agilen Methoden

Business | 0 Kommentare

Ein Beitrag von GastautorIn

17. August 2021
Agile Methoden für dein Business

Viele denken, sie müssten zuerst das perfekte Produkt oder Service haben, bevor sie damit auf den Markt gehen können. Warum das Gegenteil der Fall ist und mit welchen Methoden aus der Innovationsentwicklung du dein Business rasch und sicher vorwärtsbringst, erfährst du in diesem Artikel.

Vielleicht hast du das schon einmal erlebt: Du tüftelst monatelang an einem Produkt, du feilst und verbesserst und bastelst so lange daran herum, bis du dich endlich traust, es deinen potenziellen Kund*innen zu präsentieren. Aber eigentlich, im tiefsten Inneren, möchtest du es ihnen gar nicht zeigen, denn deine Angst davor, dass sie es nicht mögen, ist riesengroß. Weil du so lange daran gearbeitet hast und sich dieses Projekt wie dein „Baby“ anfühlt, ist jede Kritik daran wie ein Stich ins Herz.

Früher habe ich genauso agiert – es war ein ständiges emotionales und wirtschaftliches Auf und Ab. Eine Katastrophe, ehrlich gesagt. Bis ich gelernt habe, agile Ansätze aus dem Design Thinking auf mein eigenes Business zu übertragen. Und seitdem schaut alles anders aus.

Wieso du von agilen Methoden profitierst

Was den agilen Ansatz so stark von „traditionellen“ Produktentwicklungsmethoden unterscheidet, ist der Zugang, dein Angebot anhand der tatsächlichen Kundenbedürfnisse zu entwickeln und nicht umgekehrt zuerst das Produkt zu entwickeln und danach zu schauen, wer das überhaupt brauchen kann.

Das setzt voraus, dass du mit deinen potenziellen und bereits vorhandenen Kund*innen in Kontakt bist. Und genau das macht es auch so wunderschön, finde ich. Denn dadurch änderst du den Fokus von dir hin zur Kundenseite und dieser Switch ändert alles. Du überlegst dann nicht mehr, wie du dein Produkt am besten „anbringst“, sondern du überlegst dir, wie dein Produkt am besten von Nutzen sein kann. Und dadurch fällt auch automatisch dieser Marketing- und Verkaufen-müssen-Stress weg. Weil du weißt, dass dein Service einen großen Nutzwert bringt. Und diesen hast du dir nicht selbst zusammenphantasiert, sondern deine Kund*innen haben es dir gesagt.

Ein weiterer Vorteil für dich: Weil du dein Angebot nach den Bedürfnissen deiner Zielgruppe entworfen hast, fällt deine starke persönliche Identifizierung mit deinem Produkt weg. Es ist jetzt nicht mehr dein „Baby“, sondern es ist dein Dienst an deinen Kund*innen. Und dadurch lässt du sehr viel emotionalen Stress und Druck los. Das hilft dir dabei, flexibel und offen für neue, innovative Ideen und Wege zu sein. Und dadurch bekommt dein Business eine ganz neue Leichtigkeit und Dynamik.

Wie du dabei vorgehst

Es gibt 2 wichtige Voraussetzungen, damit dieser Zugang funktioniert:

1) Kenne die Bedürfnisse deiner Zielgruppe
Rede mit deinen Kund*innen. Frag sie nach ihren Herausforderungen und nach ihren Problemen. Finde heraus, was ihnen wichtig ist – was ihre Ziele und Träume sind. Interessiere dich für ihren Alltag und ihre Routinen. Lerne sie so gut wie möglich kennen.

Achtung, das wird oft falsch verstanden: Frag sie NICHT nach der Lösung! Frag sie NICHT danach, wie dein Produkt aussehen soll. Denn das können sie dir nicht sagen. Henry Ford (oder jemand anders) hat gesagt: „Wenn ich meine Kund*innen gefragt hätte, was sie wollen, dann hätten sie gesagt: schnellere Pferde.“

Siehst du den Unterschied? Wenn du deine Kund*innen nach ihren Bedürfnissen fragst, machst du den Möglichkeitsraum weit auf und wenn du sie nach Lösungen fragst, engst du den Fokus ein.

2) Binde deine Zielgruppe in die Produktentwicklung ein
Die Einbindung deiner Zielgruppe bedeutet, dass du sie im gesamten Entwicklungszyklus immer wieder um Feedback bittest. Am besten, du zeigst ihnen bereits erste Ideen und noch unfertige Services. Dadurch verringerst du die Gefahr, dass du dein Angebot an ihren Bedürfnissen vorbei entwickelst und du siehst sofort, ob deine Ideen zielführend sind oder nicht.

Eine Frage, die dich in diesem Prozess unterstützt: „Is it save enough to try?“
Sicher genug ist es dann, wenn dein Angebot bereits so weit entwickelt ist, dass sich jemand etwas darunter vorstellen kann und sich aber gleichzeitig in so einem frühen Stadium befindet, dass du noch sehr leicht Anpassungen und Richtungswechsel vornehmen kannst.

Und diese Feedbackschleifen baust du immer wieder ein – auch dann noch, wenn dein Service „fertig“ ist. Es gibt nichts Wertvolleres für dein Unternehmen als Kundenfeedback!

Was mögliche Hürden sein können

Du lässt keine Fehler zu
Sehr viele Menschen – vor allem unter Frauen ist das weit verbreitet – haben Angst vorm Scheitern. Dahinter liegt ein Perfektionismus-Drang und das Bedürfnis immer alles richtig zu machen. Mit diesem Anspruch kommst du hier aber nicht weiter, ganz im Gegenteil, damit verhinderst du alles. Denn hier geht es darum, Fehler zu machen – es geht um schnelles Rausgehen und Ausprobieren und Testen und Lernen. Und das ist nichts weniger als ein immer wiederkehrendes Scheitern und Fehler zulassen. Mehr noch: Es geht darum, dich über Fehler zu freuen, denn das bedeutet, dass du lernst und besser wirst. Im Prinzip besteht dein Weg zur Lösung aus einem ständigen Scheitern und Anpassen …

Du hast Angst vor Kritik
Die wenigsten von uns haben gelernt, konstruktiv mit Kritik umzugehen und Feedback nicht persönlich zu nehmen. Das macht es natürlich nicht einfacher mit dem „Save enough to try“-Ansatz rauszugehen.

Aber: Feedback sagt immer etwas über die Bedürfnisse und Wünsche deines Gegenübers aus und NIE etwas über dich. Und was deine Zielgruppe braucht, willst du ja herausfinden. Es gibt also nichts Besseres für dich als Kritik zu deinem Angebot!
Entscheide dich dabei immer ganz bewusst: Ist diese Rückmeldung hilfreich für die Entwicklung deines Angebotes? Ja oder nein? Und je nachdem, wie deine Antwort ausfällt, nimm es ernst oder ignoriere es einfach.

Du glaubst schon alles zu wissen
Wenn du nicht wirklich offen bist und deine Kund*innen vor allem deshalb befragst, um deine Meinung bestätigt zu bekommen, wirst du nicht viel weiterkommen. Der Grat zwischen offenen Fragen und Suggestivfragen ist sehr schmal und du solltest dir jederzeit klar darüber sein, dass deine eigenen Annahmen und Sichtweisen immer in deine Beobachtung einfließen.

Was hier hilft: Sieh dich als neugierige Forscherin und lege alles ab, was du bereits zu wissen glaubst. Oder: Stelle bewusst eine Hypothese auf und überprüfe anhand deiner Kundengespräche, ob sie sich bestätigt oder nicht.

Und das Allerwichtigste bei alldem: Hab Spaß dabei!

Hast du Fragen dazu oder möchtest du deine Erfahrungen mit mir teilen?
Ich freue mich auf deine Nachricht!

Christine Mark ist Coach und Design Thinking Beraterin und sie begleitet Frauen dabei, sich ihr Berufsleben nach ihren Wünschen zu kreieren. In ihrem Future Lab führt sie ihre Kundinnen step-by-step zu ihrem beruflichen Traumleben – vom Finden ihrer Vision und ihrer Ziele bis hin zur konkreten Planung und Umsetzung.

Christine Mark

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