Kleine Welt, großer Traum„* heißt das Buch von Frederik und Gerrit Braun, in der „die Zwillinge zum ersten Mal ihre ganze Geschichte, den mühsamen Weg zum Welterfolg“ erzählen. Der Titel könnte meines Erachtens für die Visionen vieler Gründungsinteressierter und angehender Selbstständiger stehen. Wobei der Kosmos, in dem wir leben, ganz und gar nicht „mini“ ist. Im Gegenteil. Für die meisten ist er erschreckend groß – und böse. Weshalb sie sich mit ihren Träumen gar nicht erst in die Welt heraus wagen. Angst vor Ablehnung; vorm Versagen.

Das man frau diese nicht zu haben braucht, macht das Buch der Gründer des Miniatur Wunderlandes deutlich – für die, „das, was man gemeinhin mit bürgerlicher Karriere umschreibt“ (S. 85) eh nicht infrage kam. Die beiden Brüder machen Mut und zeigen auf, was passieren kann, wenn man frau an sich und seine ihre Idee glaubt. Und genau das ist es, was sie mit ihrem Werk erreichen wollen: „Und wenn wir den Leuten ein bisschen Spaß geben können und sie vielleicht etwas für ihre Träume aus diesem Buch nehmen könnten, dann kann es funktionieren“. (S. 11)

Was solltet Ihr, neben dem „spannenden Blick hinter die Kulissen“, also aus der Veröffentlichung von Frederik und Gerrit mitnehmen? Diese drei Dinge:

1. Probiert aus.

Niemand weiß, was er kann, bevor er’s versucht. – Publilius Syrus

Gerrit verrät: „Ich habe beobachtet, probiert, verworfen„. (S. 36) Das solltet Ihr auch tun. Sicher, gegen eine gute Planung, wie zum Beispiel einen soliden Businessplan, ist nichts einzuwenden, aber vergesst darüber nicht, anzufangen. Träumt nicht nur, macht. Ihr spielt mit dem Gedanken ein Café zu eröffnen? Dann tauscht Euch mit einer Gründerin über ihre Erfahrungen aus. Arbeitet für einen Monat in ihrer Lokalität. Schaut Euch selbst freie Objekte an. Sprecht mit der Bank über eine mögliche Finanzierung. Ihr wollt vegane Kontaktlinsen auf den Markt bringen? Dann setzt Euch mit Zulieferern von geeignetem Material in Kontakt. Baut Prototypen. Recherchiert Unternehmen, die ohne Tierversuche auskommen, um Eure fertigen Produkte zu testen. „Die Gefahr beim autodidaktischen Rumbosseln ist natürlich, dass man monatelang über Lösungen brütet, die es anderswo schon gibt. (…) Dennoch hat sich für mich der Umweg gelohnt. Denn was ich dabei gelernt habe, fließt wieder in andere Projekte ein, es stärkt das eigene Selbstvertrauen und macht auch einfach Spaß„, so Gerrit. (S. 45)

2. Denkt positiv.

Was Du zu müssen glaubst, ist das, was Du willst. – Marie von Ebner-Eschenbach

„(…) natürlich kann so ein Projekt schiefgehen, aber wenn man schon vorher alles zergrübelt und zerdenkt, dann geht es definitiv schief, und was hat man dann gewonnen?“ (S. 150). Richtig, nichts. Ihr werdet auf Eurem Weg genug äußeren Kritikern begegnen, da müsst Ihr Euch, Eure Idee und Euren Enthusiasmus nicht selbst kaputt machen. Hand aufs Herz, wer von Euch hätte geglaubt, dass man mit einer Modelleisenbahn erfolgreich sein kann? Seht ihr. „Am Ende ist es immer am besten, wenn man auf sein Herz, sein Bauchgefühl oder wie auch immer man es nennen mag, hört. Und wenn es dann mal Gegenwind gibt – dann hält man das aus“. (S. 208)

3. Vertraut anderen – und Euch selbst.

Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt. – Francois Truffaut

Um Euch dieses Punkt näher zu bringen, erzähle ich Euch eine Begebenheit aus meinem Leben – bevor ich zur Sichtweise der Gebrüder Braun komme. Ich war auf einer Gründerveranstaltung in Berlin und kam mit einer Frau ins Gespräch. The End – hier endet die Geschichte auch schon, weil sie mir nach unserer Vorstellung nichts mehr zu erzählen hatte. Das Einzige, was ich von ihr erfuhr, waren ihr Name und das sie sich selbstständig machen möchte. Womit, weiß ich bis heute nicht. Aus Angst jemand, in diesem Fall ich, könnte ihr die Ideen klauen, hielt sie mit ihr hinter dem Berg. Ganz anders die Gründer des Miniatur Wunderlandes. Sie erzählen frei heraus, dass sie demnächst einen Hafen und eine Formel-1-Strecke planen. „Die Konkurrenz hat mir noch nie Kopfschmerzen bereitet. Weil sie mich am Ende nicht interessiert. (…)“. (S. 38) Hier liegt der Unterschied. Bevor die Modelleisenbahnen in der Hamburger Speicherstadt ihre Runden fuhren, gab es bereits andere Anlagen. Die Idee war nicht neu, aber anders gedacht: „Wenn ich die ganze Zeit immer nach der Konkurrenz schaue, dann ist es nicht mehr meins.“ Macht was draus – und zwar Euer eigenes Ding. Sehr Ihr, was alles passiert, wenn das Universum erst einmal von Eurem Traum weiß. Stichwort: Law of attraction.

Bevor Ihr nun direkt los lauft, Euch „Kleine Welt, großer Traum„* kauft, um weitere kluge Dinge zu lesen, die Frederik und Gerrit in ihrem Buch von sich gegeben haben, noch ein abschließendes Learning – für den Zeitpunkt, wenn man bereits erfolgreich ist: Gebt ab. Aufgaben, meine ich. „Bis vor fünf Jahren hat Frederik noch die Buchhaltung gemacht und jede Rechnung selbst bezahlt. Es war ein langer Kampf, bis es soweit war, sich zu sagen: Es reicht auch, wenn man einen Blick drauf wirft.“ (S. 223). Ich sag’s nur, weil das ein Punkt ist, den viele auf dem Weg zum Ruhm vergessen. 😉

*Noch ein kleiner Hinweis: Meine Empfehlungen enthalten Affiliate-Links des Anbieters Amazon. Wenn Ihr über diese Links z. B. ein Buch kauft, erhalte ich eine kleine Provision.

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